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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
Wien
ÖSTERREICHS ZEITUNG FÜR WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Frey Wille Schmuckhersteller baut sein US-Geschäft aus 10 ◆ Recht Den Unternehmenswert berechnen 26
◆ Karriere Stelleninserate richtig gestalten 28 ◆ Bau Mit nachhaltigen Gebäuden Betriebskosten sparen 30
Das Match um die Betriebe
Standort. Wo lässt es sich für
Unternehmen besser leben, in Wien
oder Niederösterreich? Für die Bundeshauptstadt sprechen hochqualifizierte Arbeitskräfte, Forschungs- und Bildungsstätten sowie die Headquarterfunktion für Osteuropa. Niederösterreich punktet
mit günstigeren Flächen, Autobahnanbindungen
und Ansiedlungs-Service. Wien erzielte im Vorjahr einen Ansiedlungsrekord mit 133 internationalen Betrieben – gleichzeitig entschieden sich Niemetz, SPL Tele, Doka und Wanzl für die Standortverlegung nach Niederösterreich. Eine Spurensuche. 2-4
Interview.
Der Bauunternehmer Wilhelm Sedlak über
Preiskampf und Gefahren der Schwarzarbeit.
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2|
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
STANDORT
„Wo man hilft, da
lass dich nieder“ –
Das Duell um Firmen
In Niederösterreich vergeht kein Quartal ohne Spatenstich, wie Landeshauptmann
Pröll bei solchen Anlässen betont. Immer mehr Firmen kommen aus Wien, was die
Stadt schmerzt. Neue Service-Stellen sollen 2015 Behördenwege in Wien verkürzen.
Ecoplus
Wirtschaftspark
Wolkersdorf
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
|3
3
2
Gemeinde Wolkersdorf
Ecoplus
Wirtschaftspark
IZ NÖ-Süd
Donaustadt/
Donau City
mit dem Ares Tower
Gemeindegebiet von Wiener Neudorf,
Biedermannsdorf, Guntramsdorf und
Laxenburg
1
3
Der Standortwettkampf
Niederösterreich gegen Wien
VON CLAUDIA PEINTNER UND MARKUS PÜHRINGER
M
autner-Markhof-Geschäftsführer Jürgen
Brettschneider will keine
Standort-Debatte lostreten. Aber so wirklich
zufrieden ist er mit der Situation
in Wien Simmering auch nicht
mehr. Nach einer Führung durch
die Produktionshallen kommt der
Chef des Senfherstellers auf einen
heiklen Punkt zu sprechen: „Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen am Standort, müssten
selbst wir als Wiener Traditionsbetrieb über Abwanderung ins
Umland nachdenken.“
In direkter Nachbarschaft zum
Produktionsgelände wurden 750
Wohnungen errichtet. Brettschneider: „Die Verkehrs- und
Parksituation wird sich zuspitzen.“ Hinzu kommt, dass Mautner
jährlich bis zu einer Million € in
die Instandhaltung der über 100
Jahre alten Gebäude stecken
muss. Tatsachen wie diese bringen immer häufiger Wiener
Unternehmen, vorwiegend aus
dem produzierenden Bereich, auf
Absiedlungsgedanken.
Im Juli ließ Niemetz die Bombe
platzen. Der Schwedenbombenhersteller wird 2016 von Wien
2
Landstraße ins Industriezentrum
Süd in Wiener Neudorf ziehen.
„Die neue Betriebsstätte bietet
eine optimale Kombination aus
entscheidenden Faktoren: WienNähe, sehr gute Infrastruktur,
leichte Erreichbarkeit für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten“, erklärte Gerald Neumair,
Aufsichtsratsvorsitzender von
Heidi Chocolat AG, die Niemetz
2013 übernommen hat. In Wien
die Zelte abgebrochen haben auch
Wanzl, SPL-Tele, Matzka Rehatechnik und SHT Haustechnik.
48 Millionen € investiert
In den ersten neun Monaten dieses Jahres siedelten sich in Niederösterreich 96 Unternehmen
an. 14 davon kamen mit 376 Mit-
In Niederösterreich
sind die Leute gleich
teuer wie in Wien
JOHANN HIPFL
VORSTANDSMITGLIED
HOERBIGER
arbeitern aus Wien und investierten – soweit dem Land bekannt –
rund 48 Millionen €. Bei Betriebseröffnungsreden wiederholen
sich die Worte des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll: „Es gibt bei uns kein
Quartal ohne Spatenstich“, „Die
Betriebsansiedlung ist ein Vertrauensbeweis“, „Es ist ein MutSignal“.
Verschläft Wien die Absiedlungsthematik? Die Bejahung dieser Frage wäre zu einfach. Denn
2013 verzeichnete die Bundeshauptstadt einen Ansiedlungsrekord mit 133 internationalen Betrieben. Der Hauptgrund neben
der hohen Lebensqualität, welche
die jährlichen Mercer-Studien bestätigen, ist die BrückenkopfFunktion nach Osteuropa. Zuletzt
haben sich hauptsächlich Dienstleistungs- und Technologiefirmen
in Wien angesiedelt. Aber Wien
ist bislang auch der drittgrößte
Produktionsstandort Österreichs
– nach Oberösterreich und Niederösterreich.
Vier neue Servicestellen
Der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, Gerhard
Hirczi, will nicht von Standortwettbewerb sprechen. „Man soll
3
Unternehmen
haben die Qual
der Wahl: Niederösterreich
baut für Ansiedlungen in
die Weite, Wien
in die Höhe
1
die Länder nicht gegeneinander
ausspielen. Unterschiedliche
Unternehmen treffen auch unterschiedliche Entscheidungen.“
Im Dezember wird die Stadt
Wien vier neue Kompetenzzentren eröffnen, um Betriebsgenehmigungen zu erleichtern, wie
Hirczi erklärt. Diese One-StopShop-Servicestellen werden im
Magistratischen Bezirksamt
untergebracht sein und sollen die
langen Behördenwege verkürzen.
Weiters verweist der Wirtschaftsagentur-Chef auch auf Betriebe,
die es nach Wien zieht: So übersiedelte zum Beispiel in diesem
Jahr Palmers von Wiener Neudorf
in den Ares Tower in Wien-Donaustadt. Palmers-Sprecherin
Gudrun Liska: „Wir haben bewusst nach einem Objekt in zentraler Lage gesucht. Das hat
Nachgefragt. „Das ist alles eine Wirtschaftsregion“
WirtschaftsBlatt: Produktionsintensive Betriebe wandern nach
Niederösterreich ab. Wie sehen
Sie diese Entwicklung?
Nikolaus Graf: Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat 2013
gesagt: Die Stadt brauche „rauchende Köpfe statt rauchender
Schornsteine“. Ich sehe technologieintensive Industrieunternehmen nicht im Widerspruch
zur Wissensökonomie. Der Produktionssektor kann auch Nachfrage nach wissensintensiven
Dienstleistungen (F&E, Marketing, Design) schaffen.
Wo liegen die Stärken und Schwä-
chen der beiden Regionen?
Wien und Niederösterreich
stehen nicht nur in Konkurrenz,
es ist eine Wirtschaftsregion.
Niederösterreich hat Flächenvorteile, die bei Produktionsbetrieben die Logistik vereinfachen.
Wien hat den Vorteil, ein urbanes
Zentrum mit hochqualifizierten
Dienstleistungen zu sein.
Was gehört verbessert?
In Wien gibt es das Problem,
dass die ansässige Bevölkerung
kein großes Interesse hat, dass
sich auf dem ohnehin engen
Raum Betriebe ansiedeln. Das ist
eine gegebene Restriktion, mit
Ecoaustria
der man leben muss. Dennoch
muss es in Wien Erleichterungen
in der Verwaltung geben. Genehmigungen dauern zu lange.
Macht Niederösterreich bei Ansiedlungen alles richtig?
Man sollte nicht nur die großen Unternehmen im Auge haben. Wien zeigt eine gute Gründungs- und Unternehmensdynamik bei kleineren Betrieben. Jedoch zeigt die Beschäftigungsentwicklung, dass es in Niederösterreich besser gelingt,
Arbeitsplätze zu schaffen. [clp]
Nikolaus Graf ist Wirtschaftsforscher bei EcoAustria
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
4|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
aufgrund der besseren Anbindung und umliegenden Peripherie
auch Vorteile für die Mitarbeiter.“
Der Weltkonzern Hoerbiger legt
seine Standorte Simmering und
Donaustadt zusammen und errichtet in der Seestadt Aspern
eine neue Zentrale für 45 Millionen €. Auf die Frage, ob es eine
Option gewesen sei, nach Niederösterreich zu gehen, antwortet
Vorstandsmitglied Johann Hipfl:
„In Niederösterreich sind die Leute gleich teuer wie in Wien.“ In
Summe sei für den Standort nicht
die Steuerfrage entscheidend,
sondern die Bildungsdebatte.
Aufs Tempo kommt es an
Die Standortagentur Ecoplus
agiert in Niederösterreich als
One-Stop-Shop. „Interessenten
bekommen eine Handynummer
und den Kontakt zu einer Betreuungsperson, die sich um die Ansiedlung kümmert“, erklärt Geschäftsführer Helmut Miernicki.
„Die Geschwindigkeit ist für Betriebe entscheidend.“ In wirt-
schaftlich angespannten Jahren
nehme die Mietnachfrage in Wirtschaftsparks zu. In den 17 Zentren
– Ecoplus betreibt acht eigene
Wirtschaftsparks und ist an neun
weiteren beteiligt – sind über
20.200 Mitarbeiter und rund 840
nationale und internationale Firmen aktiv.
Eine davon ist Matzka Rehatechnik. Der 30-Mitarbeiter-Betrieb vertreibt und wartet Medizinprodukte wie Rollstühle oder
Krankenbetten. Nach 30 Jahren in
Wien Währing mietete sich Matzka im Jänner im Industriezentrum
Wiener Neudorf ein. „Wir haben
in Wien bei der Wirtschaftsagentur angerufen und sind von Telefonhörer zu Telefonhörer weitergereicht worden. Das war mir zu
bürokratisch“, erklärt Geschäftsführer Walter Matzka. Franz
Brosch, Geschäftsführer von
Wanzl Österreich, schätzt an Niederösterreich wiederum, dass er
keine U-Bahn-Steuer mehr zahlt.
Der Einkaufswagenhersteller
übersiedelte von Wien nach Vö-
sendorf. Aufholbedarf sieht
Brosch in Niederösterreich beim
Ausbau von flächendeckenden
Glasfasernetzwerken: „Die elektronische Infrastruktur ist in Wien
besser.“
Schwindelfreies Personal
Ein attraktiver Anziehungspunkt
für Firmen ist die Wiener Außenring-Schnellstraße S1. Neben den
großzügigen Lagerflächen sei die
gute Verkehrsanbindung ein entscheidender Faktor für die Wahl
des Standorts gewesen, sagt Walter Schneeweiss, Geschäftsführer
der Schalungstechnik-Firma Doka, die Ende 2015 mit 70 Mitarbeitern von Wien Auhof ins niederösterreichische Stetten übersiedelt. In Autobahnnähe, nämlich in
Wolkersdorf, hat sich heuer auch
das Telekommunikationsunternehmen SPL Tele/Powerlines
Group mit 300 Mitarbeitern angesiedelt. Wien sei mit Sicherheit
der beste Standort für Konzerne
und Forschungsabteilungen, ist
Geschäftsführer Rudolf Schütz
überzeugt. Bei der riesigen Fläche, die sein Unternehmen benötigt, seien aber die Grundstückspreise in Wien zu hoch. Auch aus
Mitarbeitersicht profitiert das
Hightech-Unternehmen: „Wir
brauchen Monteure, die auf Masten steigen und die schwindelfrei
sind. Die Landbevölkerung ist dafür besser geeignet“, so Schütz.
Und der Unternehmer fügt hinzu:
„Auch wenn Produktionsbetriebe
abwandern, bestimmte Dienstleistungen wie Rechtsberatung oder
Wirtschaftsprüfung werden immer aus Wien zugekauft werden.“
Modernes K&K
„Es gibt einen ständigen Austausch“, sagt Ecoplus-Chef Helmut Miernicki, auf den Standortwettbewerb mit Wien angesprochen. Und fügt augenzwinkernd
hinzu: „In gewisser Weise ist es
K&K in moderner Form – Kooperation und Konkurrenz.“
Die Autoren des Artikels erreichen Sie
unter claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
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Nachgefragt. „Es wäre so, als
hätten wir Triest zurück“
WirtschaftsBlatt: Wie sehen Sie
den Standort-Wettbewerb zwischen Wien und Niederösterreich?
Walter Ruck: Produktion wandert immer stärker aus der Stadt
ab, weil unter anderem der
Wohnbau immer näher an die
Produktionsstätten heranwandert und Betriebsflächen umgewidmet werden. Dass außerdem
in einer Stadt der bürokratische
Aufwand höher ist als am flachen Land, ist auch erklärbar.
Das will ich auch niemandem
Peroutka π
Walter Ruck ist Präsident der
Wirtschaftskammer Wien
vorwerfen. Aber es zeigt, dass
wir in Wien noch Luft nach oben
haben. Letztlich haben wir bei
den Betriebsflächen nur noch
acht Prozent Reserven.
Wer macht den besseren Job? Die
Wirtschaftsagentur Wien oder
Ecoplus?
Ecoplus hat einen gewaltigen
Vorteil: Das ist die Fläche. Das
ist ein Wettbewerbsvorteil, mit
dem wir uns schwer tun. Wien
kann mit der zentralen Lage als
Hauptstadt punkten, wo alle
wichtigen Bundesbehörden sitzen.
Wie sieht Ihre Vision von Wien
in zehn Jahren aus?
Es sollte uns gelingen, die bei
Kosice stehende Breitspurbahn
nach Wien oder in den Süden
Wiens hereinzuholen. Das würde die zentrale Lage Wiens in
Europa unterstreichen. Dann
wäre das so, als hätten wir Triest
zurück.
