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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
www.wuerzburg-gegen-rechtsextremismus-symposium.de
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
„Der Rechtsextremismus passt sich an.
Um so wichtiger sind ständige Wachheit, rechtzeitige
Vorbeugung und konsequente Abwehrmaßnahmen.
Machen wir uns nichts vor. Der Weg ist lang.
Aber die Demokratie, die offene Gesellschaft
ist diese Anstrengung wert!“
Wolfgang Thierse
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Grußwort
Seite
4
Grundgedanken
Seite
6
Integrierte Filmprojekte
Seite
8
Tagungsprogramm
Seite 12
Referate und Workshops—Inhalte
Seite 16
Auf einen Blick—Referate und Workshops
Seite 30
Vorstellung
ReferentInnen / WorkshopleiterInnen
Seite 33
Ein „besonderes“ Buchprojekt
Seite 40
Alle Infos zur Anmeldung
Seite 42
Anmeldung bitte im Internet unter:
www.wuerzburg-gegen-rechtsextremismus-symposium.de
Anreise
Seite 47
Der lap würzburg
Seite 48
Verantwortlich Konzeption / Organisation
Seite 51
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Robert Scheller
rechtsk. berufsm. Stadtrat und Stadtkämmerer
bis 01.08.2014 Leiter des Jugend-, Familien– und Sozialreferats
Stadt Würzburg
Kommunen und Landkreise in Deutschland wurden im
Herbst 2010 von Seiten der Bundesregierung dazu aufgerufen, sich für eine Förderung durch das Bundesprogramm „Toleranz
fördern – Kompetenz stärken“ zu bewerben.
Seit Aufnahme der Stadt Würzburg im Jahr 2011 bündelten wir in diesem
Projekt unser Engagement für ein demokratisches Zusammenleben und
entwickeln seither gemeinsam Handlungsstrategien im intersozialen wie
im interkulturellen Bereich. Eng vernetzt arbeiten Entscheidungsträger
auf politischer Ebene mit Verwaltungen und Ämtern, genauso wie mit
zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und Initiativen zusammen, um
Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Wir in Würzburg konnten auf einer bereits vorhandenen, stabilen Basis
aufbauen. Die beiden verantwortlichen Kooperationspartner — das Würzburger Bündnis für Zivilcourage mit seinen inzwischen über 65 Mitgliedsorganisationen und das Sozialreferat—bilden eine verlässliche Grundlage
zum Erreichen der Zielperspektiven des Projektes für unsere Stadt.
Ich bedanke mich sehr herzlich für die intensive Einsatzbereitschaft des
Würzburger Bündnisses für Zivilcourage.
Übergeordnetes Ziel des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ ist es, Vielfalt und Toleranz als zentrale Werte der gesamten Gesellschaft zu festigen und Kinder und Jugendliche früh für ...
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Diese grundlegenden Regeln eines friedlichen und demokratischen Zusammenlebens zu gewinnen. Das Bundesprogramm fördert deshalb sowohl politische Bildung als auch die Arbeit im präventiv-pädagogischen
Bereich.
Das Symposium „HALT- geben – Kinder und Jugendliche im Sog neuer
subtiler Mechanismen des Rechtsradikalismus“ bewegt sich in genau diesem Aktionsradius der präventiven Arbeit.
Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, Experten zum Thema Kinder
und Jugendliche im Spannungsfeld von rechtem Gedankengut gewinnen
zu können.
Auf diese Weise bieten wir pädagogischen und psychologischen Fachkräften die Möglichkeit des Austausches und die Erweiterung ihres Kenntnisstandes hinsichtlich rechter Strukturen und zeigen gleichzeitig frühe
Warnsignale in der Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen auf. Es
ist von größter Bedeutung, Kinder und Jugendliche zu befähigen, ein verantwortungsbewusstes Miteinander, geprägt von gegenseitiger Anerkennung, zu leben und Eltern bei dieser Erziehungsaufgabe zu unterstützen.
Ich danke deshalb allen Beteiligten für ihr großes Engagement und wünsche Ihnen ein informatives und bereicherndes Symposium.
Robert Scheller
rechtsk. berufsm. Stadtrat und Stadtkämmerer
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Rechtsextremisten ködern ihren Nachwuchs vor allem unter Jugendlichen. Das
typische Einstiegsalter liegt zwischen 12 und 15. Als „Einstiegdroge“ Nummer 1
gilt Musik. Bei der jugendlichen Zielgruppe spielen aber auch Faktoren wie Kameradschaft, Abenteurertum, Geltungsdrang und Protest eine große Rolle. In
manchen Orten hat der Rechtsextremismus bereits die Vorherrschaft in den Jugendmilieus erobert und ist zur prägenden Ideologie geworden – und dies über
die Grenzen der Subkulturen hinaus.
Ein nicht unerheblicher Teil der rechtsextremen Szene existiert jenseits rechtsextremer Organisationsformen. Alltagskulturelle Einflüsse im sozialen Umfeld
wie Fußballspiele, Kneipenabende und Treffen in öffentlichen oder privaten
Räumen zu „ganz normalen Anlässen“ wie Geburtstagen oder täglicher Freizeitgestaltung sind wichtige Bestandteile einer von Rechtsextremen mitbestimmten
Alltagskultur. Die ausdifferenzierten alltagskulturellen Angebote der rechten
Szene, die ab einem gewissen Grad der Ausprägung als rechtsextreme Erlebniswelten bezeichnet werden können, spielen jedoch eine wesentliche Rolle für die
Ausbreitung dieses Phänomens unter Kindern und Jugendlichen.
Die Zahl von Frauen und Männern mit rechtsextremen Tendenzen übersteigt die
Zahl politischer AktivistInnen bei weitem. Rechtsextreme Einstellungen finden
sich auch bei Personen, die zwar nie eine Anbindung an die Szene hatten, sich
