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6.2015 | 21. März 2015
www.schafzucht-online.de
Schafzucht
Schaf- und Ziegenfreunde
Foto: Dierichs
Magazin für
Aktuell im Heft
Spitzenpreise
Fleischschaf-Elite
erfolgreich
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Service
Panorama
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Der Anblick eines kranken Schafes kommt in der Öffentlichkeit nicht gut an!
TIERGESUNDHEIT
Liebe Leserinnen
und liebe Leser,
keine Frage, auch seine
Elite-Böcke waren gut! Die
Rede ist von Schäfermeister Knut Kucznik. Aber
aufgefallen ist er wegen
seiner Handschuhe, die er
während der Elite in Verden beim Vorführen seiner Tiere trug. Ungewöhnlich und vor allem
mutig! Denn das Tragen
von Arbeitshandschuhe
aus Gründen der Gesundheitsvorsorge und der Arbeitsicherheit wird
in der Schafhaltung leider
noch zu oft
belächelt.
Ihr
Moderhinke: Zeitnahes Eingreifen nötig
Die Frühlingssonne lockt viele Menschen raus in die Natur. Freude kommt auf, wenn sie eine
Schafherde auf frischem Grün sehen. Doch fällt der Blick von hinten auf die weiterziehende
Herde mit humpelnden und sich sichtbar quälenden Schafen macht sich schnell Unmut breit.
B
ei der Erkrankung der
Vorderläufe knien die
Schafe bei der Futteraufnahme
und teilweise auch bei der
Fortbewegung auf den Vorderfußwurzelgelenken, um die
schmerzenden Klauen zu entlasten. Bei erkrankten Hinterläufen nehmen die Tiere eine
Schonhaltung ein, d. h. sie entlasten im Wechsel die Hinterbeine oder sie fressen im Liegen. Einer in Bewegung
befindlichen Schafherde folgen
die kranken Tiere humpelnd
mit charakteristischem Kopfnicken. Schwer erkrankte Tiere laufen teilweise auf drei Beinen. Greift die Erkrankung auf
die
Klauengelenke
über,
kommt es zum Festliegen. Abmagerung, aber auch die Ablösung des gesamten Hornschuhs zählen zu den weiteren
Symptomen.
Aus tierschutzrechtlichen
und wirtschaft lichen Gründen
ist bei einem Moderhinkebefall
eine Bestandssanierung der gesamten Herde erforderlich.
Kranke Tiere gehören aufgestallt und gesund gepflegt.
Humpelnde Tiere am Ende einer Herde zerstören das gute
Image der Schafhaltung in der
Bevölkerung!
Bei der Moderhinke handelt
es sich um eine bakterielle Erkrankung des Klauenhorns.
Die Erkrankung verbreitet sich
durch die indirekte Übertragung über den Boden kontaminierter Weiden aus und ist
hochinfektiös. Die eitrige Entzündung der Klauen ist an der
schmierigen,
grau-weißen
Masse der Eiterherde erkennbar, von denen ein unangenehmer, faulig-süßer Geruch ausgeht.
Weitere
Informationen:
Schafzucht 09/2013, Seite 30:
Moderhinke – Behandlungsstrategien und Vorbeugemaßnahmen.
Anke Klabunde/AID
 Fachbuch „Klauenpflege Schaf
und Ziege“. Von Heinz Strobel.
ISBN 978-3-8001-5851-5. 24,90
Euro. Verlag Eugen Ulmer.
Jetzt bestellen auf www.PresseKatalog.de
PANORAMA
LESERFOTO DES MONATS
von Stefanie Valerius-Willems
Zünftiges „Outfit“
In diesem Outfit kann ein Schäfer sich
im Jahre 2015 sehen lassen, oder?
Das Foto wurde Weihnachten in
54533 Gransdorf/Eifel aufgenommen,
nachdem Philipp beim Krippenspiel einen Schafhirten spielte!
SITUATIONSBERICHT
ZAHL DES MONATS
285.000
landwirtschaftliche Betriebe gab es 2013 in Deutschland.
Damit kommen auf einen Betrieb knapp 285 Einwohner.