[mpue]
wien@wirtschaftsblatt.at
6|
INTERVIEW
D
ie Dipl.-Ing. Wilhelm
Sedlak Gesellschaft
mbH ist eines der Wiener Traditionsunternehmen in der Baubranche. Ihr Chef
Wilhelm Sedlak hat einiges zu sagen: zur Branche, zu Gesetzen und
auch zu Wien.
WirtschaftsBlatt: In Wien tobt ein
Preiskampf am Bausektor. Wie gehen Sie damit um?
Wilhelm Sedlak: Den Preiskampf
gibt es tatsächlich. Wir versuchen
auszuweichen, indem wir in Nischen gehen. In diesen Nischen
sind wir dem harten Preiskampf
nicht unmittelbar ausgesetzt.
Welche Nischen sind das?
Das ist vor allem unser eigener
Bauträger. Wir kaufen Grundstücke, suchen uns Planer, bebauen
die Grundstücke und verkaufen
sie selber. Das machen wir bei
Sedlak vollkommen unabhängig,
es gibt keinen Makler, und wir
bleiben damit eigenständig. Ansonsten sind vor allem jene Märkte stark umkämpft, für die man
nicht viel Know-how braucht.
Diese Firmen, die nicht das beste
Personal haben, müssen sich dann
um die Aufträge raufen. Es ist für
uns nicht nachvollziehbar, wie
solche Firmen wirtschaftlich
überleben können. Es sei denn, es
wird etwas getan, was nicht in
Ordnung ist.
Was meinen Sie damit?
Trotz der bereits sehr strengen
Rechtsnormen wie dem Lohnund Sozialbetrug-Bekämpfungsgesetz, dem Gesetz zur Auftraggeberhaftung und dem Ausländerbeschäftigungsgesetz gibt es noch
immer Möglichkeiten, die Vorschriften zuungunsten des Staates, des Steuerzahlers und des fairen Wettbewerbs auszudehnen.
Teilweise werden Preise angeboten, die nicht nachvollziehbar
sind.
Haben Sie Vorschläge, wie dieser
Preiskampf verhindert werden
kann?
Zum Beispiel durch Änderungen beim Bundesvergabegesetz.
Hier könnte man wegkommen
vom Billigstbieterprinzip hin zum
Bestbieterprinzip. Das ist eine gute Idee und wird wahrscheinlich
auch passieren, allerdings muss
darauf geachtet werden, dass
auch Rahmenbedingungen vorhanden sind, die eine entspre-
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Foltin π
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
„Gebühren
werden laufend
stark erhöht“
Wilhelm Sedlak. Der Wiener Bauunternehmer im Interview über den Preiskampf in
seiner Branche – und wie man ihm entkommt, über Sinn und Unsinn von Rahmenbedingungen und die Gefahren durch Schwarzarbeit.
VON MARKUS PÜHRINGER
Teilweise
werden Preise
angeboten, die nicht
nachvollziehbar
sind
chende Durchführbarkeit sicherstellen.
Welche Rahmenbedingungen sollen das sein?
Es sollte Eignungs- und Zuschlagskriterien geben, die eindeutig sind und einheitlich bewertet werden. Damit muss gewährleistet sein, dass die Qualität der
Unternehmen für den jeweiligen
Auftrag berücksichtigt wird und
nicht willkürliche Kriterien verwendet werden. Man sollte also
einen Katalog von Kriterien finden, bei dem sich der Ausschreibende darauf verlassen kann, dass
das einem Einspruch standhält.
Der zweite wichtige Punkt ist,
dass es durch die Verlagerung
zum Bestbieterprinzip zu einer
Verteuerung kommt. Der öffentliche Auftraggeber wird aber kontrolliert. Die Frage wird also sein,
inwieweit sich der öffentliche
Auftraggeber traut, vom Billigstbieterprinzip abzugehen, um
einen Anbieter zu finden. Wenn
die Kontrollinstanzen nicht gebrieft sind, dann habe ich die Sorge, dass sich der öffentliche Auftraggeber nicht trauen wird, dem
Bestbieter den Auftrag zu erteilen.
Sind Sie involviert in die Ausformulierung des Gesetzes?
Ich bin in der Innung tätig und
weiß daher, dass eine Änderung
des Bundesvergabegesetzes in
Planung ist und in welche Richtung es gehen könnte – nämlich
weg vom Billigstbieterprinzip.
Sollte das Bestbieterprinzip im
nächsten BVerG nicht enthalten
sein, habe ich meine Bedenken, ob
es gegen die Problematik der
Schattenwirtschaft wirkt. Wir
wollen – bei steigender Arbeitslosigkeit – in Österreich zum
A r b e i t s m a rk t z u ge l a ss e n e
Arbeitskräfte beschäftigen, wobei
die Sozialabgaben immer in Österreich eingezahlt werden sollten. Wenn das Gesetz nicht gut
ausformuliert ist, fürchte ich, dass
dies ins Leere geht.
Sie sind als Unternehmen mehrfach ausgezeichnet worden. Was
haben Sie der Konkurrenz voraus?
Das Unternehmen hat eine Tradition von 70 Jahren. In dieser Zeit
haben wir auch schlechte Zeiten
mitgemacht, auch ich persönlich
habe solche Phasen erlebt. Wir
wissen heute, wie man mit solchen Situationen umgehen muss.
Wir kennen auch schlechte Zeiten, und das ist ein Erfahrungsschatz, den wir haben und der
sehr wichtig ist. Erfolg muss man
sich täglich neu erwirtschaften.
Wir haben Strukturen, wo wir den
Mitarbeiter in den Mittelpunkt
stellen. Daher haben wir ein gutes
Arbeitsklima, und die Leute, die
bei uns arbeiten, haben Freude.
Die Leute werden bei uns geachtet. Wir sind rasch entscheidungsfähig und optimieren laufend
unsere Prozesse. Einmal jährlich
besprechen wir die Herausforderungen im kommenden Jahr.
Speziell in Deutschland, aber auch
in Österreich, wird derzeit ein stärkerer Konjunktureinbruch befürch-
Wir wollen in
Österreich zum
Arbeitsmarkt zugelassene Arbeitskräfte beschäftigen
|7
tet. Machen Sie sich Sorgen bezüglich der Geschäftsentwicklung im
nächsten Jahr?
Wir haben das Glück, dass wir
personell sehr gut aufgestellt sind.
Wir haben sowohl ein starkes
Führungsteam als auch motivierte, gut ausgebildete Mitarbeiter.
Wenn die Konjunktur einbricht,
trifft dies den gesamten Wettbewerb. Mit einer starken Mannschaft, einem guten Ruf und unserer wirtschaftlichen Stärke bin ich
überzeugt, dass wir der Konkurrenz etwas voraus sein werden.
Diese Rahmenbedingungen ermöglichen es uns auch, leichter
qualifizierte, motivierte, neue Mitarbeiter zu bekommen.
Wie sieht die Auftragslage derzeit
bei Ihnen aus? Haben Sie volle Auftragsbücher?
Voll sind die Bücher in der Baubranche nie. Aber wir sind zufrieden. Wir merken aber auch, dass
die öffentliche Hand weniger
Geld hat und damit weniger Aufträge vergeben werden. Deshalb
machen wir auch mehr über unseren eigenen Bauträger. Die Situation ist für uns nicht beunruhigend. Jenen Baufirmen, die nur für
öffentliche Auftraggeber arbeiten,
geht es nicht so gut. Wir haben
viele private Aufträge, und damit
ist das Ausweichen leichter.
Wirtschaftskammer-Präsident
Christoph Leitl hat zur Konjunkturankurbelung empfohlen, die
Wohnbauförderung des Bundes
von 180 Millionen € zu verwenden.
Wäre das ein Weg, um für Schwung
im Bausektor zu sorgen?
Der Wohnbau ist sicher jener
Teil unseres Geschäfts, der
arbeitsintensiv ist und womit man
die Beschäftigung ankurbeln
kann. Das wäre ein vernünftiger
Weg. In Wien haben wir allerdings ein Problem mit der Wohnbauförderung. Die letzte Erhöhung der angemessenen Baukosten – im Rahmen der Förderung
– war 2007. In der Zwischenzeit
sind aber für uns Steigerungen
durch Lohn- und Materialerhöhungen von rund 20 Prozent entstanden. Das ist katastrophal. Der
Wohnbau wäre ein guter Weg.
Wie schaut die Umsatzerwartung
für 2014 aus?
Wir gehen 2014 von einer ähnlichen Umsatzentwicklung wie 2013
aus (Anm.: 92,3 Millionen €).
8|
INTERVIEW
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Foltin π
Sie haben sich in einem Interview dagegen ausgesprochen, dass
Unternehmen von Jahr zu Jahr
weiter wachsen müssen. Das widerspricht aber den Regeln des
Marktes. Was haben Sie damit gemeint?
Das sind Regeln, die zumindest
nicht fürs Bauwesen gelten sollten. Das Modell wird überall dort
funktionieren, wo man Fließbandarbeit macht. Je länger das Fließband ausgenutzt wird, umso günstiger sind die Stückkosten. Damit
ist der Umsatz erhöht, und das
Geschäft rentiert sich besser. Bei
uns ist es so, dass jedes Objekt ein
Unikat ist. Wir wissen bei der Kalkulation nicht, ob wir ein, zwei
oder fünf Prozent verdienen werden oder das Gleiche umgekehrt
verlieren. Die Kalkulation ist bei
uns eine Annahme, die wir so gut
wie möglich treffen. Aber ob sie
wirklich so eintrifft, ist von mehreren Faktoren abhängig: vom Investor, von der zeitlichen Abfolge
und von den Leuten, die wir zur
Verfügung haben.
Sind die bürokratischen Auflagen
in Wien für Bauunternehmen zu
hoch?
Die Bürokratie in Wien ist
wahrscheinlich nicht ärger als
überall anders. Bürokratieabbau
ist aber natürlich notwendig und
vernünftig. In Wien ärgert mich,
dass Lagerungsgebühren und an-
dere Gebühren laufend stark erhöht werden und wir als Bauunternehmer uns steigenden Kosten gegenübersehen. Wie erwähnt
wurden die Förderungssätze beim
Wohnbau seit sieben Jahren nicht
erhöht.
Wie hoch sind die Einbußen, die
die Bauwirtschaft durch die Schattenwirtschaft erleidet?
Eine neuere Studie kommt zu
der Erkenntnis, dass nur 0,5 Prozent der inländischen Unternehmen Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Sozialbetrug aufweisen. Bei ausländischen Unternehmen – und deren Subunternehmern – wurde der Wert mit 25
Prozent angegeben. Diese Unternehmen sind von den heimischen
Behörden kaum zu erfassen, geschweige denn zu bestrafen. Es
nutzt auch nichts, die Strafen
strenger zu machen. Die Verantwortlichen sind nicht erreichbar.
Der sogenannte Unternehmer hat
ein Handy und sonst nichts. Das
Gesetz bewirkt also in erster Linie, dass ordentlich arbeitende
Unternehmen ständig mit neuen
Vorschriften und Verpflichtungen
beschäftigt werden.
Was kann gegen die Situation getan werden?
Wir als Generalunternehmer
haben eine Auftraggeberhaftung.
Wenn wir einen Subunternehmer
beauftragen, dann muss ich in der
Haftungsfreistellungsliste nachschauen, ob diese Firma, die wir
beschäftigen wollen, aufscheint.
Tut sie das, leistet sie ihre Abgaben ordnungsgemäß. Wenn sie
nicht auf der Liste steht, dann
müssen wir als Generalunternehmer die Sozialabgaben an die Sozialversicherungsträger leisten.
Das hat sich gut bewährt. Ich plädiere dafür, auch die Auftraggeber
mit in die Haftung zu nehmen.
Das ist der Einzige, der wirklich
greifbar ist. Wenn ich den Auftraggeber mit in die Haftung nehme, dann habe ich auf jeden Fall
jemanden, der dafür geradestehen
muss.
Gibt es Ihrer Meinung nach zu viele Kontrollen?
Es gibt genug, ich bin dagegen,
sie noch weiter auszuweiten. Man
muss dazu sagen, dass derzeit in
Diskussion ist, das Lohn- und Sozialbetrug-Bekämpfungsgesetz zu
ergänzen. Bisher ging es um den
Kollektivvertragslohn, hinkünftig
soll auch überprüft werden, ob
Zuschläge und Überstunden bezahlt worden sind. Das ist ein Gesetz, das wieder nur die inländischen Firmen trifft, da von den
ausländischen Scheinfirmen keine Unterlagen vorhanden sind
und die Verantwortlichen, wie bereits erwähnt, nicht greifbar sind.
Es ist für den Bauherrn nach wie
vor attraktiv, sich solcher Scheinfirmen zu bedienen und Nutznießer des billigen Preises zu sein.
Kontrollen sind gut, und der Umfang sollte auch in diesem Ausmaß bleiben.
Stärkere Kontrollen sind also nicht
die Lösung?
Die Arbeiter werden ohnedies erwischt und möglicherweise abgeschoben. Aber am nächsten Tag
sind auf der nächsten Baustelle
wieder illegale Arbeiter. Die Leute, die daran verdienen, kriegt
man damit nicht. Die Hintermänner sind nicht greifbar.
Den Autor erreichen Sie unter
markus.puehringer@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
■ Wilhlem Sedlak leitet das Wiener Familienunternehmen in zweiter Generation. Das Gründungsjahr
des Bauunternehmens – 1945 – ist
auch Sedlaks Geburtsjahr. Die Muttergesellschaft, die Dipl.-Ing.
Wilhelm Sedlak GesellschaftmbH,
ist heute an zwölf Tochtergesellschaften beteiligt und beschäftigt
234 Mitarbeiter.
Sedlak baut in den Bereichen Wohnen, Industrie, Büro, Sanierung
und errichtet auch Sonderbauten
wie beispielsweise Reinraumlabore.