aber in einem gesellschaftlichen Umfeld bewegen, in dem Vorurteile gegen Minderheiten zum Alltag gehören. Hinzu kommen Menschen, die sich nach einer
aktiven Phase in rechtsextremen Strukturen ins Private zurückgezogen haben,
ohne dabei ihre rechtsextremen Einstellungen aufzugeben.
Rechtsextreme Erlebniskultur und rechtsextreme Infrastruktur schaffen ein soziokulturelles Milieu, in dem Mädchen und Jungen sowie junge Erwachsene beiderlei Geschlechts in unterschiedlichen Abstufungen „rechte“, „rechtsextremorientierte“ oder „rechtsextreme“ Lebensstile und Identitäten entwickeln können. Rechtsextreme Kultur lässt sich damit nicht mehr nur in einschlägigen Veranstaltungen, wie z.B. Konzerten ausleben, sondern durchdringt die ver6
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
schiedensten alltäglichen Lebensbereiche. Anders als bei so genannten „Parallel
-Welten“ sind rechtsextrem mitbestimmte Erlebniswelten meist nicht von der
Außenwelt abgeschottet, sondern haben durchlässige Grenzen. Diese sorgen
gleichzeitig für personellen Nachwuchs und machen ihre Attraktivität aus.
Das Symposium „HALT- geben – Kinder und Jugendliche im Sog neuer subtiler
Mechanismen des Rechtsradikalismus“ bewegt sich im Wirkungsbereich der
präventiven sozialen Arbeit. Es baut auf drei Bedeutungs-Säulen:
HALT im Sinne von Stopp. Dieses deutliche Zeichen, ausgesprochen von pädagogisch Verantwortlichen, setzt Engagement gegen eine Entwicklung hin zu radikalem Gedankengut und Handeln von Kindern und Jugendlichen voraus, ist aber
genauso Verpflichtung in der Orientierung gebenden Erziehung unserer Kinder.
HALT geben, als zweite Säule, charakterisiert den wichtigsten Präventivgedanken für die persönliche Beständigkeit Jugendlicher gegen die Anziehungskraft
rechter Gruppen. Diese Geborgenheit durch Gemeinschaft und persönliche Anerkennung und versuchen auf diesem subtilen Weg ihr Gedankengut in den Seelen der Kinder und Jugendlichen zu verankern.
Die dritte Säule: Sensibilisierung für Diskriminierung und Demütigung im Alltag
und deren Ausbreitung in unserer Gesellschaft, Kenntnis über die Arbeitsweise
und Methoden von rechten Gruppierungen und feinfühlige Wahrnehmung von
frühen Warnsignalen in der Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen.
Das Symposium stellt diese drei Säulen in den Mittelpunkt und stärkt diese mit
Sicht auf die vielfältigen Lebensbereiche der Kinder und Jugendlichen in unserer
Gesellschaft.
Das Engagement für Demokratie und Toleranz ist ein wichtiges Anliegen. Dazu
braucht es Menschen, ganz besonders in den pädagogischen Berufen, die hinschauen, aufmerksam sind, sich engagieren, Halt geben und damit die Werte
unserer Demokratie an die nächste Generation weitergeben.
Ihre Koordinationsstelle lap würzburg
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Symposium:
HALT geben
Kinder und Jugendliche
im Sog neuer subtiler Mechanismen
des Rechtsradikalismus
Termin:
23. Oktober 2014
Ort:
Kloster Himmelspforten
Zielgruppe:
pädagogische Fachkräfte
Moderation:
Herr Eberhard Schellenberger
ab 7:45 Uhr
Öffnung des Tagungsbüros
Öffnung des Büchertischs
Kaffeetheke
8:15 Uhr
Beginn des Symposiums
8:15 Uhr
Begrüßung:
Herr Oberbürgermeister
Christian Schuchardt
8:25 Uhr
Grußwort:
Herr Robert Scheller
rechtsk. berufsm. Stadtrat
und Stadtkämmerer
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Symposium – Abschnitt 1:
Referate zu folgenden Themen
Referat 1:
8:40 - 9:10 Uhr
Johannes Kiess
Die stabilisierte Mitte—Rechtsextreme Einstellung in Deutschland
Referat 2:
9:20 - 9:50 Uhr
Dr. Esther Lehnert
Mädchen und Frauen
- die „sanfte Seite“ des modernen Rechtsextremismus?
9:50 - 10:10 Uhr — Kaffeepause
Referat 3:
10:10 - 10:40 Uhr
Claudia Hempel
Wenn Kinder rechtsextrem werden / Sichtweise Familien
Referat 4:
10:50 - 11:20 Uhr
Jan Raabe
Musik als Zugang von rassistischem und antisemitischem Gedankengut
Referat 5:
11:30 - 12:00 Uhr
Stefan Lutz-Simon
Antirassistische Bildungsarbeit der Jugendbildungsstätte Unterfranken
12:15 Uhr Mittagessen / Mittagspause
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Symposium – Abschnitt 2
Workshops von 13.15 bis 16.30 Uhr
Workshop 1:
Johannes Kiess und Stefanie Köster
Die stabilisierte Mitte
— Rechtsextreme Einstellung in Deutschland
zum Inhalt: Seite 13 und 14
Workshop 2:
Esther Lehnert
Das Phänomen der „doppelten Unsichtbarkeit“ von
Frauen und Mädchen im heutigen Rechtsextremismus
zum Inhalt: Seite 15 und 16
Workshop 3:
Claudia Hempel
Wenn Kinder rechtsextrem werden
zum Inhalt: Seite 17 und 18
Workshop 4:
Jan Raabe
Musik als Zugang von rassistischem und
antisemitischem Gedankengut
zum Inhalt: Seite 19 und 20
Workshop 5:
Stefan Lutz-Simon
Würzburg macht Schule ohne Rassismus — mit Courage
zum Inhalt: Seite 21 und 22
Workshop 6:
Constanze Borckmann
Die rechte Seite bei facebook und Co.
zum Inhalt: Seite 23 und 24
Workshop 7:
Ronny Blaschke
Angriff von rechts außen
zum Inhalt: Seite 25 und 26
14
Während
der Workshops:
offene
Kaffeetheke
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
16:45 Uhr – 17:30 Uhr
Podiumsgespräch/-diskussion
zu den Ergebnissen der Workshops
Moderation: Eberhard Schellenberger
Symposium Abschnitt 3
17.30 Uhr
Einrichtung eines Antidiskriminerungstelefons
des Würzburger Ombudsrates
für und in Würzburg
Hier melden Sie sich bei struktureller Diskriminierung,
z.B. aufgrund von:

