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Fischwirtschaft in Bremerhaven - Handelskammer Bremen

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Wirtschaft
MAGAZIN DER HANDELSKAMMER
IN BREMEN
Fischwirtschaft Bremerhaven
Von Seelachs
bis Sushi
Industriestandort Bremen
Die neue Nr. 5
Luft- und Raumfahrt
Tor an Tor: Airbus und OHB bauen
zwei neue Fertigungsstätten
Landespolitik
Senat und Handelskammer
vereinbaren intensiven Dialog
50 Jahre Bfw
Zurück in den Arbeitsmarkt
Fachkräftepotenziale
Der Blick nach draußen
Ausschreibungen
Chancen für die mittelständische
Wirtschaft
10/2014
www.handelskammer-bremen.de
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Angelique Wagner
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02_STANDPUNKT_3_ OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:28 Seite 1
KAMMERSTANDPUNKT
Fischwirtschaft
weiterentwickeln
ischereihäfen gibt es viele. Aber was der Fischereihafen in Bremerhaven zu bieten hat, findet sich in Europa kein zweites Mal. In der
Seestadt wird die fischwirtschaftliche Kompetenz so stark verdichtet
wie nirgendwo sonst im internationalen Bereich – beeindruckend,
dass in Bremerhaven die gesamte Wertschöpfungskette der Fischwirtschaft vertreten ist und ein Netzwerk funktioniert, das zum Beispiel auch
von Wissenschaft und Touristik mitgeknüpft wurde.
Bremerhaven ist Deutschlands bedeutendster Fischverarbeitungsstandort
und einer der wichtigsten in Europa. Nicht zuletzt ist dieses Standing auch eine
positive Nachricht für den regionalen Arbeitsmarkt. Denn allein in den 45 fischverarbeitenden Unternehmen im Fischereihafen sind mehr als 4.000 Menschen
tätig. So groß die Freude über die Bedeutung der Fischwirtschaft für das Bundesland Bremen und insbesondere für den Standort Bremerhaven ist – auf
solchen Lorbeeren lässt sich schlecht ausruhen. Stillstand würde auch hier
Rückschritt bedeuten. Also muss das Cluster Fischwirtschaft laufend weiterentwickelt und
an die aktuellen Herausforderungen angepasst werden.
Neben den Unternehmen der Fischwirtschaft und ihren Interessenvertretungen ist an
dieser Stelle ebenfalls die Politik gefragt und gefordert. In jüngster Zeit ist bei den Entscheidungsträgern hierfür das Bewusstsein gewachsen. Das mündete bereits in konkrete Entscheidungen und Investitionen, zum Beispiel in die Aufwertung des „Schaufensters Fischereihafen“. Wir als Fischwirtschaft müssen und werden dafür sorgen, dass das gewachsene Interesse seitens der Politik erhalten bleibt und gefestigt wird.
Die „Zu-erledigen“-Liste ist lang. Vor kurzem wurden die Ergebnisse einer Studie zur
Fisch- und Lebensmittelwirtschaft im Fischereihafen Bremerhaven vorgelegt; die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) hatte sie in Kooperation mit der IHK Bremerhaven in Auftrag gegeben. In dieser Untersuchung der Beratungsgesellschaft cofad und der AFC Public
Services GmbH werden die vielen Stärken vor Ort dargestellt, aber es werden auch Schwächen benannt. Zu denen gehören unter anderem ein Modernisierungsstau in manchen
kleinen und mittleren Betrieben, ein gewisser Nachholbedarf im Bereich der Zertifizierungen,
Defizite beim gemeinsamen Erschließen ausländischer Märkte und nicht zuletzt eine
schlagkräftigere Öffentlichkeitsarbeit.
Diese und weitere Anliegen werden wir als Fischwirtschaft zukünftig noch deutlicher
nach außen tragen – in dem Bewusstsein, dass auch unsere Branche ein unverzichtbarer
Faktor für Wohlstand und Wohlergehen im Bundesland Bremen ist.
Hans-Joachim Fiedler
(Vizepräsident der IHK Bremerhaven)
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 3
03_INHALT_4-5_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:26 Seite 1
INHALT
Wirtschaft
MAGAZIN DER HANDELSKAMMER
IN BREMEN
Fischwirtschaft Bremerhaven
Von Seelachs
bis Sushi
Industriestandort Bremen
Die neue Nr. 5
Luft- und Raumfahrt
Tor an Tor: Airbus und OHB bauen
zwei neue Fertigungsstätten
Landespolitik
Senat und Handelskammer
vereinbaren intensiven Dialog
50 Jahre Bfw
Zurück in den Arbeitsmarkt
Fachkräftepotenziale
Der Blick nach draußen
Ausschreibungen
Chancen für die mittelständische
Wirtschaft
10/2014
www.handelskammer-bremen.de
Fischwirtschaft
Bremerhaven Seite 10
Von Seelachs bis Sushi
Foto Deutsche See
20
Landespolitik Senat und Handelskammer vereinbaren intensiven Dialog
Bei einer gemeinsamen Sitzung im Haus Schütting Mitte September haben der Bremer Senat und das
Präsidium der Handelskammer Bremen landespolitische Fragen erörtert, insbesondere Haushaltsthemen und das künftige Bund-Länder-Finanzsystem. Foto Frank Pusch
RUBRIKEN
10
3
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9
»
Kammerstandpunkt
Hans-Joachim Fiedler, Vizepräsident der
IHK Bremerhaven: Fischwirtschaft weiterentwickeln
Bremen kompakt
Land & Leute, Kurz & bündig
Stadt & Campus
18
17
Infothek
Veranstaltungen der Handelskammer
Firmenjubiläen
52
52
53
Börsen
Existenzgründungen
Kooperationen
Recycling
44
50
50
52
Zahlen des Monats
Wirtschaftstermine
Impressum
Anzeigenregister
26
30
31
32
Beilagenhinweis Diese Ausgabe der Wirtschaft in Bremen enthält Beilagen der
Bremer Energiekonsens GmbH, H. Marahrens GmbH, Nahrungs- und Genussmittelindustrie Bremen e. V. sowie das Journal i2b-express.
4 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
KAMMERREPORT
Handelskammer Aus dem Plenum vom 15. September
Online-Informationsmedien der Handelskammer
16
17
20
21
22
33
TITELGESCHICHTE
Fischwirtschaft Bremerhaven: Von Seelachs bis Sushi
Seelachs war und ist der beliebteste deutsche Speisefisch.
Aber die Verbraucher haben längst Lust auf mehr Vielfalt.
750 Arten sind inzwischen als Lebensmittel im Angebot.
Und neben frischem Fisch lassen sich Genießer immer
häufiger Convenience-Produkte schmecken. Dieser Wandel
prägt das moderne Gesicht des traditionsreichen Fischereihafens Bremerhaven.
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STANDORTBREMEN
Landespolitik Senat und Handelskammer im Dialog
Industriestandort Die neue Nr. 5
Luft- und Raumfahrt Tor an Tor: Airbus und OHB bauen
zwei neue Fertigungsstätten
A 281 Ein ermutigendes Zeichen
DGzRS Erster Einsatz vor 150 Jahren
Bremer Engel Die Brücke zwischen Klinik und Daheim
METROPOLREGION
Maritime Wirtschaft Wasserstoff als erneuerbarer
Energiespeicher
Jobmesse zukunftsenergien nordwest
» Das sind unsere Titelthemen.
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34 Bfw-Jubiläum Zurück in den
Arbeitsmarkt Das Berufsförderungswerk
Friedehorst wird 50 Jahre alt. Es leistet vorbildliche Arbeit – und steht vor einer wachsenden
Aufgabe: Psychische Erkrankungen nehmen
dramatisch zu. Foto Bfw
54
Fachkräftepotenziale Der Blick nach draußen Internationale
Fachkräfte sind nicht nur interkulturell ein Gewinn für deutsche Unternehmen; sie
eröffnen auch neue Perspektiven und Märkte. Der globale Wettbwerb um sie hat
begonnen. Foto GZI
Anzeige
34
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38
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40
40
WIRTSCHAFTGLOBAL
Ausschreibungen Chancen für die
mittelständische Wirtschaft
Südostasien Diplomaten besuchen Schütting
Handel Bremische Exporte wieder im Aufschwung
NEUECHANCEN
Unternehmensnachfolge Innovationskraft erhalten
Veranstaltungen Wirtschaft trifft Wissenschaft,
Automation meets Security, B.E.G.IN-Gründungstag
42
45
Echte Bremer haben ein Bankgeheimnis: das Private Banking
der Sparkasse Bremen.
Private Exzellenz. Seit 1825.
SERVICE&PRAXIS
Forum Energieeffizienz stärkt die Wettbewerbsfähigkeit
Umweltbildung Ohne Moos nix los
46
48
54
ZUKUNFTBILDUNG
Bfw Zurück in den Arbeitsmarkt
Bildungsmonitor 2014 Ausbildungsstellenquote hoch
Nachrichten Ausbildungsmarkt, BHV-Stipendien, DAVAbsolventen, Cross Mentoring
»
WAGEN&WINNEN
Fachkräftepotenziale: Der Blick nach draußen
Die Handelskammer stellt Programme vor – Leitfaden
über ausländische Qualifikationen – Dossier Charta der
Vielfalt, Jacobs-Workshops zur Willkommenskultur
Exzellentes Private Banking
beginnt mit einem Anruf:
0421 179-1825
g
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 5
04_BREMENKOMPAKT_
6-9_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:24 Seite 6
BREMENKOMPAKT
LAND & LEUTE
· Moritz Döbler, bisher geschäftsführender Redakteur und Mitglied der
Chefredaktion des Berliner Tagesspiegels, wird neuer Chefredakteur des Weser-Kuriers. Dort
löst er Peter Bauer
ab, der die Redaktion seit Ende
2013 kommissarisch leitet. Döbler
hat Betriebswirtschaft
studiert
und die HenriNannen-Journalistenschule absolviert,
wo er heute regelmäßig lehrt. Seine
Laufbahn begann er bei der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg. 1999
wechselte er zur Nachrichtenagentur
Reuters und war dort zunächst OnlineChef und später Leiter des Berliner Büros. 2005 stieß er zum Tagesspiegel, wo
er unter anderem Ressortleiter Wirtschaft war und zuletzt neue Geschäftsfelder entwickelt hat. Sein Wechsel
nach Bremen erfolgt „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, teilte der Verlag mit.
Carsten Klugermann leitet jetzt die
Bremer Niederlassung der Bethmann
Bank. Die traditionsreiche Frankfurter
Privatbank hat am
1. September das
Privatkundengeschäft der Credit
Suisse in Deutschland übernommen
und steigt damit
zum drittgrößten
Anbieter bei der
Beratung vermögender Privatkunden
auf. „Die Bethmann Bank passt hervorragend nach Bremen und leitet für uns
eine neue Ära ein“, so Klugermann.
6 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
KURZ & BÜNDIG
Andrea Wittrock ist die neue Leiterin
der Bremer Kriminalpolizei und des
Landeskriminalamtes. Die 44-Jährige folgt Andreas
Weber nach, der
die Polizei verlassen und das Bürgermeisteramt in
Rotenburg/Wümme übernehmen
wird. Die Karriere der Kriminaldirektorin begann 1989 mit ihrer Ausbildung
bei der Bereitschaftspolizei.
Dirk Petersjohann ist seit dem 1. August neues Mitglied im Vorstand der
Lloyd Werft in Bremerhaven. Der 44Jährige soll vor allem die Vertriebsaktivitäten stärken,
den Bereich Konstruktion und das
Offshore-Geschäft
weiter beflügeln.
Der Diplom-Ingenieur hat zuvor bei
der Flensburger
Schiffbaugesellschaft den Vertrieb geleitet und gilt als
Spezialist für den Offshore-Neubau.
Wolf-Christian Maßner ist am 1.
September in den Vorstand der Bankhaus Neelmeyer AG eingetreten. Er löst
Heiko Pommer als Marktfolgevorstand
ab. Maßner war im In- und Ausland sowohl bei großen internationalen Banken als auch als Vorstand bei mittelständischen Privatbanken tätig.
Das Unternehmen Allgeier ist bei der
alljährlichen Markterhebung „Bestes
Systemhaus des Jahres“ der IT-Fachzeitschriften Channelpartner und Computerwoche erneut zu einem der besten
und kundenfreundlichsten IT-Dienstleister gewählt worden. Das Unternehmen, das jetzt seinen Hauptsitz in München hat, wurde 1977 als Allgeier Computer GmbH in Bremen gegründet .
Die auto domicil gruppe, zweitgrößte unabhängige Citroën Händlergruppe in Deutschland, hat den Standort der Citroën Niederlassung Bremen
am Flughafendamm übernommen. Sie
„schafft mit dem Standort Bremen eine
wichtige strategische Voraussetzung
für die Entwicklung der Geschäfte mit
Citroën und DS und insbesondere für
die Erschließung weiterer Wirtschaftsregionen für beide Marken“, heißt es in
einer Mitteilung.
Der Tiefkühlproduzent Lantmännen
Unibake Germany verlagert seine
Zentrale von Verden nach Bremen. Die
Hansestadt wird damit neben den beiden Herstellungsbetrieben in Harrislee
und Suhl ein zentraler Standort. Zusätzlich zur Verwaltung zieht auch die Produktentwicklung in den Technologiepark. Lantmännen Unibake gehört
nach eigenen Angaben in den Bereichen tiefgekühlte und frische Backwaren für Einzelhandel und Food Service zu
den international führenden Backwarenunternehmen. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz
von 797 Millionen Euro und beschäftigt ca. 3.700 Mitarbeiter in 18 Ländern. Lantmännen Unibake ist Teil der
Lantmännen Gruppe – einem der größten europäischen Konzerne in den Bereichen Energie, Maschinen, Landwirtschaft und Nahrungsmittel – und befindet sich im Besitz von 33.500 schwedischen Landwirten.
6-9_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:24 Seite 7
Foto Jörg Sarbach
04_BREMENKOMPAKT_
(v.l.) Konrad Melchers (Gesellschaft zur
Förderung von Museen in Äthiopien), der Publizist Prinz Asfa-Wossen Asserate, Nina Melchers
(Gesellschaft zur Förderung von Museen in
Äthiopien), Honorarkonsul Thomas Gerkmann,
Ilse Münchhausen-Prüsse (Münchhausen Kaffee)
und Nigussie Tilahun, Wirtschaftsattaché des
äthiopischen Botschafters
Am Tag des Kaffees hielt die „Königin von Saba“ Hof im Haus Schütting. Äthiopiens Honorakonsul Thomas Gerkmann hatte geladen und die Traditionsrösterei Münchhausen Kaffee
präsentierte die „Königin von Saba“ – eine der hochwertigsten Kaffeesorten weltweit – als
neues Mitglied ihres Sortiments, das auch einem kulturellen Projekt zugute kommt. Bremen
gilt als Kaffeehauptstadt Deutschlands. Die bremischen Häfen sind die wichtigsten Importstationen: Fast jede zweite Bohne wird über Bremen oder Bremerhaven eingeführt.
Der Sachverständige Battermann &
Tillery hat eine Schwestergesellschaft
gegründet: Das Unternehmen hat sein
internationales Geschäft in die Battermann & Tillery Global Marine GmbH
ausgegliedert. Hauptsitz des neuen Unternehmens ist Bremen, Geschäftsführer Patrick Tillery. Während sich die Battermann & Tillery GmbH weiterhin auf
Transport- und Warenschadenbesichtigungen an 21 Standorten in Deutschland konzentriert, übernimmt das neue
Schwes- terunternehmen die weltweite
Koordination von Schadenbesichtigungen und Schadenverhütungsmaßnahmen an mittlerweile 572 Standorten
mit zertifizierten Vertragspartnern und
nautischen Besichtigungen. Beide Unternehmen werden mit identischer Gesellschafterstruktur weiterhin eng miteinander verbunden sein und gemeinsam unter der Dachmarke Battermann
+ Tillery Group, eines der größten Havariekommissariate Europas, auftreten.
fast 100 Jahren natürliche Heil- und
Arzneimittel her und vertreibt sie weltweit. roha hat innerhalb von fünf Jahren seinen CO2-Ausstoß um mehr als
20 Prozent gesenkt. In Bremen gibt es
bereits 40 Klimaschutzbetriebe. „Umweltschutz, Ressourcenschonung und
Energieeffizienz – das sind bei uns gelebte Firmenziele“, sagt Andreas Berghöfer, Geschäftsführer des seit drei Generationen im Familienbesitz befindlichen Unternehmens. roha gehört seit
2012 auch der Bremer Umweltpartnerschaft an.
Die roha arzneimittel GmbH ist
für ihre Energie- und CO2-Einsparungen
als Klimaschutzbetrieb ausgezeichnet
worden. Das Unternehmen stellt seit
Die Friedehorst gGmbH und die Firma Nehlsen GmbH sind vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen,
Martin Günthner, für ihr gelungenes
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) mit einer Geldprämie ausgezeichnet worden. In beiden Betrieben werde das BEM weit über den gesetzlichen Erfordernissen hinausgehend gelebt und zeige eine messbare
Wirkung. Seit 2009 sind jetzt neun Unternehmen mit dem BEM-Preis ausgezeichnet worden.
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 7
04_BREMENKOMPAKT_
6-9_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:24 Seite 8
BREMENKOMPAKT
KURZ & BÜNDIG
Fusion von OHB und Erwin
Kayser-Threde perfekt
Die beiden Schwesterunternehmen
OHB System AG (Bremen) und Erwin
Kayser-Threde GmbH (München) haben fusioniert und firmieren ab sofort
unter dem Namen OHB System AG.
Das Kayser-Threde-Logo wird für die Aktivitäten in der Prozessleittechnik fortgeführt. Der Mutterkonzern, der europäische Hochtechnologiekonzern OHB
AG, zentralisiert durch diesen Schritt
die Fähigkeiten und Kapazitäten dieser
beiden Töchter.
„Heute verschmelzen zwei herausragende Unternehmen der Raumfahrtbranche zu einem Systemunternehmen für
Satelliten und Nutzlasten, das aufgrund
seiner Größe und seiner Organisation eine neue Rolle im europäischen Markt einnehmen wird“, so der
Vorstandsvorsitzende
der OHB AG und der
OHB System AG, Marco Fuchs (im Bild).
„Wir haben durch diesen Schritt besseren Zugriff auf unsere internen Kompetenzen und werden dadurch leistungsund wettbewerbsfähiger. Von den daraus resultierenden Vorteilen profitieren wir ebenso wie unsere Kunden“, so
Fuchs weiter.
Der siebenköpfige Vorstand der neuen OHB System AG besteht aus Marco
Fuchs (Vorsitzender), Dr. Fritz Merkle,
Frank Negretti, Dr. Ingo Engeln, Kurt
Melching, Andreas Lindenthal und Boris Penné. „Die Fusion haben wir mit
viel Bedacht vorbereitet. Die Organisationsstruktur steht. Jetzt gilt es in den
kommenden Monaten, den Integrationsprozess zügig umzusetzen“, so
Fuchs. Zur neuen Positionierung des
8 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
deutschen OHB-Satelliten- und Nutzlastgeschäfts gehört auch die Zusammenlegung der beiden Münchner
Standorte von Erwin Kayser-Threde auf
ein zentrales Gelände im Raumfahrtzentrum Oberpfaffenhofen. Dort entsteht derzeit ein neuer Standort mit
technischen Betriebsstätten.
Hafengesellschaft bremenports
nach ISO 9001 zertifiziert
Die stadtbremische Hafengesellschaft
bremenports ist jetzt vomTÜV Süd nach
ISO 9001 zertifiziert worden. „Damit ist
bremenports die erste Managementgesellschaft eines deutschen Nordseehafens, die gegenüber einer unabhängigen Prüfungsgesellschaft nachgewiesen hat, dass sie bei ihren internen Prozessen genau definierte Standards
beachtet“, sagte Horst Rehberg, der
kaufmännische Geschäftsführer des öffentlichen Unternehmens. Die Zertifizierung bestätigt, dass bremenports
über ein Qualitätsmanagementsystem
verfügt. „Damit wissen unsere Kunden
und Partner jetzt ganz offiziell, dass sie
sich auf unsere organisatorischen Standards jederzeit verlassen können.“ Den
Prozess der Zertifizierung, der rund ein
Jahr dauerte, begleitete die Unternehmensberatung „Die Denkfabrik“. Die
Zertifizierung verbessert laut Rehberg
das Renommee von bremenports als
Dienstleister fürs Drittgeschäft und die
Abläufe im Unternehmen, was helfe,
die Kosten zu senken.
Die Werner-Automobil-Gruppe
expandiert ins GVZ
Die Werner-Automobil-Gruppe aus
Weyhe wächst. Sie hat jetzt im Güterverkehrszentrum Vertrieb und Service
für die Nutzfahrzeuge der Marken Volvo und Renault übernommen. Der Vertrag mit der VolvoTrucks Group gilt für
das Gebiet Bremen, Bremerhaven und
angrenzende Landkreise.
Datenfülle im
Westentaschenformat
Klein, handlich, übersichtlich und randvoll mit aktuellen Daten und Fakten
über das Land Bremen und seine beiden Städte: Das Statistische Landesamt Bremen hat jetzt die Ausgabe
2014 von „Bremen in Zahlen“ herausgebracht. Die Broschüre bietet einen
Streifzug durch die Themenvielfalt der
amtlichen Statistik. Ausgewählte historische Daten, ein Städte- und Ländervergleich und die Anschriften wichtiger
Anlaufstellen in Bremen und Bremerhaven ergänzen das Zahlenwerk. Das
Heft enthält 26 kurze Kapitel auf 68
Seiten.
Die gedruckte Ausgabe ist zum Preis von sechs
Euro beim Statistischen Landesamt Bremen
(An der Weide 14-16, info@statistik.bremen.de)
erhältlich; zudem kann unter www.statistik.
bremen.de eine kostenlose PDF-Datei heruntergeladen werden.
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6-9_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:24 Seite 9
CAMPUS
Foto Volker Diekamp/MARUM
STADT &
s
Ministerin Wanka
im MARUM und DSM
Ablagerungen eines Meteoriten-Einschlages, der vor etwa 65 Millionen
Jahren auf der Erde passierte – das ist
nur ein Beispiel der spannenden Forschungsobjekte im MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Bundesministerin für Bildung und Forschung,
Professorin Dr. Johanna Wanka, bekam
jedoch jüngst während ihres Besuches
in dem Institut noch mehr zu sehen.
Der Rundgang führte sie unter anderem zum neuen Meeresboden-Bohrgerät MARUM-MeBo und in das internationale Bohrkernlager, in dem mehr
als 140 Kilometer Meeresablagerungen aus dem Atlantik, dem Arktischen
Ozean und dem Mittelmeer lagern. Das
Bremer Bohrkernlager ist das größte
der weltweit drei Bohrkernlager des Integrierten Ozeanbohrprogramms IODP
(Integrated Ocean Drilling Program).
