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"Das Bullauge" Februar/März 2015

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Rundschrift der Marinekameradschaft
SALZBURG
Eigentümer, Herausgeber, Verleger und Druck:
Marinekameradschaft Salzburg seit 1924
ZVR 774 059 521
Folge : 596
Februar/März 2015
Das abgebildete „Bullauge“ oberhalb stammt von der Artillerieschulfregatte „Scharnhorst“ F213 der Deutschen Bundesmarine. Als HMS
„Mermaid“ von 1944-1957 bei der Royal Navy im Einsatz. 1957 von der BRD angekauft, umgebaut und diente dann von 1959 bis 1968 als
Schulfregatte, die nach der Außerdienststellung im Marinearsenal Wilhelmshaven ausgeschlachtet wurde. Das Küstenminensuchboot
„Cuxhaven“, auf dem damals W. E. Neumann als OMaat gefahren ist, lag zu Instandsetzungsarbeiten im Marinearsenal Wilhelmshaven ganz in
der Nähe der „Scharnhorst“. Er ergatterte von den Werftarbeitern 3 Bullaugen und brachte diese in einem Koffer per Bahn nach Salzburg.
Eines davon hängt seit 1972 im Marinestüberl/Sekretariat der MKS in der Franz Neumeisterstraße. Das zweite hängt im Vereinslokal der
MK Traunstein im „Traditionswirtshaus“ in Kraimoos/Chiemsee. Das dritte hing im Marinekeller unseres verstorbenen Kam. E. Metz. Der
Verbleib ist unbekannt? Die „Scharnhorst“ diente dann bis 1989 als „Übungsshulk“ bei der Schiffssicherungslehrgruppe in Neustadt/Holstein.
Darauf wurden Schiffsbesatzungen der Bundesmarine in Brand- und Leckabwehr geschult.
Im April fällt wegen der Jahreshauptversammlung der Bordabend aus.
Unser nächster Bordabend findet am Freitag, dem 08. Mai
um 18.00 Uhr im Sekretariat in der Franz-Neumeister-Straße 4 statt.
Jahreshauptversammlung der Marinekameradschaft Salzburg im „Weißbräu“ in Freilassing am Freitag, dem
10. April 2015. Beginn 18.00 Uhr. Tagesordnung siehe Seite: - 2 -.
Hotel Gasthof „Weißbräu“
von Salz
burg
Lageplan
Das „Weißbräu“ ist wieder mit dem Bus Linie 24 von Salzburg (Hanuschplatz) zu erreichen. Aus- bzw.
Einsteigemöglichkeiten bei den Haltestellen Salzburger Platz oder bei Rupertuskirche in Freilassing. Ab beiden
Haltestellen ca. 3 Minuten Gehweg zum Weißbräu in der Bräuhausstraße 5. Parkplätze für Autofahrer sind
vorhanden beim Weißbräu oder in der Bräuhausstraße sowie auf dem Parkplatz vor der ev. Kirche in der
Bräuhausstraße. Parken in Freilassing ist kostenlos, vor 18.00 Uhr ist aber werktags eine Parkscheibe erforderlich.
Für Kameraden aus Salzburg, denen eine Fahrt mit öffentlichen Bussen nach Freilassing zu beschwerlich oder nicht
zumutbar ist, kann in Absprache mit dem Vorsitzenden Uwe von Faltin eine Mitfahrgelegenheit organisiert werden.
Für auswärtige Gäste:
Hotelpreise „Weißbräu“: EZ mit Ü/F + TV € 39.00/Person, DZ mit Ü/F + TV € 59.00 für 2 Personen zusammen. Das
„Weißbräu“ braut eigene dunkle und helle Weißbiere und ist auch für seine gutbürgerliche Küche sowie mit
annehmbaren Preisen bekannt.
Das „Weißbräu“ empfiehlt sich auch für Kameraden, die die MK Salzburg besuchen möchten.
1
A 5020 Salzburg, Franz-Neumeister-Straße 4
Bankverbindung: Raiffeisenverband Salzburg, Filiale Alpenstraße, 5020 Salzburg
IBAN AT91 3524 0000 9301 2714, BIC RVSAAT2S (Swift)
Bankverbindung Deutschland: Sparkasse BGL, BLZ 710 500 00; Kto.Nr.: 202 1599 2
Februar/März 2015
Am Freitag, dem 10.04.2015, Beginn 18.00 Uhr, findet im
Hotel „Weißbräu“, Bräuhausstr. 5 in Freilassing
die
JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG
(ohne Neuwahl des Vorstandes)
der MARINEKAMERADSCHAFT SALZBURG statt.
TAGESORDNUNG
1)
Eröffnung der Jahreshauptversammlung, Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit.
2)
Totengedenken
3)
Bericht des Vorsitzenden und des Kassiers
4)
Bericht des Präsidenten des Österreichischen Marineverbandes oder eines Delegierten
5)
Beratung und Beschlussfassung der eingebrachten Anträge.
Anträge zur Hauptversammlung sind laut - § 7.3.1 - bis längstens 10 Tage
(30.03.2015) schriftlich beim Vorstand einzubringen.
6)
Bericht der Rechnungsprüfer, Entlastung und Rücktritt des Vorstandes
7)
Ehrungen
8)
Wahl der Rechnungsprüfer
9)
Allfälliges
Teilnahme an der JHV ist Kameradschaftspflicht
-DerVorstand-
2
Februar/März 2015
- Die Seite des Vorsitzenden Uwe von Faltin
Pflegerpointstraße 47
83435 Bad Reichenhall
Deutschland
Tel. u. Fax 0049 8651/ 4981
mail:vonFaltin@kabelmail.de
Meine Kameraden !
Dinge, die man nicht getan hat! In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht
sein über Dinge, die du nicht getan hast als über Dinge, die du getan
hast.
Also
löse
die
Knoten,
laufe
aus
dem
sicheren
Hafen.
Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.
Mark Twain
Das neue Jahr hat uns schon im Griff. Euch allen noch einmal ein gesundes und erfolgreiches 2015. Es stehen jetzt
schon wieder einige Termine und Veranstaltungen an.
