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Bulletin
Herbst 2014
.N
Mittwoch, 26
0 h in Bern
9.45 bis 16.3
er
ehe Beilage od
Programm: si
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z.
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auf www.at-
Können E-Zigaretten den Rauchstopp
beeinflussen?
Rauchende, die täglich E-Zigaretten konsumieren, machen mehr
Aufhörversuche. Dies berichtete
Leonie Brose (UK Centre for Tobacco and Alcohol Studies, King’s
College London) aufgrund einer
aktuellen Studie.
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Leonie Brose ging der Frage nach, ob bei Rauchenden ein Zusammenhang besteht zwischen dem
Gebrauch von E-Zigaretten und Aufhörversuchen, Rauchstopp oder Zigarettenkonsum. Ausgangspunkt bildete eine Onlineumfrage in Grossbritannien im Dezember 2012 unter
Rauchenden und neuen Exrauchenden. Zu diesem Zeitpunkt konsumierte noch niemand E-Zigaretten. Im
Dezember 2013 folgte die Nachbefragung.
•Der tägliche Konsum von E-Zigaretten verdoppelte die Anzahl von
Aufhörversuchen und führte zu einer Reduktion des Zigarettenkonsums um mindestens 50 Prozent,
blieb aber ohne Einfluss auf den
Rauchstopp.
•Der nicht tägliche Konsum ergab
bei keiner der drei Fragestellungen
einen Zusammenhang.
Diese Studie unterscheidet als eine
der ersten zwischen täglichem und
nicht täglichem Konsum. Die Resultate deuten darauf hin, dass E-Zigaretten ein Grund sind für die Zunahme von Exraucherinnen und
Exrauchern in Grossbritannien zwischen Juli 2013 und Juli 2014. Denn
wer mehr Aufhörversuche unternimmt, hat grössere Chancen für einen erfolgreichen Rauchstopp.
014
AT-Tagunovgem2ber 2014
Verschiedene Typen
von E-Zigaretten
Zwar enthalten E-Zigaretten keinen
Tabak und produzieren keinen Tabakrauch. Sonst aber weisen E-Zigaretten riesige Unterschiede auf. Das
betrifft nicht nur das Äussere, sondern etwa auch den Nikotingehalt.
Deshalb sollte in wissenschaftlichen
Studien zukünftig angegeben werden, welcher Typ von E-Zigaretten
untersucht worden ist, sagte Leonie
Brose. Zum Beispiel verwenden Exrauchende häufiger E-Zigaretten mit
einem nachfüllbaren Flüssigkeitsbehälter, Rauchende hingegen eher EZigaretten mit Einwegbehältern.
Quelle: Manuscript under review at Addiction:
Brose LS, Hitchman SC, Brown J, West R, McNeill A,
Is use of electronic cigarettes while smoking associated with smoking cessation attempts, cessation and reduced cigarette consumption? A survey
with a 1-year follow-up, http://onlinelibrary.
wiley.com/journal/10.1111/(ISSN)1360-0443.
Sondernummer
Diese Sondernummer fasst den 8. Workshop von Hospital Quit Support und
das 14. Clinical Update von Frei von
Tabak zusammen. Beide Weiterbildungen fanden am 11. September 2014 in
Bern statt.
•Können E-Zigaretten den Rauchstopp beeinflussen?
•Wie ist in der Rauchstopp-
beratung mit E-Zigaretten
umzugehen?
•E-Zigaretten – eine neue
Gefahr für unsere Kinder
•Risikokommunikation
in der Rauchstoppberatung
•Wie beeinflusst Gender
das Rauchen?
•Lohnt es sich,
weniger zu rauchen?
•Hospital Quit Support
Wie ist in der Rauchstoppberatung
mit E-Zigaretten umzugehen?
Für Isabelle Jacot Sadowski (Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals Lausanne CHUV)
kommt zuerst die sachliche Information über E-Zigaretten. Anschliessend ist in der Beratung
von der individuellen Situation
auszugehen.
Eine angemessene Information über
E-Zigaretten sollte laut Isabelle Jacot Sadowski folgende Punkte umfassen:
• Das Wissen über mögliche Risiken
besonders des langfristigen Konsums weist grosse Lücken auf.
•Ein Nachweis für die Wirksamkeit
beim Rauchstopp fehlt.
•Die Qualitätskontrollen sind weniger streng als bei pharmazeutischen Produkten.
• Die E-Zigarette ist weniger schädlich als die Tabakzigarette.
•Ein Doppelkonsum bringt kaum
Vorteile für die Gesundheit.