Unter dem Motto „Dem Meer auf den
Grund gehen!“ erforscht das MARUM
seit mehr als zehn Jahren Schlüsselpro-
(v.l.) Senatorin Professorin
Eva Quante-Brandt, Bürgermeister
Jens Böhrnsen, MARUM-Direktor
Professor Michael Schulz, Professor
Dierk Hebbeln, Bundesministerin
Professorin Johanna Wanka,
Dr. Ralph Baumheier und
Professor Gerold Wefer
zesse in der marinen Umwelt. 2012 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft seine Weiterförderung als
Exzellenzcluster.
Zuvor war die Ministerin Gast im
Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven (DSM), eines der acht deutschen
Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Das DSM ist dabei, sich neu
aufzustellen, um ein integriertes Forschungsmuseum im Sinne der 2012 formulierten Anforderungen der LeibnizGemeinschaft zu werden. Dazu gehört
beispielsweise, dass wissenschaftliche
Forschung und Vermittlungsarbeit noch
enger miteinander verknüpft werden.
„Eine einzigartige Sammlung und
engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die beste Basis für den Erfolg. Der Bund steht zur Weiterentwick-
Vereinbarkeit von Beruf und Pflege –
Studie der Universität Bremen
Unternehmen in Deutschland stehen vor der großen Aufgabe, den demografischen Wandel zu bewältigen. Dies betrifft unter anderem auch die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege –
schließlich befinden sich immer mehr Beschäftigte
in der Situation, private pflegerische Verpflichtungen erfüllen zu müssen und auch zu wollen.
In einer Bachelorarbeit untersucht die Studentin
Maren Schulte, inwieweit sich Unternehmen in Bremen schon mit dem Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ befassen. Sie schreibt die Arbeit an
der Universität Bremen im Fachbereich Humanund Gesundheitswissenschaften. Sie will herausfinden, ob und wie das Thema im Alltag von Bremer
Unternehmen präsent ist. Sie sucht Infos über die
gegenwärtige Situation von pflegenden Erwerbstätigen in Unternehmen, um mögliche Probleme zu
lokalisieren und Lösungsansätze zu entwickeln.
Unternehmensvertreter werden gebeten unter folgendem
Link an der Online-Umfrage teilzunehmen: http://ww2.unipark.de/uc/mschulte_Array/85af. Selbstverständlich ist die
Umfrage anonym; persönliche oder unternehmerische Daten
werden nicht erfragt.
lung des Museums“, schrieb die Ministerin ins Gästebuch des DSM. Die Neuausrichtung wird in den kommenden
Jahren eng mit einer umfassenden baulichen Sanierung des Museums verzahnt. Die Planungen für den ersten
Bauabschnitt befinden sich in der Endphase. „Ich bin sehr dankbar, dass das
Land Bremen und der Bund diesen ersten Bauabschnitt gemeinsam finanzieren“, sagte Bürgermeister Böhrnsen.
Dies sei eine wichtige Geste des Bundes, die die Bedeutung des DSM unterstreiche, handele es sich doch bundesweit um das einzige Museum, das sich
umfassend mit der deutschen Schifffahrtsgeschichte, der Nutzung der Meere und der Unterwasser-Archäologie
beschäftige. Das von Bund, Land und
Stadt angeschobene Sanierungsprogramm beläuft sich zunächst auf 42
Millionen Euro. Über weitere Bauabschnitte muss noch verhandelt werden,
hieß es dazu.
n
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 9
05 TITELGESCHICHTE_
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TITELGESCHICHTE
Die Räuchertheke: Hier werden täglich frische hausgeräucherte Produkte aus den Räucheröfen von Fiedlers Fischmarkt im Schaufenster Bremerhaven angeboten.
10 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
05 TITELGESCHICHTE_
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VON SEELACHS
BIS SUSHI
Seelachs war und ist der beliebteste deutsche Speisefisch. Kein Wunder, bildet er doch die Basis für die
begehrten Fischstäbchen. Tatsächlich haben die Verbraucher aber längst Lust auf mehr Vielfalt. 750 Arten sind
inzwischen als Lebensmittel im Angebot. Und neben frischem Fisch lassen sich Genießer immer häufiger
Convenience-Produkte schmecken. Dieser Wandel prägt das moderne Gesicht des traditionsreichen
Fischereihafens Bremerhaven. Von WOLFGANG HEUMER
och vor wenigen Jahren hatte Heiko Frisch bisweilen das Gefühl, der Bremerhavener Fischereihafen sei in Vergessenheit geraten. „Man
konnte den Eindruck gewinnen, dass im Bremerhavener Fischereihafen nur noch Windräder und schwere Stahlbauteile produziert werden“, erinnert
sich der Einkaufs- und Produktionsleiter der Fischmanufaktur
Deutsche See. Gelegentlich betonte ein Landes- oder Stadtpolitiker zwar die Bedeutung des Gewerbegebietes grundsätzlich für die Lebensmittelindustrie, aber aus tiefer Überzeugung kam das nicht. Dass sich im Süden der Seestadt immer noch eines der größten Fischverarbeitungs- und Handelszentren für Frischfisch und Fischzubereitungen Europas
befindet, „kommt endlich langsam wieder in das breite Bewusstsein zurück“, freut sich Frisch. Der Sinneswandel hängt
auch mit der neuen Wahrnehmung des Themas Fisch in der
Bevölkerung zusammen: Meeresdelikatessen gelten zunehmend als Symbol der Nachhaltigkeit und als eines der wenigen skandalfreien Lebensmittel. „Wir müssen hart daran arbeiten, dass dies so bleibt“, sagt Ralf Forner, Geschäftsführer
des Fisch-Großhandelsunternehmens Transgourmet Seafood.
Foto H.-J. Fiedler Meeresdelikatessen GmbH
Nachhaltigkeit– die Fischwirtschaft
hat das Thema verinnerlicht
Das Gewissen isst mit. Kaum ein anderer Zweig der Lebensmittelbranche hat das Thema Nachhaltigkeit bereits seit so
langer Zeit verinnerlicht wie die Fischwirtschaft. „Wir wissen,
dass wir mit den natürlichen Ressourcen sorgsam umgehen
müssen“, sagt Gastronom und Fischhändler Hans-Joachim
Fiedler, „sonst sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen.“ Bereits 1997 schufen die internationale Umweltschutzorganisation WWF und der Bremerhavener Fischstäbchenproduzent
Frozen Fish International (damals noch eine Tochter des Unilever-Konzerns) den Marine Stewardship Council (MSC). Seither können Verbraucher sicher sein, dass mit dem MSC-Siegel
gelabelter Fisch aus einer bestandsschonenden Fischerei
stammt und nicht aus einem brutalen Raubbau an der Natur.
Das Bemühen um saubere und sichere Lebensmittel begann in den Unternehmen des Bremerhavener Fischereihafens bereits ein Jahrzehnt vor dem Start der MSC-Initiative.
1987 entdeckte ein Fernsehmagazin winzig kleine Würmer in
den Bauchlappen bestimmter Fischsorten, die in einigen wenigen Betrieben nicht sorgfältig genug bearbeitet worden
waren. Wie eine Flutwelle schwappte die Nematodenkrise
über die Republik. Niemand wollte mehr Fisch kaufen, buchstäblich über Nacht gerieten tausende Arbeitsplätze in der
damals überwiegend durch Klein- und Familienbetriebe geprägten Fischwirtschaft in Gefahr. „Auch wenn es Jahrzehnte
her ist, sitzt uns allen in der Branche der Schock noch immer
in den Gliedern. Deswegen schaut hier jeder lieber zwei- oder
sogar dreimal genau hin“, meint Heiko Frisch.
Bislang hat das Selbstschutz-Prinzip offenbar funktioniert.
Während Fleischindustrie und Hühnermäster beinahe im
Jahresabstand wegen irgendwelcher Roßtäuschereien, unerlaubter Zusatzstoffe und giftiger Chemikalienrückstände ins
Gerede kommen, hat die Fischwirtschaft seit beinahe 40 Jahren keine negativen Schlagzeilen mehr gemacht. Ab und zu
rauschen Meldungen durch den Blätterwald über angebliche
Skandale, ohne dass es dafür konkrete Belege gibt.
Ralf Harms, Küchenmeister im Seefisch-Kochstudio im
Schaufenster Fischereihafen, kann sich darüber trefflich aufregen – er ist derjenige, der bei seinen Kochkursen mit insgesamt 20.000 Besuchern pro Jahr im Zweifelsfall in der vordersten Front steht und die Angriffe abwehren muss. Gerade
hat ein Fernsehmagazin angeblich zu hohe Antioxidantien
ausgemacht, die völlig legal dem Futter für norwegische
Zuchtlachse beigemischt sind. Zu Beginn seiner Kochstunde
lässt Harms zunächst Dampf über die Schlagzeilen-Jäger ab,
dann kontert er die Vorwürfe sachlich: „Lachsfilet enthält 0,3
Milligramm dieser Stoffe“, sagt er: „In scheinbar sauberen Birnen, die Sie mit guten Gewissen auf dem Wochenmarkt kaufen, sind es dagegen drei Milligramm. Aber darüber regt sich
keiner auf.“
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 11
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TITELGESCHICHTE
Die Welt von Lachs & Co – im Bild Lachsköpfe gepfeffert: Das ist die Welt der Fischmanufaktur
Deutsche See. Heiko Frisch ist ihr Einkaufs- und Produktionsleiter. Rechts im Bild das Schaufenster Fischereihafen.
Das jahrelange Bemühen um Qualität zahlt sich mittlerweile für die Betriebe im Fischereihafen aus. „Gerade beim
Fisch kaufen immer mehr Verbraucher bewusst ein und schauen ganz genau hin, was sie bekommen“, so Heiko Frisch. Garnelen, die nicht aus zertifizierter Produktion kommen, werden immer häufiger vom Einkaufszettel gestrichen und durch
Bio-Produkte ersetzt. Bei Zuchtlachs aus Norwegen und
Schottland gehört Bio ebenfalls längst zum guten Ton. „Und
wir achten überall durch eigene Kontrollen darauf, dass die
Standards auch eingehalten werden“, macht Frisch deutlich.
Etwas komplizierter ist die Thematik allerdings ausgerechnet bei dem Vater aller Nachhaltigkeits-Labels, dem MSC-Siegel. Nicht etwa, weil möglicherweise Schindluder bei der Vergabe des Zertifikates getrieben würde: „Viele Verbraucher
sind ausschließlich auf das Siegel fixiert, dabei gibt es auch
zahlreiche Fischarten, deren Bestand auch ohne Siegel nicht
gefährdet ist“, sagt Frisch. Weitere Aufklärungsarbeit tut not,
darin sind sich die Fischexperten einig.
Qualität ist das Markenmerkmal –
und hat ihren Preis
Aufklärungsarbeit ist auch wichtig, damit die Verbraucher
die Qualität von Fischprodukten verstehen und zu schätzen
wissen. Nach den renommierten Handelsketten nehmen immer häufiger Discounter Fisch-Selbstbedienungstheken in ihre Läden auf. Anders als die Markenartikler beziehen sie ihre
Ware jedoch nicht aus heimischer Produktion, sondern lassen
sie unter anderem aus Osteuropa anliefern. Die Bremerhavener Fischwirtschaft betrachtet diese „Markteinstiegsqualitäten“ mit gewisser Sorge – die Produkte entsprechen häufig
nicht den Standards, die deutsche Betriebe pflegen. „Wir dürfen nun nicht in den Fehler verfallen, ebenfalls derartige Einstiegsqualitäten auf den Markt zu bringen“, warnt Ralf Forner, „im Gegenteil: Qualität ist immer schon unser Markenmerkmal gewesen und muss es auch bleiben.“ Nur so könne
sich die Branche gegen die billigeren Wettbewerber behaupten: „Qualität zahlt sich am Ende aus“, ist Forner überzeugt.
12 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Qualität hat aber auch ihren Preis. Warum – das wird beim
Rundgang durch die Fischmanufaktur Deutsche See deutlich. Abgesehen von einigen wenigen mechanisierten Verfahren „ist die Produktion von Meeresdelikatessen Handarbeit,
wenn das Ergebnis gut sein soll“, sagt Produktionsleiter
Frisch. Das gilt sowohl für das Filetieren von Frischfisch als
auch für die Zusammenstellung von Convenience-Produkten
wie küchenfertig zubereitete Fischgerichte oder neue Geschmacksideen für den Gartengrill wie zum Beispiel „Kabeljau-Saltimbocca“. Längst produziert das Unternehmen sogar
Sushi, das wie im japanischen Original natürlich von Hand
hergestellt wird.
Der sorgsame Umgang mit Fisch hat in Bremerhaven eine
lange Tradition. Immerhin reicht die Geschichte der Fischverarbeitung im industriellen Maßstab bis in die 1880er Jahre
zurück. Damals schickte der Bremerhavener Reeder Friedrich
Busse mit der „Sagitta“ den ersten Fischdampfer auf Fangreise – das war die Geburtsstunde der deutschen Hochseefischerei, die erst 1976 endete, als Island mit der Ausweisung
einer 200-Seemeilen-Zone den deutschen Fischern den Zugang zu ihren traditionellen Fanggründen versperrte.
Jahrzehntelang kam der frische Fisch noch per Fangschiff
direkt in die Bremerhavener Auktion, die mittlerweile nicht
mehr von Bedeutung ist. Längst kommt der Fisch im Container oder sogar per Flugzeug – am Umschlagsvolumen gemessen ist der Frankfurter Airport ein mindestens genauso großer Umschlagort wie Bremerhaven. Obwohl die Rohwarenströme mittlerweile weit entfernt von der Küste verlaufen,
hat der Fischereihafen seine Bedeutung als Produktions- und
Logistikstandort bewahrt. „Das ist auch und vor allem den
vielen kleinen Betrieben zu verdanken, die es hier immer
noch gibt“, sagt Hans-Joachim Fiedler, der neben seinen Restaurants und Fischläden auch noch eine gläserne Produktion
betreibt. Rund 5.000 Beschäftigte hat die Fischwirtschaft,
überwiegend sind es Fachkräfte, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben: „Diese Tradition müssen wir uns bewahren.“
10-15_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:22 Seite 13
Leider gilt der Prophet nur selten etwas im eigenen Lande.
„Wir haben lange und intensiv arbeiten müssen, um den
Schatz, den wir mit dem Fischereihafen haben, wieder ins Bewusstsein der Politik zu bringen“, sagt Frisch als Vorsitzender
des Fisch- und Lebensmittelwirtschaftlichen Ausschusses der
Industrie- und Handelskammer Bremerhaven. Offenbar mit
Erfolg: Nachdem sich Stadt und Land jahrelang in der Tourismusentwicklung auf die Bremerhavener Innenstadt und die
Attraktionen der Havenwelten konzentriert hatten, richten
sich die Blicke jetzt zunehmend auf den Fischereihafen. Nach
und nach wird jetzt das vor 20 Jahren geschaffene Schaufenster Fischereihafen aufpoliert, in dem sich Tradition und
Moderne verbinden. „Hier im Fischereihafen kann man das
alte Bremerhaven noch spüren, das ist genau das, was die
Touristen wollen“, weiß Fiedler.
Das Schaufenster Fischereihafen
verbindet Tradition und Moderne
Zu den jüngsten Attraktionen gehört das funkelnagelneue
Seefisch-Kochstudio. Mit der 1927 gegründeten Kochschule
für angehende Haus- und Ehefrauen hat das Studio nichts
mehr gemein. Vielmehr hat Küchenmeister Ralf Harms in seinem Reich genau die Elemente untergebracht, die auch die
zahlreichen TV-Kochshows zum Erfolg gebracht haben. Doch
mit Harms steht kein Fernsehstar auf der Bühne, sondern ein
authentischer Bremerhavener Koch, der sein Publikum mit
Witz und Kompetenz überzeugt und auf den Geschmack für
das Lebensmittel Fisch bringt.
Liebe geht durch den Magen– das ist auch das Prinzip, mit
denen die Lobbyisten aus dem Fischereihafen versuchen, der
Bundespolitik Appetit auf das Thema Fisch zu machen. Legendär sind die Fischessen in der Berliner Vertretung des
Bundeslandes Bremen, auch wenn dort in erster Linie Fragen
auf der Tagesordnung stehen, die der Fischwirtschaft auf
dem Magen liegen. Internationale Wettbewerbsverzerrungen, das komplizierte System der Fangquoten-Festlegung
und ähnlich Schwerwiegendes bekommt bei Bremerhavener
Bremerhaven weist wie kein anderer Standort in
Europa das komplette Angebot von Frischfisch über
exotische Meeresdelikatessen bis zu Fertigzubereitungen,
Tiefkühlware und Feinkostprodukten auf.
Fischsuppe und einem vielfätigen Fischbuffet gleich einen
viel leichteren Geschmack. Der lange Arm der Bremerhavener
Fischwirtschaft reicht dabei weit über Berlin hinaus nach
Brüssel und Straßburg – dort sind die Unternehmen aus der
Seestadt vor allem dann aktiv, wenn es um Fragen der Nachhaltigkeit geht.
„Nachhaltigkeit ist ein Attribut, mit dem Bremerhaven viel
stärker für sich werben sollte“, ist Hans-Joachim Fiedler überzeugt. Immerhin sind im Fischereihafen mit Deutsche See
und dem Tiefkühlkostproduzenten Frosta gleich zwei Unternehmen ansässig, die für ihr überlegtes Engagement mit
dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden
sind. „Dies in Verbindung mit Attraktionen wie dem Klimahaus und mit unserem Engagement für nachhaltige Fischerei
geben der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal“, so Fiedler.
Im Ausland weiß man derartiges Engagement und die
Kompetenz des Bremerhavener Fischereihafens längst zu
schätzen, weiß Ralf Forner aus eigener unternehmerischer Erfahrung. Transgourmet Seafood ist eine Tochter der schweizerischen Coop-Gruppe. Regelmäßig kommen deren Abgesandte in den Fischereihafen, um neue Produkte zu entdecken. „Es ist immer wieder spannend, welche Vielfalt an Ideen unsere Zulieferer auf den Tisch bringen“, sagt Forner.
„Dabei zahlt es sich aus, dass Bremerhaven wie kein anderer
Standort in Europa das komplette Angebot vom Frischfisch
über exotische Meeresdelikatessen bis zu Fertigzubereitungen, Tiefkühlware und Feinkostprodukte aufweisen kann.“
Und wenn das alles nicht hilft, bleibt immer noch der Klassiker, mit dem jede Fisch-Genießer-Karriere zu Kinderzeiten begonnen hat: Fischstäbchen aus Seelachsfilet.
n
Fotos Deutsche See, FBG
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 13
05 TITELGESCHICHTE_
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TITELGESCHICHTE
EINE PFUNDSBRANCHE
Die Bedeutung der Nahrungs- und Genussmittelindustrie für Bremen wird unterschätzt, sagt
NaGeB. Der Verband will die Branche stärker in
den Fokus rücken.
gen, dass wir als etwas Selbstverständliches und Elementares
betrachtet werden.“ Lebensmittel seien längst nicht so „sexy“
wie beispielsweise Satelliten, Autos oder Windräder, mit denen das Bremen-Bild so gern geschmückt werde. „Dabei wird
vergessen, dass wir alle mit Lebensmitteln mindestens drei
mal am Tag in Berührung kommen“, sagt Nauck.
Hohe Beschäftigungskonzentration
s gibt eine Branche, die die beiden Städte Bremen und
Bremerhaven besonders eng verbindet: Die Nahrungsund Genussmittelindustrie hat ihre Stärken sowohl in
der einen wie der anderen Stadt und nimmt damit eine gewisse Solitärstellung ein. „Das macht sie zu einer idealen
Brücke“, sagt Hasso G. Nauck. Der frühere Hachez-Inhaber
und Marketingexperte ist Cheflobbyist für die lokale
Ernährungsbranche: Er führt den Verband NaGeB
(Nahrungs- und Genussmittelindustrie Bremen e. V.).
2011 ist er gegründet worden, und zu den knapp zwei
Dutzend Mitgliedern gehören die wichtigsten Unternehmen der Branche in Bremen (siehe Grafik). „Alle
Segmente sind gut vertreten, Bremerhaven allerdings
könnte noch etwas besser repräsentiert sein“, so
Nauck. Die Stärkung der Mitgliederbasis in der Seestadt, gerade aus dem Bereich der Fischwirtschaft, sieht er
als eine der aktuellen Aufgaben.
Kernanliegen von NaGeB ist es, die Branche und ihre Bedeutung für
Bremen ist „in aller Munde“, lautet die selbstbewusste NaGeB-Botschaft. In der „Stadt des guten Geschmacks“ sind
auffallend viele Menschen in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt, nämlich 9.000. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung liegt bei 18 Prozent, das ist mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Nauck legt ein weiteres Pfund auf die Waagschale: „Die Branche bietet ein Maß
an Vielschichtigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Kompetenz, wie es sie hier kein zweites Mal gibt.“
Der Umsatz liegt laut NaGeB bei vier Milliarden Euro pro
Jahr. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 290 Millionen Euro am Standort investiert worden. Da sich um die produzierenden Werke auch eine große Zahl von Beratungsunternehmen, Prüflaboren, Forschungsinstituten und Logistikfirmen gruppiert haben, hat sich das Duo Bremen/Bremerhaven zu einem Kompetenzzentrum für Nahrungs- und
Genussmittel entwickelt. „Aus diesem Kapital müssen wir
schöpfen“, fordert Nauck. „Aber wir müssen noch viel mehr
tun, um es zu erhalten oder sogar zu vermehren.“
Denn die Risiken wachsen, die Branche wird quasi doppelt in die Zange genommen. Der Verbandschef verweist hier
zum einen auf die politischen Rahmenbedingungen, die verbessert werden müssten. Das gelte zum Beispiel für die Verkehrsinfrastruktur, für Genehmigungsverfahren oder auch
die Schulqualität. „Wir müssen in Bremen vor allem deutlich herausstellen, dass wir kein Luftkurort, sondern ein
Wirtschaftsstandort sind.“
Risiko der Internationalisierung
Bremer Rolandmühle Erling GmbH & Co. KG
das und in dem Bundesland
Bremen stärker in den öffentlichen Fokus zu
rücken. Hier gibt es ein Defizit. Denn zum einen stehen Wirtschaftsthemen generell, so lautet die Kritik von Nauck, nicht
auf der richtigen Stelle der Agenda der Politik. Zum anderen
erhalte die Branche als zweitgrößter Industriesektor bei weitem nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdiene. „Das liegt
wahrscheinlich daran, dass wir schon so lange hier sind.“
Denn seit dem 11. Jahrhundert gilt die Hansestadt als einer
der wichtigsten Plätze für den Im- und Export von Nahrungsmitteln bzw. deren Rohstoffe. „Und das mag auch daran lie-
14 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Zum anderen aber beschwört der Trend zur Internationalisierung neue Standortgefahren herauf. Bei Unternehmensentscheidungen zählen die Standortqualitäten weniger als
wirtschaftliche Notwendigkeiten. Ist die jüngste KelloggsEntscheidung zur Umsiedlung der Vertriebsgesellschaft nach
Hamburg ein Menetekel für Bremen? Nauck sagt nein. „Wir
können die Risiken, die für den Standort bestehen, zwar nie
ganz ausschalten, aber wir können sie minimieren.“ Dafür gebe es die klassische Klaviatur der politischen Möglichkeiten:
„Sie muss nur gespielt werden.“ Mit einem überzeugten Bekenntnis zum Industriestandort Bremen – und zu einer so relevanten Branche wie der Nahrungs-und Genussmittelindustrie – wäre schon viel gewonnen. (cb)
n
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1854
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15:06
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KAMMERREPORT
AUS DEM PLENUM
Die Plenarsitzung vom 15. September
l Aktuelles
l Rekommunalisierung der Abfallentsorgung in Bremen
l Honorar-Finanzanlagenberater
l Stadtentwicklungspolitik Bremens
Aktuelles Hasso G. Nauck informierte das Plenum über
den neuen Flyer und den Internetauftritt des Vereins der
Nahrungs- und Genussmittelindustrie in Bremen (siehe auch
Seite 13). Professor Dr. h.c. Bernd-Artin Wessels stellte den
neuen Initiativkreis zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers an der Hochschule Bremen vor. Der gemeinnützige Verein setze sich für eine engere Verzahnung der
Hochschule mit den regionalen Wirtschaftsunternehmen
ein; er sei auch mit Unterstützung der Kammer zustande gekommen. Für weitere Mitglieder und Unterstützungen sei der
Verein offen.
Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger berichtete
über das Deutschlandstipendium an der Universität Bremen,
für das sich insbesondere auch die Mitglieder des Plenums in
den vergangenen Jahren engagiert hätten. Im bundesweiten
Vergleich nehme Bremen mit insgesamt 365 Deutschlandstipendien einen Spitzenplatz ein. Das Bundesland habe neben
dem Saarland in Relation zu den jeweiligen Studierendenzahlen die meisten Stipendien vergeben.
Rekommunalisierung Dr. Frank Thoss, Leiter des Geschäftsbereichs Industrie, Innovation und Umwelt, gab einen
Überblick über die aktuelle Diskussion zur Organisation der
Abfallentsorgung und Straßenreinigung in Bremen (siehe
auch nebenstehenden Bericht). Das Plenum stimmte nach
Aussprache dem Argumentationspapier zur Abfallentsorgung und Straßenreinigung im Stadtgebiet Bremen einstimmig zu und sprach sich dafür aus, beides auch künftig in privater Hand zu belassen.
Honorar-Finanzanlageberater Das Plenum erteilte
einstimmig seine Zustimmung zur Ergänzung der Prüfungsordnung und des Gebührentarifs im Zusammenhang mit der
Erlaubniserteilung und Registrierung für Honorar-Finanzanlagenberater.
Stadtentwicklungspolitik Professorin Dr. Iris Reuther,
bremische Senatsbaudirektorin, hielt einen Vortrag („Quo Vadis Bremen“) im Plenum über die ganzheitlich angelegte
Stadtentwicklungspolitik. Bremen sei vom Fluss geprägt und
spiele im Reigen der Halbmillionenstädte Deutschlands eine
eigenständige Rolle als Kernstadt einer Metropolregion. Die
Stadt wachse derzeit, die Zahl der Haushalte nehme zu. Gro-
16 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
ße städtebauliche Themen seien es deshalb, das Profil des
Wirtschaftsstandortes zu stärken, den Standort der Wissensgesellschaft und die Kulturlandschaft auszubauen, die Innenstadtentwicklung voranzutreiben und bezahlbares Wohnen auch durch neue Wohnformen zu etablieren. Zweifellos
gebe es weiterhin einen klaren Trend zum Wohnen in der
Stadt. Daraus erwachse eine Nachfragen im Wohnsektor, die
eine interessante Dynamik erzeugt, zu spüren beispielsweise
in dem „In-Quartier“ Überseestadt, aber auch in anderen attraktiven innerstädtischen Wohnvierteln. Für eine nachhaltige immobilienwirtschaftliche Entwicklung müssten die
Schnittstellen zur Innenstadt besser verknüpft werden. Hier
sei Stadtentwicklung gefragt, was zu außerordentlich vielseitigen und spannenden städtebaulichen Projekten führe. n
Resolution: Plenum lehnt
die Rekommunalisierung ab
In der aktuellen Diskussion um die Organisation der Abfallentsorgung und Straßenreinigung in Bremen hat sich das Plenum der Handelskammer einstimmig dafür ausgesprochen,
die Abfallentsorgung und Straßenreinigung in privater Hand
zu belassen. Für eine Rekommunalisierung gebe es keine
sachlich stichhaltigen Argumente.
„Die Fakten sprechen für sich“, sagte Handelskammer-Präses Christoph Weiss. So seien die Abfallgebühren seit der Privatisierung 1998 nahezu unverändert geblieben – gegen
den Bundestrend und trotz gestiegener Kosten für Investitionsgüter, Löhne und Treibstoff für die Fahrzeuge. Bis 2013
seien die Gebühren gar nicht erhöht, 2006 sogar um 2,5 Prozent gesenkt worden. „Auch die Erhöhung der Abfallgebühren zum 1. Januar 2014 beruhte lediglich zu zehn Prozent auf
Preisanpassungen der privaten Unternehmen, die restlichen
90 Prozent sind kommunalen Strukturanpassungen zuzuordnen“, so Weiss. Es wäre höchst unwirtschaftlich, dieses Erfolgsmodell ohne Not wieder aufzugeben.
Dass sich die Gewerkschaften für eine Rekommunalisierung stark machten, sei aus deren Sicht nachvollziehbar: „Auf
öffentliche Arbeitgeber ließe sich durch Streik und Müllberge
auf den Straßen erheblicher Druck ausüben. Das gab es früher auch und kann sicher nicht im Sinne der Bürgerinnen und
Bürger sein.“
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Das Plenum verwies auf ein faires und marktgerechtes
Lohnsystem der privaten Abfallentsorger und die seit mehr
als anderthalb Jahrzehnten zuverlässig arbeitende Abfallentsorgung in Bremen. 1998 hätten insbesondere die Unzuverlässigkeit des damaligen kommunalen Entsorgers (BEB Bremer Entsorgungsbetriebe) und stetig steigende Kosten zur
privaten Lösung geführt.
Sehr fraglich sei, so das Plenum, ob die Kommune im Falle
einer Rekommunalisierung überhaupt in der Lage wäre, die
Abfallentsorgung und Straßenreinigung in gleicher Qualität
und Effizienz zu leisten. Aktuell fehlende Fachkenntnis in der
öffentlichen Verwaltung lasse sich nur durch Anstellung erfahrener Fachkräfte wettmachen. Nach Schätzung der Handelskammer müsste die Stadtgemeinde Bremen für die im
Bereich der Logistik erforderliche Infrastruktur rund 60 Millionen Euro, außerdem Personalkosten für zusätzliche 440
bis 560 Mitarbeiter aufbringen. Dies sei aus dem bremischen
Haushalt nicht zu finanzieren. Da sich die Entlohnung der
Mitarbeiter auch in den privaten Entsorgungsunternehmen
nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst richte
(ENO) bzw. sich am branchenüblichen Tarif des Bundesverbandes der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) orientiere, gebe es insgesamt kein wirkungsvolles sachliches Argument für eine Rekommunalisierung.
Die Monopolkommission der Bundesregierung stärke dieses Argument: Sie sprach sich jüngst für die öffentliche Ausschreibung der Abfallentsorgung durch die Kommunen und
gegen den Trend der Rekommunalisierung aus. Private Unternehmen könnten die erforderlichen Leistungen mindestens genauso gut anbieten wie die öffentliche Hand. Öffentliche Wirtschaftstätigkeit müsse auf Aufgaben beschränkt
bleiben, die zur Erfüllung eines öffentlichen Zwecks unbedingt erforderlich sind.
n
Online-Informationsmedien
der Handelskammer Bremen
Die Handelskammer Bremen steht ihren Mitgliedern auch
online als Ansprechpartner auf verschiedenen Kanälen zur
Seite und informiert Unternehmen, die Fach- und Führungskräfte über das aktuelle wirtschaftliche Geschehen – regional
und überregional – sowie betriebsrelevante Entwickungen.
Vernetzen können sich Unternehmen mit der Handelskammer auf ihrer offiziellen Seite bei Facebook, auf „Deine
Kammer – dem Forum für Aus- und Weiterbildung“, bei Twitter oder Google+. Auch die XING-Gruppe „new_kammer bremen“ bietet Unternehmerinnen und Unternehmern sowie
Gründerinnen und Gründern eine einfache Möglichkeit, sich
untereinander und mit der Handelskammer auszutauschen
und Kontakte zu knüpfen.
Auf dem YouTube-Kanal „IHK24“ erhalten die Nutzer hilfreiche Erklärvideos zur dualen Ausbildung, zu Existenzgründungen, zu Ursprungszeugnissen und weiteren Themen.
Weiterhin können sich Interessenten aus zehn verschiedenen Rubriken einen persönlichen Newsletter der Handelskammer zusammenstellen. Er liefert wöchentlich Tipps und
Hinweise für die eigene Branche und informiert über das Bremer Wirtschaftsgeschehen.
n
Soziale Medien
www.facebook.com/handelskammerbremen
www.facebook.com/deinekammer
www.twitter.com/hk_bremen
www.xing.com/net/new_kammerbremen
Videos
www.youtube.com/ihk24
Newsletter:
www.handelskammer-bremen.de/newsletter
Kontakt
Philipp Keitel, Telefon 0421 3637-330,
keitel@handelskammer-bremen.de
DIE HANDELSKAMMER
GRATULIERT ZUM JUBILÄUM
50-jähriges Bestehen
l
Peter W. Lampke GmbH & Co. KG,
gegründet 20. Oktober 1964
25-jähriges Bestehen
l
l
l
l
Anlagen- und Gebäudetechnik
Planung I Ausführung I Service
Uwe Purnhagen, gegründet 1. Oktober 1989
Ramsay Assekuranzmakler GmbH,
gegründet 1. Oktober 1989
INTER-LINK NETWORK GmbH,
gegründet 3. Oktober 1989
Volker Freyer, gegründet 16. Oktober 1989
NEUE ADRESSE AB JUNI 2009
Johann Osmers GmbH & Co. KG
Auf der Höhe 4 I 28357 Bremen
Tel. (0421) 871 66 - 0
Fax (0421) 871 66 - 27
www.johann-osmers.de
N
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 17
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KAMMERREPORT
INFOTHEK
VERANSTALTUNGEN DER
HANDELSKAMMER BREMEN IM OKTOBER UND NOVEMBER 2014
(AUSWAHL) Weitere aktuelle Informationen finden Sie in der Veranstaltungsdatenbank im Internet: www.handelskammer-bremen.de.
ANMELDUNG
Melden Sie sich im
Internet an:
www.handelskammerbremen.de.
Existenzgründung/
Unternehmensnachfolge
Sprechtage (2 Termine)
Erfinderberatung
6.-16. Oktober, 18:00-20:30 Uhr
Seminar: Der Weg in die
Selbstständigkeit
Wie werde ich Unternehmerin – wie werde
ich Unternehmer? Welche Voraussetzungen
sind bei der Existenzgründung zu beachten?
Was ist ein Businessplan? Wie kalkuliere ich
meine Kosten? Welche Pflichten muss ich erfüllen, wenn ich Personal beschäftige und
was möchte das Finanzamt von mir wissen?
Diese und weitere Fragen werden in dem
Existenzgründungsseminar „Der Weg in die
Selbstständigkeit“ der Handelskammer
Bremen beantwortet. Referenten: Tania
Neubauer, Ralf Brandt, Dr. Dorothee Lotz,
Johannes Wol ters, Ida Klipan, Jörg Jarchow,
Susanna Suhlrie, André Dillinger, Arno Geerds.
Die Gebühr beträgt 120,- Euro.
6. November, 4. Dezember,
jeweils 15:30-17:30 Uhr
Gewerbliche Schutzrechte wie Patente,
Gebrauchsmuster, Geschmacksmuster,
Marken und das Urheberrecht helfen, eine
marktfähige Idee vor der Nachahmung durch
die Konkurrenz zu schützen. Welches Schutzrecht für eine konkrete Idee geeignet ist,
hängt von der Art der Innovation, der Erfindungshöhe und der angestrebten Verwertung
ab. Erfinder und Entwickler von neuen Ideen,
Verfahren und Produkten können an den
Sprechtagen mit einem Bremer Patentanwalt
Schutzmöglichkeiten für ihre Idee besprechen.
Die 20-minütigen Einstiegsberatungen sind
vertraulich und werden monatlich angeboten.
Referenten sind Nils Ellberg (6. November)
und Dr. Volker Scholz (4. Dezember).
Bitte melden Sie sich an,
Petra Ripke-Höpfl,
Telefon 0421 3637-236,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
Bitte melden Sie sich an,
die Teilnehmerzahl ist begrenzt:
Petra Ripke-Höpfl, Telefon 0421 3637-236,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
16. Oktober, 15:00-17:00 Uhr
Podiumsveranstaltung:
Unternehmensnachfolgetag
Siehe auch Seite 42.
Innovation
Bitte melden Sie sich an:
Rita Kahrs, Telefon 0421 3637-242,
kahrs@handelskammer-bremen.de
Mittelstandstreff
29. Oktober, 12:30 Uhr
Vortrag: Führung der Generation Y
Referent ist Professor Dr. Nils Schulenburg,
Schulenburg Consulting Strukturierte Unternehmens- und Strategieentwicklung.
Bitte melden Sie sich an bei
Sabrina Gaartz, Telefon 0421 3637-231,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
18 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
8. Oktober, 14:00-17:00 Uhr
Produktanleitungen, Richtlinien und
die ISO 9001: Mit Normung fit für die
Produktion der Zukunft
Unternehmen müssen angesichts zunehmend
komplexer werdender Produkte ihren Herstellungsprozess stärker normen. Unterstützung
und Anregungen dazu bietet der Bremer Normentag in der Handelskammer Bremen. Die
Veranstaltung findet in Kooperation mit dem
ANP Ausschuss Normenpraxis/Regionalgruppe Weser-Ems und dem BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft statt. Bremische Normungsexperten geben Hinweise
über die Fehlervermeidung bei der Erstellung
einer Produktanleitung (Jörg Handwerk, Ingenieurbüro Ce-Con) und informieren über
neue europäische Richtlinien (Mario Haake,
Inmas Institu t für Normenmanagement
GmbH). Darüber hinaus wird die Revision der
ISO 9001, der Norm für Qualitätsmanagement, vorgestellt (Dr. Stefan Hechtenberg,
Contrast GmbH). Aus der Praxis berichtet
Bernhard Böden (Power Innovation Stromversorgungstechnik GmbH), wie man mit
Normung und Standardisierung seine Markt-
position sichern kann. Er erläutert beispielhaft die Normierungsarbeit für die jetzt in
den Mark t drängenden Batteriespeicher zur
Speicherung von Solar- und Windenergie.
Bitte melden Sie sich an,
Petra Ripke-Höpfl,
Telefon 0421 3637-236,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
Recht & Steuern
21. Oktober, 9:00-16:00 Uhr
Workshop in Kooperation
mit der hkk: Arbeitsrecht
Klein-, Mittel- oder Großbetriebe – die tägliche arbeitsrechtliche Problematik konfrontiert den Unternehmer und seine Führungskräfte mit einer Vielzahl von Fragen, die oft
schnell und immer sicher und zuverlässig
gelöst werden mu
̈ssen. In dem Seminar werden typische und aktuelle arbeitsrechtliche
Fragen aus der Sicht der Praxis beleuchtet.
Unter anderem: Grundbegriffe, Anbahnung
des Arbeitsverhältnisses, Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis, Vertragsdauer, Kündigung des Arbeitsverhältnisses,
sonstige Vereinbarung en und Beendigung
des Arbeitsverhältnisses. Ein Schwerpunkt
bildet das aktuelle Recht der Kündigung in
all seinen Facetten. Referent ist der Rechtsanwalt und Fachanwalt fu
̈r Arbeitsrecht, Dieter Janßen (Partner bei Büsing, Müffelmann
& Theye, Rechtsanwälte in Partnerschaft und
Notare Steuerrecht). Die Gebühr beträgt für
Mitglieder der Handelskammer und/oder der
hkk: 80 Euro; Nichtmitglieder zahlen 220
E uro.
Bitte melden Sie sich an bei
www.hkk.de/seminare; Matthias Kastendiek,
hkk, Telefon 0421 3655-1174,
matthias.kastendiek@hkk.de
Wirtschaft global
15. Oktober, 9:00-12:00 Uhr
Business-Frühstück: Geschäftschancen
und politische Entwicklung in Thailand
Referenten sind Dr. Mukda Noll, Thailand
Board of Investment, Jonas Bley, PricewaterhouseCoopers, und Jörg Buck, AHK Thailand.
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Dorothee Knie,
Firmenkundenbetreuung
20. Oktober, 10:00-12:00 Uhr
Ländernetzwerk-Treffen
Indien: German Indian Round Table –
Business Breakfast: Steuerrecht in Indien
Kontaktpflege und Erfahrungsaustausch
zwischen deutschen und indischen Unternehmern stehen im Mittelpunkt der regelmäßig
stattfindenden Netzwerktreffen. Einmal im
Jahr trifft sich der German Indian Round
Table aus Hamburg mit dem Ländernetzwerk
Indien in Bremen.
Bitte melden Sie sich an:
international@handelskammer-bremen.de
23. Oktober, 9:00-17:00 Uhr
Zoll-Seminar: Importgeschäfte
gekonnt abwickeln
Referent ist Gerhard Tholen,
Außenwirtschaftsberatung.
Bitte melden Sie sich an:
zollseminar@handelskammer-bremen.de
28. Oktober, 15:00-19:00 Uhr
Der globale Wettbewerb um Fachkräfte –
Fachkräftesicherung aus Drittstaaten
Siehe auch Seite 55.
10. November, 14:00-18:00 Uhr
Von Ausschreibungen profitieren:
Geschäftschancen bei internationalen
Organisationen
Siehe auch Seite 38.
Bitte melden Sie sich an:
international@handelskammer-bremen.de
17. November, 9:00-17:00 Uhr
Zoll-Seminar: Lieferbedingungen und
Transportversicherung fürs Auslandsgeschäft: Anwendung der Incoterms 2010
Die internationalen Lieferbedingungen Incoterms 2010 sind Bestandteil von Angeboten
und Vertragsabschlüssen im internationalen
Handelsgeschäft. Ihre richtige Anwendung in
der Praxis ist ein Problem, das oft erst im
Schadensfall erkannt wird. In diesem Seminar
werden die Auswirkungen der Lieferbedingungen auf die Preiskalkulation und die Zusammenhänge zwischen Lieferbedingungen und
firmeninterner Versandvorbereitung erörtert.
Ferner erfahren die Teilnehmer, wer, wann
und in welchem Umfang fu
̈r die Absicherung
des Transportrisikos zuständig ist, nebst
Handlungsempfehlungen. Ziel des Seminars
ist es, die richtige Auswahl und Auslegung
der Lieferklauseln treffen zu können. Ein Basiswissen über Lieferkonditionen im Auslandsgeschäft wird vorausgesetzt. Referent ist Dr.
Wolfgang Barthel, Poly International, Außenwirtschaftsberatung.
Auch wenn Projekte außergewöhnlichen Tiefgang haben,
behalten wir den Überblick.
Und Ihre Bank?
Sprechen Sie mit uns: 0421 332-3535
Bitte melden Sie sich an:
zollseminar@handelskammer-bremen.de
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 19
07 STANDORT_ Region22-33_OKT_2014_neu.qxp_Layout 1 23.09.14 11:19 Seite 20
STANDORTBREMEN
ei einer gemeinsamen Sitzung
im Haus Schütting Mitte September haben der Bremer Senat
und das Präsidium der Handelskammer
Bremen vereinbart, insbesondere in
Haushaltsthemen und der Frage des
künftigen Bund-Länder-Finanzsystems
noch intensiver in den Dialog zu treten.
An der Sitzung nahm auch der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bremerhaven, Hans-Christoph Seewald, teil.
Gemeinsam
den Standort stärken
Bürgermeister Jens Böhrnsen und Präses Christoph Weiss betonten die gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung Bremens. „Unser gemeinsamer Anspruch ist es, die Selbstständigkeit Bremens zu erhalten, um den Fokus
deutlich auf die Stärken unseres Stand-
20 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
ortes richten zu können", sagte Präses
Weiss. Bürgermeister Böhrnsen dankte
der Handelskammer dafür, dass sie
durch ihre Expertise die Debatte um
das künftige Bund-Länder-Finanzsystem im Sinne Bremens unterstützt.
Beim gemeinsamen Interesse, die öffentlichen Haushalte zu konsolidieren
und die Strukturen der öffentlichen Verwaltung zu verbessern, sei es wichtig,
die jeweiligen, zum Teil auch unterschiedlichen Perspektiven zu berücksichtigen. „Wir haben verabredet“, sagten Bürgermeister Böhrnsen und Präses
Weiss, „dass wir uns künftig verstärkt
auch in Detailfragen zur Entwicklung
der öffentlichen Haushalte und zu zentralen Infrastrukturthemen intensiv beraten.“
„Es ist für Bremen ein großer Erfolg,
dass sich unsere Stadt zum fünftgrößten Industriestandort in Deutschland
entwickelt hat“, so Präses Weiss (siehe
auch den nebenstehenden Bericht.)
Bürgermeister Böhrnsen und Präses
Weiss betonten zugleich: „Darauf darf
sich Bremen aber nicht ausruhen, sondern muss durch richtige politische und
wirtschaftliche Entscheidungen und
die Gestaltung entsprechender Rahmenbedingungen die wirtschaftliche
Dynamik weiter fördern.“
Im Mittelpunkt des Treffens von Senat und Handelskammer-Präsidium
standen die Themen Haushaltskonsolidierung und föderale Finanzbeziehungen, wirtschaftliche Infrastrukturprojekte wie der Autobahnringschluss um
Bremen durch die A 281 und der damit
verbundene bessere Anschluss des Güterverkehrszentrums (GVZ). Weiterhin
wurden das Projekt Ansgariquartier
und die Entwicklung des Wohnungsbaus in Bremen erörtert.
n
Foto Frank Pusch
SENAT UND HANDELSKAMMER
VEREINBAREN INTENSIVEN DIALOG
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DIE NEUE NUMMER
Umsatz der bremischen Industrie wächst: Bremen ist jetzt fünftgrößter
Industriestandort in Deutschland
Mercedes-Benz will
weiter wachsen und in
den kommenden Jahren
seine Produktionskapazitäten deutlich erhöhen.
2014 investiert der Autokonzern mehr als drei
Milliarden Euro in
Ausbau und Modernisierung der deutschen
Pkw- und PowertrainWerke. Mit 750 Millionen
Euro wird das Bremer
Werk ausgebaut. Werksleiter Andreas Kellermann
wurde im Zuge der Einführung von Produktarchitekturen Leiter
des neuen MRA-Produktionsnetzwerkes (S-, E-,
C-Klasse). MRA steht
für HeckantriebsArchitektur.