Ganz erfreulich, die MK Plauen will uns Anfang September 2015 besuchen. Wir werden ein umfangreiches
Programm ausarbeiten und somit auch Werbung für Salzburg und überhaupt für unsere schöne Heimat machen.
Nach dem Motto des Erzherzog Ferdinand: „Wer die Tropen nicht sah, der eile nach Salzburg, zu schauen Fülle und
Pracht der Natur, fröhlich umwuchernd die Stadt.“
Alles weitere an Terminen und bezüglich der Jahreshauptversammlung steht im Bullauge. Termine beachten! Reisen
oder Mitfahrmöglichkeiten auf Fregatten werden sich erst in den nächsten Monaten herausstellen.
Die jüngeren Kameraden möchte ich bitten, soweit es Familie und Beruf zulassen, sich an Veranstaltungen zu
beteiligen, bei der die MK Salzburg eingeladen ist. Die Vorstandschaft versucht, diesen Anforderungen gerecht zu
werden, aber man kann nicht auf jeder Veranstaltung dabei sein. Wobei es nicht nur Pflicht ist, sondern auch, wie
z.B. die Rainer-Gedenkfeier auf dem Untersberg 2014 mit Sepp Forcher, ein einmaliges Erlebnis war. Die
Ehrenrunden einer Corsair über diese Gedenkfeier war etwas, das man sehr selten erlebt.
Ansonsten, wie immer, den Kameraden die krank sind, die besten Genesungswünsche und ansonsten immer zwei
Fingerbreit Portwein im Glas.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Uwe v. Faltin
(Vorsitzender)
3
Februar/März 2015
RÜCKSCHAU
Die Weihnachtsfeier 2014 der MK Salzburg fand, wie in den letzten Jahren üblich, in unserem schönen Marineheim statt.
Es ist aufgrund des Platzmangels immer etwas problematisch mit Essen und Trinken. Kurt Wattenbach konnte leider nicht dabei
sein, aber die Kameraden Hangl und Tschimpke halfen bei der Beschaffung der Würste und Brezeln .Jeder bekam seine
Würste und sein Bier satt. Dank der eifrigen Mithelfer Karl Hubert Paar und Peter Reindl. Der Raum war von Peter Reindl
weihnachtlich hergerichtet und nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden und weihnachtliche Geschichten von
Uwe von Faltin und Walter Held konnte dann der Rees beginnen.
Bedingt durch die Berufstätigkeit einiger Mitglieder konnten etliche Kameraden erst später kommen. Daher plane ich für 2015
mal etwas anderes für Weihnachten.
Für das Jahr 2015 habe ich vor, falls genügend Teilnehmer, wieder mal eine Weihnachtsfeier mit unseren Frauen zu gestalten.
Dann allerdings nicht im Stüberl. Ich denke da an die Windbeutelgräfin in Ruhpolding, die einen phantastischen Marineraum mit
kleinem Kolonialzimmer aus der Kaiserzeit hat. Eine passendere Ambiente gibt es nicht. Andere Vorschläge werden natürlich
auch gern berücksichtigt.
Uwe von Faltin
VORSCHAU
Datum
Veranstaltung
Ort
Bemerkung/Teilnehmer
Freitag,
10. April
18.00 Uhr
Jahreshauptversammlung 2015
„Weißbräu“
Freilassing
Anzug „Blazer“
Donnerstag,
03.09.2015
bis
Sonntag,
06.09.2015
Besuch
der MK Programm ist in
Plauen in Salzburg
Ausarbeitung
Hier spricht der „Keller Kaleu “!
Reinschiff haben im ….
Februar:
Kamerad
Kamerad
FRAUENLOB
TURNER
Hermann
Franz
LAHNER
THALHAMMER
Ernst
Roland
März:
Kamerad
Kamerad
Diejenigen Kameraden die zum „Reinschiff“ eingeteilt sind und keinen
Schlüssel vom Marineheim (Sekretariat) besitzen, bekommen für diese Zeit
von mir einen ausgehändigt!
Sollten Arbeitsgeräte oder Reinigungsmittel fehlen/ausgehen, bitte mich sofort
darüber zu informieren.
Da immer die gleichen Kameraden(innen) „Reinschiff“ machen, brauchen wir
dringend „Freiwillige“ die sich zur Verfügung stellen um auch mal das
„Stüberl“ zu reinigen. Für die Einteilung bin ich auch die Ansprechperson!
Peter Reindl
Spenden sind eingegangen von:
Kamerad Kurt HANGL, Robert SCHMIDT, Georg LEIKERMOSER, Georg PIRCHNER, Walter MÜHLBAUER, Wolfgang
HARTINGER, Achim BUBKE, Gerhard WALCH, Uwe von FALTIN, Gustav GRAVENHORST und Frau Christl FRITSCH.
Vielen Dank den Spendern!
Nikolai von Faltin
4
Februar/März 2015
Erinnern möchte noch einmal diejenigen Kameraden, die noch den Mitgliedsbeitrag (€ 30,00 im Jahr)
2013 und 2014 schuldig sind. Bitte dieses dringend nachholen! Ab 2015 beträgt der Mitgliedsbeitrag,
lt. Beschluss Jahreshauptversammlung 2014.
36
36
36
Konto der MKS:
Raiffeisenverband Salzburg, Filiale Alpenstraße, 5020 Salzburg, IBAN AT91 3524 0000 9301 2714,
BIC RVSAAT2S
Nikolai von Faltin
Kartengrüße und Grüße sind eingegangen von/ aus:
NEUMAYR
BRANDSTÄTTER
Franz
Franz
aus Saint Martin (Kleine Antillen, Karibisches Meer)
Herzlichen Dank für die zahlreichen Weihnachts- und Neujahrswünsche, die uns telefonisch, per Post und Mail aus
dem In- und Ausland übermittelt wurden.
W.N.
Alle von mir rechts angeführte Kameraden
haben
im Februar und März Geburtstag!!
FUCHS
Jürgen
(71)
19.02.
1944
DICK
Johann
(62)
02.02.
1953
REISER
Willi
(62)
19.02.