Alter

Behinderung

Geschlecht

Hautfarbe

Herkunft/Nationalität

Religion

Sexueller Orientierung

Weltanschauung
sowie bei Erfahrungen mit Rechtsextremismus
ombudsrat@zivilcourage-wuerzburg.de
Telefon : 03 21 21-36 05 71
Netzanrufbeantworter, wir rufen Sie baldmöglichst zurück.
Abschlussworte
18:00 Uhr Ende des Symposiums
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Referat 1
Rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2002-2014:
Ergebnisse der Leipziger Mitte-Studien
Herr Dr. Johannes Kiess
Die Leipziger Mitte-Studien untersuchen seit 2002 die Verbreitung und
Entstehungsfaktoren rechtsextremer Einstellung. Dazu wird alle zwei Jahre eine deutschlandweite Repräsentativbefragung durchgeführt.
Das Impulsreferat stellt die neuesten Ergebnisse der Studie aus dem Jahr
2014 vor und vergleicht diese mit den bisherigen Erhebungen. Rechtsextreme Einstellung wird dabei verstanden als ein Weltbild das auf einer Ungleichwertigkeitsideologie beruht. Erhoben werden sechs Dimensionen:
Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Verharmlosung des
Nationalsozialismus.
Zusätzlich werden weitere Fragebögen zu politischen Einstellungen und
soziodemographischen Merkmalen eingesetzt. Zwar gingen die Werte
beim Rechtsextremismusfragebogen im Jahr 2014 zurück (zu 2012),
gleichzeitig stieg allerdings die Abwertung von Muslima/en, Sinti und Roma sowie Asylbewerbern stark an. Die Leipziger Mitte-Studien versuchen
diese Entwicklungen insbesondere auch gesellschaftstheoretisch zu erklären. Der Titel der aktuellen Studie „Die stabilisierte Mitte“ macht dies
deutlich: Die momentan gute wirtschaftliche Lage in Deutschland, gerade
im Vergleich zu einigen europäischen Nachbarn stabilisiert die Einstellung
zu Demokratie. Gleichzeitig ist diese Stabilisierung aber fragil.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop 1
Rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2002-2014:
Ergebnisse der Leipziger Mitte-Studien
Herr Dr. Johannes Kiess und Stefanie Köster
Im Workshop werden zunächst die im Referat
angesprochenen Untersuchungsergebnisse vertieft.

Welche Formen rechtsextremer Einstellung sind besonders verbreitet?

Welche Bevölkerungsgruppen neigen eher zu antidemokratischen
Einstellungen?

Und wie lassen sich die Entstehung und Entwicklung dieser Einstellungen erklären?

Außerdem werden im Workshopteil dann einige dieser Punkte vertieft
und konkrete Handlungsfelder gemeinsam bearbeitet.
Rechtsextremismus als ein Problem der Mitte zu erkennen bedeutet
auch, das Thema als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu begreifen.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Referat 2
Mädchen und Frauen
- die „sanfte Seite“ des modernen Rechtsextremismus?
Dr. phil. Esther Lehnert
Das Phänomen der „doppelten Unsichtbarkeit“ und was in der Pädagogik
Tätige und andere Engagierte dagegen tun können - Mädchenarbeit und
Rechtsextremismusprävention.
Ungeachtet der nach wie vor wirkungsmächtigen Bilder über den männlichen, gewalttätigen Stiefelnazi sind rechte bzw. rechtsextrem orientierte
Mädchen und Frauen fester Bestandteil rechtsextremer Lebenswelten.
Nicht erst seit der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und dem Prozess gegen Beate Zschäpe wird von WissenschaftlerInnen darauf verwiesen, dass Frauen und Mädchen von großer
Wichtigkeit in und für rechtsextreme Lebenswelten sind, und dass darüber hinaus ihr sichtbarer Anteil im Steigen begriffen ist. In dem Vortrag
soll es von daher darum gehen, einen umfassenden Überblick über das
Engagement von Frauen und Mädchen im modernen Rechtsextremismus
darzustellen und darüber hinaus sollen „weibliche“ rechtsextreme Strategien aufgedeckt werden.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop 2
Mädchen und Frauen
- die „sanfte Seite“ des modernen Rechtsextremismus?
Dr. phil. Esther Lehnert
In dem anschließenden Workshop wird sich verstärkt mit dem Phänomen
der „doppelten Unsichtbarkeit“ von Frauen und Mädchen auseinandergesetzt werden.
Denn ungeachtet ihrer Existenz in der Szene werden Mädchen und junge
Frauen in der Jugendarbeit immer wieder „übersehen“.
Parteiliche Mädchenarbeit hat in den letzten Jahrzehnten Handlungswissen geschaffen, das sich mit den komplexen und widersprüchlichen Anforderungen an Mädchen und junge Frauen heutzutage auseinandersetzt. Diese Ansätze gilt es für die Präventionsarbeit gegen Rechts fruchtbar zu machen.
In dem Workshop soll es vertiefend um die unterschiedlichen Rollen sowie die Motive von Mädchen und jungen Frauen im heutigen Rechtsextremismus gehen.
In einem zweiten Schritt werden entlang der Erfahrungen der TeilnehmerInnen exemplarische Strategien erarbeitet.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Referat 3
Wenn Kinder rechtsextrem werden
Claudia Hempel
Sie sitzen im Wohnzimmer - vor ihnen liegen die Fotos ihrer Kinder:
Babys, Kleinkinder, Schulkinder mit offenen, lebendigen Gesichtern und
großen Augen, die mit Neugier in die Welt hinaus blicken.
Heute aber sind aus den niedlichen Kleinen plötzlich Nazis geworden.
Brutale Schläger mit Glatze und Bomberjacke oder auch Intellektuelle der
neuen braunen Elite.
Hilflos erzählen die Mütter ihre Geschichte, die von durchweinten Nächten, handfesten Auseinandersetzungen, Versagensängsten und Schuldgefühlen handelt. In manchen Details ähneln sich die Erlebnisse auf geradezu bedrückende Art, denn erst das kollektive Schweigen oder Verdrängen
von Jugendamt, Schule oder Nachbarn bietet diesen Jugendlichen die
Plattform für ihre anfangs unbeholfenen, später stark verfestigten Ansichten eines rechtsextremen Weltbildes.
So setzt sich aus den verschiedenen Interviews ein multiples Gefüge zusammen, das zumindest einen Schluss deutlich zulässt: Rechtsextremismus ist möglich, weil Zivilgesellschaft versagt.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop 3
Wenn Kinder rechtsextrem werden
Claudia Hempel