Foto Daimler AG
remen ist die zehntgrößte Stadt
Deutschlands, aber der fünftgrößte Industriestandort. Nach
aktuellen Berechnungen der Handelskammer Bremen auf Basis neuer statistischer Regionaldaten ist sie damit um
einen Platz nach vorn gerückt. Gemessen am Umsatz wuchs die bremische Industrie von 2011 bis 2012 um gut 1,4
Milliarden Euro auf fast 23,6 Milliarden Euro. Vor Bremen liegen Hamburg,
Wolfsburg, München und Köln. In Berlin dagegen, das sonst immer vor Bremen rangierte, ließ die Leistung der Industrie um knapp 1,5 Milliarden Euro
nach.
„Bremen ist ein wirtschaftlich starker Standort und daran hat die Industrie einen maßgeblichen Anteil“, sagte
Handelskammer-Hauptgeschäftsführer
Dr. Matthias Fonger „Sie sorgt wesentlich für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Nach der Wirtschaftskrise hat
die bremische Industrie in den vergangenen Jahren kräftig angezogen.“ Die
neueste Konjunkturumfrage der Handelskammer bestätige den Aufwärtstrend in der Industrieproduktion.
Wichtig sei jetzt, dass Bremen wirtschaftsbezogene Investitionen und
Maßnahmen weiter vorantreibe. „Um
die Entwicklung des produzierenden
Gewerbes in Schwung zu halten, müssen wir für eine gute Infrastruktur sorgen“, so Dr. Fonger. „Dazu gehören der
Ausbau der Hafenhinterlandanbindungen, die Fertigstellung der A281 und
die Schaffung von genügend restriktionsfreien Gewerbeflächen für die industrielle Nutzung.“
Stärken hat Bremens Industrie in
den Bereichen Automobilbau, Stahlerzeugung, Luft- und Raumfahrzeugbau,
Spezialschiffbau, Maschinenbau, Elek-
trotechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Nahrungs- und
Genussmittelproduktion. Die OffshoreWindenergie ist eines der wichtigsten
Zukunftsfelder. Mit einer industriellen
Exportquote von 55,1 Prozent steht
Bremen an der Spitze der Bundesländer. Die Häfen als Logistikdrehscheibe
sowie die Wissenschaftsinfrastruktur
mit Universitäten, Hochschulen und
Forschungseinrichtungen sind nach
Überzeugung der Handelskammer die
wichtigsten Standortfaktoren für die
zukünftige industrielle Entwicklung des
Landes.
n
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 21
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TOR AN TOR
Airbus und OHB haben ein neues Kapitel der
Zusammenarbeit in der Raumfahrt aufgeschlagen:
In der Airport-Stadt entstehen zwei Fertigungsstätten für Raketenoberstufentanks der Ariane.
Kooperation von Eurocryospace und
MT Aerospace setzt Zeichen.
irbus Defence and Space, das weltweit zweitgrößte
Raumfahrtunternehmen, und Air Liquide erstellen in
Bremen eine neue Fertigungsstätte für die Europäische Weltraumorganisation ESA. Auf einer Gesamtfläche von
gut 4.000 Quadratmetern sollen Oberstufen-Tanks für die zukünftigen Ariane-Trägerraketen integriert und ausgerüstet
werden. Eurocryospace, ein Joint-Venture von Airbus Defence
and Space und Air Liquide, ist für die Entwicklung und Fertigung der Tanks verantwortlich. Der erste Tank soll die Produktion im November 2015 für Testzwecke verlassen.
Auf dem benachbarten Grundstück entsteht zeitgleich eine zweite, ebenfalls 4.000 Quadratmeter große Fertigungsstätte von MT Aerospace, ein Unternehmen des Raumfahrtund Technologiekonzerns OHB AG. MT Aerospace fertigt die
Schalen für diesen Hightech-Tank. „Der Schritt, direkt neben
den Partner Airbus Defence and Space zu ziehen, war logisch
und richtig“, sagte der Vorstandsvorsitzende der MT Aerospa-
22 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
ce, Hans J. Steininger. „Neben der verbesserten Logistik für
die Fertigung des Oberstufentanks für die Ariane 5ME zeigt
die deutsche Industrie deutlich, dass wir bei der Erhaltung
des unabhängigen europäischen Zugangs zum All an einem
Strang ziehen.“
Im Beisein von Brigitte Zypries, Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen wurde jetzt symbolisch ein Tor zwischen
den beiden Grundstücken geöffnet, um die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. „Durch die unmittelbare Nachbarschaft der beiden Fertigungsstätten, die
von der ESA finanziert werden, können die Kosten reduziert
und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden“, sagte Sören
Scholz, Programmleiter Ariane 5 Produktion und Exploitation
von Space Systems in Deutschland. „Der aufwändige Transport der einzelnen Komponenten durch Europa entfällt. Hier
ist nun alles an einer Stelle konzentriert. Die Zusammenlegung erhöht die Effizienz und verkürzt die Produktionszeit.“
Das neue Verfahren für die Raketentanks erfordert es, dass
die Teile während der Produktion viermal zwischen Airbus
und der MT Aerospace wechseln.
Die beiden neuen Raumfahrt-Hightech-Produktionsstätten unterstreichen nach den Worten Böhrnsens die Bedeutung Bremens als industrielles Kompetenzzentrum für Raketenoberstufen in Europa und sichern hochqualifizierte Arbeitsplätze. „Gemeinsam werden wir auch weiterhin die Rahmenbedingungen einsetzen, damit Bremen ein unverzichtbarer Bestandteil für den unabhängigen Zugang Europas zum
Weltraum bleibt.“
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Sie öffnen symbolisch ein Tor zwischen beiden
Grundstücken: (v.l.) Marco Fuchs (OHB), Hans
Steininger (MT Aerospace), Brigitte Zypries (Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und
Raumfahrt), Bürgermeister Jens Böhrnsen, JeanMarc de Royere (Air Liquide), Sören Scholz
(Airbus) und Gaele Winters (ESA)
gen zum Andocken der Satelliten an die Nutzlastbucht der
Rakete. Als Hauptauftragnehmer fu
̈r die Ariane-Trägerraketen koordiniert Airbus Defence and Space seit 2003 die Produktionskette des Ariane-5-Programms, die mehr als 550 Unternehmen (davon mehr als 20 Prozent kleine und mittlere
Unternehmen) in zwölf europäischen Ländern umfasst.
Wie Airbus weiter mitteilte, hat das Unternehmen auch
den Auftrag für einen neuen Telekommunikationssatelliten
(EchoStar 105/SES-1) für die Betreiber EchoStar and SES erhalten. Das Unternehmen habe diesen kommerziellen Vertrag auf dem wettbewerbsintensiven amerikanischen Markt
gewonnen. „Mit diesem jüngsten Erfolg ist Airbus Defence
and Space der einzige Satellitenhersteller, der die sieben
weltweit führenden Satellitenbetreiber beliefert“, sagte François Auque, Leiter von Space Systems. Der neue Satellit, der
für EchoStar 24 x 36 MHz Ku-Band-Transponder bereitstellt,
wird auf einer Umlaufbahn auf 105° West positioniert. Von
dort überträgt er umfassende Sendeinhalte zum amerikanischen Kontinent, einschließlich Alaska, Hawaii, Mexiko und
der Karibik. Der Start von EchoStar 105/SES-11 ist für Ende
2016 vorgesehen.
n
Fotos Ingo Wagner/Air Liquide, Airbus DS
Seit 2003 baut Airbus Defence and Space in Bremen die
Oberstufe der Ariane 5, und rund 100 Mitarbeiter sind mit
der Entwicklung der Ariane 5 ME (Midlife Evolution) im Auftrag der ESA beschäftigt. Sie soll Mitte 2018 erstmals abheben. Ihre wiederzündbare kryogene Oberstufe soll auch bei
der Ariane 6, der Trägerrakete der nächsten Generation, eingesetzt werden. Die kryogene Oberstufe wird mit hochenergetischen Treibstoffen (Flüssigsauerstoff/Flüssigwasserstoff) betrieben. An der Ariane 5 – heute die zuverlässigste
kommerzielle Trägerrakete weltweit (siehe auch untenstehenden Beitrag) –hält die MT Aerospace einen Produktionsanteil von etwa zehn Prozent und ist damit größter Zulieferer
außerhalb Frankreichs für dieses bedeutende europäische
Raumfahrtprogramm.
n
s
61. Start der Ariane 5 in Folge:
Satellit MEASAT-3b an Bord
Die europäische Trägerrakete Ariane 5 ist vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana zum 61. Mal in Folge erfolgreich ins All gestartet und hat damit erneut ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Hauptauftragnehmer für
Bau und Entwicklung der Ariane 5 ist Airbus Defence and
Space. Das Unternehmen war bei diesem Start zudem Hauptauftragnehmer für MEASAT-3b (im Bild), den bisher größten
Satelliten des asiatischen Betreibers MEASAT mit Hauptsitz
in Malaysia. Die gesamte Nutzlast des 218. Ariane-Flugs betrug 10.088 Kilogramm. Davon entfielen 9.167 Kilogramm
auf die beiden im geostationären Orbit platzierten Satelliten
MEASAT-3b und OPTUS-10, der Rest auf das Doppelstartsystem Sylda von Airbus Defence and Space und auf Vorrichtun-
Nur mit einem geht er
verschwenderisch um:
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 23
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STANDORTBREMEN
Foto Statex
Rhenus-Gruppe bündelt
Offshore-Logistik
Statex stellt EMVZelte auf der Airtec vor
Das Bremer Unternehmen Statex präsentiert sich auf der internationalen Zuliefermesse Airtec in Frankfurt vom 28.
bis 30. Oktober als Aussteller. Unter
dem Motto „Take off with our textile
solutions for technical applications!”
stellt der Marktführer für versilberte
Flächenware auf dem Messegelände
seine Abschirmlösungen und Messtechnik vor.
Das Unternehmen vertreibt rund um
den Globus seine versilberten Polyamid-Fasern unter der Marke Shieldex.
Sie werden „nach einem weltweit einmaligen Verfahren in Deutschland hergestellt“, heißt es in einer Mittelung.
Die auf der Airtec vorgestellten EMVZelte bestehen aus metallisiertem Gewebe und sind vielfältig einsetzbar. Immer dort, wo Präzisions-Messungen hinsichtlich elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV) vorgenommen werden,
kommen die Abschirmzelte ins Spiel.
Satelliten, Flugzeugelektronik oder große Bauteile lassen sich unter diesen flexiblen und extrem leichten Zelten direkt vor Ort testen. Das spart deutlich
Kosten im Produktionsablauf, weil sich
ein aufwändiger und zeitintensiver Transport der Testobjekte in elektromagne-
24 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Das EMV-Messzelt besteht
aus metallisiertem Gewebe
und ist vielfältig einsetzbar.
tisch abgeschirmte Räume außerhalb
der Fertigungshallen erübrigt.
Statex arbeitet laut Geschäftsführerin Claudia Erichsen mit zahlreichen
namhaften Kunden der Luftfahrtindustrie zusammen: „Unser Shieldex-Abschirmzelt setzen beispielsweise die
ESA beim Galileo-Projekt oder die NASA beim Mars-Rover Programm ein.“
Auf der Airtec will Statex die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten seiner metallisierten Gewebe präsentieren und besonders Besucher aus dem F&E-Bereich
ansprechen. „Wir sind sicher, dass unsere textilen Lösungen sehr vielen Forschungsprojekten und Entwicklungsvorhaben der Luft- und Raumfahrtindustrie Flügel verleihen werden“, so
Erichsen. Gezeigt werden neben EMVMesszelten und RFID-Vorhängen auch
Heiztextilien für die Luftfahrtindustrie
(beispielsweise zum Enteisen von Flugzeugen), metallisierte textile Gewebe
mit geringem Oberflächenwiderstand,
hoher Abschirmleistung und extrem geringem Gewicht sowie leitfähige, stabile und extrem leichte Kleinteile für die
Luftfahrtindustrie aus versilbertem
Polyamid wie zum Beispiel Kabelummantelungen, Reißverschlüsse, Muttern und Schrauben.
n
Die Rhenus-Gruppe stellt sich im Logistikgeschäft für die Offshore-Windenergie neu auf: Jüngst hat die neu gegründete Gesellschaft Rhenus Offshore Logistics GmbH & Co. KG als zentraler Ansprechpartner für die Branche ihre
Arbeit aufgenommen. „Mit Hilfe der erfahrenen Logistikprofis aus dem Bremer Büro werden die Kompetenzen und
Kapazitäten der gesamten Unternehmensgruppe der Offshore-Industrie gebündelt angeboten“, teilte das Unternehmen mit.
„Über die Neugründung werden wir
unsere logistischen Komplettangebote
vermarkten und in engem Dialog mit
den Kunden weiterentwickeln. Wir sind
also die Kontaktstelle und können
dann beispielsweise unsere Rhenus-eigenen Hafenkapazitäten in die einzelnen Projekte einbringen“, so Geschäftsführer Björn Wittek. „Wir beschränken
uns dabei keineswegs auf Transportdienstleistungen von und zu den Häfen, sondern sind ein echter Komplettanbieter.“
Dazu gehören neben der Organisation von Vor- und Nachlauftransporten
für Komponenten von Windenergieanlagen beispielsweise auch die Abwicklung von Zollformalitäten, die Bereitstellung von Mietcontainern und sogar
Schiffen sowie die Übernahme diverser
Ver- und Entsorgungsleistungen inklusive der Abfallentsorgung für Plattformen auf hoher See. „Wir sind von den
Entwicklungspotenzialen dieses Marktes überzeugt“, so Michael Appelhans,
ebenfalls Geschäftsführer der Unternehmenseinheit.
Der erste Vertrag, den die neue Gesellschaft abgeschlossen hat, regelt die
Ver- und Entsorgungslogistik rund um
die Inbetriebnahme von vier KonverterPlattformen in der Deutschen Bucht.
Im zweiten Schritt hat Rhenus auch die
Materialkoordination an Bord einer der
Plattformen auf See übernommen. n
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Anzeige
Deutsche Post DHL: Innovative Logistiklösungen für Bremen
Die Deutsche Post ist Europas größter
Postdienstleister und Marktführer im
deutschen Brief- und Paketmarkt. Pro Werktag
befördert das Unternehmen deutschlandweit
rund 64 Millionen Briefe und 3,4 Millionen
Päckchen und Pakete.
Moderne Brief- und Paketzentren für Bremen
In Bremen versorgt die Deutsche Post ihre
Kunden über ein Briefzentrum am Flughafen
mit Briefen, Infopostsendungen und Postkarten.
Päckchen und Pakete der Bremer durchlaufen
das Paketzentrum Bremen-Hemelingen.
Von dort aus wird die gesamte Hansestadt
Bremen versorgt, darüber hinaus Teile
Niedersachsens (Postleitzahlenbereiche 26,
27 und 28). Rund 150 Mitarbeiter bearbeiten
hier pro Tag durchschnittlich 200000 ein- und
ausgehende Päckchen und Pakete.
DHL Kurier und Same-Day-Zustellung
Seit April 2014 können sich Bremer Kunden ihre
Bestellungen per DHL auch abends direkt an
die Haustür liefern lassen. Die Abendzustellung
ist vor allem für den Online-Handel mit
Lebensmitteln oder anderen verderblichen oder
dringend benötigten Gütern geeignet, bei denen
die Zustellung im ersten Versuch entscheidend
ist. Anbieter wie der Online-Lebensmittelhändler
Allyouneed.com, REWE online und Mytime
nutzen den Service bereits.
Die Empfänger können bei der Abendzustellung
zwischen den beiden Zeitfenstern 18 bis 20 Uhr
oder 20 bis 22 Uhr wählen. Damit bietet DHL
vor allem Berufstätigen, aber auch Familien, die
tagsüber mit ihren Kindern unterwegs sind und
nicht auf ihren Online-Einkauf warten möchten,
attraktive Lieferoptionen. In der Abendzustellung
werden fast 99 Prozent der Sendungen bereits
beim ersten Versuch erfolgreich ausgeliefert.
Lebensmittellieferung bis vor die Wohnungstür –
schnell und unkompliziert.
Auch eine taggleiche Zustellung (Same Day
Delivery) ist mit DHL in über 50 Städten in
folgenden 12 Regionen bereits möglich:
Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, Köln
und Umgebung, Ruhrgebiet, Düsseldorf,
Bonn, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und
München. Bis Ende 2014 wird dieser Service
weiter ausgebaut. Im Vergleich mit anderen
taggleichen Zustellmodellen bietet DHL nicht
nur einen lokalen Same Day Service, bei dem
sich Versender und Empfänger im gleichen
Gebiet befinden müssen. Auch Versender,
deren Standorte bis zu 200 Kilometer vom
Zustellgebiet entfernt sind, können diesen
Service von DHL nutzen.
Den Kunden erreichen, wenn er auch zuhause ist: Die neue Abendzustellung bei DHL Paket in Bremen
Bis 2015 investiert die Deutsche Post DHL
insgesamt rund 750 Millionen Euro bundesweit
in das Paketnetz, innovative Technik, neue
IT- Anwendungen und teilweise veränderte
Produktionsprozesse. Künftig werden fast alle
Empfänger ihre Pakete in der Regel bereits
am Tag nach der Einlieferung erhalten. Dies
ist eine erhebliche Steigerung der Laufzeitgeschwindigkeit gegenüber dem Marktstandard.
DHL Paket bietet alle wichtigen Produkte
und Dienstleistungen rund um die Uhr und
flächendeckend an. Mit der Online Frankierung
können Kunden beispielsweise ihre Pakete
bereits zu Hause bequem am PC frankieren
und bezahlen oder sich per SMS und E-Mail
über die Ankunft einer Sendung informieren
lassen. Registrierte Nutzer von Paket.de haben
die Möglichkeit, auch noch nach Empfang der
Ankündigung die Zustellung um bis zu vier
Tage auf ihren Wunschtermin zu verschieben.
Darüber hinaus können Pakete rund um die Uhr
– unabhängig von Öffnungs- oder Zustellzeiten
– auch an einer der bundesweit 2.650 DHLPackstationen verschickt oder empfangen
werden. DHL Paket setzt auf nachhaltige
Lösungen und bietet Privatkunden als erster
Paketdienstleister die Möglichkeit, alle Päckchen
und Paketen deutschlandweit ohne Aufpreis
100% CO2-neutral zu versenden. Alle GoGreen
Produkte sind Bestandteil des konzernweiten
Umweltschutzprogramms GoGreen, mit
welchem es sich die Deutsche Post DHL zum Ziel
gesetzt hat, die CO2-Effizienz bis zum Jahr 2020
um 30 Prozent zu verbessern.
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Telefon 0421/4851 511
Oliver.Dams@DeutschePost.de
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Foto: Deutsche Post
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STANDORTBREMEN
EIN ERMUTIGENDES ZEICHEN
Foto DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH
Der Abschnitt 3/2 der A 281 entlang des GVZ wird freigegeben. Die öffentliche Diskussion wird
zu einseitig geführt. Von JÖRG ALBERTZARD
Ein weiterer Abschnitt der A 281 ist jetzt fertig: 3/2
er Bau einer Autobahn inmitten
einer Stadt ist naturgemäß
hochproblematisch und komplex. Dies zeigt die A 281 in Bremen
deutlich. Nur quälend langsam und mit
vielen Diskussionen und Rückschlägen
verbunden geht es voran. Dabei sind
der Sinn und der Nutzen dieser Autobahn eigentlich nicht zu bestreiten. Eine durchgehende A 281 mit Weserquerung von der A 27 bis zur A 1 wäre
nicht nur für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Bremen und insbesondere der Unternehmen in den anliegenden Gewerbegebieten (Güterverkehrszentrum, Airport-Stadt) von grundsätzlicher Bedeutung, die Fertigstellung der Autobahneckverbindung ist
auch eine Voraussetzung für die Entlastung vieler Menschen in Bremen vom
Durchgangsverkehr. Diese doppelte
Wirkung der A 281 ist auch bei der Erarbeitung und Diskussion des Verkehrsentwicklungsplans Bremen 2025 sehr
deutlich geworden.
26 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Ein ermutigendes Zeichen für die
Realisierung der vollständigen A 281
ist die Freigabe des Abschnittes 3/2
entlang des GVZ am 29. September
2014, schließlich macht dieser Abschnitt nur in Verbindung mit der Weserquerung wirklich Sinn. Der Schlüssel
für eine schnelle Fertigstellung der gesamten Autobahn ist jedoch der Abschnitt 2/2 zwischen der Airport-Stadt
und dem Autobahnzubringer Arsten.
Eine verfestigte Planung zur Schließung dieser Lücke zwischen der vorhandenen A 281 und dem Autobahnzubringer zur A 1 wird vom Bund als Voraussetzung für den weiteren Fortgang
der Arbeiten an der Weserquerung gesehen. Das bedeutet, es muss klar sein,
wie der Lückenschluss zwischen dem
fertigen Abschnitt und der A 1 aussehen wird, bevor der Wesertunnel in Angriff genommen werden kann.
Nachdem die erste Planung des Abschnittes 2/2 vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert war, wurde an
einem Runden Tisch unter Einbezie-
hung aller Betroffenen einschließlich
der Bürgerinitiativen und unter Mitarbeit der Handelskammer ein Konsens
gefunden. Die neue Trasse führt dabei
in Verlängerung der bestehenden A
281 (Abschnitt 2/1) südöstlich der
Neuenlander Straße parallel zu dieser
am nördlichen Rand des Flughafens
und verschwenkt östlich der Neuenlander Straße in das vorhandene Trog-/
Tunnelbauwerk, das gleichzeitig verlängert wird. Diese Lösung erfüllt die Anforderungen hinsichtlich einer möglichst zügig zu realisierenden, anwohnerverträglichen und zugleich leistungsfähigen ampelfreien Autobahnanbindung an den Zubringer Arsten. Da
das empfohlene Trassenkonzept in wesentlichen Teilen außerhalb des vorhandenen Straßenraums liegt, können
auch die verkehrlichen Beeinträchtigungen während der Bauzeit verringert
werden. Für die zukünftig stark entlastete Neuenlander Straße und deren angrenzende Quartiere eröffnet diese
Trassenvariante eine deutlich verbesserte Umfeldsituation.
remen ist nunmehr gefordert,
mit äußerster Sorgfalt eine Planung fertigzustellen, die sowohl
die formalen Fehler der ursprünglichen
Planung behebt als auch die Ergebnisse des Runden Tisches zur A 281 aufgreift. Auf Grundlage einer sorgfältigen Planung kann und sollte Bremen
dann auch die „sofortige Vollziehbarkeit“ des Planfeststellungsbeschlusses
beantragen, um alle Möglichkeiten zur
Beschleunigung dieser den Unternehmen seit langem zugesagten Infrastrukturverbesserung auszuschöpfen.
Die Planung für die Weserquerung
liegt bereits seit 2010 vor. Auch gegen
diese Planung wurde von verschiedener Seite geklagt, einige Klagen wurden vom Bundesverwaltungsgericht im
07 STANDORT_ Region22-33_OKT_2014_neu.qxp_Layout 1 23.09.14 11:19 Seite 27
ontrovers diskutiert wird derzeit
auch der Verlauf der B 212
(neu), die die Anbindung der
Wesermarsch an die A 281 sicherstellen soll. Hier gilt es schnellstens eine Einigung zwischen Bremen, Niedersachsen und dem Bund herbeizuführen,
auch um eine Entlasung der Stromer
Landstraße sicherzustellen.