1953
MÜHLBAUER
Walter
(62)
20.02.
1953
MEINDL
Franz
(55)
16.02.
1960
GOLLNER
Martin
(54)
17.02.
1961
ANGERER
Horst
(48)
14.02.
1967
HARANT
Alex
(44)
01.02.
1971
FALTIN von
Nikolai
(37)
12.02.
1978
JURIGA
Teja Raimund
(76)
24.03.
1939
FRAUENLOB
Hermann
(76)
19.03.
1939
WICHELMANN
Karlheinz
(74)
19.03.
1941
OHNEBERG
Wilhelm
(70)
31.03.
1945
DWORSCHAK
Irene
(66)
13.03.
1949
ROBBERS
Gerhard
(66)
17.03.
1949
WEIßENFELS
Edmund
(65)
21.03.
1950
HÄUSL
Thomas
(25)
27.03.
1990
5
Captain
Morgan
Allen
Geburtstagskindern
herzlichen
Glückwunsch.
Insbesondere
unseren
Monatsältesten. Im Februar
Jürgen Fuchs (71) und im
März Raimund Juriga und
Hermann Frauenlob (beide 76)
Zum rundem 70er Willi
Ohneberg
W.N.
Februar/März 2015
Flandern – eine Reise in die Vergangenheit
(Erlebnisbericht von Irene Dworschak)
Der langgehegte Wunsch meiner zwei Freundinnen, einen Fluss einmal nicht mit dem Kajak, sondern mit einem Hausboot zu
befahren, wurde nach langer Vorbereitung Wirklichkeit.
Am 11. und 12. September 2014 reisten wir zu dritt nach
Niewpoort in Belgien. Gleich nach der Ankunft machten wir uns
auf den Weg zum Binnenhafen, um Ausschau nach „unserem“
Boot zu halten. Bei der Bootsvermietung konnten wir auch
gleich den nötigen Papierkram abwickeln. Der freundliche Herr
schlug uns auch zwei mögliche Routen vor. Die erste sollte uns
direkt nach Brügge und Gent führen. Da sie aber viele
Hindernisse in Form von Schleusen und Hebebrücken bot,
wählten wir den zweiten Vorschlag. Seine Bemerkung: “Da
kommen Sie aber direkt ins Kampfgebiet!“ klang fast wie eine
Warnung. Wir schauten uns nur kurz an, meinten, dass das
sehr interessant wäre und er händigte uns den Flussführer aus.
Am nächsten Morgen übernahmen wir das Boot und beluden
es. Ein junger Mann erklärte uns kurz die wichtigsten
Einrichtungen an Bord, führte uns durch die 1. Schleuse aus
dem Hafen und überließ uns dann unserem Schicksal. Es
brauchte eine Weile, bis sich meine Freundinnen an die
Steuerung des Bootes gewöhnt hatten, aber dann ging es
gemächlich durch die Ijzer (Yser), ein kanalartiges kleines
Flüsschen. Meine Aufgabe war die telefonische Verständigung
der Schleusen- und Brückenwärter und das Vertäuen beim
Anlegen, außerdem übernahm ich die Verpflegung.
In Dixmuide angekommen, fiel unser erster Blick auf den Ijzer
Turm, der mit seinen Denkmälern ein Internationales
Friedenszentrum
ist – wir waren
mitten in den
Gräueln
des
1.
Weltkrieges
gelandet. Der Abendspaziergang führte uns durch die Stadt, die direkt im
Frontbereich lag. Im Oktober 1914 wurde die Region durch Öffnen der Schleusen
der Ijzer (oder Yser) geflutet, um die großen Städte zu schützen. Dixmuide wurde
im Verlauf des Krieges vollständig zerstört und ab 1920 nach alten Plänen wieder
aufgebaut. In der Nähe der Stadt liegt auch der Dodengang, ein im Original
erhaltenes Stück des Todesgraben.
Am Sonntag machten wir mit der Eisenbahn einen Ausflug nach Brügge, einer
schönen alten Stadt mit vielen Kanälen und Brücken. Wir spazierten durch den
mittelalterlichen Stadtkern, suchten einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten
und kosteten auch
die
berühmten
belgischen
Pralinen.
Wir
ließen uns vom
Touristenstrom treiben, fanden aber auch immer wieder stille
Plätzchen zum Verweilen.
Am Montag, den 15. 9. genossen wir die Fahrt auf der Ijzer, den
Sonnenschein und die friedliche Natur. Die angenehme Stille
wurde nur durch aufgescheuchte, schnatternde Enten
unterbrochen, die sich aber schnell wieder beruhigten. Unser
Ziel war Ieper (Ypern, Ypres) – ein Ort des Gedenkens. Der
Hafenmeister drückte uns einen Prospekt über die Innenstadt
und das Museum in die Hand und machte uns auf die tägliche
Zeremonie der „Last Post“ aufmerksam. Neugierig geworden
6
Februar/März 2015
machten wir uns gleich auf den Weg. Das Flandern Fields
Museum ist in der wieder aufgebauten ehemaligen Tuchhalle
untergebracht. Die beeindruckende Ausstellung erzählt von der
Invasion Belgiens, den ersten Monaten des Bewegungskrieges,
von den vier Jahren Stellungskrieg und vom Ende des Krieges.
Die Geschichte wird mit vielen großen Fotos, Figurinen in
Uniformen, Diagrammen und Statistiken dargestellt, aber auch
mit eindringlichen persönlichen Gegenständen der betroffenen
Bevölkerung wird der Geschehnisse vor 100 Jahren gedacht.