Diese Informationen sind dann in Bezug zu setzen zur persönlichen Situation einer Raucherin oder eines Rauchers:
• Aufhörwillige Personen: Zuerst sind die nachweislich wirksamen Medikamente zu empfehlen
(nikotinhaltige Medikamente, Vareniclin und Bupropion).
• Personen, die nicht aufhören
wollen, aber interessiert sind
an der E-Zigarette: Sehr wahr-
scheinlich sind E-Zigaretten risikoärmer als Tabakzigaretten. Eine Verschreibung ist aber nicht möglich.
• Personen, die E-Zigaretten und
Tabakzigaretten konsumieren:
Gesundheitsvorteile sind möglich,
aber nicht nachgewiesen. Diese
Personen sind für den Rauchstopp
zu motivieren.
• Exrauchende: Wegen des Risikos
eines Rückfalls ist von der E-Zigarette abzuraten.
Bulletin
Herbst 2014
E-Zigaretten – eine neue Gefahr für unsere Kinder
Jürg Barben (Ostschweizerisches
Kinderspital, St. Gallen) sieht
die Gefahr, dass die Verbreitung
von E-Zigaretten die Bemühungen der Tabakprävention unterläuft und das Rauchen wieder zu
einem normalen Verhalten wird.
Immer mehr Jugendliche verwenden E-Zigaretten und insbesondere E-Shishas. Gemäss Suchtmonitoring Schweiz haben im Jahr 2013 bei
den 15- bis 19-Jährigen 13,4 Prozent mindestens einmal und 2,4 Prozent in den dreissig Tagen vor der Befragung eine E-Zigarette genutzt. Bei
den 20- bis 24-Jährigen lauten die
entsprechenden Zahlen 13,4 und
2,7 Prozent. Eine erste Übersichtsstudie über die Verbreitung von E-Zigaretten unter Jugendlichen in verschiedenen Ländern zeigt, dass der
Bekannheitsgrad von E-Zigaretten
hoch ist und der Konsum rasch zunimmt und sich nicht auf tabakrauchende Jugendliche beschränkt.
Mangelnde
Produktsicherheit
Toxikologische Informationszentren
erhalten zunehmend mehr Meldun-
gen über Vergiftungen durch die
Flüssigkeit von E-Zigaretten. Häufig
sind Kinder davon betroffen. Gerade
für Kinder kann die hohe Konzentration von Nikotin in der Flüssigkeit ein
grösseres Risiko einer Nikotinvergiftung nach Inhalation, Schlucken oder
Hautkontakt darstellen.
E-Zigarette mit dem Inhalieren
und Ausatmen des Nebels imitiert in zahlreichen Aspekten
das Rauchen und es ist zu
befürchten, dass Jugendliche damit zum Umsteigen
auf herkömmliche Zigaretten verleitet werden.»
Einstieg
ins Zigarettenrauchen?
Quelle: Elizabeth L. Durmowicz, The
impact of electronic cigarettes on
the paediatric population, in: Tobacco Control 2014; 23: ii41–ii46
http://tobaccocontrol.bmj.com.
Mit den E-Zigaretten kann das Rauchen allgemein wieder zu einem normalen Verhalten rehabilitiert werden.
Neben E-Zigaretten, die herkömmlichen Zigaretten gleichen, kommen immer mehr bunt bedruckte EShishas auf den Markt, die eher wie
Kugelschreiber aussehen. Jürg Barben verweist besonders auf den Einsatz von Aromen in den E-Shishas:
«Dank attraktiven Aromen wie Schokolade, Ananas, Erdbeeren, Piña Colada oder Bubble Gum entwickeln
sich E-Shishas zum Trendprodukt von
Kindern und Jugendlichen.»
Mittlerweile würden insbesondere EShishas von jüngeren Schülerinnen
und Schülern benutzt, die keinen Tabak rauchen. «Die Anwendung der
Nationales RauchstoppProgramm: weniger Geld
Das Nationale Rauchstopp-Programm wird
durch den Tabakpräventionsfonds finanziert.
Die Einnahmen des Fonds stammen aus der Abgabe von 2,6 Rappen pro verkaufte Zigarettenpackung. Die Anzahl der Rauchenden ist in den letzten Jahren kaum gesunken,
die Menge der gerauchten Zigaretten aber geht seit zehn Jahren zurück. Gemäss aktuellen Schätzungen der Oberzolldirektion werden die Einnahmen
des Tabakpräventionsfonds aus der Tabakbesteuerung in den nächsten Jahren weiter abnehmen. Für die kommenden Jahre hat der Tabakpräventionsfonds nicht nur die geplanten Einnahmen, sondern auch wesentliche Teile
der heute noch bestehenden Reserven bereits verplant.