Die Landwirtschaftsfläche macht in Deutschland rund 52 % der
Gesamtfläche aus, also rund 18,6 Mio. ha. Das entspricht ungefähr
der zweifachen Größe Portugals. In Deutschland bewirtschaften
69 200 landwirtschaftliche Betriebe eine Fläche, die kleiner als 10
ha ist; 35 200 Betriebe verfügen dagegen über eine Fläche von
über 100 ha. BMEL, Statistisches Bundesamt
KURZMELDUNGEN
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
+ + Förderkulisse: Die Region Hannover ist jetzt auch in Förderkulisse Herdenschutz aufgenommen worden. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilte, war die
Voraussetzung die Feststellung eines Wolfspärchens bei Fuhrberg. Die Anerkennung des Landkreises „Region Hannover“
als Teil der Förderkulisse ermögliche den Nutztierhaltern dort,
ab sofort Präventionsmaßnahmen fördern zu lassen. Zudem
sei es möglich, Billigkeitsleistungen zum finanziellen Ausgleich
bei Nutztierrissen zu beantragen, sofern der Wolf Verursacher
sei. + + Verhaltensauffälliger Wolf: Auch das niedersächsische Umweltressort hat auf ein „auffälliges Wolfsverhalten“
eines jungen Tieres im Raum Wildeshausen hingewiesen. Aufgrund der zu befürchtenden Gefahren erteilte das Ministerium die Genehmigung, das Tier „gegebenenfalls mit Gummigeschossen zu vergrämen, zu betäuben oder es in letzter
Konsequenz zu töten“. + + Schmallenberg-Virus: Bei einem
missgebildeten, tot geborenen Lamm aus dem Norden von
Rheinland-Pfalz ist das Schmallenberg-Virus nachgewiesen
worden. Wie das Landesuntersuchungsamt (LUA) mitteilte, handelt es sich um den landesweit ersten Fall in diesem Jahr, während der Virus im letzten Jahr zwei Mal bestätigt worden war.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Frauen leisten entscheidenden
Beitrag zum Betriebserfolg
F
rauen stellen einen großen Teil der Beschäftigten in der deutschen
Landwirtschaft und haben
für die Betriebe immer
mehr Bedeutung. Das hat
der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) anlässlich des Weltfrauentages (08. März) betont.
Von den 2013 insgesamt etwa 1,02 Mio. Beschäft igten in der Landwirtschaft waren laut RLV
rund 38 % weiblich. So-
größte Teil der landwirtschaft lichen Betriebe vom
Ehepaar partnerschaft lich
als Familienbetrieb geleitet
worden. Auf diesen Höfen
spielten Frauen oft eine zunehmend wichtigere Rolle.
Sie seien als Beraterin,
Schrift leiterin und Finanzverwalterin oder als Fachkraft sowohl in der Pflanzenproduktion als auch in
der Tierhaltung tätig.
Gerade Frauen stellten
häufig ihr flexibles Orga-
Flexibles Organisationstalent
und Ideenreichtum
wohl bei den Familienarbeitskräften als auch bei
den ständig angestellten
Arbeitskräften betrug der
Anteil jeweils ein Drittel.
Zudem waren in dem Berichtsjahr 47 % der Saisonarbeitskräfte weiblich.
In den Führungspositionen fiel das Geschlechterverhältnis dagegen dem
RLV zufolge deutlich unausgewogener aus: Nur 9 %
der 2013 gezählten 285 000
landwirtschaft lichen Betriebe in Deutschland wurden von Frauen geführt.
Allerdings sei der weitaus
nisationstalent unter Beweis und zeigten Ideenreichtum, Ausdauer, eine
große Portion Gelassenheit sowie das Gespür für
das Machbare, betonte der
RLV. Schließlich habe die
Suche nach neuen Einkommensmöglichkeiten
„die Rolle der Frau in
der Landwirtschaft
weiter aufgewertet“.
Häufig seien es nämlich die Frauen, die
sich um eine Anpassung
an die veränderten Rahmenbedingungen bemühten.
AgE
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Schafzucht 6.2015
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VDL-INFORMATIONEN
EUROPÄISCHE AGRARPOLITIK
Können Brachflächen und beweidbare Dämme bald beweidet werden?
as
Bundesministerium für Ernährung und
Landwirtschaft (BMEL) hat
– im Nachgang zu der Videokonferenz zur Umsetzung der
EU-Agrarreform – mit der
„Ersten Verordnung zur Änderung der DirektzahlungenDurchführungsverordnung“
den Vorstoß unternommen,
den Wünschen der Schaf- und
Ziegenhalter bei der Beweidung von Brachflächen sowie
beweidbaren Dämmen entgegenzukommen.
Das BMEL teilte mit, dass in
dieser ersten Änderungsverordnung insbesondere zur besseren Berücksichtigung der Situation der schaf- und ziegenhaltenden Betriebe Anpassungen vorgenommen werden.
