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Hannover Messe 2004

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Big Data bietet noch viele Potenziale –
die notwendigen Fachkräfte fehlen
Dipl.-Ing. Dieter Westerkamp,
Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI
Statement zur CeBIT 2015, 16. März 2015,
Hannover Messe, Convention Center (CC), Saal 18
Es gilt das gesprochene Wort.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
mit dem Leitthema „d!conomy“ spricht die CeBIT in diesem Jahr
den derzeit stattfindenden Wandel zur vollständig vernetzten
Wirtschaft und Gesellschaft an. Wir werden tatsächlich radikale
Veränderungen von Produkten, Geschäftsmodellen und
Fertigungsprozessen erleben – in allen Wirtschaftszweigen. Wir
stehen hier erst am Anfang der Entwicklung. In unserer Umfrage
haben wir versucht zu ermitteln, inwieweit bereits heute industrielle
Produkte und Geschäftsmodelle über das Internet bzw. digital
vertrieben werden. Die Antwort überrascht nicht: Etwa 80 Prozent
der Befragten gibt an, nur bis zu 40 Prozent der Produkte und
Dienstleistungen über das Internet bzw. digital zu vertreiben. Hier
lässt sich also noch sehr viel Potenzial heben.
Im Weiteren wollten wir wissen, wie der Nutzen von Big Data – d.h.
die Nutzung von großen, komplexen Datenmengen – aktuell und in
fünf Jahren eingeschätzt wird. Es ergibt sich eine praktisch
unveränderte Situation zum Vorjahr, als wir diese Frage schon
einmal gestellt haben. 44 Prozent der Befragten geben an, aktuell
ein geringes bzw. sehr geringes Potenzial zu sehen. In fünf Jahren
sehen immerhin 46 Prozent eher ein großes bzw. ein sehr großes
Potenzial – das Blatt wird sich also gewendet haben. Erstaunlich ist,
dass sich die Einschätzung tendenziell gegenüber dem vergangenen
Jahr etwas eingetrübt hat.
Folie 10 zeigt noch einmal die Gegenüberstellung der aktuellen
Einschätzung und derjenigen in fünf Jahren.
Auf die Frage nach der heutigen Nutzung geben knapp 10 Prozent
aller Befragten an, Big Data bereits einzusetzen. Immerhin 40
Prozent geben an, Big Data teilweise zu nutzen. Generell ist
festzustellen, dass die Nutzung in Großunternehmen aktuell deutlich
stärker ist als in KMU.
Bei der Nutzung aller entstehenden Daten im industriellen Umfeld
stellt sich natürlich auch die Frage nach dem damit verbundenen
Risiko. Dieses Risiko der Nutzung von Big Data wird als hoch
angesehen. 68 Prozent der Befragten bewerten das Risiko mit hoch
bzw. sehr hoch. Es bestehen also deutliche Vorbehalte gegenüber
der Nutzung aller zur Verfügung stehenden Daten. Auch wenn heute
Lösungen angeboten werden, die als sicher gelten, bleibt es dabei,
dass sich diese erst über einen längeren Zeitraum im Hinblick auf
ihre Sicherheit bewähren müssen.
Das größte Potenzial wird Big Data für die Fehlerdiagnose und
Produktverbesserung bieten – dicht gefolgt von der
Fehlerfrüherkennung und vorausschauenden Instandhaltung der
Produktionsanlagen. Beides wird von etwa 51 Prozent der Befragten
angegeben.
Ein genauerer Blick auf den Arbeitsmarkt für Informatiker zeigt,
dass die Anzahl von offenen Stellen im Vergleich zu arbeitslos
gemeldeten Informatikern größer geworden ist. Das verdeutlicht die
Grafik mit der sogenannten Engpassrelation. Im Durchschnitt gibt es
2,7 offene Stellen auf einen arbeitslosen Informatiker. Am größten
ist die Engpassrelation bei Informatikern ohne spezielle
Anforderung mit 8,2 sowie bei Wirtschaftsinformatikern mit 5,1.
Die meisten Informatiker werden für die Software-Entwicklung
gesucht – dies geben 70,8 Prozent der Befragten an. Es folgen
Experten für die IT-Sicherheit, was gut zu den Ergebnissen der
aktuellen technischen Trends passt. 44 Prozent der Befragten sagen,
IT-Sicherheitsexperten zu suchen.
Auf die Frage, welches die Gründe für eine nicht ausreichende
Bewerberlage sind, sagen gut 48 Prozent, dass die Anzahl der
Bewerber nicht ausreicht – fast 45 Prozent geben an, dass die
Qualifikation der Bewerber unpassend ist. Diese Entwicklung ist
gegenüber dem letzten Jahr neu: Hier war die Zahl der Nennungen
im Hinblick auf zu wenige Bewerber sehr viel größer. Zusätzlich
muss noch berücksichtigt werden, dass für die nächsten Jahre ein
steigender Bedarf artikuliert wird.
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Interessiert hat uns auch die Frage, wie man mit der Situation der
Bewerberlage umgeht. Im Unterschied zum vergangenen Jahr ist die
Hauptmaßnahme nicht mehr das Outsourcing von Dienstleistungen,
sondern die Weiterbildung des eigenen Personals. Knapp 47
Prozent der Befragten geben dies so an. Gerade von KMUs wird
dieses Vorgehen vergleichsweise oft gewählt. 39,4 Prozent sagen,
Dienstleistungen nach außen zu vergeben, gefolgt von der
Einrichtung von flexiblen Arbeitszeit- und Beschäftigungsmodellen.
Lassen Sie mich zusammenfassen:
1. Big Data wird industriell noch nicht intensiv genutzt – es
gibt noch ein großes Potenzial. Das Risiko der Nutzung von
Big Data wird als hoch angesehen.
2. Die Nachfrage nach Informatikern kann nicht ausreichend
befriedigt werden. Zum einen gibt es nicht genügend
Bewerber – zum anderen ist die Qualifikation von
Bewerbern häufig nicht passend.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
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