10 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
SCHMUCK
Frey Wille baut US-Geschäft aus
Mayr π
Der Emailleschmuck-Hersteller spürt das Ausbleiben russischer Kunden,
doch das florierende USGeschäft kompensiert den
Umsatzrückgang weitestgehend – auch wegen des
starken Dollars.
VON DORIS SCHUSTER
MARIAHILF. Für den Wiener
Schmuckhändler Frey Wille sind
die Russen die mit Abstand wichtigsten Kunden: Mehr als ein Drittel des Umsatzes kommt durch
russische Käufer. Und dies nicht
nur, weil die Frey Wille GmbH &
Co. KG mit Sitz in der Gumpendorferstraße bereits 19 Standorte
in Russland hat.
Da der in Wien hergestellte und
durchaus kostspielige Emailleschmuck bei Russen bereits sehr
bekannt sei, kauften sie weltweit
gerne in Frey-Wille-Shops ein,
„auch in unseren drei Geschäften
in Wien, und da spüren wir die
touristische Flaute von Russen sowie Ukrainern natürlich“, sagt Firmenchef Friedrich Wille. Dennoch könnte es gelingen, nach
einem Rückgang von fünf Prozent
im Vorjahr heuer zumindest einen
stabilen Umsatz zu erzielen.
„Wir haben die RusslandUkraine-Krise schon 2013 stark
JUNGUNTERNEHMER
PORTRÄT
Dimove
eröffnet erstes
Fitness-Center
Frey-Wille-Chef Friedrich Wille beschäftigt weltweit 650 Mitarbeiter, 120 davon in Wien
gespürt. Heuer wird das Ausbleiben von Russen teils durch
Amerikaner und Chinesen kompensiert“, so Wille.
Standort in Manhattan
Dabei helfe auch der starke Dollar.
Zudem sei es gelungen, in mehrere Fluglinien, darunter Lufthansa,
hineinzukommen und in New
York einen Top-Standort in der
Madison Avenue zu beziehen. Die
Miete dort liegt für rund 100 Quadratmeter zwar bei 104.000 US-$
monatlich. „Aber wir würden es
nicht machen, wenn es sich nicht
rechnet“, sagt Wille. Laut ihm florieren sowohl die beiden FreyWille-Standorte in New York als
auch jener in Los Angeles. Ein
vierter US-Standort ist in Miami
geplant.
Insgesamt betreibt das Unternehmen, das in den 50er-Jahren
von der Künstlerin Michaela Frey
gegründet und später von Friedrich Wille übernommen wurde,
107 Geschäfte. Es beschäftigt rund
650 Mitarbeiter weltweit, 120 davon in Wien, und setzte zuletzt 65
INNERE STADT. Der Kampfsporttrainer Dieter Molzer erfand 2013 das Fitnessgerät Dimove Wave Pro. Damit lassen
sich laut dem Unternehmer erstmals Koordination, Gleichgewicht, Ausdauer und Muskelkräftigung an einem einzigen Gerät trainieren. Im ersten Bezirk eröffnete Dimove im Mai das erste Fitness-Studio.
Dietmar Molzers
Für 2014 streben die Geschäftsführer MolGeschäftsidee hat
zer und Birgit Bruckner 34.000 € Umsatz
Hand und Fuß
an. Insgesamt sind in Österreich, Deutschland und der Schweiz 35 Geräte, hergestellt
in der Steiermark, im Einsatz. Neben FitnessStudios oder Rehabilitationszentren zählen auch Borussia
Dortmund oder Skifahrerin Lizz Görgl zu den Kunden. 2015
bringt Dimove zwei weitere Geräte auf den Markt. [clp]
Millionen € um. Die Expansion
am größten Markt Russland ist
durch die Krise keineswegs gestoppt. Unter anderem ist für 2015
ein neuer Standort in Sibirien geplant. Aber auch in Korea oder Japan könnte ein Shop hinzukommen. Wille: „Im globalen Marketing muss man in verschiedene
Richtungen gleichzeitig gehen –
auch um Flauten in einzelnen Regionen zu kompensieren.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter wien@wirtschaftsblatt.at
Dimowe
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 11
IT-BUSINESS
„Großer Aufholbedarf bei Cybersicherheit“
Beigestellt
DONAUSTADT. Das IT- und
KommunikationstechnologieUnternehmen Unisys Austria
GesmbH hat den Wechsel vom
Produktanbieter zum Dienstleister vollzogen: „Heute sind mehr
als zwei Drittel unseres Geschäfts
Dienstleistung und ein Drittel
Produktverkauf. Früher war das
genau umgekehrt“, erläutert Roman Biller, Geschäftsführer von
Unisys Austria, Tochter des USKonzerns, der jährlich rund 2,7
Milliarden € an Umsatz lukriert.
In Österreich, wo Unisys rund
150 Mitarbeiter beschäftigt, lag der
Umsatz im Vorjahr laut Firmenbuch bei 21,9 Millionen €, das EGT
war mit 1,53 Millionen € im Minus.
Durch den neuen Schwerpunkt,
weg von der Infrastruktur, hin zu
Applikationen und Geschäftsprozessen, hat sich auch das Wettbe-
werbsumfeld verändert, sagt Biller. Durch diesen Sprung in der
Wertschöpfungskette seien die direkten Mitbewerber die Kunden
selbst, beziehungsweise deren
Systemhäuser. „Als Unternehmen
sehe ich am ehesten das Beratungshaus Accenture als Mitbewerber. Jedoch nicht mehr ACP
oder Comparex.“
Branche „nervös“
Als kritisch beurteilt er die derzeitige Situation im Bereich Cybersicherheit. „Hier hat Österreich einen großen Aufholbedarf.“
Lägen die Ausgaben für Sicherheit
in der Schweiz um die 20 Prozent
liegen, so seien sie hierzulande
konstant im niedrigen einstelligen
Bereich. Einen Grund sieht der
Unisys-Geschäftsführer darin,
dass die Unternehmen ihre Kos-
Roman Biller, Geschäftsführer
von Unisys-Austria
ten für IT-Investitionen ständig
senken, was auch die Gesamtbranche „sehr nervös macht“.
Die stärkste Dynamik für
Unisys liege im Geschäftsfeld der
Beratungs- und Systemintegration. Darunter fällt unter anderem
die Integration von Social Networking in die interne Firmenkommunikation. So implementierte Unisys heuer für die Strabag
eine Social Networking-Lösung,
die den Wissensaustausch und die
Kommunikation innerhalb der
15.000 Mitarbeiter im Konzern
verbessern soll. „Die große Frage
für die Unternehmen ist heute,
wie kann ich aus dem Sozialkapital, sprich aus der Interaktion der
Menschen, Mehrwert generieren“, sagt Biller.
[sec]
wien@wirtschaftsblatt.at
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12 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
VIENNALE
Ein Festival nur für die Wiener
beigestellt
Die Besucherzahl der Viennale betrug im
Vorjahr 97.400.
Die Festivalleitung rechnet
heuer mit
einem leichten
Rückgang
International nennt sich das größte heimische Filmfestival, die Viennale. Die Strahlkraft über die Grenzen von
Wien hinaus ist allerdings enden wollend, Touristen
lockt die Veranstaltung nur wenige in die Stadt.
VON CHRISTIAN SEC
ANZEIGE
NEUBAU. Vom 23. Oktober bis 6.
November ist Wien Schauplatz
des größten internationalen
Filmfestivals Österreichs. Auch
wenn bei einem Kulturfestival
wie der Viennale die künstlerischen Beiträge im Vordergrund
stehen, so geht es auch hier nicht
ganz ohne den schnöden Mammon.
Das Gesamtbudget der Veranstaltung beträgt rund 2,8 Millionen €. Davon steuert die Stadt
Wien 1,5 Millionen € bei, der Bund
schießt 150.000 € zu. Der restliche
Betrag muss von den Veranstaltern frei finanziert werden. Die
Eigendeckung des Festivals beträgt 40 Prozent und setzt sich aus
Sponsorengeldern in Höhe von
520.000 € und den Einnahmen aus
Kartenverkauf, Katalogverkauf,
Akkreditierungsgebühren sowie
den Erträgen aus der Werbeleistung zusammen, die gesamt mit
650.000 € veranschlagt werden.
Aufgrund des Wegfalls des
Stadtkinos stehen dem Festivalpublikum heuer insgesamt 4000
Plätze weniger zur Verfügung. Daher rechnet Viennale-Direktor
Der Werbefokus
wird auf Wien und
das Umland gesetzt
PAOLO CALAMITA
MARKETINGLEITER
VIENNALE
Hans Hurch mit einem leichten
Rückgang der Besucherzahl, die
im Vorjahr 97.400 betrug.
Kaum Touristen
Obwohl die Viennale ein internationales Filmfestival ist, bleibt die
Zahl der Besucher aus dem Ausland oder auch aus den Bundesländern überschaubar. Eine Umfrage aus dem Jahr 2007 zeigte,
dass 90 Prozent des Festivalpublikums in Wien leben. „Diese Zahlen sind im Zeitablauf relativ konstant, so dass wir davon ausgehen
können, dass der Wert auch heute ähnlich aussehen wird“, meint
Paolo Calamita, Marketingleiter
der Viennale.
Entsprechend werde der Werbefokus auf die Bundeshauptstadt
gesetzt, erläutert Calamita. Aber
auch das Umland findet in den
Marketing-Überlegungen des Festivals Beachtung.
548 Nächtigungen
Nur wegen der Viennale kommen
fast ausschließlich Fachbesucher
nach Wien. „Das ist auch bei der
Berlinale so und gilt für die Viennale in noch größerem Ausmaß“,
so der Marketing-Chef. Heuer
werden rund 250 Gäste aus der
Branche, Presse und Film erwartet, wie das Büro der ViennaleGeschäftsführung mitteilt. Insgesamt werden die Fachbesucher
auf 548 Nächtigungen kommen
und somit einen kleinen Beitrag
zur Umwegrentabilität des Filmfestivals leisten.
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 13
WERBEBRANCHE
Ziicon kooperiert mit den ÖBB
Ziicon
PENZING. Am neu eröffneten
Wiener Hauptbahnhof betreibt
die Firma Ziicon, ein Spezialist für
interaktive Medientechnologie, 15
digitale Werbeflächen. „Mit den
Werbemonitoren können wir bezüglich des Blickfeldes 80 Prozent
des gesamten Bahnhofareals abdecken“, so Ziicon-Geschäftsführer Markus Kowalewski. Das Investitionsvolumen für den Ausbau
der technischen Infrastruktur am
Hauptbahnhof Wien lag bei einer
mittleren sechsstelligen Summe.
Das Flaggschiff ist dabei eine
knapp fünf mal drei Meter große
digitale Werbefläche in der Bahnhofshalle, die von zwei 3D-Kameras flankiert wird. Eine integrierte
Analysesoftware erlaubt dabei
eine exakte Frequenzmessung:
Neben einer Stunden-, Tages- und
Wochenfrequenz erhalten die
Werbekunden auch Informationen über die durchschnittliche
Verweildauer von Passanten.
Das Werbe-Tracking von anonymen Daten soll in einem weiteren Entwicklungsschritt ausgebaut werden: „Wir arbeiten an
einer anonymisierten Erfassung
von Kontaktzahlen, Blickdauer
und Mimik – also der Auswertung
von positiver oder negativer Reaktion – auf die Werbeinhalte“, erläutert Kowalewski.
Digitale Werbeflächen
Die digitalen Werbeflächen am
Hauptbahnhof sind dabei nur ein
Ausschnitt der Zusammenarbeit
zwischen Ziicon und den ÖBB.
Denn im Mai hat das Medientechnologieunternehmen gemeinsam
mit den ÖBB das Produkt Railscreen ins Leben gerufen, mit dem
Geschäftsführer von Ziicon:
Markus Kowalewski
Anspruch, digitale Werbeflächen
in den Gesamtkontext der bestehenden ÖBB-Werbewelt zu integrieren. Derzeit ist man damit
auf acht Bahnhöfen österreichweit aktiv. Ganz billig ist das Betreiben der Werbeflächen jedoch
nicht. Schon im nächsten Jahr stehen wieder Investitionen in der
Höhe von zwei Millionen € an, so
Kowalewski.
Aus den Railscreen-Werbeflächen bezieht das Unternehmen
mit 60 Prozent derzeit den Löwenanteil seines nicht bekannt
gegebenen Umsatzes. Der Rest
stammt aus interaktiven Kampagnen für Red Bull oder Rauch, wo
das Unternehmen seine Kernkompetenz in der Gestenerkennung verwerten kann.
[sec]
wien@wirtschaftsblatt.at
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14 |
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
NEU IM GESCHÄFT
HG WIEN
AgilDev Softwareentwicklung
Einzelunternehmen, Schulgasse
18, 1180 Wien, FN 423735s. Inh.:
Michael Hirst.
Coaching- und Trainingsakademie Mag. Knyrim-Mager Einzelunternehmen, Czartoryskigasse
159/19, 1170 Wien, FN 423127x.
Inh.: Mag. Miriam Knyrim-Mager.
KO-RE Technology & Safety Systems KG, Vorgartenstraße
118A/55, 1020 Wien, FN 422385f.
GS: Zekeriye Recper. Komm.: Ferman Koc.
agistra Management Service Einzelunternehmen, Gregorygasse
12/9/3, 1230 Wien, FN 423734p.
Inh.: Hans-Peter Mutzel.
CWH Constuction Gesellschaft
mbH, Gfrornergasse 6/6, 1060
Wien, FN 421405p. GF+GS: DI Balazs Halmos, DI Mattia Canali. GS:
DDI Simon Wild.
Mietheld OG, Nussdorfer Straße
46-48/1/6, 1090 Wien, FN
422025a. GS: Julius Leonard Richter, Richard Maria Raphael Eibl.
AitPro Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Grinzinger
Straße 63/1/2b, 1190 Wien, FN
422060b. GF+GS: Olena Prokofieva.