Von den Direktoren der Schulen werden die Mütter mit der Begründung abgewiesen, es gäbe hier kein rechtsextremes Problem.

Die LehrerInnen zucken die Schultern und meinen, sie hätten zwar einen Bildungs- aber keinen Erziehungsauftrag.

Die Nachbarn schauen weg, wenn die Jugendlichen der Eigenheimsiedlung plötzlich mit Springerstiefeln und Reichskriegsflagge in die Schule
gehen.

Das Jugendamt macht die Mütter selbst verantwortlich, denn wer sich
scheiden lasse, brauche sich ja nicht wundern, wenn das Kind plötzlich
rechtsextrem wird.

Und in der Sozialbetreuung hören die Eltern, dass in einer Demokratie
alles erlaubt sei, von extrem links bis eben zu extrem rechts und man
solle das halbwüchsige Kind nicht so bevormunden.
Diese Mauer des Schweigens, die Ignoranz, die mangelnde politische
Aufklärung sind das, was Eltern - jenseits der innerfamiliären Tragödie hilf- und oft auch mutlos macht. „Wenn Kinder rechtsextrem werden"
jedoch zeigt: Sie sind nicht allein.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Referat 4
Musik als Zugang von rassistischem
und antisemitischem Gedankengut
Jan Raabe
Musik stellt einen wichtigen Bestandteil im Leben vieler Jugendlicher
dar, auch von neonazistischen Jugendlichen. Die Einstellungen der HörerInnen stimmen dabei zwar mit den rassistischen und antisemitischen
Songtexte überein, der Zugang erfolgt jedoch eher über die Musik als
über den Inhalt. Dabei hat der Sound des RechtsRock längst die Skinhead
-Szene verlassen: Neonazis spielen Hardcore, Balladen und Black-Metal,
sie rappen oder covern bekannte Popsongs. Rund um den RechtsRock
hat sich eine eigene Jugendkultur mit eigenen Medien, Treffpunkten,
Events und Symbolen herausgebildet. Die neonazistisch aufgeladene
„Erlebniswelt“ mit Konzerten und Veranstaltungen mobilisiert regelmäßig Hunderte von AnhängerInnen, die hier Gemeinschaft erleben, Kontakte knüpfen und sich auch ideologisch "bilden". Längst hat die NPD
erkannt, dass Jugendliche mittels Musik angesprochen werden können
und verteilt kostenlose CDs oder organisiert Konzerte. Jan Raabe wird in
seinem Vortrag das Phänomen des RechtsRock, seine Dimensionen und
Erfolgsbedingungen und die ihn umgebende Szene darstellen, er wird die
Wechselwirkung von Jugendkultur und organisiertem Neonazismus beleuchten und die zentralen Funktionsmechanismen dieser extrem rechten Lebenswelt darstellen.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop 4
Präventionsstrategien im Umgang
mit dem „rechten Sound“
Jan Raabe
Durch die gemeinsame Analyse von Veröffentlichungen aus dem RechtsRock – etwa die Cover einschlägiger CDs, Videos von Szene-Events oder
Texte von Liedern der NPD-Schulhof-CDs – werden wir die Ausdrucksformen und Inhalte extrem rechter Jugendlicher herausarbeiten und uns ansehen, wie extrem rechte Organisationen dies nutzen, um ein junges Publikum anzusprechen.
Zudem soll die Verbreitung und Gefahr völkischer Inhalte im Mainstream
der Jugendkulturen anhand der Betrachtung kontrovers diskutierter Lieder der populären Deutschrock-Band Frei.Wild besprochen werden.
Der Referent wird durch praxisnahe Beispiele den möglichen Umgang mit
dem extrem rechten Sound und Präventionsstrategien vorstellen. Dabei
sollen die Interessen und Erfahrungen der Teilnehmenden berücksichtigt
werden.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Referat 5
Rassismuskritische Bildungsarbeit
in der Jugendbildungsstätte Unterfranken
Stefan Lutz-Simon
Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Gerade Mal, so scheint es, hat dieses
Land begriffen, dass es Einwanderungsland ist. Das Mindeste, was es mit seiner Migrationsgeschichte tun kann ist es, diese ernst zu nehmen und sich
nicht nur aus migrationsspezifischem Blickwinkel auf die Vielfalt einzustellen,
von der es geprägt wird. Gerade Mal, so scheint es, beginnen deshalb Institutionen unterschiedlicher Ausrichtungen und auf allen Ebenen ihre MitarbeiterInnen zu schulen: Interkulturelle Schlüsselqualifikationen zählen inzwischen zur gesellschaftliche Selbstverständlichkeit. Dort wo die Auseinandersetzung mit der Vielfalt noch nicht zum Standard der Ausbildung von ErzieherInnen, Verwaltungsangestellten, KrankenpflegerInnen, etc. und natürlich
Lehrkräften zählt, dort läuft gewaltig etwas schief! Soweit so gut und inzwischen weitestgehend geteilt.
Wo nun liegt der lange Weg? Er liegt dort, wo es inhaltlich anstrengend wird.
Denn bei der Vermittlung interkultureller Schlüsselqualifikationen geht so
Vieles schief. Statt innerer Haltung wird häufig Oberflächlichkeit geschult.