All dies zeigt, wie schwierig und leider auch langwierig die Realisierung eines derartig großen Projektes in einem
Ballungsraum mit vielen divergierenden Interessen ist. Verfolgt man die Diskussionen im politischen Raum und die
Berichterstattung über die Planung zur
Fertigstellung der Autobahneckverbindung A 281, muss man feststellen, dass
inzwischen fast ausschließlich die Probleme dieses Projektes und die zweifellos vorhandenen Widerstände thematisiert werden. Die Gründe für eine
schnelle Fertigstellung dieser Autobahn sind dagegen inzwischen weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Dies ist durchaus
verständlich, sind doch die unstrittig
vorhandenen lokalen Probleme sehr
konkret an Einzelbeispielen und Menschen plastisch darstellbar. Die Argumente für diese Verbindung dagegen
sind naturgemäß schwieriger zu kommunizieren, weil sie in komplexer Weise
die Gesamtentwicklung Bremens in
wirtschaftlicher und in verkehrspolitischer Hinsicht betreffen.
Aber nur, weil diese Argumente weniger leicht fassbar sind, sind sie deswegen noch lange nicht weniger bedeu-
Foto Consult Team Bremen
November 2011 abgewiesen, bei anderen Einsprüchen wird eine entschädigungsrechtliche Einigung angestrebt.
Diese Verhandlungen sind noch nicht
gänzlich abgeschlossen, dennoch dürften planungsrechtlich keine grundsätzlichen Probleme bestehen. Im Fall der
Weserquerung ist jedoch noch die Vorgehensweise bei der Finanzierung offen. Angestrebt wird ein so genanntes
F-Modell (ÖPP), bei dem der Konzessionär eine Maut erheben darf. Die Konzessionärssuche kann jedoch erst beginnen, wenn Klarheit über die Anbindung an die A 1 besteht.
Planungsbeginn für Straßenbahnquerverbindung Ost
Die neue Straßenbahnquerverbindung
Ost soll die Strecken der Straßenbahnlinien 1 und 2/10 miteinander verbinden. Von der Julius-Brecht-Allee (Linie
1) kommend soll sie über die Steubenstraße, die Stresemannstraße und die
Benningsenstraße in Richtung GeorgBitter-Straße verlaufen und an die bestehenden Gleise im Kreuzungsbereich
Bei den drei Pfählen (Linie 2/10) anschließen. Diese neue Trasse hat Vorteile. So bietet sie eine direkte, umsteigefreie und schnelle Verbindung zwischen Vahr, Blockdiek und Osterholz einerseits sowie den Bereichen Ostertor,
Steintor, Peterswerder und Hulsberg
andererseits. Zweitens schafft sie eine
direkte und bequeme Erreichbarkeit
der Gewerbebetriebe im Bereich der
Stresemannstraße/Steubenstraße aus
Richtung Vahr oder der östlichen Vorstadt. Drittens erhöht sie die Zuverlässigkeit des Straßenbahnbetriebes im
Bremer Osten durch flexiblere Möglichkeiten für Umleitungsverkehre im Falle
einer Betriebsstörung.
tend als die durchaus berechtigten Interessen der im Einzelfall konkret Betroffenen. Im Gegenteil: So bedeutet
beispielsweise die A 281 für die 8.000
Menschen, die im Güterverkehrszentrum arbeiten, sehr konkret eine Absicherung ihrer Arbeitsplätze, so wird
Bremen-Nord eine neue Qualität der
Verkehrsanbindung erhalten und so
Zurzeit haben die ersten Vorplanungen begonnen, die 2015 in ein förmliches Planfeststellungsverfahren übergehen. Mit einem tatsächlichen Baubeginn ist nicht vor Mitte 2016 zu rechnen. Neben den Details des Trassenverlaufs beschäftigen die Planer bereits
jetzt die Baustellenabwicklung und die
Verkehrsführung während der verschiedenen Bauphasen. Gerade hier soll auf
die betrieblichen Belange der vielen im
Plangebiet ansässigen Unternehmen
Rücksicht genommen werden.
Um die Unternehmer möglichst
frühzeitig zu informieren und zu beteiligen, findet am 13. Oktober (17:00 Uhr)
im Haus Schütting eine Informationsveranstaltung statt. Das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) sowie die CTB
Gesellschaft für Verkehrsplanung und
Bau mbH werden das Projekt vorstellen
und Fragen beantworten.
n
Information
ASV, Armin Dettmer,
Telefon 361-9704,
armindettmer@ASV.Bremen.de
Anmeldung
orb@handelskammer-bremen.de
kann die A 281 nach kompletter Fertigstellung für viele Menschen in Bremen
auch eine nachhaltige Entlastung von
Durchgangsverkehren im Stadtstraßennetz bedeuten. Es wäre auch Aufgabe
der bremischen Verkehrspolitik diese
Zusammenhänge stärker zu vertreten
und nach außen zu tragen.
n
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 27
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STANDORTBREMEN
Der historisch bedeutsame Wümmehof
in Borgfeld, einst letzter Wohnsitz des
1994 verstorbenen Hohenzollern-Oberhauptes Louis Ferdinand Prinz von
Preußen und seiner Frau Kira, wird umgebaut: Aus dem Wümmehof wird das
„Wümmedorf“ (Modell im Bild). In Abstimmung mit dem Ortsbeirat, der
Stadtplanung, dem Amt für Denkmalschutz und den Nachbarn sowie gemeinsam mit dem Architekten Frank
Mehr Übernachtungen
im ersten Halbjahr 2014
Der Trend zu steigenden Übernachtungszahlen hat sich auch im ersten
Halbjahr 2014 in der Stadt Bremen
fortgesetzt – und unterstreicht die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus. Das Statistische Landesamt Bremen zählte in den Monaten Januar bis
Juni
866.810
Übernachtungen
(463.848 Ankünfte) in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben. Das ist
ein Plus von 11,6 Prozent im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum. Im Land Bremen wurden 1.039.069 Übernachtungen gezählt (+ 10,9 Prozent). Mehr als
drei Viertel der Gäste kamen aus
Deutschland. Sie blieben im Schnitt 1,9
Nächte. Bei den ausländischen Märkten liegt Großbritannien mit 19.129
Übernachtungen und einem Plus von
5,8 Prozent an der Spitze gefolgt von
den Niederlanden und Spanien.
n
28 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Tappermann wird die Wümmehof
GmbH das direkt an der Wümme gelegene, ca. 9350 Quadratmeter große
Grundstück in ein kleines Wohndorf
verwandeln. Gesellschafter der Wümmehof GmbH sind Anton Brinkhege
und Thomas Stefes.
Die neuen Eigentümer haben Erfahrung auf dem Gebiet der denkmalgeschützten Revitalisierung. Unter ihrer
Leitung wurden unter anderem das alte Hemelinger Rathaus und das ehemalige Landesarbeitsamt am Stern für
eine neue Nutzung umgestaltet. Gegenwärtig lassen sie die ehemalige Kaiserliche Oberpostdirektion in Oldenburg mit großem Aufwand nach historischen Vorbildern sanieren. Ein weiteres Projekt der beiden ist die Bremer
Bank am Domshof.
Die Revitalisierungsarbeiten im historischen, denkmalgeschützten Wümme-Haupthaus haben schon begonnen. Hier entstehen ein bis zwei großzügige Wohneinheiten; vier weitere Häuser moderater Größe werden in das bestehende Gelände und den Bewuchs
eingebettet. Die Bepflanzung soll sich an
die historische Gartenanlage des Architekten Friedrich Gildemeister anlehnen.
Die Wümmehof GmbH bleibt Eigentümer und will dafür sorgen, dass das
Gelände seine Großzügigkeit behält
und keine Zäune errichtet werden. Geplant ist auch ein Concierge-Service.
„Immer mehr Menschen haben die
Sehnsucht nach einer lebendigen Gemeinschaft, einem Leben, wie es früher
auf dem Land üblich war. Wir wollen
das Wümmedorf mit Sorgfalt und Augenmaß genau auf diese Bedürfnisse
abstimmen“, sagt Thomas Stefes. n
Neues Leben im Geestemünder Wasserturm
s
Vom Wümmehof
zum Wümmedorf
Der Geestemünder Wasserturm hat einen neuen Eigentümer: Die Familie Teo
vom Eiscafé Teo aus Bremerhaven-Mitte hat das Bauwerk von der swb Bremerhaven erworben. Zum Frühjahr
2015 soll in dem historischen Gemäuer
ein neues Eiscafé entstehen. Das 122
Jahre alte Bauwerk wurde noch im
März 2013 von swb vollständig saniert.
Auch die Energieeffizienzwerte für die
gastronomische Nutzung liegen laut einer Mitteilung im grünen Bereich. Seit
Oktober 2013 hatte swb nach einem
neuen Mieter oder Eigentümer gesucht. Im Vordergrund stand der Erhalt
des Turms durch ein langfristig tragfähiges Konzept zur Nutzung. Das Familienunternehmen Teo steht in der Seestadt bereits seit 35 Jahren und in der
dritten Generation für selbst produziertes Milchspeiseeis.
n
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Der Bremer Flughafen hat sein Parkplatzangebot um 28 besonders komfortable Business-Stellplätze erweitert.
Die Vorteile des Comfort-Parkings: Die
bis zu 3,85 Meter breiten Parkbuchten
bieten extra viel Raum für das problemlose Einparken sowie den bequemen
Ein- und Ausstieg. Die im Erdgeschoss
des Parkhauses P 1 gelegenen Flächen
sind fußläufig nur knappe zwei Minuten vom Abflugbereich der Terminals 13 entfernt. Ein modernes Licht- und
Farbkonzept verleihe den Comfort-Parking- Flächen ein besonderes Ambiente, so Geschäftsführer Jürgen Bula.
„Die Passagierzahlen an unserem Flughafen steigen seit Jahren kontinuierlich, wir sind die Drehscheibe für den
gesamten Nordwesten Deutschlands.
Deshalb sehen wir es auch als unsere
Fotos Frank Tappermann, swb, Flughafen Bremen
Flughafen hat jetzt
Business-Parkflächen
Verpflichtung an, verstärkt Angebote
zu schaffen, die eine spezielle Nachfrage bedienen.“ Nach der Reiserückkehr
können die Parkgebühren via Kreditkarte bezahlt werden. Der Flughafen
Bremen sei aufgrund der Nähe zur Innenstadt Europas schnellster Abflugha-
fen. In nur elf Minuten erreichen Fluggäste von der Bremer City aus den Airport. Von Bremen aus werden sieben
europäische Drehkreuze – München,
Frankfurt, Zürich, Amsterdam, Istanbul,
Paris und Kopenhagen − wöchentlich
rund 200 Mal angeflogen.
n
STARKER STANDORT
STARKE MARKE
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 29
07 STANDORT_ Region22-33_OKT_2014_neu.qxp_Layout 1 23.09.14 11:19 Seite 30
STANDORTBREMEN
m 11 Uhr mittags kamen wir auf
der Reede an und trugen die Schiffbrüchigen an Land. Beim Betreten des
festen Bodens fielen alle auf die Knie,
und der Kapitän sprach ein Dankgebet,
das von dem Weinen und Schluchzen
der anderen oft unterbrochen
wurde. So berichteten die
Spiekerooger Seenotretter
über ihre erste organisierte Rettungsaktion am 7.
September 1864 – vor
150 Jahren. Ihre Zeilen
sind ein beeindruckendes
Dokument selbstlosen Einsatzes auf See. Neun Monate
später, am 29. Mai 1865, wurZum 150-jährigen
de die Deutsche Gesellschaft
Bestehen der DGzRS
zur Rettung Schiffbrüchiger
gibt es 2015 eine ZehnEuro-Gedenkmünze. Sie
(DGzRS) als einheitliche, unabzeigt das bekannte, Rethängige Organisation für alle
tung erheißende Hansedeutschen Küsten gegründet.
kreuz der Seenotretter.
Es verschmilzt mit einem
Noch im November 1860 hatBootsrumpf zu einer Einten die Insulaner auf Borkum
heit. Der Entwurf stammt
untätig vom Strand aus zugesevon dem Künstler
Joachim Dimanski.
hen, als die Brigg „Alliance“
von der Brandung zerschlagen
wurde. Die verzweifelt um Hilfe
rufenden Seeleute waren ums Leben
gekommen. Innerhalb der nächsten
kaum vier Jahre vollzog sich ein beinahe unbegreiflicher Wandel. Erste
Aufrufe zur Einrichtung von Rettungsstationen erschienen in den Tageszeitungen. Gemeinschaftsgeist und Hilfsbereitschaft setzten sich gegen jahrhundertealtes Strandrecht durch und
30 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
überwanden die verzagende Ohnmacht des Einzelnen.
Am 7. September 1864 legten bei
der Strandung der „Gagnerie“ vor Spiekeroog alle Hand an, um das vom ersten regionalen Verein zur Rettung
Schiffbrüchiger angeschaffte Rettungsboot zu Wasser zu bringen: Da die Pferde noch auf der Weide waren und einige Minuten auf sich warten ließen, wurden die Insulaner aufgefordert, den
Transportwagen mit dem neuen Rettungsboot zum Strand zu ziehen. Diese
schwierige, und wie es zuerst schien,
fast unmögliche Arbeit wurde mit großer Bereitschaft unternommen.
Eine tapfere Rettungsmannschaft
wagte das eigene Leben, um fünf fremde Seeleute zu retten: Kurz vor 9 Uhr
war das Boot flott, und rasch sprangen
außer dem Vormann und dem Bootsmann sechs unserer kräftigsten Männer
hinein. Es wehte ein sehr heftiger Wind
aus Nordwest, und die See ging hoch,
sodass äußerste Vorsicht angewendet
werden musste, damit das Boot nicht
kenterte. Wir ruderten mit großer Anstrengung dem Schiffe zu.
Kaum nachzuempfinden sind angesichts der nüchternen Zeilen die Strapazen, die die Seenotretter angesichts
Wind, Strömung und Gezeiten durchmachen mussten: Wir sahen einen
dunklen Gegenstand und ruderten mit
aller Gewalt dem vermeintlichen Boot
entgegen. Bald bemerkten wir, dass es
nur ein Floß war. Wir konnten auf demselben fünf Männer, teils liegend, teils
sitzend, unterscheiden. Sie winkten um
Hilfe. Jetzt verdoppelte sich der Eifer unserer Mannschaft. Jede Minute drohte
Gefahr und Tod. Glücklicherweise erreichten wir sie bald, und sofort warfen
wir ihnen die Wurfleine zu, die sie ergriffen. Dann zogen wir das Floß an die Seite des Bootes. Nach getroffener Verabredung fassten wir auf ein gegebenes
Zeichen jeder mit raschem, kräftigem
Griff einen der fünf Schiffbrüchigen
und warfen sie in unser Boot.
Große Dankbarkeit und Erleichterung schlug den Seenotrettern entgegen: Das erste, was die Geretteten, die
wir als Franzosen erkannten, nun taten,
war, dass sie uns die Hände küssten.
Dann baten sie uns um ‚du pain‘, und
gern wurde ihnen das wenige trockene
Brot gegeben, das wir noch in unseren
Taschen hatten und das die Erschöpften, die, wie sich später herausstellte,
seit Mitternacht nichts mehr gegessen
hatten, merklich erquickte und stärkte.
Seit den Gründertagen der DGzRS
hat sich die Rettungstechnik vielfach
weiterentwickelt. Aus den einfachen
Ruderrettungsbooten von einst sind
moderne Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote geworden. Eines jedoch
hat sich nicht geändert: Geblieben ist
die freiwillige Bereitschaft der Seenotretter zu ihren selbstlosen und gefahrvollen Einsätzen – rund um die Uhr, bei
jedem Wetter. Am 29. Mai 2015 begeht die DGzRS ihren 150. Geburtstag.
Dazu ist in Bremen die Taufe eines neuen Seenotrettungsbootes vorgesehen. n
www.150-jahre-seenotretter.de
Fotos DGzRS, BADV
Gerettet Erster Einsatz
der Seenotretter vor 150 Jahren
Die ersten Seenotretter waren mit
offenen Ruderrettungsbooten im
Einsatz. Heute steht eine moderne
Flotte für den selbstlosen Einsatz
bereit.
07 STANDORT_ Region22-33_OKT_2014_neu.qxp_Layout 1 23.09.14 11:19 Seite 31
DIE BRÜCKE ZWISCHEN
KLINIK UND DAHEIM
Die Bremer Engel sind eine mobile Familienhilfe für
schwerstkranke Kinder. Das Projekt ist einzigartig
in Deutschland. Von CATRIN FRERICHS
utricia ist acht, als alles plötzlich
anders wird. Als sie vom Spielen
nach Hause kommt, hat sie kleine
blaue Flecken am Hals. Der Arzt nimmt
eine Blutprobe. In der Klinik folgt eine
Knochenmarkpunktion. Die Ärzte finden Krebszellen. „Dann ging es mit mir
steil bergab“, sagt sie. Sie muss sich
drei Chemotherapien und zwei
Knochenmarktransplantationen unterziehen. Schmerzen, Ängste, existenzielle
Fragen nach Leben und
Tod. „Warum ich?“ fragt
sie die Mutter. Da ist
auch die Geschichte eines 18-Jährigen, der kurz
davor steht, sein Studium
zu beginnen. Dann kommen
diese starken Kopfschmerzen.
Die Untersuchungen ergeben, dass
er seit seiner Geburt mit einem Tumor
im Kopf lebt. Anstelle des Studiums
folgen eine Operation und eine Chemotherapie.
Wenn junge Menschen lebensbedrohlich erkranken,
sind Diagnosen und die Therapien das eine. In der Klinik kümmern sich Ärzte und Kinderkrankenschwestern um die Schwerstkranken. Aber zu Hause? Da helfen
die Bremer Engel. Hinter dem Namen
verbirgt sich eine mobile Familienhilfe
für schwerstkranke Kinder und Jugendliche und ihre Angehörigen für Bremen
und Umgebung. Das Projekt ist
deutschlandweit einzigartig. 2003 rief
die Bremerin Erika Müller eine Stiftung
ins Leben. Mit ihrem Privatvermögen
wollte sie etwas für Kinder tun, die an
lebensbedrohlichen Krankheiten lei-
den. Eine Umfrage in der Ärzteschaft
zeigte, woran es im komplexen Gesundheitswesen vor allem mangelt: an einer
mobilen häuslichen Betreuung von erkrankten Kindern und ihren Familien –
an einer Brücke zwischen Klinik, Patient und seinem Zuhause.
Zunächst
unterstützte die ErikaMüller-Stiftung
bereits bestehende Projekte. 2003 gründete sie die
Bremer Engel
und schloss damit die Versorgungslücke.
Heute finanziert
die Stiftung sechs
Kinderkrankenschwestern, eine Psychologin und eine Kunsttherapeutin, die
im Jahr an die 100 Patienten betreuen. Zum
Teil fahren sie bis
nach Bremerhaven
und Emden. Die Bremer Engel kooperieren
mit dem Klinikum Bremen Mitte, dem Klinikum Links der Weser
und dem Klinikum Delmenhorst, wo die speziell ausgebildeten Kinderkrankenschwestern arbeiten.
Die mobile Betreuung der Familien
geht weit über die rein medizinische
Versorgung wie Spritzen geben oder
Blutdruck messen hinaus. Da kein Fall
dem anderen gleicht, schauen die Engel, wo die Notlagen sind. So reicht
manchmal das Geld der Familie nicht
für einen Badeanzug, der für die Was-
sertherapie gebraucht wird. Wenn ein
Kind schwer erkrankt, ändert sich in
den Familien alles. Oftmals muss ein Elternteil vorerst den Beruf aufgeben.
Und wer kümmert sich um Geschwisterkinder, den Haushalt und die Hausaufgaben, wer organisiert Netzwerke oder
beantragt Pflegestufen? Wer tröstet die
Eltern, wer hilft den Kindern, ihr Schicksal anzunehmen? All diese Fragen und
noch weitere, etwa zur richtigen Ernährung von schwerstkranken und geschwächten jungen Patienten klären
und beantworten die Bremer Engel.
Um einen Engel einstellen zu können, muss die Unterstützung für mindestens drei Jahre zuverlässig gesichert
sein. Es nützt den Familien nichts, wenn
er schon nach drei Monaten seine Arbeit einstellt, weil keine Finanzierung
möglich ist. Die Stiftung würde das
Hilfsangebot, das für die Familien kostenlos ist, gern ausbauen und ist daher
immer auf Spenden angewiesen. Entscheidend ist, dass es die gleichen
Schwestern sind, die das betroffene
Kind sowohl in der Klinik als auch zu
Hause betreuen, manchmal über mehrere Jahre. Die Kinder bauen zu ihren
Engeln ein sehr enges Vertrauensverhältnis auf.
Lutricia hat ihre Geschichte im
Herbst 2013 der Journalistin Doris Weber vom Verlag Publik-Forum anvertraut. Sie ist gesund geworden, ebenso
wie der junge Mann, der nun studiert.
Nicht immer gehen die Geschichten
gut aus. Lutricia hat während ihres Klinikaufenthaltes Ebru Pek, eine jugendliche Krebspatientin, kennengelernt.
Diese hat in der Professor-Hess-Kinderklinik am Klinikum Bremen Mitte ein
Buch geschrieben: „Ich habe einen Engel in mir – Ebrus Gib-nicht-auf-Buch“.
Kurz nach Erscheinen ist die 16-Jährige
gestorben. Die schönen und lustigen
Geschichten wirken weiter, wie auch ihre Mahnung an die Leser. „Wenn ihr gesund seid, macht alles, was ihr euch
wünscht. Man weiß nie, was kommt.“ n
Der kleine EngelSchlüsselanhänger
aus 925er Sterlingsilber hilft den
schwerstkranken
Kindern. 50 Euro
seines Verkaufspreises gehen
direkt an die
Initiative Bremer
Engel.
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 31
07 STANDORT_ Region22-33_OKT_2014_neu.qxp_Layout 1 23.09.14 11:19 Seite 32
METROPOLREGION
Um die Umwelt-Emissionen in
der maritimen Wirtschaft zu
senken und gleichzeitig alternative Energiequellen zu erproben, hat sich in der Metropolregion Nordwest ein Konsortium
aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Verwaltung gebildet. Im
Fokus steht das Potenzial der
Speicherung regenerativer
Energie mittels Wasserstoff.
it Energieeffizienz und reduziertem CO 2-Ausstoß in Häfen lässt
sich nicht nur die Umwelt schützen,
sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Clevere Ideen und innovative Lösungen für Ökonomie und Ökologie stehen deshalb im Fokus der Förderung der Metropolregion Nordwest.