Ali Klara OG, Zentagasse 20/18,
1050 Wien, FN 423684s. GS: Klara
Ali, Abbas Muhammad, Mukhammad Dzhavid Radzhput.
Alpha Therm Einzelunternehmen, Kulmgasse 4/12, 1160 Wien,
FN 423688x. Inh.: Resul Ibraimi.
Amadeo Systems Gesellschaft
mbH, Sanddorngasse 3, 1220
Wien, FN 422987s. GF+GS: Ing. Michael Makivic.
ARP Fifteen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Wipplingerstraße 10, 1010 Wien, FN 423728f.
GF: Dr. Nikolaus Arnold. GS: ARNOLD Rechtsanwälte GmbH.
D & D Djurdjevic OG, Meiselstraße 28/10, 1150 Wien, FN 423870p.
GS: Dragan Djurdjevic, Dragana
Djurdjevic.
ECS Eurocargo Speditionsges.
m.b.H., Hietzinger Hauptstraße
72/1/3, 1130 Wien, FN 423744d.
GF+GS: Mag. Georg Leonhartsberger.
Frohner Beteiligungs GmbH, Dr.
Eduard Heinlgasse 12, 1190 Wien,
FN 423654x. GF+GS: Dkfm.Dr. Karl
Frohner.
Geta Stanciu KG, Wolfganggasse
31/3, 1120 Wien, FN 422639d. GS:
Geta Stanciu. Komm.: Slavica
Schwarz.
mrkt Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Berggasse
39/5, 1090 Wien, FN 423369b.
GF+GS: MMag. Michael Schuster,
Mag. Lucanus Polagnoli.
P&A Touristik Gesellschaft mbH,
Hernalser Gürtel 21/1, 1170 Wien,
FN 423053m. GF+GS: Philip Wernicke.
Pardeep Singh OG, Thalhaimergasse 45/13-14, 1160 Wien, FN
423871s. GS: Pardeep Singh, Satnam Singh Sandhu, Lakhvir Singh.
Philharmonia Musikproduktion
OG, Hans-Sachs-Gasse 4/10, 1180
Wien, FN 423576g. GS: Florian
Spies, Alexander Fischerauer.
Gül Taxibetriebs GmbH, Gerichtsgasse 13, 1210 Wien, FN 423666p.
GF+GS: Arife Gül.
Rota Etuis & Etalagen Einzelunternehmen, Wiedner Hauptstraße 73/1/8, 1040 Wien, FN
423853p. Inh.: Nikola Jovanovic.
Assekurisk Safety Management
GmbH, Wiegelestraße 2, 1230
Wien, FN 423774y. GF+GS: Johann
Leo Härting, Univ. Prof. Dr. Norbert Pateisky.
IPsoft Austria Gesellschaft mbH,
Schwarzenbergstraße 1-3/14a,
1010 Wien, FN 422351f. GF: Susanna Gemeiner. GS: IPsoft EU Holding B.V.
Sarjeet Singh Kleintransporte
KG, Brigittenauer Lände 58/24,
1200 Wien, FN 422474k. GS: Sarjeet Singh. Komm.: Parmjeet
Jhandi.
Augenblicklich LED Gesellschaft
mbH, Eslarngasse 1/Landstraßer
Hauptstraße 126, 1030 Wien, FN
423599s. GF+GS: Alexander Wolfinger.
Jabornegg & Palffy ZT-GmbH,
Wiedner Hauptstraße 17/2/5,
1040 Wien, FN 423475h. GF+GS:
DI Christian Jabornegg, Prof. DI
Andreas Palffy.
SA-Imperial-Reinigung Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Heiligenstädterstraße 166168/4/5, 1190 Wien, FN 423707z.
GF+GS: Igor Zulj.
scavis Solutions GmbH, Schönbrunner Straße 104/4, 1050 Wien,
FN 423530p. GF+GS: Ing. Alexander Vukovic, BSc.
Solobaum GmbH, Heiligenstädter
Straße 4/6/18, 1090 Wien, FN
423652v. GF+GS: David Solar.
Specure GmbH, Kaiserstraße 8,
1070 Wien, FN 423700p. GF: Mag.
Andreas Gaber, Jozef Svrcek. GS:
Martes GmbH. GS: alladin-IT
GmbH.
Trigonplan Planungs- und Beratungsgesellschaft für Landschaftsökologie und Technischen Umweltschutz GmbH,
Münchenstraße 14/11, 1120 Wien,
FN 423743b. GF+GS: DI Gerald
Benz, DI Susanne Draxler.
WNW Werbenetzwerker Einzelunternehmen, Dreyhausenstraße
40/29, 1140 Wien, FN 422858a.
Inh.: Alexander Lavicka.
Yigitbilek Handel KG, Simmeringer Hauptstraße 125/1, 1110
Wien, FN 423857w. GS: Ömer Yigitbilek. Komm.: Ülkü Yigitbilek.
108 bits Ltd. & Co. KG, Spitalgasse 1, 1090 Wien, FN 423104m.
Komm.: Nadeshda Pavlova Stürzebecher. GS: 108 BITS LTD, Frank
Stürzebecher, Mira Yordanova.
Dr. Dörflinger – Dr. Trappl Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin
OG, Wilhelmstraße 40-44, 1120
Wien, FN 423115d. GS: Dr. Erika
Trappl, Dr. Reinhard Dörflinger.
DWPemagazine GmbH, Lange
Gasse 30, 1080 Wien, FN 422516y.
GF+GS: DDr. Desiree Prosquill.
EBBC Beteiligungs- und VerwaltungsgmbH, Hederichgasse 19,
1100 Wien, FN 423839v. GF: Franz
Bayer. GS: Elisabeth Bayer, Mag.
Bernhard Bayer, DI Christian Bayer, Bibiana Bayer. Prok.: Mag.
Bernhard Bayer.
epex group Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Reisnerstraße 61, 1030 Wien, FN 423312v.
GF+GS: Elias Chisari.
Heinrich Schmid Holding Austria
GmbH, Praterstraße 62-64, c/o
TPA Horwath Wirtsch, 1020 Wien,
FN 423525g. GF: Rainer Harbaum.
GS: Schmid Vermögensverwaltung GmbH & Co KG.
LH Media Gesellschaft mbH,
Schottenfeldgasse 35, 1070 Wien,
FN 423342m. GF+GS: Mag. Stefan
Lang, Jürgen Haberfellner.
Taxi Maxi GmbH, Peitlgasse 6,
1210 Wien, FN 423624b. GF+GS:
Müjde Müldür.
Diana Ulbrikova Gastronomiebetriebs KG, Arndtstraße 13, 1120
Wien, FN 422891z. GS: Diana Ulbrikova. Komm.: Dusan Dima.
Art Projects Atelier Einzelunternehmen, Günthergasse 1/3, 1090
Wien, FN 422877d. Inh.: Anastasia
Korchak.
Lebenskraft OG, Schottenfeldgasse 85/1, 1070 Wien, FN 423672y.
GS: Annamaria Pal, Gabriella Julianna Banhidy.
BBCO-Best Business Cockpit Einzelunternehmen, Nachreihengasse 39/2, 1170 Wien, FN 423359m.
Inh.: Mag. Andrea Kovacic, MBA.
Royal Trust Realitätenvermittlungs- & -verwaltungsgesellschaft m.b.H., Hernalser Hauptstraße 189/1, 1170 Wien,
FN256776m. MV: Mag. Wolfgang
Herzer, 1010 Wien.
(K)
Taksport Handels GmbH, Edi-Finger-Straße 3/2/29, 1210 Wien,
FN237873p. MV: Dr. Johannes
Jaksch, 1030 Wien.
(K)
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
HG WIEN
DKS Express Ltd. & Co. KG, Stuwerstraße 8/17, 1020 Wien,
FN378549s. MV: Dr. Edmund Roehlich, 1030 Wien.
(K)
Gesto Feinkost-Handel- und Gastronomie GmbH, Kalvarienberggasse 51, 1170 Wien, FN261157f.
MV: Dr. Walter Kainz , 1040 Wien.
(SV)
Euro-Pool Techn. Dienstleistungs und Handels GmbH, Carl
Bergergasse 38/Top 3, 1230 Wien,
FN312720h. MV: Mag. Nikolaus
Vogt, 1080 Wien.
(K)
Harald Roßmann Elektrotechnik, Hahngasse 13/13, 1090 Wien,
Einzelfirma. MV: Dr. Annemarie
Kosesnik Wehrle, 1030 Wien. (K)
Emre Arslan, Deutschordenstraße 7-25/10/1, 1140 Wien, Einzelfirma. MV: Mag. Katharina Winkler,
1040 Wien.
(K)
Likova-Bau-GmbH, Hardtmuthgasse 88/3/10, 1100 Wien,
FN348761i. MV: Mag. Wolfgang
Winkler, 1030 Wien.
(K)
Michael Stefan Zielinski Optiker
whft.: 3426 Muckendorf-Wipfing, Simmeringer Platz 1, 1110
Wien, Einzelfirma. MV: Dr. Erwin
Senoner, 1060 Wien.
(SVE)
Milovanovic Abbruch und Sanierung KG, Hainburgerstraße 54/2,
1030 Wien, FN358006f. MV: Mag.
Martin Kirnbauer, 1010 Wien. (K)
Fabu
RenovierungsgmbH,
Herbststraße 15/1/14, 1160 Wien,
FN330087y. MV: Mag. Bernhard
Konecny, 1040 Wien.
(K)
Peter Neumahr, Blumengasse 31,
1170 Wien, Einzelfirma. MV: Dr.jur.
Karl Schirl, 1010 Wien.
(K)
Xtron Immo GmbH, Anastasius
Grüngasse 17/1/14, 1180 Wien,
FN362760x. MV: Mag. Georg Hampel, 1020 Wien.
(K)
Medeo GesmbH, Lerchenfelderstraße 76/I/1, 1070 Wien,
FN239384k. MV: Mag. Clemens
Richter, 1030 Wien.
(K)
Ballsaal Gastronomie und Handels GmbH, Untere Viaduktgasse
45, 1030 Wien, FN389466w. MV:
Dr. Susi Pariasek, 1010 Wien. (K)
Thomas Pichler Gastgewerbe,
Maria Kuhngasse 6/3, 1100 Wien,
Einzelfirma. MV: Dr. Eva Wexberg,
1040 Wien.
(K)
Purple Haze GmbH, Theodor-Kramer-Straße 10/2/32, 1220 Wien,
FN334713a. MV: Dr. Martina Simlinger Haas, 1030 Wien.
(K)
Borko Stankovic 1120 Wien, Zeleborgasse 4, Fendigasse 3/11, 1050
Wien, Einzelfirma. MV: Mag. Hans
Pircher, 1010 Wien.
(K)
Bukovszki GmbH, Pappenheimgasse 58/13, 1200 Wien,
FN351444f. MV: Mag. Wolfgang
Herzer, 1010 Wien.
(K)
Agim Breiter, Neulerchenfelderstraße 10/1/6, 1160 Wien, Einzelfirma. MV: Dr. Alexander Schoeller, 1010 Wien.
(SV)
Delivery Line Group Geselschaft
mbH, Wiesingerstraße 8, 1010
Wien, FN400493k. MV: MMag. Dr.
Christian Hahn- Gergely, 1030
Wien.
(K)
Willi Steigerwald selbständig erwerbstätig Fliesenleger, Alserstraße 39/20, 1080 Wien, Einzelfirma. MV: Mag. Michael Ludwig
Lang, 1010 Wien.
(K)
EK Clean Gebäudereinigungsmanagement Gesellschaft mbH,
Custozzagasse 2, 1030 Wien,
FN354037v. MV: Mag. Clemens
Richter, 1030 Wien.
(K)
Gordana Tasic Einzelunternehmerin BO: 1200 Wien, Brigittenauer Lände 134-136/4, 1200
Wien, Einzelfirma. MV: Dr. Johannes Müller, 1030 Wien.
(SVE)
Zivka Leoni Güterbeförderung
im Straßenverkehr, Sechshauserstraße 11/2/37-38, 1150 Wien, Einzelfirma. MV: Dr. Romana Weber
Wilfert, 2340 Mödling.
(K)
ALW Autologistik GmbH vorm:
ABW Autotransport GmbH vorm:
9020 Klagenfurt, Großenzersdorfer Straße 88a, 1220 Wien,
FN257764s. MV: Mag. Katharina
Winkler, 1040 Wien.
(SV)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 15
ÜBERBLICK
Wien
in Zahlen
-9263€
EINKOMMEN
Ganzjährig vollzeitbeschäftige
Wienerinnen verdienen im
Schnitt um 18,4 Prozent weniger
als männliche Kollegen. Das sind
rund 9263 €. Aufs Jahr umgelegt,
arbeiten sie 92 Tage unbezahlt.
Der statistische Equal Pay Day
war heuer am 01. Oktober 2014.
Im Österreichschnitt war der
Einkommensunterschied in Wien
am geringsten.
+15%
PREISSTEIGERUNG
In Wien sind die Preise für Eigentumswohnungen laut Immobilien.net schon 2013 am Plafond
angelangt. Im 1. Halbjahr 2014
haben daher „Nachzügler“ wie
Simmering, Favoriten, Donaustadt, Floridsdorf und Rudolfsheim-Fünfhaus zugelegt und
verzeichneten Preissteigerungen
zwischen drei und fünfzehn Prozent pro Quadratmeter.
In der Bundeshauptstadt sind im 1. Halbjahr die Preise
für Eigentumswohnungen auch in weniger attraktiven
Lagen gestiegen. Der Einkommensnachteil von Frauen
ist in der Bundeshauptstadt am geringsten.
-1,2%
+9,2%
2 Mrd. €
NEUZULASSUNGEN
Im September 2014 ist in Wien die Zahl an
neu zugelassenen Pkw im Vergleich zur
Vorjahresperiode laut Statistik Austria um
1,2 Prozent auf 51.330 Fahrzeuge gesunken. Österreichweit betrug das Minus 4,3
Prozent. Insgesamt wurden im September
237.363 Fahrzeuge angemeldet.
BUNDESZUSCHUSS
NÄCHTIGUNGS-UMSATZ
Zwischen Jänner und Oktober 2014 erhielt
die Stadt Wien vom Bund Vorschüsse auf
Ertragsanteile von rund zwei Milliarden €.