Das hat Folgen für das Nationale Rauchstopp-Programm. Die neue Phase
von Mitte 2014 bis Ende 2017 muss mit weniger Geld auskommen als vorgesehen. Nun braucht es eine neue Planung, um entscheiden zu können,
wie sich diese geringere Finanzierung auf die einzelnen Teilprojekte des Programms auswirken wird.
Können E-Zigaretten den Rauchenden
beim Aufhören helfen?
Die Rauchstoppberatung der Genfer Universitätsspitäler gibt ambulanten
Patientinnen und Patienten seit Mitte 2013 die Möglichkeit, nikotinhaltige E-Zigaretten als ein Mittel zur Reduktion oder zum Aufhören einzusetzen. Jean-Paul Humair (Genfer Universitätsspitäler) stellte die Pilotstudie vor.
Bisher haben 17 Rauchende an der Studie teilgenommen. Nach drei Monaten verminderten 47 Prozent den Zigarettenkonsum, 41 Prozent hörten auf
zu rauchen, bei 2 Prozent ergab sich keine Änderung. E-Zigaretten waren in
dieser kleinen Gruppe gut akzeptiert und wurden von den allermeisten Teilnehmenden täglich verwendet.
Risikokommunikation
in der Rauchstoppberatung
Marianne Knecht (Institut für
Hausarztmedizin, Universitätsspital Zürich) stellte die Vorteile einer visuellen Kommunikation in
der Rauchstoppberatung vor.
Risikokommunikation hat zum Ziel,
das Wissen über persönliche Risikofaktoren zu verbessern und entsprechende Verhaltensänderungen
vorzuschlagen. Eine effektive Risikokommunikation kombiniert Sprache,
Zahlen und Grafiken bei der Risikodarstellung. Im Rahmen der VISTOStudie (abgekürzt von VISual communication TOol) ging es darum, auf
dieser Grundlage ein nützliches Instrument für die Rauchstoppberatung
in der hausärztlichen Praxis zu entwickeln.
Das VISTO-Tool «Was gewinne ich
durch den Rauchstopp?» ist ein in-
dividualisierbares Informationsblatt
zur Abgabe in der Praxis. Im Zentrum
steht das doppelt so hohe Risiko von
Rauchenden, innerhalb der nächsten
zehn Jahre einen Herzinfarkt oder
Hirnschlag zu erleiden. In der Pilotstudie erwies sich dieses Tool als genauso akzeptiert und nützlich wie
eine Beratung anhand der fünf A des
Rauchstopps. Die Anwendung von
visuellen Mitteln zur Risikokommunikation in der Rauchstoppberatung
führt möglicherweise zu einer Erhöhung der Rauchstopprate, sagte Marianne Knecht.
Wer das Informationsblatt gerne für
seine Arbeit in der Praxis einsetzen
möchte, kann kostenlose Kopiervorlagen beim Institut für Hausarztmedizin Zürich per E-Mail bestellen:
anke.schickel[at]usz.ch.
Bulletin
Herbst 2014
Wie beeinflusst Gender
das Rauchen?
ten Anfang der 1950er Jahre etwa
70 Prozent der Männer, 2012 waren es 29 Prozent. Bei den Frauen
stieg die Anzahl Raucherinnen erst
seit den 1960er und 1970er Jahren
deutlich an und lag 2012 bei 23 Prozent. Je mehr die Selbstkompetenz
und die Selbstbestimmung der Frauen zunimmt, desto mehr Frauen greifen auch zur Zigarette.
Die Auswirkungen des Rauchens
hinsichtlich Lungenkrebs und HerzKreislauf-Krankheiten sind bei Frauen grösser als bei Männern:
Carole Clair Willi (Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals Lausanne CHUV) fragte nach den Zusammenhängen zwischen Gender
und Rauchen sowie Rauchstopp.
Weiterhin rauchen mehr Männer als
Frauen. Aber besonders in Ländern
mit hohem Einkommen wird der
Abstand zwischen den Geschlechtern geringer. In der Schweiz rauch-
•Lungenkrebs: Bei Raucherinnen
liegt das Risiko 18-mal und bei
Rauchern 15-mal höher.
•Herz-Kreislauf-Krankheiten: Raucherinnen haben ein 3,2-mal und
Raucher 2,6-mal höheres Risiko.