Betroffen lasen wir die Texte, die in vier Sprachen abgefasst
waren, über den Schrecken der drei Schlachten um Ieper mit
den unzähligen Toten – präsentiert als Mahnung und universelle
Friedensbotschaft. Am Abend gingen wir zum Meningate
Memorial, einem großen Torbogen im Wassergraben, auf
dessen Tafeln die Namen von 65.000 vermissten Soldaten
stehen. Ab 19:00 strömten die Leute herbei, um an der Zeremonie der „Last Post“ teilzunehmen. Um 19:30 wurde die
Durchfahrt für die Autos gesperrt und die versammelten Menschen (es sind täglich bis zu 2000) schlossen den Kreis. In der
Mitte nahmen die Ehrengäste, teils in ihren Rollstühlen Platz, hochdekorierte alte Herren, die sich bemühten, trotz ihrer
Gebrechlichkeit Haltung zu zeigen. Punkt 20:00 wurde es feierlich still und die berührende Zeremonie begann. Nach einem
Gebet oder einer Ansprache nahmen die Fahnenträger
Aufstellung und vier Männer spielten auf ihren Trompeten den
Großen Zapfenstreich – die „Last Post“ als letzten Gruß an die
Gefallenen. Dann wurden zahlreiche Kränze aus Papier,
gestaltet mit dem Friedenssymbol der Mohnblume,
niedergelegt. Mich beeindruckten die vielen jungen Menschen
der verschiedensten Gruppierungen, die diese Zeremonie
würdig mitgestalteten. Nach der Feier erhellten Scheinwerfer
das große Tor, das eher einem Triumphbogen gleicht als
einem Kriegerdenkmal und im Herzen tief bewegt traten wir
den Heimweg zu unserem Boot an.
Am nächsten Morgen, am Dienstag, nahmen wir Kurs auf
Fintele. Von dort brachte uns das Bustaxi nach Vrenne und wir
machten in dieser kleinen, aber schönen Stadt einen
gemütlichen Spaziergang. Ein enger Kanal sollte uns von
Fintele zurück nach Niewpoort führen, aber uns gefiel dieses Gewässer nicht, so fuhren wir am Mittwoch direkt nach Dixmuide
zurück. Ein leichter Morgennebel kündete das Ende der heißen Tage an und hüllte alles in ein fast unwirkliches Licht. Zu Mittag
herrschte wieder strahlend schönes Wetter und so nahmen wir uns Zeit für einen ausgiebigen Stadtrundgang.
Am Donnerstag machten wir, wieder mit der Eisenbahn, einen
Ausflug nach Gent.
Mit einem Ausflugsboot ließen wir uns durch die Stadt fahren
und einige Sehenswürdigkeiten erklären. Die alten Häuser
wirkten auf mich ruhig und beschaulich, und doch war die
Stadt mit jungem, pulsierenden Leben erfüllt. Mich
beeindruckten auch die Glocken. Wie in allen Städten erklingt
zu jeder vollen oder halben Stunde kein einfacher
Glockenschlag, sondern ein kurzes Glockenspiel, das die Luft
mit heiteren Klängen erfüllt.
Am Freitag ging es mit unserem Hausboot, das uns jetzt schon
sehr vertraut war, zurück nach Niewpoort. Da wir auch das
Meer sehen wollten, fuhren wir am Nachmittag mit der
Straßenbahn nach Oostende. Vor den Kulissen der alten
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Februar/März 2015
mondänen Hotels und Seebäder genossen wir einen Spaziergang im Wattmeer. Aber auch hier in dieser friedlichen Idylle
wurden wir vor den Kriegsgräueln – diesmal des 2. Weltkriegs – nicht verschont. Auf der Rückfahrt entdeckten wir die Bunker in
den Dünen und manche schwere Geschütze, die drohend aus ihren Eingängen starrten.
Am nächsten Tag gaben wir unser Boot ab und fuhren weiter nach Bouillon, wo wir mit anderen Paddelfreunden eine schöne
Paddelwoche an der Semois verbrachten.
Zu Hause holten mich die Geschichte des 1. Weltkrieges und die schrecklichen Geschehnisse um Ieper wieder ein. Im Zuge
der Vorbereitung einer Adventwanderung für unsere Maxglaner Wandergruppe wurde ich auf die heurige Sonderausstellung im
Stille Nacht Museum Arnsdorf aufmerksam.
Am 24. Dezember 1914 geschah ein kleines Weihnachtswunder, bei dem das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ auch eine Rolle
spielte. Es ereignete sich an einer etwa 50 km langen Kampflinie in Ieper (Ypern) und Umgebung. Vor Weihnachten standen
sich die verfeindeten Heere noch in ihren Schützengräben gegenüber und beschossen sich. Am Heiligen Abend wurde es still.
Viele hatte zu Weihnachten ein kleines Christbäumchen von ihrer Familie an die Front geschickt bekommen und ein paar
Soldaten stellten das leuchtende Bäumchen auf den Schützengraben. Die Soldaten der verschiedenen Nationen legten ihre
Waffen nieder, gingen aufeinander zu und stimmten gemeinsam Weihnachtslieder in ihren Sprachen an. Dieser interne
Waffenstillstand an der Westfront, der auch mit einem gemeinsamen Fußballspiel gefeiert wurde, war ein Ausnahmezustand. In
Folge wurden die verantwortlichen Kommandanten versetzt, die Soldaten an anderen Frontabschnitten eingesetzt und die
Verbrüderung bei Todesstrafe verboten.
Diese Geschichte zeigt mir, dass Kriege nur von den jeweiligen Machthabern angeordnet werden. Die Soldaten müssen den
Befehlen gehorchen. auch wenn sie in ihren Herzen Frieden tragen. Es ist der Wunsch eines jeden Menschen, in Ruhe und
Sicherheit zu leben zu können. Frieden beginnt in unseren Herzen und soll auf die Umgebung ausstrahlen. Wir müssen
gemeinsam daran arbeiten, dass unser friedliches Zusammenleben Wirklichkeit bleibt und keine Utopie wird.