Wie eine Kommunalnet-Erhebung ergab,
bedeutet dies eine Steigerung von sechs
Prozent zur Vorjahresperiode. Im Oktober
betrug das Plus nur 3,7 Prozent.
Wien verbuchte im September 2014 rund
1,3 Millionen Nächtigungen. Das ist ein
Plus von 5,3 Prozent zum Vorjahreswert.
Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener
Hotellerie stieg in den ersten acht Monaten um 9,2 Prozent auf 403 Mio. €. Zuwachs gab es bei Gästen aus den USA .
TRENDS
Landwirtschaftliche Produktion
Insolvenzen 1.-3. Quartal 2014
Passiva (in Mio. EUR)
456
401
Wert zu Herstellungspreisen im Jahr 2013 (in Mio. €)
2354
NÖ
1681
OÖ
Gesamt: 7,08 Mrd. €
1292
ST
Anteile an  Pflanzliche
414
399
374
310
149
B
K
T
S
V
 Tierische Erzeugung  Anderes
102
W
W
ST
Gesamt: 2,00 Mrd. €
250
OÖ
198
K
142
B
Fälle (absolut)
715
Quelle: Statistik Austria
NÖ
315
429
98
98
45
S
T
V
Gesamt: 2455
379
306
152
113
141
146
Quelle: RE/MAX AustriaWirtschaftsBlatt
74
Grafik/Cmund
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Planen Sie in
der kommenden
Wintersaison einen
Skiurlaub?
5
66
Ja
Weiß noch nicht
Nein
Wien hätte genug Flächen
für rauchende Schornsteine
A
29
%
Diskutieren Sie mit:
wien@wirtschaftsblatt.at
29%
5%
66%
Ergebnis: Von 454 Lesern
planen 29 Prozent einen Skiurlaub. 66 Prozent legen
keinen Wert auf Pistengaudi.
IMPRESSUM
Medieneigentümer, Herausgeber und
Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH,
Anschrift: Hainburger Straße 33,
1030 Wien, Telefon: 01/60 117-0
Redaktion: DW 305, Fax 259
Vorsitzender der Geschäftsführung:
Dr. Rudolf Schwarz
Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger
Chefredakteure: Eva Komarek,
Gerhard Hofer
Redaktionsleitung Regionalausgaben:
Markus Stingl, DW 164,
regional@wirtschaftsblatt.at
Geschäftsleitung Werbemarkt:
Romana Stelzl, DW 281,
anzeigen@wirtschaftsblatt.at
Produktionsleitung: Ing. Matthias Netopilek
Marketingleitung: Brigitte Galley
Vertriebsleitung: Regina Giller
Abonnements:
regional-leser@wirtschaftsblatt.at
Regionale Ansprechpartner in Wien:
Redaktion: wien@wirtschaftsblatt.at
Verkauf: Romana Stelzl 0676/87 1970 281,
regionalverkauf.wien@wirtschaftsblatt.at
Offenlegung gem. § 25 MedienG. http://
www.wirtschaftsblatt.at/impressum
Hersteller: Druck Carinthia GmbH & Co KG
Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz,
sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
llein im heurigen Jahr kündigten Schwedenbomben-Hersteller Niemetz, Einkaufswagen-Produzent Wanzl, SPL-Tele, SHT Haustechnik, Matzka Rehatechnik oder Doka eine
Standort-Verlagerung nach Niederösterreich an. Weder die Wirtschaftsagentur Wien noch ihr niederösterreichisches Pendant Ecoplus wollen von einem Standortwettbewerb sprechen: „Wir sind
eine gemeinsame Wirtschaftsregion“, heißt es. Eine gemeinsame
Wirtschaftsregion, in der bei Ansiedlungen höchst unterschiedlich
vorgegangen wird. Während in Wien herbergsuchende Unternehmer über das Fehlen von Ansprechpartnern, lange Behördenwege
und teure Grundstücke klagen, scheint Niederösterreich vorbildlich
zu agieren: Interessenten bekommen eine Handynummer und eine
Betreuungsperson genannt, die sich um die Ansiedlung kümmert.
Behörden sind dazu angehalten, Bewilligungsverfahren rasch
durchzuziehen. Und Fläche gibt es genügend zu leistbaren Preisen.
Z
umindest was die Fläche angeht, möchte man meinen, trifft
die Stadt keine Schuld, da diese nur beschränkt verfügbar
ist. Tatsächlich gibt es aber in Floridsdorf, Simmering oder
Donaustadt genug freie Quadratmeter und bis zu 40 Prozent Leerstandsrate in Gewerbegebieten. Dass dort keine Bewegung hineinkommt, liegt am fehlenden Flächenmanagement und jenseitigen
Preisvorstellungen der Eigentümer. Sie spekulieren auf eine Umwidmung, um lukrativere Wohnanlagen errichten oder Handelsbetriebe ansiedeln zu können. Das blockiert das Spiel. Hinzu kommt,
dass der Wohnbau immer näher an Industriegebiete rückt, was
Konfliktpotenzial birgt. Was ist zu tun? Zunächst müssten die zuständigen Akteure der Stadt Flächenwidmungen, die vor Jahrzehnten entstanden sind, neu evaluieren: Welchen Bedarf haben die Betriebe? Was ist als Wohngebiet, was als Mischgebiet geeignet? Es braucht einen Plan, wie Firmen in Geister-Gewerbegebiete mit 60er-Flair gebracht werden können. Quartiersmanagement nennt sich
das bei einem Vorzeigeprojekt in Liesing. Wer
in Wien neben innovativen Forschungsstätten
und qualifizierten Arbeitskräften auch passende
Flächen und Betreuung findet, wird AbwandeCLAUDIA PEINTNER
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 17
ZITAT
Der Austrian Style ist sowohl auf dem Heimatmarkt
als auch in zahlreichen Exportmärkten sehr begehrt
beigestellt
WOLFGANG SIMA
Berufsgruppenvorsitzender Bekleidungsindustrie
AUSGEZEICHNET
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Markus Stingl [mast] Leitet
das Regionalressort im WirtschaftsBlatt. Berichtet über
relevante Themen für KMU.
Markus Pühringer [mapue]
Berichtet über relevante
Themen für Betriebe in Wien
und Niederösterreich.
Claudia Peintner [clp] Die
Journalistin schreibt über
Unternehmen und wirtschaftliche Themen in Wien.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
wien@wirtschaftsblatt.at
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
Michael Vorauer [vorm]
Beobachtet die Unternehmenslandschaft und berichtet mit
Schwerpunkt Wien.
Christian Sec [sec] Berichtet
über kleine und mittelständische Betriebe in Wien und
Niederösterreich.
Christoph Pridun [chp] Berichtet über wirtschaftliche Events
und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
michael.vorauer@wirtschaftsblatt.at
regional@wirtschaftsblatt.at
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
Martina Madner [mad] Die
Arbeitsmarktexpertin
schreibt über Bildung,
Karriere und KMU.
Wolfgang Drucker [drw]
Der WirtschaftsBlatt-Redakteur
berichtet über IT-Themen und
Unternehmen.
ANZEIGENKONTAKT
Romana Stelzl ist Ihre
Ansprechpartnerin in Wien.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
romana.stelzl@wirtschaftsblatt.at,
Tel.: 0676/871 970 281
REDAKTION wien@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0 DW 305, Fax 259
18 |
FINANZEN
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FINANZEN
| 19
GELDANLAGE
Mit alternativen Investments das Portfolio erweitern
Bloomberg (3)
Alternative Investments
können vieles sein – von
Hedgefonds übers Zinshaus bis hin zum Kunstwerk an der Wand, dem
Auto in der Garage oder
der Uhr am Handgelenk.
HINTERGRUND
VON ROSA KUPPKE
D
ie Grenzziehung ist
nicht immer eindeutig: Was ist ein
alternatives Investment, was ein
herkömmliches?
„Grob gesprochen ist ein alternatives Investment eine Veranlagung, die nicht in den Bereich Aktien oder Anleihen oder dementsprechende Fonds fällt“, erläutert
Martin Greil, Generalsekretär Alternative Investment Fonds Manager (AIFM) Federation Austria.
Alternative Investments sollten
laut Greil „für eine höhere Diversifikation im Portfolio sorgen“ –
im Idealfall sollte also die Entwicklung der alternativen Anlage
mit den Entwicklungen des Mainstream-Marktes nichts zu tun haben, nicht korrelieren.
Abseits der Kapitalmärkte
Wer sich ganz abseits der herkömmlichen Kapitalmärkte bewegen will, der kann in Autos, Uhren, Wein, Kunstwerke, Diamanten oder Briefmarken investieren.
Die britische Privatbank Coutts,
ein Tochterunternehmen der
Royal Bank of Scotland, hat einen
Index mit „Passion Assets“ – frei
übersetzt mit „Liebhaber-Werte“
– entwickelt und berechnet. Im
„Objects of Desire“-Index enthal-
■ Die Definition von alternativen
Investments ist nicht immer ganz
eindeutig und trennscharf. Generell wird davon gesprochen, dass
es Anlagen abseits von Anleihen
und Aktien und klassischen Investmentfonds sind. Darunter fallen etwa Immobilien, Rohstoffe
oder Luxusgüter. Bei Immobilien
ist in erster Linie der Erwerb von
Häusern, Liegenschaften, Feriendomizilen gemeint, es kann sich
aber auch um Fonds handeln, die
im Rahmen des Managements Immobilien physisch erwerben.
Alternative Anlageformen können
auch wertvolle Uhren, Kunstwerke,
Spitzenweine, Schmuck oder Diamanten sein. Bei der britischen
Privatbank Coutts werden im sogenannten „Objects of Desire“-Index auch Briefmarken, Classical
Cars oder seltene wertvolle Musikinstrumente als Anlageobjekte
angeführt.
Dist blub volla con unt utatvolla
sinveligni unt utat a dist paruptam quia con earuptat
ten sind beispielsweise Kunstgegenstände wie alte Meister, chinesische Kunst oder Skulpturen.
Unter der Rubrik „Collectibles“
werden Classical Cars, Münzen,
Briefmarken, Wein oder seltene
Musikinstrumente aufgeführt.
Ebenfalls enthalten sind Juwelen
und Uhren sowie Immobilien. Seit
der Index im Jahr 2005 entwickelt
wurde, ist er um mehr als 77 Prozent gestiegen. Die Kategorie
„Classical Cars“ legte gar um
mehr als 250 Prozent zu, „Classical Watches“ verbuchte ein Plus
von über 170 Prozent und auch Feriendomizile sind im Wert gestiegen.
Aber es muss nicht gleich eine
ganze Karibikinsel sein. Im Prinzip ist auch eine Eigentumswohnung ein alternatives Investment,
MARTIN GREIL
mente und Strategien verwenden,
die für Außenstehende oft schwer
zu verstehen sind oder die gar
nicht erst preisgegeben werden.
Wem bei Worten wie Derivate,
Swaps, Futures oder Hebelfinanzierung mit Fremdkapital ein
Schauer über den Rücken läuft,
der ist definitiv kein potenzieller
Kunde.
GENERALSEKRETÄR
AIFM AUSTRIA
Klassiker Hedgefonds
Alternative Investments sorgen für höhere Diversifikation
ebenso wie der Kauf eines Waldes
oder eines Infrastruktur- oder
Schiffsfonds.
Die bekannteste Art von alternativen Investments sind Hedgefonds. Hedgefonds sind Fonds, bei
denen die Fondsmanager Instru-
Zwei Merkmale sind es für Christian Süttinger, Alternative Investments Dachfondsmanager bei der
Erste-Sparinvest, die alternative
Investments kennzeichnen. „Ein
klassischer Investmentfonds kauft
Anleihen oder Aktien in der Erwartung, dass sie steigen. Ein
Hedgefonds kann – je nach Ausrichtung – von steigenden und
Feine Weine. Lieber länger lagern als profitlos trinken
Wein kann man trinken, natürlich. Wer seinen Durst im Zaum
hält, kann aber auch auf Wertsteigerungen der edlen Tropfen spekulieren. International begehrt
sind französische Weine, und
hier in erster Linie der Bordeaux.
„Die Nachfrage nach Bordeaux
nimmt zu, vor allem in China und
Hongkong werden die Weine immer beliebter“, sagt Robin Khanna, Geschäftsführer von Bordeaux Traders in Wien. „Das Angebot an Bordeaux ist begrenzt,
weil die Weinbauern in Frankreich per Gesetz nur eine bestimmte Menge produzieren dürfen.“ Da die eine oder andere Fla-
sche auch ausgetrunken wird,
verknappt sich das Angebot weiter. Dennoch wurden zuletzt
nicht mehr die Rekordpreise wie
noch vor zwei, drei Jahren für die
großen Bordeaux-Weine bezahlt.
Wer in Wein investieren möchte, kann in internationale WeinFonds veranlagen oder sich ein
individuelles Portfolio zusammenstellen lassen, wie es bei
Bordeaux Traders angeboten
wird. Allerdings sollte man das
nötige Kleingeld dafür haben.
Bei Bordeaux Traders kann ab
10.000 € investiert werden. Die
Voraussetzung: „Die FMA hat
uns vorgeschrieben, dass unsere
Investieren in Wein – mit Fonds
oder flaschenweise im Depot
Investoren ein Vermögen von
100.000 € vorweisen müssen“,
sagt Khanna.
Wird dann der Wein für die
Kunden gekauft, landet dieser in
einem Weinlager. Der Investor
erhält ein Eigentumszertifikat.