Das ttz Bremerhaven koordiniert eine
Arbeitsgruppe, der die WindenergieAgentur Bremerhaven (WAB), das Oldenburger Energiecluster (Olec), das
Kompetenzzentrum Energie aus Osnabrück, die Jade Hochschule sowie Vertreter der maritimen Wirtschaft ange-
32 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
hören. Ihr Projekt heißt „Wasserstoff als
erneuerbarer Energiespeicher für die
maritime Wirtschaft.“
Hier wird die Möglichkeit für den
Einsatz regenerativ hergestellten Wasserstoffs für neue Anwendungen in der
maritimen Wirtschaft untersucht. Das
Ziel ist eine Vernetzung der Wirtschaft
mit den Erzeugern regenerativer Energie in der Region. „Innovative erneuerbare Energien sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen und
helfen uns, unsere anspruchsvollen Umwelt-Ziele in Bremen zu erreichen“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner. In drei Workshops sollen Ideen und
Kooperationen entwickelt werden. Dazu wird die Situation in den Häfen analysiert und der Stand der Wasserstofftechnologien evaluiert. Außerdem stehen die Kapazität der regenerativen
Energien in der Region und die Entwicklung von Anwendungsmöglichkeiten zusammen mit Wirtschaft und Industrie zur Diskussion.
Das Projekt läuft von September
2014 bis September 2015; das Gesamtbudget beträgt 48.500 Euro. Die Metropolregion Nordwest fördert das Projekt mit 33.500 Euro. Die maritime
Wirtschaft und Logistik sind essenzielle
Wirtschaftszweige mit herausragender
Bedeutung für die Metropolregion
Fotos Senatspressestelle
Wasserstoff für
die maritime Wirtschaft
Wattenmeer vor der
Küste Bremerhavens
Nordwest. Gute Wachstumsaussichten
bestätigen den Erfolg der Branche.
Aber mit dem Wachstum kommen die
Herausforderungen: Emissionen müssen deutlich reduziert werden, um die
Umwelt nachhaltig zu schützen. Das
Projekt „Wasserstoff für die maritime
Wirtschaft“ setzt genau hier an.
Das ttz Bremerhaven ist ein unabhängiges Forschungsinstitut und betreibt anwendungsbezogene Forschung
und Entwicklung. Unter seinem Dach
arbeitet ein internationales ExpertenTeam in den Bereichen Lebensmittel,
Umwelt und Gesundheit. Seit mehr als
25 Jahren begleitet es Unternehmen jeder Größenordnung bei der Planung
und Durchführung von Innovationsvorhaben und der Akquisition entsprechender Fördermittel auf nationaler
und europäischer Ebene.
n
www.ttz-bremerhaven.de
07 STANDORT_ Region22-33_OKT_2014_neu.qxp_Layout 1 23.09.14 11:19 Seite 33
zukunftsenergien
nordwest zum 6. Mal
Die zukunftsenergien nordwest ist
Deutschlands größte Job- und Bildungsmesse für erneuerbare Energien
und Energieeffizienz. Am 20. und 21.
März 2015 findet die Messe bereits
zum sechsten Mal statt; turnusgemäß
in der Messe Bremen. Aussteller können sich ab sofort anmelden – alle Informationen hierzu stehen online unter
www.zukunftsenergien-nordwest.de zur
A
Verfügung. Die Messe bietet Unternehmen und Bildungsanbietern die Möglichkeit, fachspezifisches und qualifiziertes Personal zu finden, sich einem
speziell an erneuerbaren Energien interessierten Publikum zu präsentieren
und sich innerhalb der Branche zu vernetzen. Erwartet werden 80 bis 100
Aussteller, rund 4.000 Besucher sowie
mehrere hundert Stellenangebote. Das
Ausstellerspektrum wird sich über die
Bereiche erneuerbare Energien, Ener-
gieeffizienz, Energiemanagement und
Elektromobilität erstrecken sowie die
Bereiche Forschung, Lehre und Dienstleistungen abdecken.
Die zukunftsenergien nordwest wird
veranstaltet von ForWind – dem Zentrum für Windenergieforschung der
Universitäten Oldenburg, Bremen und
Hannover und der Carl von Ossietzky
Universität Oldenburg.
n
Kontakt Simone Fein, ForWind, Telefon 0441
798-5086, simone.fein@forwind.de
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 33
08 BIL_global_NC
34-45_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:17 Seite 34
ZUKUNFTBILDUNG
ZURÜCK IN DEN ARBEITSMARKT
50 Jahre berufliche Rehabilitation: Das Berufsförderungswerk Friedehorst leistet vorbildliche Arbeit.
Und steht vor einer wachsenden Aufgabe: Psychische Erkrankungen nehmen zu.
Von CHRISTINE BACKHAUS
Foto Bfw
Bfw installiert – eine Pionierleistung.
„Wir waren mit diesem Modell als Erste
auf diesem Markt“, sagt Samel, „und
haben hier Renommee und viel Erfahrung gewonnen.“ Erfahrungen, die heute angesichts steigender Krankenzahlen besonders aktuell und gefragt sind.
Die psycho-soziale Flankierung seiner
Maßnahmen beschert dem Bfw in dem
Markt der Schulungsanbieter nach wie
vor ein Alleinstellungsmerkmal.
Zerspanungsmechaniker im Bfw
ange Zeit gab es im Berufsförderungswesen dafür gar kein Krankheitsbild. „Psychische Behinderung“, sagt Hagen Samel, „ist ein relativ neuer Begriff für die Rehabilitation.“
Psychische Belastungen seien zu einem
„Fluch der Zeit“ geworden, die in den
Krankenkassen-Statistiken zur Arbeitsunfähigkeit von Jahr zu Jahr zunähmen – und damit auch die Rehabilitation vor ganz neue Aufgaben stellen.
Samel führt gemeinsam mit Uwe
Dreyer die Geschäfte des Berufsförderungswerkes (Bfw) Friedehorst, ein
ausgewiesenes Kompetenzzentrum, um
Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen die so wichtige Teilhabe
am Arbeitsleben zu ermöglichen. Der
Fokus des Bfw liegt dabei neben klassischen Umschulungen in zahlreiche
Ausbildungsberufe auf den Menschen,
die psychisch beeinträchtigt sind oder
die psychische Vorerkrankungen (Psychosen, Neurosen etc.) haben. Vor rund
20 Jahren hat das Bfw für sie spezielle
Dienstleistungen entwickelt und ein
Berufliches Trainingszentrum (BTZ) nach
den Qualitätsstandards der gleichnamigen Bundesarbeitsgemeinschaft im
34 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Neue Beweglichkeit, mehr
Selbstverantwortung
Trotz der hohen Professionalität, des
tadellosen Rufes und der unbestrittenen Leistungskraft – regelmäßig bestehen beispielsweise mehr als 95 Prozent
der Teilnehmer die Umschulungen bzw.
Fortbildungen – hat das Bfw ein Imageproblem. Es wird, obwohl es eine ganz
andere Klientel hat, leicht mit dem
Martinshof verwechselt. „Wir sind keine
klassische Behinderten-Einrichtung, sondern arbeiten für Menschen, die aus
gesundheitlichen Gründen ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können – das kann jeden Menschen treffen, sei es wegen eines Unfalls oder einer körperlichen oder psychischen Erkrankung“, sagt Samel. Zudem hatte
das Bfw aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen mit großen wirtschaftlichen
Schwierigkeiten zu kämpfen und ist
auch in den Strudel der Negativschlagzeilen um die Finanzprobleme der Diakonischen Stiftung Friedehorst geglitten.
Aber dieses Kapitel ist abgearbeitet:
Die Muttergesellschaft, die Friedehorst
gGmbH, hat unter einem neuen Vorstand seine finanziellen Probleme meistern können. Und das Berufsförderungswerk ist 2012 im Zuge der Sanierung
der Stiftung in eine selbstständige
Tochtergesellschaft (gGmbH) überführt worden, die durch tiefgreifende
Umstrukturierungen wieder wirtschaftlich stabil ist. Es gibt jetzt mehr Beweglichkeit und Eigenständigkeit. Hagen Samel schätzt die neue Selbstverantwortung und Transparenz: „Wir
wissen nun auch genau, wo wir stehen,
bei den Kosten wie bei den Erlösen.“
Jetzt bietet das Jubiläum in diesem
Herbst – am 13. Oktober feiert das Bfw
sein 50-jähriges Bestehen – die große
Chance, die berufliche Rehabilitation
und vor allem die Präventions-Potenziale nebst den Angeboten für Unternehmen ins rechte öffentliche Licht zu
rücken. In der Arbeit des Bfw spiegelt
sich die Entwicklung der beruflichen
Reha der vergangenen 50 Jahre.
Spiegel der
beruflichen Reha
Dreimal gab es, historisch gesehen,
einen grundlegenden Wandel in der
Ausrichtung. Als Keimzelle des Bfw gelten die 1948 eröffneten Werkstätten,
die kriegsversehrte Heimkehrer, die zu
Malern, Tischlern, Schlosser oder Elektrikern ausgebildet wurden. Nächste
Etappe war 1957 die Anerkennung als
Berufsbildungswerk: Körperbehinderte
Jugendliche wurden gewerblich ausgebildet. 1964 wird der Jubilar, das Berufsförderungswerk, gegründet: Im Mai
werden die ersten 28 Rehabilitanden
aufgenommen. Über die nächsten Jahrzehnte wird das Bfw kontinuierlich
weiterentwickelt. Es kommen kaufmännische und Logistikberufe dazu, später
wird der Schwerpunkt auf die Qualifizierung und Integration psychisch
beeinträchtigter Menschen gelegt.
Gegenwärtig gibt es rund 700 Schulungsplätze mit unterschiedlichen Angeboten, um individuell die Teilhabe
am Arbeitsleben für die Rehabilitanden zu fördern und zu ermöglichen. Die
Angebote werden zielgruppenspezifisch,
08 BIL_global_NC
34-45_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:17 Seite 35
je nach individuellen Voraussetzungen
– wie berufliche Vorerfahrungen und
gesundheitliche Beeinträchtigungen –
umgesetzt. Rund 160 Mitarbeiter sind
in den verschiedensten Umschulungsund Fortbildungsmaßnahmen sowie Abklärungs-, Trainings- und Integrationsmaßnahmen tätig.
Interdisziplinärer
Ansatz ist wegweisend
Die Arbeit des Bfw zeichnet sich durch
ihren interdisziplinären Ansatz aus,
sagt Samel. In allen Bereichen des Berufsförderungswerks arbeiten Teams,
die je nach Aufgabenschwerpunkt aus
Sozialpädagogen, Psychologen, Ärzten
und Ausbildern bestehen und individuelle Integrationsstrategien entwickeln.
Leitbild und Ziel ist die dauerhafte
Eingliederung in Arbeit, Beruf und Gesellschaft. „Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt wird durch eine breite
Palette an unterschiedlichsten Maßnahmen vom Assessment über Trainings- und Integrationsmaßnahmen bis
zu einer zweijährigen Umschulung gewährleistet“, sagt Samel.
Die beruflichen Weiterbildungen
sind auch über Bildungsgutscheine
buchbar. Hier ist das Bfw direkter Vertragspartner der Teilnehmer, während
bei den Reha-Maßnahmen vor allem
die Deutsche Rentenversicherung und
die Agentur für Arbeit die Leistungsträger und damit Vertragspartner sind.
Als eines der großen Vorzüge des
Bfw bezeichnet Samel die Verzahnung
der klassischen Umschulung bzw. Qualifizierung auf dem Campus in Friedehorst – sozusagen das klassische Berufsförderungswerk, wie man es auch
in anderen Regionen kennt – mit dem
Regionalbereich, den 13 Außenstandorten in Norddeutschland. Diese wohnortnahen Angebote sind insbesondere
für psychisch beeinträchtigte Menschen
geschaffen worden und „ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer Arbeit aufgrund von Synergien.“ Eine solche Verzahnung sei in Deutschland einmalig,
sagt der Geschäftsführer.
Neue Perspektiven
der Prävention
Künftig wird es darum gehen, die Integration psychisch beeinträchtigter Menschen noch stärker in den Blick zu nehmen, allein schon aufgrund der wachsenden Zahlen. Hier sieht sich das Bfw
in der Pflicht, einen gesellschaftlichen
Auftrag zu erfüllen. Die Aufgabe sei
schwierig und fordernd, und ohne ein
Stück Idealismus nicht zu bewältigen.
Einen zweiten Akzent setzt Samel
auf eine intensivere Präventionsarbeit,
damit die Reha erst gar nicht nötig
wird. Auch sollen neue Angebote an
der Schnittstelle medizinische-berufliche Reha geschaffen werden. Da das
Bfw vor der „durchaus sportlichen Aufgabe“ der Refinanzierung steht, will
Samel zudem die Kooperation mit Unternehmen ausbauen. Betriebe können
das große Leistungsangebot des Bfw
für individuelle Lösungen abrufen (Assessments, Berufsfindungen/Arbeitserprobungen, Grund- und Aufbauqualifizierungen, Nachschulungen, Entwicklung und Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements BEM
durch zertifizierte Trainer).
Unternehmen, die bei gewerblichtechnischen Berufsausbildungen etwa
Grundlagen der Metallbearbeitung
oder Elektrotechnik aus wirtschaftlichen oder personellen Gründen nicht
leisten können, finden im Bfw ebenfalls
Unterstützung. Das gilt ebenso für Betriebe, die nach geeigneten Assessmentverfahren für die Bewerberauswahl suchen oder Unterstützung im
Hause bei psychischen Belastungen
ihrer Mitarbeiter benötigen. So wird der
„Fluch der Zeit“ durch die Arbeit des
Bfw etwas weniger bedrohlich.
n
www.bfw-friedehorst.de
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34-45_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:17 Seite 36
ZUKUNFTBILDUNG
Bildungsmonitor 2014:
Ausbildungsstellenquote hoch
as Bremer Bildungssystem hat sich
im Bereich Hochschule/MINT und
in der beruflichen Bildung gut entwickelt. Laut Bildungsmonitor 2014 – der
Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag
der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) – ist Bremen eine wichti-
Bremen ist bundesweit ein wich tiger Standort für die Ausbildung
von Fachkräften – sowohl in der
beruflichen Bildung als auch an
den Hochschulen.
ge Akademikerschmiede und lag 2013
mit der höchsten Zahl an verfügbaren
betrieblichen Ausbildungsplätzen gemessen an der Einwohnerzahl bundesweit an der Spitze. Allerdings schneidet
Bremen bei der schulischen Bildung erneut schlecht ab.
„Die Studie zeigt, dass Bremen bundesweit ein wichtiger Standort für die
Ausbildung von Fachkräften ist, sowohl
in der beruflichen Bildung als auch an
den Hochschulen“, sagte Karlheinz Heidemeyer, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der Handelskammer Bremen.
Mit Platz 1 bei den Hochschulen und
der MINT-Orientierung sowie dem fünften Platz bei der beruflichen Bildung
schneidet Bremen in diesen Bereichen
gut ab. Die betriebliche Ausbildungs-
BHV fördert Logistik-Studenten
der Jacobs University
Die bremische Hafen- und Logistikbranche fördert internationalen Nachwuchs:
Die Bremische Hafenvertretung hat ein
„Stipendienprogramm für Studierende
der Logistik“ mit der Jacobs University
Bremen aufgelegt und drei Stipendien
im Wert von 75.000 Euro an Studierende des Studienganges International Lo-
36 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
stellenquote – ein wichtiger Indikator
zur beruflichen Bildung – lag 2013 mit
88,6 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (66,9 Prozent).
„Wie schon im vergangenen Jahr
steht Bremen bei der Ausbildungsstellenquote an der Spitze“, so Heidemeyer. „Außerdem werden Ausbildungen in
Bremen weit häufiger erfolgreich abgeschlossen als im Bundesdurchschnitt.
Zur Sicherung der Fachkräftebedarfe
muss die Zahl der unversorgten Ausbildungsplatzbewerber allerdings deutlich verringert werden. Den Partnern im
regionalen Pakt für Ausbildung muss
es daher gelingen, insbesondere die
schulischen Übergangssysteme zu reduzieren und Bewerberinnen und Bewerber besser in duale Ausbildungen
zu vermitteln.“
Großen Nachholbedarf hat Bremen
laut Bildungsmonitor nach wie vor bei
der Schulqualität, der Bekämpfung von
Bildungsarmut an allgemeinbildenden
Schulen sowie bei der Ausgabenpriorisierung. Demnach weist das Land bei
den öffentlichen Ausgaben für die allgemeinbildenden sowie für die Berufsschulen die schlechtesten Werte aller
Bundesländer auf. „Bremen muss jetzt
dringend die Voraussetzungen dafür
schaffen, dass alle Schülerinnen und
Schüler einen Abschluss erlangen können, der ihnen die Chance für eine berufliche Ausbildung ermöglicht“, so
Heidemeyer. „Gerade die Bremer Bildungspolitik, die so intensiv auf Inte-
gistics vergeben. Im Sommer 2015 sollen zwei weitere Stipendien gewährt
werden. Ein Kriterium für die Vergabe
war auch die Bereitschaft der Studierenden, die deutsche Sprache zu erlernen und am „Logistics Ambassadors“Programm von Via Bremen mitzuwirken. „Uns ist es ein Anliegen, junge
Nachwuchstalente mit Wurzeln im Ausland finanziell zu unterstutzen und ih-
gration setzt, muss die notwendigen
Rahmenbedingungen dafür schaffen,
dass jeder Jugendliche angemessene
Bildungschancen unabhängig vom Elternhaus erhält. Dafür setzt sich die
Handelskammer mit aller Kraft ein.“ n
Lage auf dem Ausbildungsmarkt spitzt sich zu
Demografie und mangelnde Ausbildungsreife verlangen den Unternehmen, die Lehrstellen besetzen möchten,
immer mehr Engagement und Kreativität ab. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).
Die Zahl der Schulabgänger habe in
diesem Jahr um 53.000 unter dem Vorjahresstand gelegen, skizzierte DIHKPräsident Schweitzer das Dilemma.
„2025 werden wir nochmals 120.000
weniger Schulabgänger haben als noch
2014.“ Gleichzeitig sei der Run auf die
Hochschulen ungebrochen: „2013 haben rund 507.000 junge Menschen ein
Studium begonnen, rund ein Drittel
mehr als noch zehn Jahre zuvor.“
In Folge seien 2013 allein im IHKBereich 80.000 Lehrstellen unbesetzt
geblieben. 29 Prozent der Unternehmen aus Industrie und Handel sei es
nicht gelungen, ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen, sagte der
DIHK-Präsident, „ein deutlicher Anstieg
um sieben Prozentpunkte im Vorjahresvergleich.“ Das Problem habe mittlerweile auch die bei den Bewerbern besonders beliebten größeren Betriebe erreicht, so Schweitzer.
n
nen ferner durch Praktika bei unseren
Mitgliedsunternehmen auch einen praxisnahen Zugang zum Logistikstandort
Bremen zu eröffnen“, sagte Hans-Joachim Schnitger, Präsident der Bremischen Hafenvertretung. Die BHV vereint und repräsentiert rund 220 Firmen
aus einer Vielfalt von Branchen, die mit
der maritimen Wirtschaft in Bremen
und Bremerhaven verbunden sind. n
08 BIL_global_NC
34-45_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:17 Seite 37
Cross Mentoring:
20. Durchgang startet
Der DAV-Einsteiger 2015 mit
68 Kurzprofilen von den Absolventen der Deutschen Außenhandels- und Verkehrs-Akademie (DAV) in Bremen ist jetzt erschienen. Darin werden die
Qualifikationen der jungen
Fach- und Führungskräfte dargestellt. Es sind Absolventen,
die neben Berufserfahrung und
dem DAV-Fachstudium eine
Vielzahl an speziellen Fähigkeiten und Zusatzqualifikationen
mitbringen. Der DAV-Einsteiger
kann als eBook unter www.daveinsteiger.de eingesehen oder
per E-Mail (einsteiger@dav-akademie.de) als Broschüre angefordert werden.
n
Am 24. November beginnt der 20.
Durchgang des Cross-Mentoring-Programms aus Bremen in Kooperation
mit der WFB Wirtschaftsförderung Bremen. Mario Stadelmann leitet das Programm seit 2006. Es handelt sich dabei um ein Weiterbildungsangebot für
Führungskräfte. Tandems aus Mentee
und Mentor werden branchenübergreifend und hierarchiefrei zusammengestellt. Weniger erfahrene Führungskräfte mit akademischem oder gewerblichem Hintergrund könnten ein Jahr
lang das eigene Führungsgeschäft mit
branchenfremden Führungskräften praktisch bearbeiten, so Stadelmann. Bisher
hätten 330 Teilnehmer und 180 Unternehmen das Programm absolviert. Für
den Jubiläumsdurchgang gebe es besondere Konditionen.
n
s
DAV-Absolventen
werben für sich
www.crossmentoring-deutschland.de
WARUM ANDREAS MÖLLER
IMMER EINE PERFEKTE LÖSUNG
AUF LAGER HAT.
Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung sind nur zwei gute Gründe,
die für das Outsourcing von Logistikprozessen sprechen. Durch unsere
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Kernkompetenzen konzentrieren können. Die Logistik übernehmen wir!
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Foto Frank Pusch
WIRTSCHAFTGLOBAL
Entwicklungspolitisches Unternehmergespräch im Haus Schütting mit dem Parlamentarischen Staatssekretär
beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn (am Pult).
Ausschreibungen: Chancen für
die mittelständische Wirtschaft
Projekte internationaler Organisationen sind attraktiv und bieten
einen guten Einstieg in neue Märkte. Von DR. BIANCA UNTIED
ährlich investieren bi- und multilaterale Entwicklungsorganisationen etwa 50 Milliarden US-Dollar in Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit.
Zu den bekanntesten Auftraggebern
zählen die Weltbank, die Vereinten Nationen, die EU und die regionalen Entwicklungsbanken. Sie stellen Entwicklungs- und Schwellenländern langfristige Darlehen, Garantien und technische
Hilfe zur Verfügung. Für die deutsche
bilaterale Entwicklungszusammenarbeit sind insbesondere die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wichtig.
Im Auftrag des Bundesministeriums
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) setzen sie in Entwicklungs- und Schwellenländern Projekte unter anderem im Bildungs- und
Gesundheitssystem, in der Wasserversorgung, in der Energiewirtschaft oder
in der Landwirtschaft um. Sie arbeiten
dabei mit Beratungsfirmen und Lieferanten zusammen. Im Jahr 2012 betrug
38 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
das Geschäftsvolumen der GIZ beispielsweise rund zwei Milliarden Euro,
wovon ca. 46 Prozent vergeben wurden.
Die Beteiligung an Projekten und
Ausschreibungen der Entwicklungsorganisationen bietet der mittelständischen Wirtschaft Chancen für den
Markteinstieg in Entwicklungs- und
Schwellenländern. Deutsche Unternehmen kommen jedoch bei internationalen Ausschreibungen weitaus weniger
zum Zuge als die internationale Konkurrenz, obwohl sie doch im direkten
Exportgeschäft sehr erfolgreich sind.
Die Gründe hierfür sind vielfältig: Um
Aufträge zu akquirieren und sich im
„Dschungel“ der Ausschreibungen zurecht zu finden, sind regelmäßige und
systematische Analysen der Ausschreibungen und Projektfrühinformationen
der internationalen Entwicklungsorganisationen sowie Kenntnisse über die
jeweilige Ausschreibungspraxis und Beschaffungspolitik notwendig.