Unter dem Stichwort „Kulturstandards“ stehen in so genannten Interkulturellen Trainings wenig bedeutsame landesübliche Etiketten im Mittelpunkt.
Gerade so, als könne man Kultur nationalistisch oder ethnisch festnageln
und in didaktisch gut aufgearbeiteter Form im praktischen Handbuch verpacken. Tatsächlich aber können Diversity-Fragen nicht auf interkulturellen
Spielwiesen ausgetragen werden. Dort wo es um die Gestaltung von Vielfalt
geht, geht es immer auch um Rassismus und Diskriminierung. Die Jugendbildungsstätte Unterfranken blickt inzwischen auf zehn Jahre intensive Auseinandersetzung mit Vielfalt und Diskriminierung zurück. Sie wird auch aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre künftig mehr denn je rassismuskritische Bildungsarbeit in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop 5
Würzburg macht Schule ohne Rassismus – mit Courage
Stefan Lutz Simon
Unter dem Titel „Würzburg macht Schule ohne Rassismus – mit Courage“
veranstalten in diesem Herbst zahlreiche SchülerInnen in dem nahezu
gleichnamigen Projekt bunte Aktionen um miteinander gegen jede Form
von Diskriminierung Zeichen zu setzen. Der Workshop lädt dazu ein, das
Projekt kennenzulernen, das dahinter steckt. Doch soll es dabei nicht nur
um „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehen. Der Blick wird
ausgeweitet auf ausgewählte weitere Projekte in dieser Stadt, die während der letzten Jahre dazu beitrugen, Würzburg ein wenig bunter und
offener zu machen. Ein Workshop hätte allerdings diesen Namen nicht
verdient, wenn es nur darum ginge, in die Vergangenheit zu schauen.
Zusammen mit den Teilnehmenden wollen wir Brücken in die Zukunft
bauen, uns austauschen und, wo sinnvoll und zielführend, Vernetzungsstrukturen schaffen. Den Workshop bereichern sollen darüber hinaus
Übungen zum Themenbereich Zivilcourage, wie sie beispielhaft in der Jugendbildungsstätte Unterfranken oder auch im Projekt Schule ohne Rassismus immer wieder durchgeführt werden. Ein Workshop also für MultiplikatorInnen und Macher, die einem theoretischen Ansatz auch praktische Konsequenzen abverlangen.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop Nr 6
Neue Medien
„Die rechte Szene bei facebook und Co.“
Frau Constanze Borckmann
Das Internet, in erster Linie die Sozialen Netzwerke wie Facebook oder
Twitter, haben schon vor langer Zeit Einzug in die Lebenswelt vieler
Menschen gehalten.
Gerade Jugendliche nutzen die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 gerne
und häufig. Das Web 2.0 ermöglicht Nutzern seit einigen Jahren eine
aktivere Rolle einzunehmen, man kann eigene Profile anlegen, interaktiv agieren und Inhalte nicht mehr nur konsumieren, sondern auch
selbst produzieren.
Auch Neonazis nutzen die sozialen Netzwerke für ihre Zwecke. Durch
die Möglichkeit zur schnellen, kostenlosen und technisch einfachen Vernetzung, die weit über das eigene Lebensumfeld hinausgeht, ist die Zahl
von Seiten mit „rechten“ Inhalten in den letzten Jahren stark angestiegen.
26
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Dabei sind Seiten mit „rechten“ Inhalten nicht immer gleich auf dem ersten Blick erkennbar.
Im Workshop werden die Strategien rechter Gruppen im Internet beleuchtet und über die Methoden der Gruppen diskutiert und gemeinsam
Lösungsansätze gesucht.
Dabei erhalten die TeilnehmerInnen einen Überblick über die Vielzahl
von Themen und Erscheinungsformen „rechter“ Inhalte im Internet und
erfahren, wie man sich gegen diese Seiten wehren kann.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Workshop 7
Angriff von Rechtsaußen
Diskriminierung und Rechtsextremismus im Fußball
Ronny Blaschke
Rechtsextreme missbrauchen die Volksbewegung Fußball, um ihre menschenverachtenden Ansichten zu verbreiten.
Die NPD wirbt in Fanszenen Mitglieder und schöpft Wählerstimmen. Auf
Amateurebene gewinnen ihre Parteifunktionäre als Klubvertreter oder
Schiedsrichter Akzeptanz in der Gesellschaft. Neonazis gründen Sportvereine, um Jugendliche an ihre Kameradschaften heranzuführen. Sie nutzen
Turniere zur Vernetzung und zur Stärkung ihrer Gruppenidentität. Warum
fühlen sich Rechtsextreme im Fußball mitunter wohler als in anderen Bereichen der Gesellschaft?
Das Stadion ist wohl der einzige Ort, in dem menschenfeindliche Einstellungen massiv an die Oberfläche kommen: Rassismus, Homophobie oder
Sexismus. Bedingt durch die Anonymität in der Kurve, Männlichkeitskult
und das robuste Ausleben von Rivalitäten.
28
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
In diesem Workshop werden wichtige Fragen zum Thema Fußball diskutiert:

Wie verbreitet sind rechtsextreme Einstellungen im Stadion oder auf
dem Sportplatz?