Wird der Wein später mit entsprechendem Gewinn verkauft,
erhält Bordeaux Traders 20 Prozent des Profits. Die Gewinne, die
der Investor macht, sind steuerfrei. Einzig, wer sich ein Fläschchen behält, um es selbst zu trinken, muss dafür dann Mehrwertsteuer zahlen.
[roku]
regional@wirtschaftsblatt.at
20 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FINANZEN
Ein alternatives Investment ist
Heute bekommen Sie für eine
eine Veranlagung, die nicht in den Unze Gold 300 Laib Brot. Das
Bereich Aktien oder Anleihen oder war bereits zur Zeit Christi so
dementsprechende Fonds fällt
Die Nachfrage nach Bordeaux
nimmt zu, vor allem in China und
Hongkong werden die Weine
immer beliebter
MARTIN GREIL
HARALD HOLZER
ROBIN KHANNA
GENERALSEKRETÄR AIFM AUSTRIA
CIO KATHREIN PRIVATBANK
GESCHÄFTSFÜHRER VON BORDEAUX TRADERS WIEN
fallenden Kursen profitieren.“
Auf der anderen Seite zeichnen
Hedgefonds die Relativität aus.
„Ein Hedgefondsmanager muss
keine explizite Meinung zu einzelnen Aktien haben, er kann aber
der Meinung sein, dass US-Aktien
besser sind als europäische Aktien, und diese Meinung als Strategie in seinem Fonds umsetzen.“
Was alternative Investments in
der Regel eint, sind geringere Regulierung und geringere Liquidität. Wer kauft sich schließlich
schon täglich eine Karibikinsel?
Kunstmarkt. Wissen gibt Sicherheit
Beigestellt (3), Bloomberg
Nicht alles auf ein Pferd
Ungebremst in den Himmel wachsen die Erträge von alternativen
Investments freilich auch nicht.
Von den Höchstständen haben
sich beispielsweise Gold, Diamanten, Platin oder auch die Preise
feiner Weine zuletzt entfernt. Entsprechend gilt auch hier der alte
Investment-Leitspruch: Nicht
alles auf ein Pferd setzen.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
Kunstwerke sind eine
spannende Wertanlage
Es soll ja vorkommen, dass am
Dachboden ein Bild auftaucht,
das sich als echtes Kunstwerk erweist und Geldsorgen Geschichte werden lässt. Wer nicht mit
Überraschungen spekuliert, sondern mit Kunst (viel) Geld verdienen will, sollte vor allem eines
sein: informiert. „Je besser Käufer informiert sind, umso besser“, sagt Patricia Palffy, Expertin
für moderne und zeitgenössische
Kunst im Dorotheum in Wien.
Palffy: „Auf Messen und Ausstellungen können Interessierte
Wissen sammeln.“ Palffy rät,
Kunstzeitschriften zu studieren
und Fachleute zu treffen. „Auch
fachliche Beratung beim Kauf
macht Sinn“, sagt sie.
Kunst kann vieles sein: Gemälde, Teppiche, alte Musikinstrumente oder Stammeskunst. Was
beliebt ist? „Derzeit historisches
Silber, Münzen und das breite
Feld der modernen und zeitge-
nössischen Kunst“, erklärt Palffy.
Im Dorotheum verkaufen sich
auch avantgardistische Werke
aus Italien der 1960er-Jahre gut.
Kunst steigt allerdings nicht
automatisch im Wert, auch der
Kunstmarkt und die einzelnen
Sammelgebiete sind Wertschwankungen ausgesetzt. Und
wenn sich Geschmäcker ändern,
sind die angesagten Künstler von
heute morgen möglicherweise
schon Ladenhüter. „Es gibt aber
viele Werke, die zumindest ihren
Wert nicht verlieren“, sagt Palffy.
Ab 1000 € kann man etwa moderne oder historische Grafik
kaufen. Experten raten, nur
Kunst zu kaufen, die einem auch
selbst gefällt. Sollte aus der erhofften Wertsteigerung nichts
werden, so bleibt einem wenigstens die Freude beim Betrachten
und Besitzen.
[roku]
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LIV-EX100FINEWINEINDEX
PLATIN FUTURE
DIAMANTENPREISINDEX
GOLD SPOT
380
1500
11000
2000
1400
9500
US-$ je Feinunze
US-$ je Karat
280
1300
1500
8000
US-$ je Feinunze
180
31.10.09
1.4.12
31.8.14
1200
29.10.13
1.5.14
29.10.
6500
2.11.09
1.5.12
20.10.14
1000
smallCharts for Bloomberg
Kurskorrektur: Von den Höchstständen der vergangenen Monate und Jahre haben sich die Indizes entfernt
29.10.09
1.5.12
29.10.14
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KONJUNKTUR
| 21
UMFRAGE
Die Zukunft bringt ...
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager um ihre Einschätzung der Wirtschaftslage. Dieses regionale
Konjunkturbarometer bietet einen unmittelbaren Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
ANDREAS
HEINDL
GESCHÄFTSFÜHRER
WALTER HEINDL
GESMBH
FRANZ
SATTELECKER
GESCHÄFTSFÜHRER
SCHLOSS
SCHÖNBRUNN
MARCUS
WEIXEL–
BERGER
GESCHÄFTS–
FÜHRER GEKKO
IT-SOLUTIONS
OLAF PETER
POENISCH
GESCHÄFTSFÜHRER
SANTANDER
CONSUMER BANK
PETER
OSTENDORF
VORSTAND
ANKERBROT AG
FRANZ J.
KOLOSTORI
GESCHÄFTS–
FÜHRER
EYEPIN
VIKTOR
WAGNER
GF REIWAG
FACILITY
SERVICES
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
l Unverändert stagnierend,
da keinerlei Impulse seitens
der Politik zu bemerken sind.
Unverändert positiv; speziell wegen der Kooperation
mit Fairtrade.
Ja, IT-Mitarbeiter zur Unterstützung des Produktionsteams und Lagermitarbeiter
mit Logistikerfahrung.
t Die Wirtschaftsprognosen
zeigen nach unten, die Börsen
schwächeln, nur der Tourismus entwickelt sich positiv.
s Wir erwarten ein besseres
Ergebnis als im Vorjahr. Gegenüber dem Sommer sehen wir
eine leichte Abschwächung.
Für das starke Weihnachtsgeschäft sind wir bereits voll
besetzt.
Die Konjunkturentwicklung
bleibt stabil, aber die Erholung verzögert sich weiter.
Mit verstärkter Mitarbeiterzahl und erweiterter Bürofläche
setzen wir unseren Wachstumskurs fort.
Wir suchen IT-Persönlichkeiten für den Helpdesk und
Vertriebsinnendienst:
www.gekko.at
s Wir blicken positiv in die
Zukunft und rechnen mit
einer positiven Konjunkturentwicklung.
s Dank des sehr gut laufenden
Gebrauchtwagengeschäfts
rechnen wir mit einer positiven
Geschäftsentwicklung.
s Ja, u.a. Finanzierungsexperte, Kundenberater, Telefonisches Mahnwesen:
www.santanderconsumer.at
t Aus meiner Sicht trübt sich
die Konjunktur ein, nicht zuletzt durch die politischen Unsicherheiten bedingt.
s Erfahrungsgemäß verläuft
das vierte Quartal immer
stärker als das dritte.
s Wir suchen Fachkräfte in den
Filialen und in der Produktion:
www.ankerbrot.at/karriere
Unsere dynamische Branche
wird sich gut entwickeln und in
den nächsten Monaten ein stabiles Wachstum verzeichnen.
Die Wintermonate sind traditionell stark, viele Projekte
müssen vor Jahreswechsel abgeschlossen werden.
Ja, im Bereich Kundenbetreuung und in der Programmierung wollen wir uns weiterhin vergrößern.
l Die Konjunktur könnte besser sein, es fehlen wirtschaftliche Anreize wie Durchforstung des Förderungssystems.
Die Reiwag erhielt und erhält
neue attraktive Aufträge in
Österreich, Tschechien und
Kroatien
Ja, wir suchen Techniker.
Foltinπ, beigestellt (2), Peter Stöbich, Matern, eyepin, Viktor 765
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BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 23
Fotoproduction Leo Hims
SKIFAHREN & CO
Wintertourismus
im Zeichen des
Nachwuchses
Niederösterreichs Skigebiete positionieren sich verstärkt als Familiendestinationen.
Im Burgenland punkten Thermen mit Fokus auf Kinder und in Wien Aspern entsteht
eine Kunststoffpiste für den Skinachwuchs.
VON MARKUS PÜHRINGER
D
ie Kinder sollen es
richten. Im Skigebiet St. Corona am
Wechsel ist das die
neue Strategie.
Nachdem der Liftbetreiber im vergangenen Winter
den Skibetrieb aus Kostengründen einstellen musste, soll nun ein
neues Konzept für den erhofften
Aufschwung sorgen.
Für 2,5 Millionen € wurde in St.
Corona ein Kindersportland mit
Förderband und Beschneiungssowie Flutlichtanlage errichtet.
Für die Sommersaison wurden ein
Motorikpark und eine neue Sommerrodelbahn gebaut. Die Ausrichtung ist klar: Familien mit Kindern sollen wieder für Umsatz
sorgen. Geschäftsführer Gerald
Gabauer ist überzeugt, auf dem
richtigen Weg zu sein: „Unser Angebot ist ganzjährig, wir wollen
nun auch im Sommer mehr Gäste
als bisher anlocken.“ Für heuer
rechnet Gabauer erstmals seit Jahren wieder mit einem Umsatzplus.
St. Corona steht exemplarisch
für die Herausforderungen, vor
denen die niederösterreichischen
Skigebiete stehen. Winterurlauber
verlangen von ihren Urlaubsdestinationen laut Wirtschaftskammer vor allem zwei Dinge:
Schneesicherheit und Pistenkilometer. Beides ist in Niederösterreich mit seinen 28 Skigebieten
und 250 Pistenkilometern nur bedingt der Fall. Deshalb setzen die
Liftbetreiber nicht mehr nur auf
die Wintersaison, die im Durchschnitt bislang für zwei Drittel des
Umsatzes gesorgt hat, sondern
auch verstärkt auf Sommergäste.
Sommerattraktionen
Ähnlich die Situation im benachbarten Skigebiet MönichkirchenMariensee, das mit 13 Pistenkilometer auch zu den kleineren in
Niederösterreich zählt. Auch dort
wurde Geld in den Ausbau der
Sommerattraktionen gesteckt, so
etwa in den Ausbau der Rollerbahn.
Wir wollen nun
auch im Sommer
mehr Gäste anlocken
GERALD GABAUER
BERGBAHNEN ST. CORONA
GESCHÄFTSFÜHRER
Markus Redl, Geschäftsführer
der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungs-GmbH, die
neben St. Corona und Mönichkirchen auch noch für die Hochkar
Bergbahnen, die Ötscherlifte und
die Annaberg Lifte verantwortlich
zeichnet, sieht neben dem Sommertourismus noch einen zweiten
Trend in Niederösterreich:
„Scheinbar stehen Kurzurlaube
wieder höher im Kurs.“ Drei Viertel der Skifahrer seien Tagesgäste,
großteils aus dem Inland.
Gäste aus Wien
Vor allem höher gelegene Gebiete
wie das Hochkar mit seinem um
6,5 Millionen € renovierten Höhentrainingszentrum, dem Juva
Hochkar Sportresort, profitierten
im vergangenen Winter von den
Tagesgästen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.
„Nach der Neuübernahme des
Hochkars im Jahr 2012 können wir
durch gezielte Investitionen und
Unterstützung des Landes, der
Gemeinden und regionaler Partner gemeinsam mit dem Ötscher
auf zwei sehr erfolgreiche Saisonen zurückblicken“, sagt Rainer
Rohregger, Geschäftsführer der
Hochkar Bergbahnen GmbH. Gemeinsam mit den Ötscher-
60 Prozent der
Wintergäste
Niederösterreichs verbringen ihren
Urlaub in der
Hochkar-Ötscher-Region
ZAHL
6,0
Milliarden €
■ Seit dem Jahr 2000 investierten die heimischen Seilbahnunternehmen laut eigenen Angaben
mehr als sechs Milliarden € in Modernisierung der Anlagen, Beschneiungstechnik, Gastronomie
etc. Im Vorjahr waren es rund 507
Millionen €.
Der Kassenumsatz der Branche
ging im Winter 2013/14 im Vergleich zum Jahr davor um 2,8 Prozent auf rund 1,2 Milliarden € zurück. Die Zahl der Beförderungen
sank um etwas mehr als drei Prozent auf 585 Millionen €.
HINTERGRUND
Foltin π
■ Zur Branche gehören laut Zahlen des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie 253 Seilbahnunternehmen
(Winter-, Gletscher- und Zweisaisonbetrieb, dazu elf reine Sommerbetriebe) und rund 550
Schlepplift-Unternehmen. Insgesamt verfügt die Branche über
1098 Seilbahnen und rund 1850
Schlepplifte. Auf den Sommerbetrieb (205 Seilbahnunternehmen
haben zwischen Mai und Oktober
offen) entfallen rund zehn Prozent
des Gesamtumsatzes der Branche.
■ Österreichs Skigebiete verfügen über 23.000 Hektar Pistenfläche; 60 Prozent sind beschneibar.
Laut Branchenangaben konnte der
Energieverbrauch zur Schneeerzeugung zuletzt deutlich reduziert
werden - pro Skifahrer und Tag auf
4,2 Kilowattstunden. Damit käme
ein Pkw sechs Kilometer weit.
■ Die Seilbahnen beschäftigten
rund 15.600 Mitarbeiter. Laut Zahlen der Wirtschaftskammer sichert
die Branche zudem 67.500 Arbeitsplätze bei Partnern und Dienstleistern außerhalb der Bergbahnbetriebe.
■ Der Altersdurchschnitt der Skifahrer auf Österreichs Pisten beträgt laut Gästebefragungsdatenbank der Seilbahnen 38 Jahre, ein
Wert, der sich über Jahre hinweg
stabil halte.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
Sonnentherme Lutzmannsburg
Liften bietet das Skigebiet 38
Pistenkilometer und 18 Lifte.