Die Tabakkonzerne zielen mit der
Werbung einerseits auf Frauen, anderseits aber ebenso auf Männer.
Das trifft auch zu auf die Werbung
für E-Zigaretten, die geschlechtsspezifische Bilder der Zigarettenwerbung aus früheren Jahrzehnten wieder aufgreift und ins heutige Design
überträgt.
Sowohl Tabakprävention als auch Tabakentwöhnung sollten die biologischen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern
stärker berücksichtigen. Ein Beispiel
für die Tabakprävention ist das schottische Programm zur Gewichtsabnahme und gesunden Lebensstil FFIT,
ausgerichtet auf männliche Fussballfans. Bezüglich Tabakentwöhnung ist
die spezifische Wirkung nikotinhaltiger Pflaster bei Frauen noch wenig
untersucht. Die Wirksamkeit scheint
bei Frauen tiefer zu sein als bei Männern. Eine Studie nennt mehr unerwünschte Wirkungen bei Frauen. Die
Wirkung des Pflasters in Abhängigkeit von der Menstruation hat bisher
noch keine Studie untersucht.
Lohnt es sich, weniger zu rauchen?
Eine Reduktion der gerauchten
Zigaretten begünstigt im Endeffekt einen Rauchstopp, erklärte
Isabelle Jacot Sadowski (Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals Lausanne CHUV).
Die erste Empfehlung bleibt das
Aufhören mit Rauchen. Denn auch
wer nur wenige Zigaretten pro Tag
raucht, hat weiterhin signifikant
höhere Gesundheitsrisiken. Aber
eine Reduktion schmälert keineswegs die Möglichkeit eines späteren Rauchstopps. Laut Suchtmonitoring Schweiz wünschen 65 Prozent
der täglich und 38 Prozent der gelegentlich Rauchenden ihren Zigarettenkonsum zu reduzieren.
Was tun, wenn ein
Reduktionswunsch fehlt?
Wenn Rauchende nicht aufhören
möchten, sind sie in der Rauchstoppberatung zu motivieren, die An-
zahl Zigaretten herabzusetzen und
gleichzeitig nikotinhaltige Medikamente zu verwenden. Sie sind beim
Planen zu unterstützen: Wie können
sie die täglich gerauchte Anzahl Zigaretten so weit als möglich senken?
In welchen Schlüsselsituationen können sie ganz aufs Rauchen verzichten, etwa beim Autofahren oder
beim Fernsehschauen? Zugleich erhöht ein solches Vorgehen die Chance für einen Rauchstopp. Mit dem
Ziel eines Rauchstopps im Hintergrund können parallel zum Rauchen
während sechs bis zwölf Monaten
nikotinhaltige Medikamente verwendet werden.
Was ist sinnvoll vor
einem Rauchstopp?
Der Einsatz nikotinhaltiger Medikamente vor dem Stopptag hat keinen
Einfluss auf das Aufhören mit Ausnahme des Pflasters. Dieses kann
schon zwei bis drei Wochen vorher
verschrieben werden. Auch ein vorzeitiger Einsatz von Vareniclin kann
das Aufhören erleichtern, das Medikament kann ab fünf Wochen vor
dem Stopptag verschrieben werden.
Ausserdem sollen aufhörwillige Raucherinnen und Raucher selbst wählen zwischen einem allmählichen
oder einem sofortigem Aufhören,
beide Vorgehen zeigen ähnliche Aufhörraten.
Schweizer
Empfehlungen
2010 erschienen in
der Schweizerischen
Ärztezeitung die
Empfehlungen
eines Schweizer
Expertenteams
über die Reduzierung der Risiken für
Rauchende. In zwei
bestimmten Fällen raten die Expertinnen und Experten dazu, als eine
Zwischenetappe auf dem Weg zum
Rauchstopp die Zigarettenanzahl
langfristig herabzusetzen: bei stark
nikotinabhängigen Personen sowie
bei Personen mit schweren Krankheiten (siehe Bulletin Winter 2010
www.at-schweiz.ch > RauchstoppProgramm > Berichte / Bulletin).
Bulletin
Herbst 2014
Hospital Quit Support
Macé Schuurmans (UniversitätsSpital Zürich) informierte über
den aktuellen Stand des Projekts.