Irene Dworschak
Deutsch-französische Freundschaft
(von Walter Held MK Traunstein, Oberstleutnant a.D. niedergeschrieben 2013)
Im Herbst 1953 erzählte mir mein Vater ein Erlebnis aus seiner Soldatenzeit im 1. Weltkrieg, die mein Leben in völlig andere
Bahnen gelenkt hat:
Er war 1917 als junger Kriegsfreiwilliger im Stellungskrieg in Ypern ganz vorne im Schützengraben als Schütze mit seinem
Gewehr 98 eingesetzt und er hatte mit seinen Kameraden am späten Nachmittag wieder einmal einen französischen Angriff
abgewehrt – mit vielen Toten auf beiden Seiten. Als sich die Dunkelheit über das Schlachtfeld senkte, hörten sie aus dem
Niemandsland zwischen den Fronten ab und zu verzweifelte Schreie eines Franzosen, der wohl verwundet worden war und
sich zu Recht verloren fühlte. Man diskutierte lange, ob oder vielmehr wie man ihm helfen sollte oder könnte und kam zu der
Entscheidung, dass dies wegen der Minen und der unsicheren Lage viel zu gefährlich sei und man den französischen Soldaten
seinem Schicksal überlassen müsse.
Als die Rufe aber leiser und zunehmend kläglicher wurden, sagte mein Vater, das könne er nicht länger hören! Er sammelte
mehrere Verbandspäckchen, füllte eine Feldflasche mit heißem Tee und schlich vorsichtig an Granattrichtern, Drahtverhau und
toten Franzosen vorbei hinaus und fand ihn auch in einem Trichter. Er gab ihm zunächst ein paar Schluck aus der Flasche und
begann, sein unter dem Knie fast abgetrenntes Bein zu verbinden – wie er es halt gelernt hatte. Plötzlich sprangen mehrere
Franzosen mit aufgepflanztem Bajonett in den Trichter und wollten ihn erstechen, weil sie angenommen hatten, mein Vater
wolle ihren Kameraden ausrauben. Dieser rief ihnen aber zu, daß es ganz anders sei (Mein Vater sprach kein Wort französisch)
und sie umarmten sich alle. Einer konnte etwas deutsch und bestand darauf, beim Licht einer Kerze Namen und Anschrift zu
tauschen, damit man am Ende dieses unseligen Krieges miteinander Verbindung aufnehmen könne.
Anfangs 1953 hatte ich mich um Aufnahme in die bayerische Bereitschaftspolizei (BePo genannt) beworben und war trotz der
besten Sportprüfung in Fürstenfeldbruck abgelehnt worden, weil ich "einen Ansatz zu Senk- und Spreizfuß habe und damit für
den Streifendienst zu Fuß ungeeignet sei". ich wollte aber unbedingt, aus jugendlicher Abenteuerlust irgendwie Soldat oder so
etwas ähnliches werden und schlich mich von zu Hause weg – in die Fremdenlegion! Vom Aufnahmelager Landau/Pfalz kam
ich zuerst nach Marseille, wo wir alle eine Tropentauglichkeitsprüfung absolvierten und kam dann nach Sidi bel Abbes. Welch
ein Drama, als man mich nach zwei Tagen vom Exerzierplatz holte, in ein Flugzeug steckte und ich in Landau meinem Vater
übergeben wurde! Er hatte nicht nur das Auswärtige Amt eingeschaltet und um Hilfe gebeten, sondern sich auch an den
Franzosen erinnert, dem er im Granattrichter von Ypern wohl ein neues Leben geschenkt hatte. Dieser war inzwischen
Abgeordneter und hatte alle seine Beziehungen spielen lassen, die zu meiner Entlassung führten und mich möglicherweise vor
einem Ende in Indochina bewahrten.
So meldete ich mich im gleichen Monat zum Bundesgrenzschutz und wurde angenommen. Die Kämpfe im Krieg, die mich als
unbedarfter Jugendlicher so gereizt hatten, konnte ich nach meiner Pensionierung zur Genüge führen – mit wechselndem
Erfolg ……..
8
Februar/März 2015
Mehr Kriegsschiffe unter der aufgehenden Sonne: Chinas Nachbarn rüsten auf!
(Von Gastautor Klaus Gröbig am 23. Oktober 2014 International, Welt)
60 Prozent ihrer Schiffe will die US-Marine bis zum Jahre 2020 im Pazifik stationieren. Auch wenn der aktuelle RusslandKonflikt davon ablenkt: längst hat
Washington in China seinen künftigen
Hauptkonkurrenten um die Weltmacht
erkannt. Auch Chinas ostasiatische
Nachbarstaaten Japan, Südkorea und
Taiwan rüsten derzeit ihre Flotten auf.
Gegenwärtig befindet sich mit
«Izumo» ein neues japanisches
Kriegsschiff in der Erprobung – aber
es ist nicht Irgendeines. Offiziell wird
das Kriegsschiff als Hubschraubertragender
Zerstörer
(DDH)
klassifiziert. Ein Blick auf die
Die «Izumo» kurz nach ihrem Stapellauf. / Bild: Dragoner JP; CC BY-SA 3.0
veröffentlichten Fotos des jetzt in der
Erprobung stehenden Schiffes zeigt,
dass es sich um einen leichten Flugzeugträger (RL) handelt oder aber um einen (amphibischen) Hubschrauberträger (LDH bzw.
RL). Mit einer Verdrängung von 24.000 Tonnen (248 m) reicht «Izumo» an die Größe der Flugzeugträger der Essex-Klasse
heran, von denen die US Marine in den 50er und 60 er Jahren über 30 Exemplare besaß.
Die «Izumo» war 2012 in Bau gegeben worden, am 6. August 2013 vom Stapel gelaufen und soll 2015 zur Flotte treten.
Die neuen Hubschrauber-tragenden Zerstörer können 14 schwere Hubschrauber aufnehmen, aber sie können problemlos auch
für den Betrieb mit senkrecht startenden Flugzeugen genutzt werden. Vielleicht hält Japan aus diesem Grund auch an der
Bestellung von einigen F-35 Flugzeugen fest, weil sie trägertauglich sind. Japan hat seit 1990 seine Marine – im Gegensatz zu
seinen westlichen Partnern – kaum reduziert sondern kontinuierlich ältere Schiffe fast im Verhältnis 1:1 ersetzt. Daher ist die
japanische Marine – die unter ihrem offiziellen Namen Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte derzeit 44.000 Mann unter Waffen
hat – in den letzten 20 Jahren zwar nicht zahlenmäßig gewachsen aber im Verhältnis zu anderen Seemächten bedeutender
geworden. Sowohl Russland als auch die USA, so wie Großbritannien und Frankreich verfügen heute über deutlich weniger
Kriegsschiffe als vor 20 Jahren. Allerdings sind Japans ostasiatischen Nachbarn Indien und China zur See stärker geworden.