Um deutschen Unternehmen die Geschäftsanbahnung zu erleichtern und
die Auftragsvergabe zu erhöhen, stehen unterschiedliche Portale und
Dienstleister zur Verfügung. Eine der
wichtigsten Informationsquellen in
Deutschland ist die Datenbank von
Germany Trade and Invest, der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH. Sie enthält alle notwendigen Informationen über geplante Investitions- und Entwicklungsvorhaben und aktuelle Ausschreibungen. Die
Auslandshandelskammern (AHK) in
New York, Mailand und Kopenhagen
sowie das Office of the Representative
of German Industry and Trade in Washington helfen zudem bei der Teilnahme an Ausschreibungen der Weltbank
und der Vereinten Nationen. Für die
Beschaffung bei den Vereinten Nationen hat die AHK in Kopenhagen ein
Handbuch erstellt, das über das Beschaffungsportal der Vereinten Nationen (UN Global Market Place, UNGM)
informiert. Hilfreich sind zudem Internetseiten der KfW, der GIZ und von Germany Trade & Invest.
Um bei Ausschreibungen und Projekten zum Erfolg zu kommen, müssen
sie kontinuierlich beobachtet werden
(Marktrecherche). Auch sind Kenntnisse der jeweilige Ausschreibungspraxis
und Beschaffungspolitik nützlich. Hierfür bieten die oben skizzierten Portale
und Dienstleister eine wichtige Grund-
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34-45_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:17 Seite 39
lage. Doch auch regionale und sektorale Erfahrungen, gegebenenfalls Referenzen und Sprachkenntnisse sind wesentliche Erfolgsfaktoren.
Erforderlich ist vor allem ein langer
Atem und viel Geduld. „Es bedarf einer
langfristigen Planung“, so Georg Hochstatter von Germany Trade and Invest.
„Nur über internationale Präsenz können deutsche Unternehmen langfristig
ihre vorhandenen Marktanteile sichern
und weitere Märkte erschließen. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist es oft nicht so einfach, an
den teilweise großvolumigen Ausschreibungen teilzunehmen. Daher ist
es immer wichtig, Netzwerke vor Ort
aufzubauen. Über diese Kontakte besteht die Möglichkeit, auch als Unterlieferant oder als Kooperationspartner erfolgreich an Ausschreibungen teilzunehmen.“
n
Veranstaltungshinweis
„Von Ausschreibungen profitieren:
Geschäftschancen bei internationalen
Organisationen“
Projekte und Ausschreibungen der Weltbank, der Vereinten Nationen
und der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit werden am
10. November (14:00-18:00) auf einer Veranstaltung der Handelskammer
Bremen vorgestellt. Unternehmen erfahren hier, wie sie sich daran beteiligen können. Referenten sind Dorothea Netz (Germany Trade and Invest),
Christoph Schemionek (Office of the Representative of German Industry
and Trade), Nicole Klug (AHK New York) und Carsten Kier (AHK Kopenhagen). Weiterhin berichten Unternehmen wie beispielsweise Inros
Lackner aus der Praxis. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro.
Anmeldung
Andrea Goß, Telefon 0421 3637-241, international@handelskammer-bremen.de
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WIRTSCHAFTGLOBAL
Foto Jörg Sarbach
Botschafter der ASEAN-Staaten
(Association of Southeast Asian
Nations) zu Besuch in der Handelskammer: (v.l.) Vithayapradith Khennavon, stellvertr. Leiter der Botschaft von Laos, H. Fauzi Bowo
(Vorsitzender des Berlin ASEAN
Committees), Botschafter der Republic Indonesien, Jai Sohan Singh,
Botschafter Singapurs, Pham Viet
Chien, vietnamesischer Botschaftsrat, Dato Salman Bin Ahmad, designierter Botschafter von Malaysia,
Maria Cleofe Rayos Natividad, Botschafterin der Philippinen, Pehin
Dato Abdul Jalil Hj Ahmad, Botschafter von Brunei Darussalam,
Nongnuth Phetcharatana, Botschafterin Thailands und Handelskammer Präses Christoph Weiss.
40 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
s
Diplomaten aus
Südostasien zu Besuch
Bremen hat eine lange Handelstradition mit den Staaten im südostasiatischen Raum. Diese Verbindungen zu
stärken – das war das Ziel einer Delegation des Berlin ASEAN Committee
(BAC) in Bremen. Zur Delegation gehörten unter anderem Botschafter und Diplomaten aus Indonesien, Brunei Daressalam, Philippinen, Singapur, Thailand, Malaysia, Laos und Vietnam. Der
BAC-Vorsitzende Dr. Fauzi Bowo, Botschafter Indonesiens, sagte, besonders
im Hinblick auf das wachsende Volumen im Welthandel werde Bremen als
zentraler Umschlagplatz in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Die Botschafter und Botschafterinnen nahmen am 50. Kapitänstag in
der Oberen Rathaushalle teil, führten
Gespräche in der Handelskammer und
besuchten Airbus Defence and Space
in der Airport-Stadt.
n
s
Bremische Exporte
wieder im Aufschwung
Knapp acht Milliarden Euro betrugen
die bremischen Exporte im ersten Halbjahr 2014. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 8,7 Prozent, teilte das Statistische Landesamt
mit. Der Anstieg beruht fast ausschließlich auf den Exporten in den EU-Raum,
hierhin wurden allein 58,2 Prozent der
bremischen Exporte verkauft. Das Aufkommen betrug 4,6 Milliarden Euro
(+ 25,2 Prozent). In die übrigen europäischen Staaten wurden Waren mit einem Gesamtwert von gut 550 Millionen Euro (– 2,6 Prozent) ausgeführt. Exporte in die anderen Kontinente – mit
Ausnahme der asiatischen Staaten –
gingen demnach erheblich zurück. So
betrug der Wert der Ausfuhren nach
Australien und Ozeanien nur noch 90,4
Millionen Euro (-33,2 Prozent), nach
Afrika 115,8 Millionen Euro (-24,0 Prozent) und in den amerikanischen Kontinent nur noch 1,6 Milliarden Euro
(-11,3 Prozent).
Die bremischen Importe verringerten sich im Halbjahresvergleich der Statistiker um 440 Millionen Euro bzw. 6,2
Prozent auf knapp 6,8 Milliarden Euro.
Wichtigster Einfuhrmarkt sind auch
hier die EU-Länder. Auf sie entfielen
knapp 3,2 Milliarden Euro. Die Importe
aus dem EU-Raum deckten mit 46,7
Prozent fast die Hälfte des Gesamtaufkommens ab. Insgesamt betrug der Warenwert der Importe aus allen europäischen Ländern im ersten Halbjahr
2014 mehr als 4,2 Milliarden Euro. Die
geringsten Verluste (-4,5 Prozent) gab
es bei den bremischen Importen aus
dem asiatischen Raum. Das Importvolumen besaß einen Wert von mehr als
1,3 Milliarden Euro und umfasst damit
fast ein Fünftel des Gesamtwertes. Bei
den übrigen Kontinenten lagen die
Rückgänge im Halbjahresvergleich sogar noch höher. So gingen die Importe
aus Australien und Ozeanien – allerdings auf geringem Niveau – um 14
Prozent auf nur noch 32,5 Millionen
Euro zurück.
n
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Foto BLG
MATZ MAERSK erstmals
in Bremerhaven •
Die MATZ MAERSK ist der
neunte Gigant einer Serie von
20 Containerschiffen, die von der
Maersk Line geordert wurden.
Auf seiner Jungfernfahrt machte
der 18.270 Standardcontainer
(TEU) tragende Riese im Sommer
erstmals am Containerterminal
Bremerhaven fest. Die MATZ
MAERSK ist, wie ihre Schwestern,
knapp 400 Meter lang und
59 Meter breit.
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NEUECHANCEN
NACHFOLGE
REGELN INNOVATIONSKRAFT ERHALTEN!
Von Professorin Dr. Birgit Felden und Jonas Pickhardt
eue Produkte mit immer kürzeren
Produktlebenszyklen stürmen auf die
weltweiten Märkte, und das macht
auch vor dem Mittelstand nicht halt. Jedoch gelten deutsche
Unternehmen (KMU) als äußerst innovativ. Aufgrund ihrer
oft schlanken Strukturen können sie sich schnell an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen und ihre Wettbewerbsvorteile behaupten. Im Zuge eines Generationswechsels wird die Innovationsfähigkeit vieler Familienunternehmen auf die Probe gestellt.
In den letzten Jahren vor der Unternehmensnachfolge gewinnen oftmals die persönlichen Ziele der abgebenden Generation wie zum Beispiel Altersvorsorge oder außerbetriebliche Betätigungen an Bedeutung. Die Bereitschaft, unternehmerische Risiken einzugehen, lässt nach. Damit wächst
die Gefahr, dass diese Unternehmen durch die fehlende Innovationsbereitschaft ihre Marktstellung verlieren. In diesem
Kontext bilden sich fünf typische Problemkreise:
• „Gefahr“ der strategischen Neuausrichtung
Viele deutsche Familienunternehmen blicken auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück. Das Festhalten und Anpassen an einen Markt prägt die Historie dieser Unternehmen. Bricht der Markt jedoch weg, wird Beständigkeit zur Gefahr. Die von den Nachfolgern angemahnte Notwendigkeit,
neue Märkte zu erschließen, wird von den Übergebern
schnell als „Verrat“ an den eigenen unternehmerischen Entscheidungen empfunden. In einer Situation, in der schnelles
Handeln erforderlich ist, droht die Entscheidungsohnmacht.
42| Wirtschaft in Bremen 10.2014
• Geringe Investitionsbereitschaft
Unternehmer vor dem Generationswechsel lassen oftmals in
der Investitionsbereitschaft nach. Damit versetzen sie das
Unternehmen mitunter in eine existenzbedrohende Lage.
Denn neben dem Kaufpreis muss der potenzielle Käufer zusätzlich die fälligen Investitionen finanzieren. Fehlt dem Unternehmen die nötige Ertragskraft, um den hohen Kapitaldienst zu decken, droht die Nachfolge zu scheitern.
• Überhastetes Handeln
Häufig wollen Nachfolger direkt nach dem Eintritt alle Ideen,
die sie haben, sofort umsetzen. Doch dies kann auf Widerstand aus allen Reihen stoßen und das eigentliche Innovationspotenzial verpufft.
• Gefahr der Doppelspitze
Ein Erfolgsfaktor im Nachfolgeprozess kann die Zusammenarbeit von Nachfolger und Übergeber sein. Auf diese Weise
wird der Nachfolger langsam in die Management-Prozesse involviert und knüpft Beziehungen zu Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Die Doppelspitze kann dann zur Innovationsfalle werden, wenn nicht konsistent geführt wird. Machtspiele zwischen Übergeber und Übernehmer und die fehlenden Entscheidungskompetenzen lähmen die Innovationsfähigkeit.
• Fehlende Infrastruktur
Die Innovationskraft von mittelständischen Unternehmen ist
nicht zuletzt abhängig von ihrer Organisationsstruktur. Eine
offene Führungskultur ist in diesem Zusammenhang wichtig.
Trifft ein ideenreicher Nachfolger auf ein patriarchal geprägtes Team, werden die strategische Neuausrichtung und die
Implementierung von Innovationen zur Herausforderung.
Auch während des Generationswechsels muss die Innovationskraft im Unternehmen erhalten bleiben. Folgende Lösungsansätze haben sich bewährt:
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Unternehmensnachfolgetag
im Haus Schütting
Die Unternehmensnachfolge ist insbesondere für
kleine und mittelgroße inhabergeführte Unternehmen
ein wichtiges Thema. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe liegt in der geordneten
und strategischen Planung dieses Prozesses. Darüber
wollen die Handelskammer Bremen, die Industrie- und
Handelskammer Bremerhaven, der Bankenverband
Bremen, das RKW Bremen und der Steuerberaterverband im Lande Bremen auf einem Unternehmensnachfolgetag diskutieren. Die Veranstaltung findet
am 16. Oktober (15:00 Uhr) in der Handelskammer
Bremen statt. Zwei Unternehmen werden aus ihrer
praktischen Erfahrung berichten. Darüber hinaus
sollen auch persönliche Aspekte erläutert und ein
Überblick über die neue steuerliche Rechtslage
gegeben werden.
Anmeldung
Rita Kahrs, Telefon 0421 3637-242,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
• Die frühzeitige Trennung von Privat- und Unternehmensvermögen hilft der nächsten Generation, Veränderungen zu
realisieren und ermöglicht gleichzeitig eine flexiblere Gestaltung des Kaufpreises.
• Um eine Innovationslücke zu vermeiden, sollte der Nachfolger in strategische Themenfelder frühzeitig integriert werden. Oft löst die frühzeitige Übergabe der Geschäftsführung
die Gefahr unzureichender Innovationen.
• Um Einbußen in Bezug auf Wert, Attraktivität und Preis
des Unternehmens zu vermeiden, müssen notwendige Investitionen bis zum endgültigen Wechsel getätigt und kreative
Finanzierungslösungen gefunden werden.
• Die Breite der Altersstruktur sowie die Heterogenität der
Belegschaft fördern die Innovationsfähigkeit.
• Eine Ruhestandsplanung hilft dem Altinhaber, der nächsten Generation Platz zu machen.
Im Generationswechsel trifft Änderungsbedarf auf den
Wunsch nach Beständigkeit. Um diese Herausforderung zu
meistern und die Chance zu nutzen, muss die Innovationskraft der neuen Generation systematisch zusammengebracht
werden mit dem langjährigen Know-how der abgebenden
Generation – auch das gehört zu einem professionellen Nachfolgemanagement dazu.
n
Professorin Dr. Birgit Felden ist Leiterin des Studiengangs Unternehmensgründung und -nachfolge und Direktorin des EMF-Instituts der HWR Berlin
sowie Vorstand der Kölner TMS Unternehmensberatung AG. Jonas Pickhardt (M.Sc.) ist Berater der TMS Unternehmensberatung AG.
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 43
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NEUECHANCEN
Millionen von
Plagiaten im Markt
In der wachsenden Zahl gefälschter
Produkte, die den europäischen Markt
überschwemmen, sieht der Deutsche
Industrie- und Handelskammertag
(DIHK) ein großes Problem. Im vergangenen Jahr beschlagnahmten die EUZollbehörden fast 36 Millionen Plagiate im Wert von 760 Millionen Euro, davon entfielen 134 Millionen Euro auf
Deutschland.
„Besorgniserregend ist der hohe Anstieg von Fälschungen in den Bereichen
Lebensmittel, alkoholische Getränke,
Autoersatzteile, Zigaretten und Medikamente“, sagte Doris Möller, Vorstandsmitglied im DIHK-Arbeitskreis
Produkt- und Markenpiraterie, in einem
Interview. Angesichts des Umstandes,
dass 72 Prozent der gemeldeten Fälle
den Postverkehr betrafen, rät sie zur
Vorsicht vor allem beim Online-Shopping. „Viele Verbraucher bestellen
scheinbare Schnäppchen im Internet
und fallen dabei auf Markenfälschun-
gen herein“, so Möller. Es gebe aber auch
Erwerber, die Plagiate in Kauf nähmen.
Der DIHK verweist darauf, dass Fälschungen zunehmend ein Metier der
organisierten Kriminalität sind und oft
mit Drogen- und Menschenhandel einhergehen. Er warnt davor, solche Machenschaften durch den bewussten
Kauf von Plagiaten zu unterstützen.
„Produkt- und Markenpiraten schädigen nämlich alle“, so Möller. „Unternehmen, Verbraucher, den Staat und
die Gesellschaft.“
n
ZAHLEN
des Monats
Der Club der SuperStartups hat ein neues
Mitglied: Snapchat wird
jetzt mit zehn Milliarden
US-Dollar bewertet. Zuletzt stieß der Fahrdienst
Uber in diese Dimension
vor und ist mit 18,2 Milliarden US-Dollar derzeit
das mit Abstand wertvollste Startup. Snapchat
ist eine App, die sich
selbst löschende Fotos
verschickt und derzeit
100 Millionen Nutzer
haben soll.
45 Millionen Menschen
haben im Jahr 2013 in Deutschland Waren oder
Dienstleistungen für private Zwecke über das Internet
gekauft oder bestellt. Das sind 76 Prozent der Internetnutzer ab zehn Jahren. Im Vergleich zum Jahr 2008
mit rund 35 Millionen privaten Online-Käufern war
das ein Zuwachs von 30 Prozent.
Quellen Destatis, Statistisches Landesamt
44 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
2.617
Einwohnerinnen und Einwohner
hat das Land Bremen 2013 dazugewonnen. Damit
stieg die Bevölkerungszahl gegenüber 2012 um 0,4
Prozent. Ein Plus in dieser Größenordnung gab es seit
1990 nicht mehr. Grund für die Zunahme ist der
positive Wanderungssaldo von 4.542 Personen.
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Automation meets Security
Wirtschaft trifft Wissenschaft
Jacobs stellt Forschungsfokus Health vor
Natur- und Lebenswissenschaftler der
Jacobs University Bremen bringen in
dem Forschungsschwerpunkt „Health –
focus on bioactive substances“ Expertise aus verschiedenen Arbeitsgebieten
wie der Nahrungsmittel- und der Meeresforschung zusammen. Die Bandbreite ergibt sich aus der Bedeutung von
bioaktiven Substanzen: Dabei geht es
um die Bestandteile von Nahrungsmitteln, von Naturstoffen wie Hormonen
oder Enzymen und von Medikamenten.
In der Veranstaltungsreihe „Wirtschaft
trifft Wissenschaft“ der Handelskammer Bremen stellt der Dean der Jacobs
University Bremen, Professor Werner
Nau, am 15. Oktober (16:00-18:30
Uhr) die Forschungsarbeit vor. Außerdem erläutert Rolf Specht von der Residenz Gruppe das neu entstehende
Science Center. Anschließend bietet
sich die Möglichkeit für eine Campustour und ein (kostenpflichtiges) Abendessen im College. Die Veranstaltung
findet im Conference Room des Campus Centers der Jacobs University
(Campus Ring 1) statt.
n
Information
Dr. Dennis Stockinger,
Telefon 0421 3637-234,
stockinger@handelskammer-bremen.de
Verbindliche Anmeldung
Petra Ripke-Höpfl, Telefon 0421 3637-236,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte geben
Sie bereits bei der Anmeldung an, ob Sie
Interesse an einer a) Campustour und/oder
an einem b) Abendessen im College haben.
Ohne Informationstechnik und den vernetzten Datenaustausch über das Internet ist die Produktion in den meisten
Unternehmen undenkbar geworden.
Doch der technische Fortschritt birgt
auch Risiken – so kann beispielsweise
Schadsoftware über einen USB-Stick
oder durch das Öffnen eines verseuchten E-Mail-Anhangs auf dem Leitstellenrechner ungehindert ins Produktionsnetz gelangen. Ist diese Software
einmal im System, schützt selbst eine
Firewall nicht mehr vor weitergehenden Angriffen und deren Auswirkungen auf den Betrieb. Im schlimmsten
Fall führt das zum Stillstand der gesamten Produktionsanlage.
Um Sicherheitsprobleme zu vermeiden und rechtzeitig zu erkennen, sind
neue und vor allem durchgängige Lösungsansätze auf allen Ebenen gefragt: Welche Gefährdungen bestehen
heute durch die zunehmende Komplexität im Bereich Cybersicherheit? Welche rechtlichen Pflichten ergeben sich
daraus für die Geschäftsleitung? Wie
können IT-Systeme in der Produktion
besser gesichert werden?
Um diese Fragen dreht sich der 4.
Security Day am 23. Oktober (13:3018:00 Uhr) in der Handwerkskammer
Bremen (Ansgaritorstraße 24). Vorgestellt werden unter anderem BestPractice-Vorgehen und -beispiele. Aufgrund der begrenzten Plätze wird bis
zum 17. Oktober um verbindliche Anmeldungen gebeten. Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Handwerkskammer, Aviabelt Bremen, Automotive Nordwest, swm eBusiness-Lotsen Metropolregion Bremen-Oldenburg
und dem Freien Institut für IT-Sicherheit.
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Information
Dr. Dennis Stockinger,
Telefon 0421 3637-234,
stockinger@handelskammer-bremen.de
Anmeldung
Petra Ripke-Höpfl, Telefon 0421 3637-236,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Foto B.E.G.IN
IT-Sicherheit für die
Industrie 4.0
s
B.E.G.IN-Gründungstag im Musical Theater
Wie setze ich meine Geschäftsidee erfolgreich um? Wie behaupte ich mich
langfristig am Markt? Antworten auf
diese Fragen gibt B.E.G.IN, die BremerExistenzGründungsINitiative, auf dem
Gründungstag am 23. Oktober (12:0019:00 Uhr) im Musical Theater Bremen.
Auf dem Programm stehen KurzChecks, eine Messe, Vorträge, ein Gettogether sowie Beratung rund um die
Selbstständigkeit.
Eine Talkrunde beleuchtet individuelle Wege zum Erfolg. „Wenn ein gutes
Produkt mit einer spannenden Geschichte clever vermarktet wird, ist es
einfach unschlagbar“, sagt DiplomBrauingenieur Peter Kowalsky, der Bionade gegründet hat. Wie er die zehnjährige Entwicklung des innovativen
Durstlöschers in der Unternehmensführung erlebte, berichtet der 46-Jährige
in der Talkrunde „Aus der Gründungspraxis...“ An ihr nehmen auch Silke Meiners (hautquartier) und Markus Hollermann (die Bioniker) teil.
Die Vorträge drehen sich um die
Themen Körperrhetorik, Marketing und
gewerblicher Rechtsschutz. An fünf
Kurz-Check-Stationen erhalten Interessierte in wenigen Minuten ein Feedback zu Website, IT-Sicherheit oder betrieblicher Versicherung. Die B.E.G.INNetzwerkpartner beraten zu sämtlichen Aspekten der Selbstständigkeit.
Ebenso sind Vertreter von Banken, des
Finanzamtes und der Künstlersozialkasse vor Ort. Mehr als 50 Aussteller präsentieren ihre Angebote auf der Messe.
www.begin24.de
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 45
09 S&P_W&W_44-49
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SERVICE&PRAXIS
Energieeffizienz stärkt die
Wettbewerbsfähigkeit
Am 13. November berichten
Unternehmer und Wissenschaftler in Bremerhaven über die
Wechselwirkung zwischen Energieeffizienz und Ökonomie.
er effiziente Umgang mit Energie
ist nicht nur ein wichtiger Beitrag
zum Klimaschutz, den Unternehmen
leisten können. In Zeiten steigender
Energiepreise sparen die Unternehmen
mit seiner Hilfe zugleich viel Geld und
stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Deutlich wird dies auf dem Kongress
„Energie – Zukunft – Unternehmen“,
den die Handelskammer Bremen, die
IHK Bremerhaven und die Klimaschutzagentur energiekonsens am 13. November bereits zum vierten Mal veranstalten. Von 9:30 bis 16:00 Uhr stehen im
Conference Center/Atlantic-Hotel Sail
City in Bremerhaven zahlreiche Referate auf der Tagesordnung.