Wie aktiv sind rechte Parteikader im Sport?

Wo liegen ihre Schwerpunkte und steckt dahinter eine Strategie?

Und was tut die Gesellschaft dagegen?

Welche Programme und Aktionen der Sportverbände gibt es?

Wie kann man präventiv vorgehen?

Welche Handlungsempfehlungen kann man kleinen Vereinen geben?

Was ist zu tun, wenn ein Fan auf dem Nachbarsitz in der Kurve rassistische Äußerungen von sich gibt?

Wie sollte ein Vereinswart reagieren, wenn ein NPD-Funktionär im
Amateurverein sich als Sponsor anbietet?

Und was bedeutet es, wenn der Torwart des Gegners mit der Rückennummer 88 aufläuft?
29
Symposium—Halt
Ref. 1
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Rechtsextreme Einstellung in Deutschland
—Die stabilisierte Mitte
Ref. 2
Mädchen und Frauen—die „sanfte Seite“
des Rechts-extremismus
Ref. 3
Wenn Kinder rechtsextrem
werden
Ref. 4
Musik als Zugang zu rassistischem und
antisemitischem Gedankengut
Ref. 5
Antirassistische Bildungsarbeit in Würzburg
Abkürzungen:
Ref. = Referat
WS = Workshop
30
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
WS 1
Rechtsextreme
Johannes Kiess
Einstellung—Erarbeitung und Stefanie Köster
konkreter Handlungsfelder
WS 2
Das Phänomen
der „doppelten
Unsichtbarkeit“
von Frauen und Mädchen
WS 3
Die Mauer des Schweigens Claudia Hempel
WS 4
Präventionsstrategien
im Umgang
mit dem „rechten Sound“
Jan Raabe
WS 5
Würzburg macht Schule
ohne Rassismus — mit
Courage
Stefan Lutz-Simon
WS 6
Die rechte Szene
bei facebook und Co.
Constanze Borckmann
WS 7
Angriff von Rechtsaußen
Ronny Blaschke
31
Dr. Esther Lehnert
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Dr. Johannes Kiess
Politikwissenschaftler
Johannes Kiess, M.A. studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Leipzig und an der Ben-Gurion Universität des
Negev in BeerSheva.
2912/2013 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen und seit Anfang 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im EUgeförderten Projekt "LIVEWHAT - Living with hard times" an der Universität Siegen.
Des weiteren ist er seit 2010 Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der Universität Leipzig und Co-Autor der Leipziger "Mitte"Studien.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Dr. phil.
Esther Lehnert
Erziehungswissenschaftlerin
Frau Dr. Esther Lehnert befasst sich seit Jahren auf unterschiedlichen
Ebenen der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.
2002 – 2004: Mitarbeiterin bei Camino gGmbh: u.a. Erstellung und Umsetzung des Lokalen Aktionsplan Potsdam gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt.
2006 - 2010: Mitarbeiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin.
Darüber hinaus in der Fortbildung, der Wissenschaftlichen Begleitung/
Coaching und als Moderatorin tätig mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Gender und Fußball.
Mitarbeiterin der Fachstelle Gender und Rechtsextremismusprävention
der Amadeu Antonio Stiftung, Mitglied im Frauenforschungsnetzwerk
Frauen und Rechtsextremismus und Frauen im Fußball.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Claudia Hempel
Journalistin und Filmemacherin
Claudia Hempel, Jahrgang 1966, studierte Amerikanistik, Anglistik und Philosophie und arbeitet freiberuflich als Journalistin und Filmemacherin für den MDR und andere öffentlich-rechtliche
Fernsehsender.
Zurück auf Los — Frauen erzählen aus der Arbeitslosigkeit — ist ihre erste
Buchveröffentlichung.
Anschließend folgte ihr zweiter Interview-Erzählband: „Wenn Kinder
rechtsextrem werden. Mütter erzählen“
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Jan Raabe
Dipl. Sozialpädagoge
Herr Raabe ist tätig in der Jugendarbeit,
Referent beim Verein Argumente & Kultur gegen Rechts e.V.;
Arbeitsschwerpunkt extreme Rechte & Jugendkultur.
2002: Autor und Mitherausgeber (zusammen mit Christian Dornbusch)
von: RechtsRock – Bestandsaufnahme und Gegenstrategien.
Letzte Veröffentlichungen:
RechtsRock – Made in Thüringen (zusammen mit Martin Langebach),
2013: Die rezente extreme Rechte und das Germanentum (zusammen
mit Dana Schlegelmilch), in: Focke Museum Bremen (Hrsg.): Graben für
Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Stefan Lutz-Simon
Leiter der Jugendbildungsstätte Unterfranken
Stefan Lutz-Simon leitet seit ihrer Eröffnung im Jahr 2004 die Jugendbildungsstätte Unterfranken. Nach seiner Tätigkeit als Bankkaufmann in jungen Jahren leistete er zunächst seinen Zivildienst als Betreuer in einer
Gruppe von Jugendlichen mit schwersten Handicaps. Geprägt durch diese