Korvetten sind die kleinsten hochseefähigen Kampfschiffe der Marine. Ursprünglich entstanden sie während des Zweiten
Weltkrieges aus Fischdampfern, die zur U-Boot Jagd umgebaut wurden. Inzwischen erreichen sie fast eine Tonnage von
2.000 Tonnen und verfügen über See- und Luftziel-Raketen, mache verfügen sogar über Hubschrauber. Geschütze und
U-Jagdtorpedos vervollständigen das Waffenarsenal. Auch die moderne Fregatte hat ihren Ursprung im Zweiten Weltkrieg.
Inzwischen ist sie zum Arbeitspferd der Flotte geworden und verfügt über anspruchsvolle und weitreichende Lenkwaffen. Ihre
Größe reicht nun schon bis zu 4.000 Tonnen. Zerstörer entstanden ursprünglich noch vor dem Ersten Weltkrieg als Begleiter
und Beschützer der übrigen Flotte. Heute sind sie eher der Hauptkampfschiffstyp der Flotte. Ihre Aufgabe besteht nun meist
darin die wertvollen Flugzeugträger gegen Luft und Unterwasserangriffe abzuschirmen. Während die meisten größeren
Seemächte über Fregatten verfügen sind nur noch wenige Länder in der Lage sind, Zerstörer bauen zu lassen. Ihre Zahl nimmt
aufgrund der hohen Kosten weiter ab. Ihre Größe beträgt zwischen 5.000 und 7.000 Tonnen. Kreuzer verfügen über das gleiche
Waffenarsenal wie Zerstörer aber sie erreichen eine Tonnage von 10.000 Tonnen und auch deutlich mehr. Lediglich die
US Navy und Russland verfügen noch über Raketenkreuzer. Einige Marinen verfügen jedoch über einige Zerstörer, die man
durchaus auch als Kreuzer ansprechen könnte.
Versteckte Flugzeugträger
1989 – im Wendejahr – verfügte Japan über 17 Fregatten/Korvetten und 40 Zerstörer – sämtlich neueren Datums. Das waren
57 hochseefähige Überwasserkampfschiffe. 2013 zählte die Flotte sechs Fregatten und 36 Zerstörer, also zusammen
42 hochseefähige Überwasserkampfschiffe. Allerdings verbergen sich hinter der Kategorie Zerstörer nun acht Einheiten, die
nach den Ansprüchen der US-Navy als Raketenkreuzer gelten würden, sowie zwei kleine Flugzeugträger. «Ise» und «Hyuga»
waren in den Jahren 2006 bis 2011 erbaut worden und besaßen auch schon ein durchgehendes Flugdeck. Aber sie waren mit
13.500 Tonnen nur etwa halb so groß wie «Izumo», die noch ein Schwesterschiff erhalten wird, das seit 2014 im Bau ist.
Anders als die europäischen Seemächte sind in Japan keine Steuermittel für Eurorettungsaktionen oder Wirtschaftsmigranten
aufzuwenden. Dies erlaubt Japan eine langfristige und planbare Rüstungsplanung – und Beschaffung. Günstigstenfalls
vergehen 15 Jahre von der Planung bis zur Indienststellung eines Kriegsschiffes. Ständige Budgetbeschneidungen in Europa
führen meist zur zeitlichen Streckung von Rüstungsbeschaffungsprogrammen. Anschließend gibt es nicht selten eine
Reduzierung der Zahl der geplanten Einheiten. Politiker, die von Verteidigungspolitik meist nix verstehen, stürzen die
Streitkräfte dann in einen Teufelskreis. Die geringere Stückzahl der beschafften Einheiten erhöht die Kosten für jedes einzelne
Exemplar. Am Ende gibt es eine geringe Kostenreduzierung für das Gesamtprogramm. Dafür erhält die Marine jedoch nur einen
Bruchteil der erforderlichen Schiffe. Dann sind die Streitkräfte schlussendlich nicht mehr in der Lage, die von der Politik
geforderten Aufgaben zu erfüllen. Derartige chaotische Zustände sucht man in Japan vergebens.
9
Februar/März 2015
Interessant ist auch die Namensgebung der größeren japanischen Kriegsschiffe, die meist die Tradition japanischer Kreuzer
und Schlachtschiffe des Zweiten Weltkrieges fortsetzen.
Sie folgen damit der Lehre des britischen Admiral Andrew Cunningham der im Zweiten Weltkrieg geäußert hatte: «Man braucht
drei Jahre, um ein Schiff zu bauen, aber drei Jahrhunderte, um eine Tradition aufzubauen.» Eine Erkenntnis von der sich die
Deutsche Marine nach der Benennung der drei Raketenzerstörer «Mölders», «Lütjens» und «Rommel» in den 1970er Jahren
verabschiedet hat.
Um Japans Seebedeutung heute einschätzen zu können, kann ein Vergleich mit Frankreich und Großbritannien in der gleichen
Zeit hilfreich sein. Frankreich reduzierte in den Zeitraum von 1989 bis 2013 die Zahl seiner Überwasserkampfschiffe von 42 auf
33, das Inselreich von 50 auf nur noch 19. Japan ist technisch in der Lage U-Boote mit außenluftunabhängigem Antrieb nach
den neuesten Erfordernissen des Seekrieges zu bauen und tut dies auch. Fuhren 1989 noch 14 U-Boote unter der Flagge der
aufgehenden Sonne, sind es heute 16 – keines der Boote ist älter als 15 Jahre. In den kommenden Jahren wird die Zahl der
U-Boote auf 22 vermehrt. Zwei weitere «Partner der westlichen Welt» unterhalten in Südostasien nennenswerte Seestreitkräfte:
Südkorea und Taiwan – das frühere Nationalchina.