Beweidung von Dämmen an Wasserstraßen
In dem Verzeichnis von Flächen, die nicht beihilfefähig
sind, weil sie hauptsächlich für
eine nichtlandwirtschaftliche
Tätigkeit genutzt werden, sind
Anlagen erfasst, die dem
Schiffsverkehr von Personen
und Sachen dienen. Durch die
Änderung der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung soll klargestellt werden, dass „beweidbare Dämme“ nicht unter diese Anlagen
fallen. Diese (für die Betriebsinhaber günstige) Änderung
soll mit Wirkung vom 1. Januar 2015 in Kraft treten.
Nutzung von Brach-/ökologische Vorrangflächen
Nach Auskunft des BMEL hat
die EU-Kommission zwischenzeitlich klargestellt, dass der
Aufwuchs einer Brachfläche,
die von einem Betriebsinhaber
Foto: Dierichs
D
Bald möglich: Die Beweidung von Dämmen an Wasserstraßen?
als ökologische Vorrangfläche
ausgewiesen wird, außerhalb
des Stilllegungszeitraums unter bestimmten Bedingungen
genutzt werden kann.
Da für diese Flächen grundsätzlich ein Produktionsverbot
gilt, ist eine Begrünung nur aus
Umweltgründen, z. B. im Rahmen von Agrarumwelt- und
Klimamaßnahmen der 2. Säule
der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) oder von CrossCompliance-Vorschriften, zulässig. Daraus ergibt sich, dass
nur sehr extensive Nutzungen
in Frage kommen können. Vor
diesem Hintergrund soll die
Nutzung des Aufwuchses
durch Beweidung mit Schafen
und Ziegen ab dem 1. August
des Antragjahres – dem Datum, ab dem § 25 auf solchen
Flächen bereits eine Aussaat
oder Pflanzung zulässt, die
nicht nur vor Ablauf des Jahres
zur Ernte führt – ermöglicht
werden.
Damit wird ein ganz wichtiges Anliegen der Schaf- und
Ziegenhalter berücksichtigt, so
die Bewertung der Vorsitzenden von VDL und BDZ, Peter
Reuter und Bernd Merscher.
Beweidung von Truppenübungs- und Flugplätzen
Ein weiterer Punkt, für den
VDL und BDZ um Klärung gebeten hatten, betrifft die Beweidung von Truppenübungsund Flugplatzflächen.
Ausschlaggebend ist hier
laut § 12 der DirektzahlungenDurchführungsverordnung,
dass die landwirtschaftliche
Tätigkeit (im Fall der Schafund Ziegenhalter die Beweidung) auf der Fläche nicht
maßgeblich durch die nichtlandwirtschaftliche Tätigkeit
(z. B. eine militärische Nutzung) stark eingeschränkt
wird. Eine starke Einschränkung ist laut § 12 u.a. gegeben,
wenn bei Dauergrünland innerhalb der Vegetationsperiode die nichtlandwirtschaftliche Tätigkeit (militärische
Nutzung), die eine gleichzei-
tige landwirtschaftliche Tätigkeit (Beweidung) in diesem
Zeitraum erheblich beeinträchtigt oder ausschließt, länger als 14 aufeinanderfolgende
Tage dauert oder insgesamt an
mehr als 21 Tagen im Kalenderjahr durchgeführt wird.
Vor diesem Hintergrund
haben scheinbar mehrere Betriebe in Thüringen Probleme,
die bisher von ihnen gepflegten Truppenübungsplätze weiterhin als „zahlungsanspruchsberechtigt“ einstufen zu lassen.
Leider wurde anlässlich der
Länderreferentensitzung nach
Auskunft des BMEL nur von
diesen Einzelfällen berichtet,
sodass das BMEL betroffenen
Betrieben empfiehlt, Zweifelsfälle weiterhin unmittelbar mit
den zuständigen Stellen vor
Ort zu diskutieren.
Die VDL wird gemeinsam
mit dem Landesschafzuchtverband nachfassen, denn diese
Interpretation darf nicht zur
Nachahmung anregen. Aus
VDL-Sicht wird ein Auslegungsvermerk benötigt, der
eine derart enge Auslegung
verhindert. Auch in anderen
Fällen ist der Landwirt wochenlang nicht auf der Fläche,
ohne dass dies Auswirkungen
auf Zahlungsansprüche hat.
Hinsichtlich der Einstufung
von Flugplatzflächen wird derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof in einem Vorabentscheidungsverfahren die Frage
behandelt, ob und gegebenenfalls inwieweit diese Flächen
beihilfefähig sein können. Es
ist nach Angaben des BMEL
möglich, dass sich aus dem Ergebnis dieses Verfahrens Konsequenzen für die nationale
Umsetzung ergeben.
Anlässlich der Länderreferentensitzung wurde aber nicht
von Auslegungsproblemen berichtet, so das BMEL.
VDL
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