Zeit und sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit wandte er sich dem Studium der Sonderpädagogik und der Allgemeinen Pädagogik zu. Nach dessen Abschluss leitete Stefan Lutz-Simon sieben Jahre hauptamtlich als Landessekretär die Katholische Junge Gemeinde in Bayern. In dieser Zeit initiierte er zahlreiche interkulturelle und interreligiöse Projekte, bevor er dann als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an
der Universität tätig wurde. Er lehrt bis heute im Rahmen seiner Leitungstätigkeit an der Jugendbildungsstätte an der Universität Würzburg und
der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt interkulturelle und antirassistische Bildungsarbeit.
Stefan Lutz-Simon ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Constanze Borckmann
Landeskoordinierungsstelle
gegen Rechtsextremismus Bayern
Constanze Borckmann, Jahrgang 1984, arbeitet seit Jahren freiberuflich in
der außerschulischen, politischen und historischen Jugendbildung rund
um das Dokumentations-Zentrum in Nürnberg. Seit August 2010 ist sie
Mitarbeiterin der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus und betreut die Regionale Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für Mittel-, Ober- und Unterfranken.
Die Haupttätigkeit liegt dabei in der Beratung im Umgang mit rechtsextremen Vorkommnissen. Neben privaten Personen werden von ihr auch
Lehrer, Sozialpädagogen und Personen aus Politik und Verwaltung beraten. Sie unterstützt den Aufbau von lokalen Netzwerken und begleitet
und berät Bündnisse bei der Umsetzung von „Vor-Ort-Aktivitäten“. Ein
wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Weiterbildung von Multiplikatoren
und die Zusammenarbeit mit der Opfer- und Elternberatung der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus.
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Symposium—Halt
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Ronny Blaschke
Sport– und Politikwissenschaftler
1981 geboren in Rostock, studierte Sport- und Politikwissenschaften.
Als freier Journalist berichtet er über sozialpolitische Hintergründe des
Sports, u.a. für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und den Deutschlandfunk.
Blaschke hat drei Bücher veröffentlicht, zuletzt 2011 Angriff von Rechtsaußen — Wie Neonazis den Fußball missbrauchen. Er nutzt seine Recherchen für politische Bildungsarbeit, in Fanprojekten, Schulen und Hochschulen. Das Medium-Magazin zeichnete ihn 2009 als Sportjournalisten
des Jahres aus. Der DFB verlieh ihm 2013 den Julius-Hirsch-Ehrenpreis für
das beständige Wirken gegen Diskriminierung im Fußball.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Die Praxis
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Ein Buch
a
Wir freuen uns sehr,
Ihnen als TeilnehmerIn
unseres Symposiums
- dank der finanziellen
Unterstützung durch den
lokalen aktionsplan würzburgdieses „Praxisbuch“
überreichen zu können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Koordinierungsstelle
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Im von
Michael Weis
Einzelpersönlichkeit des Stadtjugendrings,
Maria Luisa Mariscal Melgar
Koordinatorin des Universitätsprojekts GSiK und
Stefan Lutz-Simon
Leiter der Jugendbildungsstätte Unterfranken
herausgegebenen Sammelband wird die vielfältige Bandbreite
der lokalen Angebote und Konzeptionen in der migrationspädagogischen
und rassismuskritischen Jugendarbeit vorgestellt.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Die einzelnen Beiträge schildern dabei anschaulich und praxisnah die
Grundideen, mögliche Umsetzungsbeispiele, sowie Stolperfallen aus
Sicht der verantwortlichen Pädagoginnen und Pädagogen. Das Buch ist
somit eine Arbeitshilfe von und für Praktikerinnen und Praktiker.
Mit Hilfe des lokalen aktionsplans würzburg konnten nun 400 Exemplare finanziert und an Würzburger MultiplikatorInnen verteilt werden.
Dadurch wollen wir die vorgestellten Inhalte und Konzepte zur (gerne
auch kritischen) Diskussion stellen und eine Debatte zur theoretischen
wie praktischen Weiterentwicklung unserer und anderer Bildungsangebote anstoßen.
Wir glauben, Würzburg hat in diesem spannenden und wichtigen Handlungsfeld viel zu bieten und wir freuen uns darauf, mit Ihnen/Euch ins
Gespräch zu kommen.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Bitte direkt über unsere Homepage unter:
www.wuerzburg-gegen-rechtsextremismus-symposium.de
Die Teilnahme am Symposium findet in Absprache mit
Ihrem Arbeitgeber im Rahmen Ihrer Arbeitszeit statt.
TeilnehmerInnenbeitrag Symposium:
39,00 € inkl. Vorträge, Workshop, Speisen und Getränke