Südkorea modernisiert Flotte
Südkorea hat in den letzten 25 Jahren zweifellos einen besonders bedeutenden Schritt zum Ausbau seiner Marine
unternommen.1989 bildeten neun Zerstörer und 27 Fregatten/Korvetten Südkoreas Seemacht. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass diese Zerstörer samt und sonders US Bauten aus den Jahren 1943-46 waren, die teilweise sogar noch am Zweiten
Weltkrieg teilgenommen hatten. Heute besitzt die koreanische Marine 13 hochmoderne Zerstörer (Baujahre 1993-2012), von
denen drei nach den Maßstäben der US Navy eigentlich als Kreuzer anzusprechen wären. Der gleichfalls vorhandene Leichte
Flugzeugträger der koreanischen Marine firmiert hier unter der Bezeichnung Landungsschiff.
Dazu kommen nicht weniger als 36 Fregatten/Korvetten, so dass die Zahl der Überwasserkampfschiffe 49 beträgt. Weitere
Schiffe liegen auf Stapel und werden der Flotte in den nächsten Jahren zulaufen. Besonders beachtlich ist hier, dass drei
weitere Raketenkreuzer im Bau sind, die der Marine nicht nur zahlenmäßig sondern auch qualitativ einen bedeutenden
Zuwachs bescheren werden. Bis 2020 stehen 20 weitere Fregatten, zwölf Korvetten sowie ein weiterer leichter Flugzeugträger
auf den Wunschzettel der koreanischen Marine.
Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, dass der Schwerpunkt der koreanischen Marine bislang auf kleineren Schiffen
(Fregatten/Korvetten) liegt und damit von der Kampfkraft geringer als die japanische einzuschätzen ist. Neuzeitliche U-Boote
mit außenluftunabhängigem Antrieb kann die eigene Werftindustrie offenbar bislang nicht herstellen. Das Land setzt auf den
Import deutscher U-Boote, die zwar teuer sind, aber dafür auch das Beste darstellen, was auf dem Markt erhältlich ist.
Eine Tradition der Marine im Sinne Großbritanniens oder Japans hat Korea allerdings nicht.
Taiwan ohne Partner
Taiwan unterhält gleichfalls zahlenmäßig starke Seestreitkräfte. Die Inselrepublik, die als Nationalchina aus dem chinesischen
Bürgerkrieg hervorgegangen ist, fürchtet eine Invasion vom chinesischen Festland. Diese Bedrohung ist in den letzten Jahren
durch den Aufstieg der Volksrepublik zum hauptsächlichen Gegenspieler der moribunden USA gewachsen. 1989 umfasste die
taiwanesische Flotte 26 Zerstörer und 13 Korvetten, keine Fregatten. Sie stammten samt und sonders aus US Beständen und
hatten noch am Zweiten Weltkrieg teilgenommen.
Die eigene Werftindustrie ist bisher nicht in der Lage, größere Überwasserkampfschiffe mit modernen Ansprüchen selbständig
zu entwickeln und zu bauen. Hinzu kamen in den letzten Jahrzehnten vermehrte Drohungen Chinas an potentielle Waffen und
Schiffslieferanten dem Land neuzeitliche Marineeinheiten zu verkaufen. Einzig und allein Frankreich traute sich, an Taiwan in
den Jahren 1993 bis 1998 sechs moderne Fregatten zu liefern. Alle wurden zu Sicherung französischer Arbeitsplätze in Lorient
gebaut. Ende der 80er Jahre konnten die Niederlande Taiwan zwei U-Boote verkaufen, die auch dort gebaut wurden.
Auch die USA liefert Taiwan nur noch zweitklassiges oder älteres Schiffsmaterial. So sind die vier «neuen» Zerstörer der
Tsoying-Klasse alte Bekannte, denn die 1978-82 eigentlich als Kourroush-Klasse für den Iran in den USA gebauten
9.000 Tonnen großen Zerstörer dienten dann in der US Navy als Kidd-Klasse. Diese waren allerdings schon 1998/99 außer
Dienst gestellt worden und wurden 2005 transferiert. Dazu kommen acht ehemalige US – Fregatten der Knox-Klasse
(Baujahr 1969-1974) und sechs ehemals US-Fregatten der Perry-Klasse (Baujahr 1981-1985). Von dem letzten Muster hat
Taiwan 1990-2004 acht Exemplare nachgebaut.
Der Bau von sechs selbst entwickelten Fregatten ist beabsichtigt, aber ein Baubeginn ist bislang nicht zu verzeichnen. Anders
als Südkorea und Japan kann Taiwan keine neuzeitlichen U-Boote selbst bauen oder woanders erwerben. Der Wunsch Taiwans
von den USA, das auf deren Raketenkreuzern eingerüstete Gefechtsführungssystem Aegis zu erwerben, erfüllte die
Administration von US-Präsident Barack Obama genau so wenig wie seine Vorgänger. Ein Schlaglicht auf die Zuverlässigkeit
der USA als Verbündeter, wenn es unbequem wird den Partner zu unterstützen.
Bericht und Foto lt. Uwe von Faltin freigegeben von:
Danny Ulbrich (COMPACT-Chefredaktionssekretär)
www.compact-online.de
10
Februar/März 2015
Marineausstellung Deutsches Museum München
(Bericht und Fotos Olly Kulbe)
Das Deutsche Museum, nach Eigenaussage das größte technische Museum der Welt, mit seinen Außenstellen Flugwerft
Schleißheim, Verkehrsmuseum München und einer Außenstelle in Bonn, bietet in seinem in die Jahre gekommenen
Stammhaus auf der Museumsinsel in der Isar im Untergeschoß eine kleine, doch ansehenswerte Sammlung von einigen
maritimen Besonderheiten.
Sehenswert sind die liebevoll gestalteten Schiffs Mock-Ups,
die schöne Einblicke In die Schiffstechnik ermöglichen.
Das Paradestück ist das Tauchboot U1 der kaiserlichen
Marine, das als 1:1 Display aufschnitten ist und Einblicke in
die archaische, doch beeindruckende Technik zu gewähren,
mit denen die Seeleute damals zurechtkommen mussten.