Das Ziel von Hospital Quit Support
ist, dass Raucherinnen und Raucher
in jedem Akutspital der Schweiz in
einer spezialisierten Beratungsstelle
kompetent zum Rauchstopp beraten
werden. Mitte 2014 ist das Projekt in
die fünfte Phase gestartet. Kernpunkte sind die folgenden:
•Anstossfinanzierung: Für die Eta blierung einer neuen Rauchstoppstelle an einer grösseren Klinik
oder Rehabilitationsklinik stehen
jeweils 20’000 Franken zur Verfügung. Entscheidend zum Gelingen
beitragen kann zudem die Unterstützung durch eine naheliegende
Klinik mit Erfahrung in Rauchstoppberatung.
• Schulung zur Rauchstoppberatung: Das Konzept für ein Angebot über drei Tage ist vorhanden.
Dieses wird aber nur umgesetzt,
falls nicht ein Schulungsprogramm
von anderer Seite angeboten wird.
• Evaluation: In drei Richtungen
soll die Auswertung erweitert werden. Wie kann die Nachbetreuung
nach Spitalaustritt am besten sichergestellt werden? Welche Faktoren sind hilfreich für den Aufbau
einer spitalinternen Beratungsstelle? Wie lässt sich der Mindestdatensatz für die jährliche Rückmeldung über die Beratungstätigkeit
einer Fachstelle an die Projektleitung optimieren?
Hospital Quit Support: Erfahrungen aus den Spitälern
Heinz Borer (Bürgerspital Solothurn)
• Regelmässige Informationsveranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte und
für Pflegefachmänner und Pflegefachfrauen sind nötig, um die Rauchstoppberatung und die Nikotinersatztherapie im Spital wieder in Erinnerung zu rufen. In jedem Fall ist der Rauchstatus in der Diagnoseliste zu erfassen.
Jocelyne Gianini und Jacques-Philippe Blanc
(Ospedale Regionale di Locarno La Carità)
• In Locarno zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Solothurn: Es braucht eine
regelmässige Information und Motivation des Spitalpersonals, damit die
rauchenden Patientinnen und Patienten systematisch für die Rauchstoppberatung angemeldet werden.
Didier Cozzani und Chantal Jornod (Hôpital Pourtalès, HNE)
•Das Akutspital verfügt seit Oktober 2013 über eine Beratungsstelle. 45
Prozent der Personen wurden von den Pneumologen und 40 Prozent von
den behandelnden Ärztinnen überwiesen, 8 Prozent kamen von sich aus.
7 Prozent wurden vor einem chirurgischen Eingriff zur Fachstelle gesandt.
Neu ab 2016: Rauchstopptag
Der bisherige Rauchstopp-Wettbewerb zum Welttag ohne Tabak vom 31.
Mai wird ab 2016 ersetzt durch einen Rauchstopptag und ergänzt durch einen Rauchstoppmonat. Verena El Fehri (Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz) stellte den neuen Rauchstoppevent vor.
Dieser doppelte Anlass richtet sich an Personen,
• die einen Tag ohne Zigaretten ausprobieren wollen (Motivierung),
• die vorhaben für immer mit Rauchen aufzuhören (Rauchstopp),
• die kürzlich aufgehört haben und am Rauchstopptag immer noch rauchfrei
sind (Stabilisierung).
Der Anlass gibt gleichzeitig die Möglichkeit, die Öffentlichkeit über
die verschiedenen Angebote zum Rauchstopp zu informieren und in
den Medien die Tabakentwöhnung zum Thema zu machen. Zudem
lässt sich der Anlass mit Aktivitäten für spezifische Zielgruppen und
Settings verknüpfen. Als Preise verlost werden für den Rauchstopptag hundert Gutscheine von 25 Franken und für den Rauchstoppmonat zwanzig Gutscheine zu 500 Franken und achtzig Gutscheine zu
50 Franken.
Die Promotion läuft ab Januar im Gesundheitsbereich, in Betrieben und über die Medien. Öffentlich aktiv ist der Anlass hauptsächlich von März bis Ende Mai mit dem Abschluss des Rauchstoppmonats. Hinzu kommen Aktivitäten in Betrieben, Spitälern, Schulen
und Sportvereinen. Als Evaluation vorgesehen sind vor allem eine
Bevölkerungsbefragung vor und nach dem Rauchstopptag und eine
Erfolgskontrolle sechs Monate nach Abschluss des Rauchstoppmonats bei den Teilnehmenden.
An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet: N. Broccard, V. El Fehri, J. Schmid. Gestaltung: H.P. Hauser
AT, Haslerstrasse 30, 3008 Bern, Telefon 031 599 10 20, Fax 031 599 10 35
© AT, Oktober 2014
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