Nach Eingang ihrer Anmeldung erhalten Sie per Mail eine
Anmeldebestätigung mit der Bitte zur Überweisung des
TeilnehmerInnenbeitrages.

Nach Zahlungseingang werden Sie von uns automatisch als
TeilnehmerIn gebucht.

Sollte die Fachtagung bereits ausgebucht sein, werden Sie
rechtzeitig informiert.

Stornierungen sind schriftlich bis spätestens zwei Wochen vor der
Fachtagung (bis spätestens 8. Oktober 2014) unter Einbehalt einer
Bearbeitungsgebühr von 20.- € möglich. Nach dieser Frist müssen
wir leider die komplette Tagungsgebühr berechnen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir die Plätze in den einzelnen
Workshops nach dem Eingangsdatum der Anmeldung vergeben .
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Teilnahmegebühr Symposium
Vorträge
Workshop
Speisen und Getränke
39,00 €
Anmeldeschluss:
15. Oktober 2015
Bankverbindung - Empfänger
Zu Gunsten:
Stadt Würzburg
Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE 92790500000042000067
Haushaltsstelle (HHSt.): 0.4515.1100
WICHTIG
Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung unbedingt den Namen der angemeldeten Person
sowie
die Haushaltsstelle (HHSt.): 0.4515.1100
mit an!
Danke
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Im Internet werden Sie bei Ihrer Anmeldung gebeten
folgende Angaben zu machen:
Name:
_____________________________________________
Nachname:
_____________________________________________
Straße:
_____________________________________________
Ort, PLZ:
_____________________________________________
Telefon:
_____________________________________________
Email:
_____________________________________________
Institution:
_____________________________________________
Beruf:
_____________________________________________
Ich bitte Sie, mich für den Nachmittag für folgenden Workshop
einzuplanen:
Workshop 1:
Workshop 2:
Workshop 3:
Workshop 5:
Workshop 6:
Workshop 7:
Workshop 4:
Sollte mein bevorzugter Workshop bereits ausgebucht sein,
wähle ich:
Bitte machen Sie zwei weitere Angaben
Workshop 1:
Workshop 2:
Workshop 3:
Workshop 5:
Workshop 6:
Workshop 7:
44
Workshop 4:
Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Mittagessen
Das Gastronomieteam der Tagungsstätte
„Exerzitienhaus Himmelspforten“
bietet Ihnen eine gesunde und ausgewogene Verpflegung.
Auf besonderen Wunsch und nach vorheriger Anmeldung können
sowohl vegetarische als auch diabetische Kost und andere Sonderkostformen für das Mittagessen serviert werden.
Ich wünsche bitte folgende Sonderkostform:
Vegetarisch
O
Diabetische Kost
O
Andere
O
Sonderkostform:
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Exerzitienhaus Himmelspforten
der Diözese Würzburg
Mainaustraße 43
97082 Würzburg
Anreise vom Bahnhof
Mit der Straßenbahn:
Linie 2 (werktags) bzw. Linie 4 (Samstagnachmittag / Sonntag)
Richtung Zellerau bis zur Haltestelle „DJK-Sportzentrum“.
Etwa 50 m zurück gehen bis zum Parkplatz von zwei Supermärkten
(Drogeriemarkt, Lebensmittelmarkt). Dort links, über den Parkplatz und
geradeaus weiter (an Sportplätzen vorbei; Kirchturm von Himmelspforten ist bereits sichtbar).
Die Weißenburgstraße überqueren und weiter geradeaus in den Moscheeweg bis zur Mainaustraße. Der Moscheeweg endet genau gegenüber dem Einfahrtstor zum Karmelitinnenkloster.
Das Eingangstor zum Exerzitienhaus ist das 2. Tor etwas weiter links!
Gehzeit: 10-15 Minuten.
Mit dem Taxi: Fahrtkosten ab Hauptbahnhof ca. 9,00 €
Zu Fuß: vom Hauptbahnhof ca. 30-35 Minuten
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Entstehung:
Die Projektpartner des Förderprogramms lokaler aktionsplan würzburg (lap) sind:

Stadt Würzburg, vertreten durch das Sozialreferat Fachbereich Jugend und Familie

gemeinsam mit dem Würzburger Bündnis für Zivilcourage.
Nachdem die beiden Projektpartner im Herbst 2010 zunächst eine Interessensbekundung und im Anschluss einen umfangreichen Antrag eingereicht hatten, erhielt
Würzburg im Mai 2011 einen positiven Förderbescheid zur „Entwicklung, Implementierung und Umsetzung integrierter lokaler Strategien“ eines so genannten
„lokalen aktionsplans“ aus Mitteln des Bundesprogramms „Toleranz Fördern—
Kompetenz Stärken“.
Zielgruppen für die Projekte des lokalen Aktionsplans
•
Kinder und Jugendliche
•
Eltern und andere Erziehungsberechtigte
•
Erzieherinnen und Erzieher
•
Lehrerinnen und Lehrer
•
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

lokale, staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure
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Zielsetzung des lokalen aktionsplans würzburg
 Ziel des Bundesprogramms „Toleranz Fördern—Kompetenz Stärken“ ist es,
ziviles Engagement und demokratisches Verhalten zu fördern.
 Der lokale aktionsplan würzburg vernetzt die demokratischen Kräfte unse-
rer Stadt — von den kommunalen Ämtern über Schulen, Kirchen, Vereine,
Verbände sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern — eng miteinander,
um Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie
jede Form von Ausgrenzung aufgrund von Bildungsarmut und sozialer Herkunft entgegenzuwirken und gleichzeitig Demokratie, Vielfalt und Toleranz
zu stärken.
 Gemeinsam entwickeln wir Strategien, wie wir in Würzburg dieses Förder-
programm in konkrete Aktionen und Projekte umsetzen können.
Förderung durch den lokalen aktionsplan würzburg
Die Bewilligung von Fördermitteln für Einzelprojekte innerhalb des lap
erfolgt in lokaler Verantwortung.
Hierfür wurde ein Begleitausschuss gegründet, der nach Festlegung der Kriterien
für Würzburg auch über die Vergabe der Fördermittel entscheidet.
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Symposium—Halt
—im Rahmen des lokalen aktionsplans würzburg am 23.10.2014
Der Begleitausschuss wurde breit aufgestellt und setzt sich zusammen aus
 lokalen HandlungsträgerInnen aus der Mitte der Zivilgesellschaft und Vertre-
terInnen von Vereinen, Verbänden und religiösen Institutionen
 Vertretern des Sozialreferats der Stadt Würzburg,
 dem Sprecherrat/Ombudsrat des Würzburger Bündnisses für Zivilcourage
Weitere Infos unter:
www.lap-wuerzburg.de
Kontakt für Ihre Antragsunterlagen:
E-Mail:
koordination@lap-wuerzburg.de
Telefon:
0931 37 3393
Gerne unterstützen wir Sie
bei der Entwicklung und Konzeption
Ihrer Projektidee!
Christine Blum-Köhler, Stefanie Köster und Lucas Wejda
KoordinatorInnen lap würzburg
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Symposium—Halt
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Lokaler Aktionsplan Würzburg
Koordinierungsstelle Sozialreferat
Stadt Würzburg
Karmelitenstr.43, 97070 Würzburg
Christine Blum-Köhler
fon: 0931 37 3393
Christine.BlumKoehler@stadt.wuerzburg.de
Lucas Wejda
jas82@mswz.de
Externe Koordinierungsstelle
Stefanie Köster
fon: 0931 40 63 35 81
koordination@lap-wuerzburg.de
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www.wuerzburg-gegen-rechtsextremismus-symposium.de
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