Mehr als 60 Prozent der Wintergäste Niederösterreichs verbringen ihren Urlaub in der HochkarÖtscher-Region.
Ostregion legt zu
Wien und Burgenland waren im
Winter 2013/14 jene beiden Bundesländer mit den stärksten Zuwachsraten bei den Gästezahlen.
Scheinbar stehen
Kurzurlaube wieder
höher im Kurs
MARKUS REDL
GF BERGBAHNEN
BETEILIGUNGS-GMBH
NÖ
Mario Baier, Geschäftsführer des
Burgenland Tourismus, bestätigt,
dass bereits ein Drittel der Übernachtungen im Burgenland im
Winter getätigt wird.
Dass das Burgenland nicht mit
Pistenspaß dienen kann, liegt topografisch auf der Hand. Bei den
Gästen punkte man, so Baier, mit
Thermen wie Lutzmannsburg,
Stegersbach und St. Martin, die
sich im Winter immer größerer
Beliebtheit erfreuen. Die heurige
Wintersaison starte im Burgenland Ende November mit einem
Kulinarik-Fest rund um den Neusiedler See, wo man 10.000 bis
15.000 Besucher erwarte.
In der Bundeshauptstadt sorgt
indes ein ausgefallenes Projekt für
Aufsehen. Der Unternehmer und
Skilehrer Martin Freiberger plant
in Wien Aspern eine Skierlebniswelt mit Piste, Langlaufloipe und
Rodelbahn. Die Besonderheit:
Keine Schneeauflage, sonder eine
Kunststoffplane soll die Piste wetterunabhängig machen.
Um 700.000 € baut Freiberger
derzeit – bis Weihnachten soll das
Projekt fertiggestellt sein – eine
80 Meter lange und 70 breite
Piste für Kinder. Denn für wirklich Skierprobte ist die Plastikpiste wohl nichts.
Aber auch in Wien sollen es,
was den Wintersport betrifft, erst
mal die Kleinsten richten.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
Im Burgenland sind die Thermen das große Thema im Wintertourismus, Skifahren geht dort nicht
Nachgefragt. „Freeride-Trend tangiert die
kleineren Skigebiete nur am Rande“
WirtschaftsBlatt: Die Wintersaison steht unmittelbar bevor – welche Trends orten Sie 2014/2015?
Markus Eck: Der Trend hin zu
Genuss-Skitouren, dem Fahren
abseits der Piste wird nicht abreißen, er wird sich verstärken.
Auch aus Kostengründen, Skitouren sind günstiger.
Skigebiete haben aus verschiedenen Gründen zu kämpfen – wie
schätzen Sie die Situation im Hinblick auf den Freeride-Trend ein?
Je früher es ins Tal schneit,
desto besser für die Skigebiete,
egal ob groß oder klein. Meiner
Meinung nach tangiert der Freeride-Trend die kleineren Skigebiete nur am Rande, für die ist es
ausschlaggebender, ob sie sich
Beschneiungsanlagen leisten
können oder nicht. Wir als Pieps
GmbH (Umsatz 2013: sechs Millionen €, Anm.) arbeiten mit großen Gebieten zusammen, also
Lech/Zürs oder Montafon. Hier
ist der Bedarf an Sicherheitsausrüstung groß.
Wintersportler, die vermehrt den
Weg abseits der Pisten suchen, benötigen Sicherheitsausrüstung –
wie sehr tangiert Sie das?
Sehr, ich kann mich noch an
Zeiten erinnern, als Skigebiete
gesagt haben, „bei uns gibt es keine Lawinen“. Nun treten Skigebiete mit Wunsch nach Schulungen an uns heran, und Organisationen empfehlen Sicherheitsausrüstungen, die unsere Produkte beinhalten: LawinenPieps, Schaufel und Sonde. Auch
Lawinen-Airbags wie unser Jetforce werden immer wichtiger.
Für 2014 erwarten wir eine schöne Umsatzsteigerung.
Hartl
Markus Eck, Geschäftsführer
der Pieps GmbH aus Lebring
Die Pieps GmbH hat eine Exportquote von 70 Prozent sowie einen
Weltmarktanteil von 40 Prozent.
Was unterscheidet Sie vom Mitbewerb?
Meiner Meinung nach ist es
die enge Verbindung zwischen
Praxis und Ingenieurskunst. In
unserem Entwicklerteam arbeiten drei ehemalige Bergführer,
wir kennen die Anforderungen
an unsere Produkte sehr genau.
Die gesamte Entwicklung passiert in der Zentrale in Lebring,
wir haben auch eine kleine Produktion hier. Zudem sind wir bemüht, alle Produktionsschritte
im nahen Umfeld zu behalten
bzw. aus Asien zurückzuholen.
Die Leiterplatten unserer LVSGeräte werden zum Beispiel von
Anton Paar in Graz hergestellt.
Seit 2012 steht die Pieps GmbH im
Eigentum des amerikanischen
Black-Diamond-Konzerns. Was
hat sich verändert?
Wir sind weiter ein eigenständiges Unternehmen, profitieren
aber vom Netz eines internationalen Konzerns. Das macht auch
die Planung einfacher. [male]
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
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RECHT & STEUERN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
RECHT & STEUERN
| 27
colourbox.de, Ecovis
ARBEITSPLATZ
Unternehmen
müssen Psyche
prüfen
WIEN. Seit einer Novelle im
Arbeitnehmerschutzgesetz
(ASchG) 2012 müssen alle
Unternehmen in Österreich die
„arbeitsbedingten physischen
und psychischen Belastungen,
die zu Fehlbeanspruchungen
führen können“, ermitteln und
beurteilen. Die Arbeitsinspektorate statten seit 2013 in einem
ersten Schritt vor allem größeren Betrieben Besuche ab, um
diese Vorgänge zu kontrollieren, aber auch, um zu beraten.
Konkret müssen die Unternehmen durch einen standardisierten Fragebogen (Anm. erhältlich auf www.arbeitsinspektion.gv.at) oder in moderierten, anonymisierten Gruppengesprächen ermitteln, wo
Schwachstellen liegen: Liegt
eine hohe körperliche oder
geistige Belastung vor? Beispiele dafür wären ein häufiger
Umgang mit unzufriedenen
Kunden, der Zwang zum Dauerlächeln oder eine Unterforderung bei Aufgaben.
Abgefragt werden muss auch
die Zufriedenheit mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes
oder mit dem Organisationsklima. Gibt es ausreichend
Unterstützung durch Führungskräfte oder Kollegen?
Werden Mitarbeiter aureichend informiert? Passt die Beleuchtung?
Konkrete Maßnahmen
Tauchen psychische Fehlbelastungen auf, sind Betriebe verpflichtet, „konkrete und nachvollziehbare“ Maßnahmen zu
setzen und diese zu dokumentieren. Fühlen sich Mitarbeiter
etwa von E-Mails in der Freizeit belästigt, können Betriebe
Server so einstellen, dass nach
18 Uhr kein Weiterleiten erfolgt. Ausgegangen ist die NeuRegelung im ASchG von der
EU. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Krankenstände aufgrund psychsicher Fehlbelastung zu reduzieren.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
nehmenswert mittels eines Multiplikators in Verbindung mit Umsatz, Gewinn vor Zinsen und
Steuern (EBIT), Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) oder dem Jahresüberschuss. Vorteil dieser Methode ist die schnelle
Berechnung.
GASTKOMMENTAR
Was mein
Betrieb
wert ist
Achtung vor Fehlern
Die Planungsrechnung erfolgt durch den Unternehmer bzw. das Controlling im Betrieb. Der
Unternehmenswert wird vom Wirtschaftstreuhänder errechnet. Fehler treten in KMU oft bereits bei der Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung auf und verfälschen die Planungsrechnungen und so die prognostizierten finanziellen
Überschüsse. Ebenso häufig wird der Diskontierungssatz falsch bestimmt. Schon kleine Veränderungen von Annahmen bewirken Schwankungen beim Wert: Es braucht daher niemanden zu
wundern, wenn zwei Gutachter des Öfteren zu
völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Einschätzung des Unternehmenswertes
ist eine der schwierigsten Aufgaben für
Unternehmer. Maschinen oder Kunden sind
nebensächlich. Es kommt auf Zukunftsgewinne und die richtigen Formeln an.
BARBARA
HÖLZL
Was ein Betrieb am Papier wert ist, lässt sich
D
ie Gründe für eine Unternehmensbewertung sind vielfältig:
Unternehmensnachfolge als Erwerber oder Veräußerer, Verkauf
von Unternehmensanteilen, Einund Austritt von Gesellschaftern,
Umgründungen oder als Planungsinstrument für
Unternehmensstrategien.
Die Einschätzung des eigenen Unternehmenswertes ist jedoch einer der schwierigsten unternehmerischen Vorgänge. Bilanzkennzahlen aus
aktuellen Bilanzen zu ermitteln, ist in Sekunden
möglich, da sie auf Vergangenheitsdaten aufbauen. Bei der Unternehmensbewertung sind aber
die zukünftigen finanziellen Überschüsse des
Unternehmens zu planen. Die gängigen Methoden der Bewertung wurden in einem neuen Fachgutachten vom 26. März 2014 von der Kammer
Fehler treten in KMU oft bereits
bei der Analyse der Gewinnund Verlustrechnung auf
der Wirtschaftstreuhänder beschlossen. Wesentliches Ziel ist die Aufwertung rechnerischer Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Planung künftiger Cashflows
Die Basis jeder Bewertung ist die Planung künftiger Cashflows. Zu berücksichtigen sind insbesondere interne Plandaten und Analysen der Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie der
vom Unternehmen angebotenen Leistungen.
Ebenso sind marktbezogene Faktoren wie die Ent-
wicklung der Branche, Konkurrenzsituation und
Absatzmärkte relevant. Der Substanzwert, wie
etwa Betriebsgrundstücke oder Maschinen eines
Unternehmens, haben für die Unternehmensbewertung keine Bedeutung. Die Substanzwertmethode, bei der die aktuellen Marktwerte der Vermögensgegenstände ermittelt werden, wird heutzutage nur mehr herangezogen, um prognostische
Bewertungsmethoden zu untermauern.
Formel zur Berechnung
Die finanziellen Überschüsse werden in der Regel in Phasen geplant, welche abhängig von Struktur, Größe, Branche und Lebensdauer des zu bewertenden Betriebes unterschiedlich lang sind.
Die Detailplanung sollte zumindest für die nächsten drei Jahre durchgeführt werden. Für die Zeit
danach wird die Formel der „ewigen“ Rente herangezogen. Das bedeutet, dass nach Ablauf der
zweiten Phase davon ausgegangen wird, dass der
ermittelte Ertrag auf ewig aufrechterhalten werden kann. Zwei Berechnungsverfahren sind in der
Praxis am gängigsten: das Diskontierungsverfahren und die Multiplikatormethode.
Bei den Diskontierungsverfahren ergibt sich
der Unternehmenswert aus dem Barwert finanzieller Überschüsse. Die Berechnung des Barwerts erfolgt mit dem Kapitalisierungszinssatz
(risikoloser Zinssatz zzgl. unternehmensabhängiger Risikoaufschlag). Je höher der Kapitalisierungszinssatz ist, desto niedriger wird der Wert
des Unternehmens ausfallen. Für einen kleinen
Gewerbebetrieb wird der Kapitalisierungszinssatz aufgrund des Risikoaufschlages höher sein
als beispielsweise bei einem leichter handelbaren
börsenotierten Unternehmen.
Multiplikatorverfahren ermitteln den Unter-
nicht durch den Blick in Kristallkugeln ermitteln, sondern durch rechnerische Verfahren
■ Die Autorin ist Steuerberaterin bei ECOVIS Austria,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KARRIERE
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KARRIERE
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Eizinger, beigestellt
KURSE
WIEN
WU-Competence Day: Zukunftsfähiges
Wirtschaften, Fr 17.11.2014, 09:0020:00 Uhr, kostenlos, WU, Welthandelspl. 1, 1020 Wien, Tel.: 01/313 36-4977,
cornelia.moll@wu.ac.at, www.wu.ac.at
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Mo 10:00-18:00 Uhr, Di 09:00-16:00 Uhr,
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18.11.2014, Mo + Di 09:00-17:00 Uhr, Kosten: 430 €, Wifi, Währinger Gürtel 97,
1180 Wien, Tel.: 01/476 77-5555, kundenservice@wifiwien.at, www.wifiwien.at
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+ Mi 09:00-17:00 Uhr, Kosten: 900 €, LLLAcademy, Höchststädtpl. 6, 1200 Wien,
Tel.: 01/333 40 77-621, sabrina.wirth@
technikum-wien.at, www.lllacademy.at
Jahrestagung Bilanzbuchhalter, 19. +
20.11.2014, Mi + Do 09:00-17:00 Uhr, Kosten: 900 €, ARS, Schallautzerstr. 2-4,
1010 Wien, Tel.: 01/713 80 24-27, co@ars.
at, www.ars.at
Finanzierung + Risikoabsicherung, Mi
26.11.2014, 09:00-17:00 Uhr, Kosten:
100 €, WKW, Stubenring 8-10, 1010 Wien,
Tel.: 01/514 50-1288, go-international@
wkw.at, www.wko.at/wien
Be Boss, Führen + Kommunizieren, Di
02.12.2014, 09:00-17:00 Uhr, Kosten:
690 €, ÖPWZ, Rockhg. 6, 1010 Wien,
Tel.: 01/533 86 36-0, office@opwz.com,
www.opwz.com
Service im Außendienst, 15. + 16.12.2014,
Mo 09:00-16:30 Uhr, Di 08:00-16:30 Uhr,
Kosten: 1122 €, Festo, Linzer Str. 227, 1140
Wien, Tel.: 01/910 75-300, tac@at.festo.
com, www.festo-tac.at
Teamkultur, 17. + 18.11.2014, 09:0016:20 Uhr, Kosten: 340 €, BFI, JohannBöhm-Pl. 1, 1020 Wien, Tel.: 01/811 7810100, information@bfi-wien.at, www.
bfi-wien.at
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an regional@wirtschaftsblatt.at
DIVERSITY
X Vielfalt präventiv
managen
WIEN. Diversity Management im
Betrieb messen und steuern –
dafür hat die Equalizent GmbH
ein Instrument auf den Markt gebracht. Die Analyse von potenziellen Konfliktpunkten zwischen
Alten und Jungen, Menschen mit
und ohne Migrationshintergrund
oder Behinderung etc. soll solche präventiv aufdecken, nicht
erst, wenn sie das Betriebsklima
akut beeinträchtigen. [mad]
Info: equalizent.com
PERSONALSUCHE
Mit dem
Stelleninserat
für sich werben
Bei der Suche nach den
optimalen Mitarbeitern
bringt so manches Inserat
von Klein- und Mittelbetrieben nicht den gewünschten Erfolg. Dabei
lassen sich manche Fehler
einfach ausräumen.