Nach dem erfolgreichen Test des Experimental-U-Boots
Forelle im Jahre 1902 gab das Reichsmarineamt nach
langem Zögern dem Marineingenieur Gustav Berling am 4.
April 1904 den Auftrag, ein U-Boot zur Seekriegsführung zu
bauen. Berling wandte sich an die Germaniawerft in Kiel.
Dabei lehnte sich sein Entwurf an die drei zuvor an
Russland exportierten U-Boote der Karp-Klasse an. Maßgeblich basierte das Boot auf den Patenten des bei Krupp
beschäftigten spanischen Ingenieurs Raimondo Lorenzo d’Equevilley Montjustin, der zuvor für den führenden
französischen U-Boot-Konstrukteur Maxime Laubeuf gearbeitet hatte.
Um den Ansprüchen des Reichsmarineamts an das neue
U-Boot zu genügen, mussten allerdings einige konstruktive
Änderungen vorgenommen werden, wodurch sich der Bau
des Bootes verzögerte. Der Leiter des Reichsmarineamtes,
Alfred von Tirpitz, verlangte ein Unterseeboot mit einer
Verdrängung von 347 Tonnen, einem Aktionsradius von
1.400 sm (2.593 km) und Geschwindigkeiten von 10,8 kn (20
km/h) über und 8,7 kn (16 km/h) unter Wasser.
Im April 1905 wurde schließlich mit dem Bau begonnen. Die
wesentlichen Neuerungen gegenüber der Forelle betrafen –
neben den Größenausmaßen – hauptsächlich den
Druckkörper, die horizontale Anordnung der Torpedorohre
sowie den Antrieb.
Bei U 1 handelt es sich um ein sogenanntes Zweihüllenboot. Es bot Platz für zehn Mann Besatzung, konnte rund zwölf
Stunden unter Wasser bleiben und eine Tiefe von bis zu 30 m erreichen. Außerdem wollte man aus Sicherheitsgründen
anstatt gefährlicher Benzinmotoren, mit denen man bis dahin
schlechte Erfahrungen gemacht hatte, zwei je 147 kW (200 PS) starke Petroleummotoren einsetzen, die jedoch zu dieser
Zeit erst noch fertig gebaut werden mussten. Für die Unterwasserfahrt setzte man auf ebenso starke Elektromotoren.
Schließlich wurde am 14. Dezember 1906, nach mehreren Testfahrten, das erste deutsche Militär-U-Boot von der
Kaiserlichen Marine als SM U 1 in Dienst gestellt. Sein erster Kommandant war Kapitänleutnant Erich von Boehm-Bezing.
Besonders bezaubernd, ja anrührend waren die Knochenschiffe die in liebevoller und geduldiger Handarbeit von
Gefangenen angefertigt worden sind und die wahre Schönheiten des Modellbaus darstellen.
11
Februar/März 2015
Bedrückend die nachgestellte Szene aus einem typischen Auswandererschiff der Jahrhundertwende .
Insgesamt lohnt ein Blick in die Ausstellung, besonders auch auf die sehr schönen und überaus detailreich ausgeführten
Schiffsmodelle.
"Monumental und beeindruckend ist der mechanische Gezeitenrechner der eine wirklich seltene, urtümliche Maschine ist
und den ich in dieser Form so noch nie gesehen habe."
Es lohnt in jedem Falle, wenn auch insgesamt das Museumskonzept im Stammhaus des deutschen Museums reichlich
angestaubt wirkt.
Nicht umsonst hat der Freistaat Bayern eine Grundüberholung des Museums um 400 Millionen € taxiert, wobei natürlich
noch strittig ist, wer welchen Beitrag zu leisten gewillt ist.Stadt, Freistaat, Bund.
Liebe Kameraden und Kameradinnen!
Wir würden uns freuen, wenn Ihr zur Gestaltung unserer Rundschrift „Das Bullauge“ beitragen würdet. Schickt
uns bitte Berichte aus Eurem Urlaub, Segeltörns, Wassersport (Paddelboot, Kanu …...), von lustigen oder
interessanten Erlebnissen, sowie Erinnerungen aus Eurer Dienstzeit bei der Marine (KM, Handelsmarine, BuMa,
Deutsche Marine oder andere Marinen). Alle Geschichten und Artikel von Euch, auch wenn ihr nicht zur See
gefahren seid, sind herzlich Willkommen und werden im „Bullauge“ veröffentlicht.
Die Redaktion
AUFRUF
Zu dem neu kreierten Kopf (Seite 1) mit der Abbildung des Bullauges und des Artillerieschulschiff „Scharnhorst“
in der Mitte, möchte ich diejenigen Kameraden bitten mir ein Foto des Schiffes/Bootes auf dem sie gefahren sind,
zur Verfügung zu stellen. Dieses Foto werde ich dann in das Bullauge einfügen. Dazu brauche ich den Namen des
Schiffes, den Namen des Kameraden von wann bis wann er auf diesem Schiff, eventuell mit technischen Daten,
gefahren ist. Diesen Text werde ich unterhalb der Zeile „Folge/Monat" (im Rahmen) auf Seite 1, in dem ich die
Herkunft des „Bullauges“ beschrieben habe, einbauen. Es sollen nicht mehr Zeilen (8) sein, wie die Vorlage.
Danke!
W.N.
Zusammenkünfte der Marinekameradschaft Salzburg seit 1924
Jeden Freitag im Sekretariat, Franz-Neumeister-Straße 4, ab 18.00 Uhr. Jeden Sonn.- und Feiertag im Sekretariat, FranzNeumeister-Straße 4, ab 10.00 Uhr. Monatsversammlung (Bordabend) jeden 1. Freitag im Monat, jeweils um 18.00 Uhr im
Sekretariat in der Franz-Neumeister-Straße. Sollte dieser Freitag ein Feiertag sein, am darauf folgenden Freitag. Änderungen
werden rechtzeitig in unserer Rundschrift
bekannt gegeben.
W.N.
Herausgeber:
Herausgeber: Marinekameradschaft
MarinekameradschaftSalzburg
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seit1924
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Redaktion
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Mitarbeiter:
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Franz-Neumeister-Straße
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Februar/März 2015
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