VON MARTINA MADNER
M
it einer Liste an fachlichen Qualifikationen und einem Anforderungsprofil alleine ist ein Stelleninserat selten
von Erfolg gekrönt. Dessen ist
sich Bert Jandl, Geschäftsführer
des Feriendorfs Vila Vita Pannonia in Pamhagen im Burgenland,
sicher. „Wir unterscheiden uns
mit der sozialen Komponente von
den Stelleninseraten anderer“,
sagt Jandl. Das Soziale spiegelt
sich im 164 Mitarbeiter großen
Betrieb zum Beispiel an Kinderbetreuung vor Ort, Freizeitangeboten für Mitarbeiter oder auch
Aus- und Weiterbildung wider.
Stelleninserate sind für Jandl
auch ein Marketinginstrument: „Es
ist sicher schwieriger geworden,
Fachkräfte zu finden. Tourismusberufe müssen für junge Menschen oder Wiedereinsteigerinnen
attraktiver werden. Auch die Generation 50 plus, in der viele hochqualifiziert sind, ist bei uns herzlich willkommen.“
Was Jandl bereits umsetzt, empfiehlt Christian Klement, Geschäftsführer der Personalberatung ePunkt, auch anderen kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU): „Wesentlich ist beim Stelleninserat, dass Unternehmer es
als Werbeplattform für sich im
Kundenkreis Arbeitsmarkt sehen.
Der Kandidat ist kein Bittsteller.“
Bei der Suche nach den Besten der
Besten müssen sich Unternehmen
mit ihren Inseraten aus der Masse
an Angeboten herausheben. Irma
Brazda, Leiterin des Bundesländergeschäfts der Personalberatung Iventa, sieht das ähnlich:
„Nicht nur bei Technikern auch in
der Bilanzbuchhaltung, Lohnverrechnung und im Controlling haben die Bewerber oft zwei bis drei
Angebote in der Hand. Da liegt es
an den Unternehmen, sich um sie
zu bewerben.“
Unternehmen vorstellen
Ziel eines Stelleninserats ist natürlich die rasche Besetzung der
Stelle mit dem passenden Mitarbeiter. Laut Florens Eblinger,
Geschäftsführer von Eblinger und
Partner, geht es deshalb um die
Stressresistenz wird
als 60-StundenWoche interpretiert
FLORENS EBLINGER
GESCHÄFTSFÜHRER
EBLINGER & PARTNER
Technisch und
kaufmännisch
ausgebildete
Bewerber können
aus vielen Stellenangeboten wählen
ANZEIGE
„Treffsicherheit, eine qualitativ
gute und hohe Rücklaufquote“
von Bewerbungen.
Der Stil muss zum Unternehmen passen: „In der Kreativszene
kann das Inserat vermitteln: Bist
du schräg genug für uns?“, meint
Eblinger. Die Industrie müsse dagegen mit eher faktenorientierten
Argumenten wie der Marktposition oder konkreten Alleinstellungsmerkmalen der Produkte
punkten. Klar ist jedenfalls, dass
insbesondere KMU, die – anders
als Konzerne oder Branchen-Leitbetriebe – weitgehend unbekannt
sind, sich Bewerbern vorstellen
sollten: Die kurz umrissene
Unternehmensphilosophie sollte
im Inserat nicht fehlen.
sei in einem Betrieb auch ein Projektmanager, in einem anderen gehe es rein um den Außendienst.
Mit zu detaillierten Vorgaben
könne man sowohl Branchenfremde verschrecken als auch hochmotivierte Personen mit einer fehlenden Qualifikation, die sich im Betrieb erwerben lässt. Für Bewerber
sind Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung der Karriere laut Klement durchaus Gründe,
die für einen Betrieb sprechen.
Platz sparen könne man bei Nona-Aussagen, Controller sind per
Definition zahlenaffin und PRLeute kommunikativ. Vor manchem warnt Eblinger sogar:
„Stressresistenz wird von vielen
Häufige Fehler
WUSSTEN SIE …
Das Anforderungsprofil und das
Aufgabengebiet sollten nicht die
Suche nach der eierlegenden
Wollmilch-Sau vermitteln. Große
Firmen, die mit 250 Bewerbungen
rechnen müssen, können laut
Eblinger sehr eng ausschreiben.
Ein Nischenunternehmen sollte
aber Spielraum offen lassen.
Brazda ergänzt: „Interne Positionsbezeichnungen sollte man
besser vermeiden. Damit ist noch
nicht klar, was die konkreten Anforderungen sind.“ Ein Vertriebler
■ Diskriminierung ist in betriebli-
chen Stellenausschreibungen verboten. Nicht gesetzeskonform wäre
die Suche nach einem „Abwäscher
mit sehr guten Deutschkenntnissen“. Das diskriminiert Migranten
und Frauen. Für die Tätigkeit reicht
„gutes“ Deutsch aus und mit der
Formulierung „Abwäscher/in“
spricht der Betrieb auch Frauen an.
■ Gehaltsangaben in Inseraten sind
ebenfalls verpflichtend. Ein
Kandidaten als 60 StundenArbeitswoche interpretiert.“
Aber: „Eine gewisse Ehrlichkeit ist
schon wichtig, schließlich kostet
die Personalsuche Geld. Wenn der
neue Mitarbeiter den Betrieb
gleich wieder verlässt, beginnt die
Suche von neuem.“
Konkret sollten auch die Gehaltsangaben sein: „Der kollektivvertragliche Mindestlohn mit der
Bereitschaft zur Überzahlung ist
eine Nullaussage, die abschrecken
kann. Charmanter ist eine realistische Bandbreite, die auch Topleute anspricht.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
korrektes Beispiel wäre: „2000 €
brutto pro Monat laut Kollektivvertrag, eine Überzahlung ist, abhängig
von beruflicher Qualifikation und
Erfahrung, möglich.“ Die Kür sind
realistische Spielräume, wie „2500
bis 3000 € je nach Erfahrung“.
■ Beim ersten Verstoß erfolgt jeweils eine Verwarnung durch die
Bezirksverwaltungsbehörde, bei
weiteren Verstößen ist mit Geldstrafen bis 360 € zu rechnen.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
30 |
IMMO-TRENDS
ÖKOLOGIE
GEWERBEIMMOBILIEN
WIEN
Nachhaltiges Bauen ist in den
Vorstandsetagen angekommen
Geschäftslokal, Miete, Oktober 2014
AngebotsTendenz gg. Sept.
Nettopreis
(in €/m²)
1., Innere Stadt
46,2
2., Leopoldstadt
8,8
3., Landstraße
14,3
5., Margareten
9,7
15., Rudolfsheim-Fünfhaus
12,5
22., Donaustadt
9,2
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
Laut der KPMG-Studie „Property
Lending Barometer 2014“ wird Österreichs Immobilienmarkt als stabil bewertet. Die befragten Banken
sehen das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung als strategisch
wichtig an und zeigen sich aufgeschlossen bezüglich der Finanzierung von Projekten.
Der Imagegewinn ist ein
Vorteil, doch bei Projekten wie dem Smart Campus oder dem Motel One
betonen die Bauherren
vor allem die Einsparungen bei Betriebskosten.
VON MELANIE MANNER
W
ien ist international
ein Vorreiter, was
nachhaltiges Bauen
angeht“, sagt Philipp Kaufmann, Präsident von Zertifizierer ÖGNI. „Es geht hier nicht
nur um Passivhausstandards, sondern um die drei Säulen ökologische, ökonomische und soziale
Nachhaltigkeit.“ Die Bundeshauptstadt ist Sitz von Vorzeigeprojekten wie beispielsweise dem
Raiffeisen-Klimaschutz-Hochhaus
– dem weltweit ersten Bürohochhaus in Passivhausqualität.
Derzeit machen zwei höchst
unterschiedliche Projekte von
sich reden: zum einen das MegaProjekt Smart Campus in Simmering. Das größte österreichische
Gebäude im Passivhausstandard
mit Bruttogeschoßfläche von
96.000 Quadratmetern verschlingt
200 Millionen € an Gesamtpro-
jektkosten, schildert Peter Steczowicz, Projektleiter bei Bauherr
Wiener Netze. 3000 Mitarbeiter
sollen ab 2016 hier arbeiten. Das
Gebäude ist mit einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung 300
Kilowatt ausgerüstet. Über Solarthermie wird das Wasser erwärmt.
Das Projekt von Architekturbüro Holzbauer und Partner hat im
Rahmen des DGNB-Zertifizierungssystems für nachhaltige Gebäude das Gold-Zertifikat für die
Planungsphase erhalten. „Besonders beeindruckend ist die Integration der Nutzer von Anfang an“,
sagt Kaufmann. Seit 2008 ist Berater M.o.o.con mit der Planung
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
| 31
Holzbauer und Partner
und Durchführung beschäftigt.
M.o.o.con-Partner Bernhard Herzog lobt den Bauherrn: „Oft sagen
Kunden zum Thema Nachhaltigkeit: Da sollten wir auch was tun,
wie weit müssen wir gehen?“ Die
Wiener Netze wollten von Anfang
an ein Vorzeigeobjekt zur Energieeffizienz. „Das Thema ist in
den Vorstandsetagen angekommen. Es ist eher die Frage, wie viel
Geld man dafür ausgibt.“ Wiener
Netze ging es um die Ersparnis bei
den Betriebskosten und die Umweltphilosophie, die einem Unternehmen der Energiebranche
wichtig ist, sagt Steczowicz.
Blaues Hotel
Kleiner, aber ebenfalls bemerkenswert: das Motel One Wien Prater.
Es ist das erste Hotel in Wien mit
DGNB-Nachhaltigkeitszertifikat.
Auf 10.500 Quadratmetern und
fünf Stockwerken werden zum
Beispiel emissionsarme Materialien oder wassersparende Armaturen eingesetzt. Gepunktet wurde ebenfalls mit Standortqualität
Die Mitarbeiter wurden in die Gestaltung des Smart Campus der Wiener Netze eingebunden
und Mischnutzung (im Gebäude
befindet sich ein Kindergarten).
Auch hier macht sich das wirtschaftliche Argument bezahlt: Die
Betriebskosten schätzt Hermann
Klein, Geschäftsführer von Errich-
ter und Eigentümer IG Immobilien Management GmbH, auf 15 bis
20 Prozent niedriger als ein vergleichbares Gebäude ohne die
Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Mit
19 Millionen € reinen Errichtungs-
kosten sei das Haus zwar um zehn
Prozent teurer, das soll sich aber
in sieben Jahren amortisieren.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
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32 |
BUSINESSTALK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
TURNIER
enotion Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen
Spiel, Satz
und Spass
WIEN. Profis und Promis beim „Rado ProAm“ der
Erste Bank Open 2014: Das ehemalige Tennisass Alex
Antonitsch griff bei diesem Turnier genauso zum
Schläger wie Michael Gradinger (Erste Bank), Jürgen
Demuth (The Swatch Group Österreich) oder Werner Kartner (Inairvation GmbH.) Als Sieger der
Profi-Runde ging der ehemalige WeltranglistenErste Thomas Muster hervor, bester Amateurspieler war Kabarettist Viktor Gernot, der sich übrigens über eine Rado
Hyperchrome Court-Uhr
freuen konnte.


Tennis-Legende Thomas Muster (li.)
und Geiger Julian Rachlin  Ex-TennisProfi Alex Antonitsch, Kabarettist Reinhard Nowak und Rado-Brandmanager
Peter Gauss  Kabarettist Viktor Gernot

GET-TOGETHER
Jubiläum
und ein Aufbruch
WIEN. „Wenn ich könnte, würde ich dich gerne klonen“,
meinte Uniqa-Österreich-Chef Hartwig Löger über Viktor Ecker. Anlass war das Fest zum 50-jährigen KonzernJubiläum des erfolgreichen Kundenberaters. Ecker betreut mit seinen vier Mitarbeitern ein Prämienvolumen von knapp 12 Millionen €. Ende des Jahres
scheidet er allerdings als Mitarbeiter aus und eröffnet mit seinem Sohn eine Generalagentur,
über die er ab 2015 seine Kunden betreut.
Mit dabei war u.a. auch Minister
Sebastian Kurz.
Peroutka π
Jubiläumsfest im
Uniqa-Tower
(v.li.): UniqaÖsterreich-Chef
Hartwig Löger,
ÖIAG-Vorstand
Rudolf Kemler,
Uniqa-Direktor
Viktor Ecker
und Außenminister Sebastian
Kurz (v.li.)
Mumok
Ein Dinner im
Einsatz für Kunst
WIEN. Anlässlich der Ausstellung „Cosima von Bonin. „Hippies Use Side
Door – Das Jahr 2014 hat
ein Rad ab“ hatte MumokDirektorin Karola Kraus zu
einem Fundraisingdinner
geladen. U.a. mit dabei:
Verleger Christian DuMont
Schütte und Erste-GroupCEO Andreas Treichl.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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