Dazu gehört der Beitrag von Frieder
Frasch von der KPMG, der darlegt, wie
sich Maßnahmen zur Energieeffizienz
betriebswirtschaftlich rechnen. Professor Eberhard Jochem und Bernd Langer
stellen lernende Energieeffizienz-Netzwerke vor, die eine doppelt so schnelle
Energieeffizienz-Steigerung im Vergleich zum Durchschnitt der Industrie
bewirken sollen. Jochem ist Geschäftsführer des Institutes für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) in
Karlsruhe und Langer Geschäftsführer
der BEKS: Energieeffizienz GmbH, die
das Netzwerk Effizienztisch NordWest2
betreut.
Ein weiteres Thema ist die Mitarbeitereinbindung für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. Ferner erläutert
Andreas Wencke, Chef der Erich Nonne
GmbH in Loxstedt, den Weg zu einem
46 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Energie-Plus-Unternehmen nach dem
Neubau eines Logistikzentrums. Am
neuen Firmensitz werden unter anderem keine fossilen Brennstoffe mehr
verwendet. Stattdessen kommen erneuerbare Energien zum Einsatz. Aus ihrer
unternehmerischen Praxis berichten
ferner Markus Mettler (ebm-papst, Mulfingen, Träger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises), Maik Starke (Starke
Bäcker KG, Schwanewede), Martin
Schnatmeyer (Igel Technologies, Bremen) und Catrin Krayer (USM, Münsingen in der Schweiz).
n
www.energieforum14.de
Deutscher Arbeitsschutzpreis 2015:
10.000 Euro für Ihre Idee
Vom neuartigen Lärmschutz-Produkt
bis zum ganzheitlichen Gesundheitsprogramm: Betrieblicher Arbeitsschutz
hat viele Gesichter. Damit gute Beispiele Schule machen, rufen Bund, Länder
und gesetzliche Unfallversicherung Unternehmen in Deutschland dazu auf,
sich um den mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Deutschen Arbeitsschutzpreis 2015 zu bewerben. Mit der branchenübergreifenden Auszeichnung würdigen die Ausrichter innovative Lösungen, die Sicherheit und Gesundheit am
Arbeitsplatz wirksam fördern.
Jedes Jahr verlieren deutsche Betriebe rund 92 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle, schätzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Um Fehlzeiten zu
verringern, beschäftigt viele Unternehmer die Frage, wie sie Arbeitsunfälle
wirksam vermeiden, aber auch die Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Beschäftigten fördern können. Deswegen
würdigt der alle zwei Jahre ausgelobte
Arbeitsschutzpreis kluge Ideen und
neuartige Produkte, die zu mehr Sicher-
heit und Gesundheit am Arbeitsplatz
beitragen. Es werden vier Preise zu jeweils 10.000 Euro vergeben, zwei an
kleine und mittlere Unternehmen sowie zwei an große Unternehmen. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar. n
www.deutscher-arbeitsschutzpreis.de
ebn Infobörse für
Frauen: Selbstmarketing
Die 17. ebn Infobörse für Frauen findet
am 14. Oktober (18:00-21:00 Uhr) in
der Handelskammer Bremen statt. Veranstalter ist das Expertinnen-Beratungsnetz unter dem Dach von Frauen
in Arbeit und Wirtschaft e. V. Es vermittelt in allen beruflichen Ausgangssituationen Kontakte zu Expertinnen aus unterschiedlichen Branchen und richtet
jährlich eine Informationsbörse zu aktuellen Themen aus.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung steht das Thema Selbstmarketing als Schlüssel zum Erfolg. Gastrednerin ist die Unternehmensberaterin Andrea Och. Sie gründete Och Consulting – Corporate & Personal Branding mit dem Ansatz, Unternehmen
und Führungskräfte zu wertvollen TopMarken zu entwickeln. 2012 wurde sie
als erste Frau in den Wirtschaftsrat der
European Business School berufen. Mitveranstalter sind die Handelskammer,
die Business and Professional Women
Germany, der Deutsche Akademikerinnenbund, der Verband Deutscher Unternehmerinnen und die Arbeitnehmerkammer Bremen. Die Veranstaltung ist
kostenfrei.
n
Anmeldung
Telefon 0421 346-7878,
ebn-infoboerse@faw-bremen.de
OKT_2014 .qxp_Layout 1 23.09.14 11:14 Seite 47
Bürgermeister Jens Böhrnsen,
Präsident des Senats der Freien
Hansestadt Bremen,
Schirmherr der Initiative AZuBi
Arbeit-Zukunft-Bildung
Für meine Generation ist die
tägliche Zeitungslektüre –
vorzugsweise am Morgen – zur
guten Gewohnheit geworden,
die ich nicht missen möchte.
Gut informiert in den Tag
zu starten – das ist für viele
Menschen auf der Welt jedoch
keineswegs eine Selbstverständlichkeit, weil ihnen keine
Informationsquellen zur Verfügung stehen.
Wer heute die Welt einigermaßen verstehen will, wer wissen
will, wie Politik funktioniert,
wie wirtschaftliche Prozesse
ablaufen, was sich in Kultur und Sport abspielt und die
Dinge vor Ort verfolgen möchte, ist auf ein verlässliches
Informationsangebot angewiesen.
Als Partner beim Projekt azubi WK übernehmen Firmen für
ihre Auszubildenden für ein Jahr ein Abonnement des
WESER-KURIER. So fördern sie die Allgemeinbildung, die
Lesekompetenz und das Interesse an regionalen und
überregionalen Themen. Ein wertvoller Beitrag zur Unterstützung der Auszubildenden.
Wir sind dabei:
Ich begrüße es ausdrücklich, dass sich der Zeitungsverlegerverband Bremen zu dieser AZuBI-Bildungsinitiative entschlossen hat und habe deshalb gern die Schirmherrschaft
übernommen. Natürlich hängt der Erfolg dieses Vorhabens
von der Bereitschaft der Unternehmen ab, ihre Auszubildenden zu fördern und ihnen ein Zeitungs-Abo zukommen zu
lassen. Dass die regelmäßige Lektüre seriöser Zeitungen viel
dazu beitragen kann, die allgemeine Bildung zu verbessern,
Zusammenhänge zu verstehen und sich dadurch selber ein
eigenes, gut begründbares Urteil bilden zu können, steht
außer Frage. Ich bin mir deshalb sicher, dass sich viele Betriebe angesprochen fühlen werden und bei dieser Initiative
mitmachen.
Ich wünsche der Aktion viel Erfolg!
Weitere Informationen zu azubi WK unter
04 21 / 36 36 15 10 oder azubiwk@weser-kurier.de
Stand Oktober 2014
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SERVICE&PRAXIS
UMWELTNOTIZEN
OHNE MOOS
NIX LOS
Umweltbildung und Natur erleben ist wichtig
für Kinder und Jugendliche. In Bremen gibt es
dafür ein vielfältiges Angebot von Vereinen und
Verbänden. Der Förderverein Umwelt Bildung
Bremen e. V. sucht nun finanzielle Unterstützer,
um diese Angebote langfristig zu sichern und
auf alle Stadtteile auszuweiten.
Von NINA SVENSSON
ass die Milch von der Kuh stammt oder was der Igel im
Winter macht – das weiß, leider, nicht jedes Kind. Auch
der Zusammenhang zwischen Landwirtschaft, Tierhaltung
und Ernährung ist längst nicht allen Kindern bewusst. „Dabei
ist das frühzeitige Erleben und Wissen dieser Zusammenhänge so wichtig, um Umwelt und Natur zu achten und ein Interesse dafür zu entwickeln, vielleicht sogar auch später in
beruflicher Hinsicht“, sagt Werner Damke. Er war 23 Jahre
lang Direktor des Bürgerparks, seit gut zwei Jahren ist er im
Ruhestand und setzt sich weiterhin für Umwelt und Bildung
ein.
Damke ist Gründungsmitglied des im Juni 2013 gestarteten Fördervereins Umwelt Bildung Bremen e. V. Dieser Verein
fördert durch außerschulische Umweltbildung die Lebensund Gestaltungskompetenz von Kindern und Jugendlichen.
Er hat keine eigenen Angebote, sondern will einzig und allein
Geld sammeln, um die bereits bestehenden Programme finanziell zu unterstützen. „Es gibt in Bremen so viele Vereine
und Verbände, die über das ganze Stadtgebiet verteilt professionell und mit großem Engagement arbeiten“, sagt Gertrud
Schumpp. Die Vorsitzende des Fördervereins hat früher als
Referatsleiterin beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr
gearbeitet.
Das Koordinationsbüro Umwelt Bildung Bremen ist vom
Umweltsenator mit der Vergabe von Fördermitteln für eine
stadtteilbezogene Basisförderung für Umweltbildungseinrichtungen beauftragt. Im Zeitraum 2014/2015 werden insgesamt acht Umweltbildungsorte mit einer halben Personalstelle und einem kleinen Betriebskostenzuschuss gefördert.
„Das reicht aber nicht, erst recht nicht für eine langfristige
Planung“, sagt Gertrud Schumpp. „Die Einrichtungen können
oft nur von Projekt zu Projekt planen und das macht es umso
schwerer, langfristige Unterstützung zum Beispiel durch Ehrenamtliche zu bekommen.“
48 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Zu den acht aktuell geförderten Einrichtungen gehören:
die Kinderwildnis des BUND neben dem Café Sand, die Umwelt-Lernwerkstatt Bremen in Osterholz, das FlorAtrium in
Horn, Arbeit & Ökologie in Huchting, das Waller Umweltpädagogik Projekt, die Ökologiestation Bremen, Natur- und Umweltbildung des BUND in Bremen-Nord sowie der NABU mit
seinem neuen Gelände in der Vahr.
Basisförderung reicht nicht aus
Mehr Geld für mehr Möglichkeiten – dafür gibt es nun den
Förderverein Umwelt Bildung Bremen e. V., der nicht nur diese acht Basiseinrichtungen unterstützt, sondern gern mehr
tun möchte. „Die Basisförderung ist erschöpft“, sagt Werner
Damke. „Dabei gibt es noch so viele Ideen und auch Flächen,
um tatsächlich in jedem Stadtteil ein wohnortnahes Umweltbildungsangebot für Kinder und Jugendliche zu haben.“
Die Angebote drehen sich rund um Tiere, Pflanzen, Natur,
Garten, Wald und Wiesen. „Damit bieten sie den Kindern
Möglichkeiten, Natur wirklich zu erleben und zu begreifen.
Manche Kinder kennen weder Wald noch Wiese, das können
Schulen und Kitas in der Regel nicht auffangen“, sagt Gertrud Schumpp. „Diese sind darum wichtige Partner bei der
stadtteilorientierten Umweltbildung. Gerade auch für die Integration von Migrantenkindern sind die Angebote sehr
wertvoll, beim Lernen in der Natur spielt die Sprache keine
Rolle.“ Auch werde bei vielen Kindern echtes Interesse geweckt, dass vielleicht später in eine Neigung zu naturwissenschaftlichen Fächern münden könne.
Allen Einrichtungen ist jedoch gemein, dass ihre Mitarbeiter weder Zeit noch Erfahrung in der Akquise finanzieller Mittel haben. „Gleichzeitig haben sie mit der stetigen Ungewissheit zu kämpfen, ob und wie es in ein oder zwei Jahren weiter
geht“, berichtet Damke. Um Schritt für Schritt mehr Kontinuität und Planungssicherheit zu schaffen, wird nun der Förderverein aktiv. „Unser Wunsch wären regelmäßige Förderungen
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Fotos Förderverein Umwelt Bildung
Die
Philharmonischen
Kammerkonzerte
2014 /2015
Natur erleben und begreifen –
ein Weg, naturwissenschaftliches
Interesse zu wecken
durch Unternehmen oder Einzelpersonen, aber auch einmalige Spenden helfen uns sehr“, sagt Damke. „Wir arbeiten rein
ehrenamtlich und verbürgen uns dafür, dass jeder Euro in die
Umweltbildung fließt.“ Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, somit kann jede Unterstützung steuerlich geltend gemacht werden. Wünsche zur Verwendung der Spende werden
berücksichtigt.
n
Kontakt Förderverein Umwelt Bildung Bremen e. V.,
Telefon 0421 7070107, service@foerderverein-umweltbildung.de,
www.foerderverein-umweltbildung.de
Unser Kammerkonzert im Oktober:
Berliner Solistenoktett
Werke von Dmitri Schostakowitsch, George Enescu und
Felix Mendelssohn-Bartholdy
15. 10. 2014, 20 Uhr • Die Glocke • K leiner Saal
Latica
Honda-Rosenberg
Harmut Rohde
Friedemann
Eichhorn
Yamei Yu
Julia Rebekka Adler Jens Peter Maintz
Betriebliches Gesundheitsmanagement steht im Mittelpunkt
des 6. Apollon-Symposiums der Gesundheitswirtschaft. Es
trägt den Titel „Gesundheit in Unternehmen – Zwischen Kulturwandel und Profitkultur“ und findet am 21. November im
Swissôtel Bremen statt. Vier Impulsreferate, eine Podiumsdiskussion und diverse Foren stehen auf der Agenda. Außerdem
gibt es eine Branchenbörse.
Der demografische Wandel und der damit verbundene
Fachkräftemangel verändern die Arbeitswelt. „Leistungsfähige Mitarbeiter produktiv zu halten, sich um ihre Gesundheit
und ihr Wohlergehen zu kümmern, sie zu motivieren und zu
binden, wird für Unternehmen im sogenannten ‚War of Talents‘ zum Überlebensfaktor“, sagt Professor Dr. Bernd Kümmel, Präsident der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft. Im Fokus der Veranstaltung stehe die Frage, unter
welchen Bedingungen ein Kulturwandel in Unternehmen
greife, der die Gesundheit von Mitarbeitern an die erste Stelle setze, um so die wirtschaftlichen Früchte zum Wohle aller
ernten zu können.
n
Peter Hörr
Die weiteren Konzerte im Überblick:
Tine Thing Helseth
Trompete
07. 12. 2014
Norwegische Weihnachtslieder, Werke von J. S. Bach, K. Weill u. a.
Leonard Elschenbroich
Experten tauschen sich über
„Gesundheit in Unternehmen“ aus
Mark
Gothoni
Cello
28. 01. 2015
Michael Collins, Alexander Sitkovetski, Qiau Wou, Xenja Sidorova
Werke von J. S. Bach, S. Gubaidulina u. a.
Pierre-Laurent Aimard
24. 02. 2015
J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil
The Busch Ensemble
17. 03. 2015
Werke von C. Debussy, A. Busch, F. Schubert
Armida Quartett
28. 0 4. 2015
Werke von L. v. Beethoven, I. Stravinsky, F. Schubert
Nicola Benedetti Violine
Leonard Elschenbroich
26. 05. 2015
Cello
Werke von A. Vivaldi, Barockmusik der Jesuiten aus der Chiquitania
Mehr Infos zu den Kammerkonzerten fi nden Sie auf
w w w. philhar monische - gesellschaf t- br emen . de
Sichern Sie sich jetzt Ihr Abonnement!
Ticketservice in der Glocke: Tel. 0421-33 66 99
www.apollon-hochschule.de/symposium
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SERVICE&PRAXIS
WIRTSCHAFTSTERMINE
IMPRESSUM
Wirtschaft IN BREMEN
MAGAZIN DER HANDELSKAMMER
95. Jahrgang
OKTOBER 2014
Herausgeber
Handelskammer Bremen, Am Markt 13,
28195 Bremen,
Telefon 0421 3637-0,
service@handelskammer-bremen.de,
www.handelskammer-bremen.de
Verlag
Carl Ed. Schünemann KG,
Zweite Schlachtpforte 7
28195 Bremen, Telefon 0421 36903-72,
www.schuenemann-verlag.de
Vertriebsleitung
Marion Helms, Telefon 0421 36903-45,
helms@schuenema nn-verlag.de
Anzeigenleitung
Karin Wachendorf, Telefon 0421 36903-26,
anzeigen@schuenemann-verlag.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 39
vom 1. Januar 2014.
Chefredaktion
Dr. Christine Backhaus, presse,contor,
backhaus@pressecontor.de,
Dr. Stefan Offenhäuser, offenhaeuser@
handelskammer-bremen.de
Grafik und Herstellung
presse,contor
Akademie für Weiterbildung
der Universität Bremen
Weiterbildende Masterstudiengänge
M. A. Palliative Care ab 24. Oktober
Weiterbildende Studiengänge und
Weiterbildungskurse
Weiterbildungskurs „Lehrkompetenz für die
Erwachsenenbildung“, ab 5. November
Weiterbildungsprogramm „Robotik und
Automatisierung“, ab 4. Quartal
Veranstalter: Akademie für Weiterbildung der
Universität Bremen, Katrin Heins, Telefon 0421
218-61602, weiterbildung@uni-bremen.de,
www.uni-bremen.de/weiterbildung
bav Bremer Außenwirtschaftsund Verkehrsseminare
Zollseminar Einfuhr, 13.-15.10.
Grundlagen des Warenursprungs- und
Präferenzrechts, 20.-22.10.
Einreihen von Waren in den Zolltarif, 23.-24.10.
Sicherheit bei der DE/EU- und
US-Export-Kontrolle, 3.-5.11.
Zollwertrecht für Spedition und
Logistikdienstleister, 6.11.
Zollseminar Ausfuhr, 17.-19.11.
Einreihen von Waren in den Zolltarif, 20.11.
Zollvorteile nutzen als
Ermächtigter Ausführer, 27.-28.11.
Klassifizierung der Exportgüter, 1.-2.12.
Veranstalter: bav, Verena Springer,
Telefon 0421 446946, www.bav-seminar.net,
verena.springer@bav-seminar.net
Druck
Druckhaus Humburg GmbH & Co. KG
Preise
Einzelheft: Euro 2,30,
Jahresab onnement: Euro 22,80
Die beitragspflichtigen Kammerzugehörigen
erhalten die Wirtschaft in Bremen auf Anfrage
kostenlos. Wirtschaft in Bremen erscheint
monatlich. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Verlag keine
Haftung. Nachdruck, auch auszugsweise, ist
nur mit Quellenangabe gestattet.
Sämtliche Rechte der Vervielfältigung liegen
bei der Handelskammer Bremen. Namentlich
geke nnzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Handelskammer wieder.
Anzeigen- und Redaktionsschluss ist der
6. des Vormonats. ISSN 0931-2196
Erscheinungsweise bis zum 10. des Monats
ivw geprüft
50 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Bremer Steuer-Institut
Berufsbegleitende Lehrgänge (Auswahl)
Zertifikat s-Lehrgang Bilanzsteuerrecht: 8.10.
Steuerfachwirt-Lehrgang, 17.11.
Fachassistent/in Lohn und Gehalt,
ab Januar 2015
Wieder-/Quereinstieg 2015, ab Januar 2015
Veranstalter: Bremer Steuer-Institut e. V., Jutta Köpsel,
Telefon 0421 5958413, info@stbv-bremen.de,
www.stbv-bremen.de
BWU Bildungszentrum der Wirtschaft
im Unterwesergebiet e. V.
Seminare
6.10., Betriebsverfassungsrecht für
Führungskräfte
6.-7.10., E telsen, Strategisch und wirkungsvoll
verhandeln und argumentieren
7.10., Der GmbH-Geschäftsführer
8.10., Zeit- und Selbstmanagement
8.10., Etelsen, Gekonnt kontern –
ein Schlagfertigkeitstraining
8.-11.10., Business-English
13.-14.10., Etelsen, Als Führungskraft
souveräner mit Konflikten umgehen
13.-14.10., Etelsen, Vom Kollegen zum
Vorgesetzten
15.-16.10., Etelsen, Professionell präsentieren
15.10., Mit Herausforderungen am Telefon
souverän umgehen
16.10., Erfolgreiche Verkaufsrhetorik
23.-24.10., Etelsen, Teams erfolgreich führen
und entwickeln
28.-29.10., Rechnungswesen – Buchführung
für kfm. Azubis im 2.+3. Jahr
3.11., Auftritt und Etikette für Auszubildende
4.11., Telefontraining für Auszubildende
5.-6.11., Aufbaukurs Buchführung für
kfm. Azubis im 2.+3. Jahr
Veranstalter: BWU Bildungszentrum der Wirtschaft
im Unterwesergebiet, Dr. Marie-Louise Rendant,
Telefon 0421 36325-21, www.bwu-bremen.de
Deutsche Außenhandels- und
Verkehrs-Akademie (DAV)
Studium Betriebswirt DAV – Vollzeit,
13.10.2014 – 23.09.2016
Verkehrsfachwirt – Fachrichtung Güterverkehr/
Vollzeit, Teil 2: 26.1.2015 – 20.3.2015
Verkehrsfachwirt – Fachrichtung Güterverkehr/
berufsbegleitend, 18.11.2014 – 10.3.2016
Vera nstalter: DAV, Kerstin Schlüter,
Telefon 0421 9499-1055, www.dav-akademie.de,
schlueter@bvl-campus.de
edWin academy
Umschulung zum Industrieelektriker –
FR Betriebstechnik, 10.10.2014-26.2.2016
EuP – Grundkurs, 6.-7.10.
EffT – Grundkurs, 20.-31.10.
Veranstalter: edWin GmbH, Telefon 0421 620421-0,
info@edwin-academy.de, www.edwin-academy.de
fortbildung direkt (Auswahl)
Ausbilder/in gemäß AEVO IHK
Tagesseminar: 10.11.14-21.11.14
Tagesseminar: 05.01.15-16.01.15
Geprüfte/r Industriemeister/in Metall IHK
Kompaktseminar: 19.01.15.-09.05.15
Geprüfte/r Industriemeister/in Lack IHK
Kompaktseminar: 19.01.15-.09.05.15
Geprüfte/r Industriemeister/in Elektrotechnik IHK
Kompaktseminar: 19.01.15-09.05.15
Geprüfte/r Industriemeister/in Lebensmittel IHK
Kompaktseminar: 19.01.15-09.05.15
Logistikmeister IHK
Kompaktseminar: 19.01.15-09.05.15
Qualitätsmanager/in IHK
Samstagsseminar: 15.11.14-09.05.15
Geprüfte/r Industriemeister/in Mechatronik IHK
Kompaktseminar: 19.01.15-09.05.15
Technische/r Betriebswirt/in IHK
Kompaktseminar: 05.01.15-14.03.15
Technische/r Fachwirt/in IHK
Kompaktseminar: 05.01.15-24.04.15
Personalkaufmann/frau IHK
Kompaktseminar: 26.01.15-28.03.15
Fachkaufmann/frau Einkauf/Logistik IHK
Samstagsseminar: 01.11.14-09.04.16
Handelsfachwirt/in IHK
Kompaktseminar: 19.01.15-21.03.15
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Wirtschaftsfachwirt/in IHK
Kompaktseminar: 26.01.15-10.04.15
Veranstalter: Fortbildung direkt,
Alexandra Reinke, Telefon 0421 579966-0,
www.fortbildungdirekt.de,
information@fortbildungdirekt.de
Hochschule Bremen
Certificate in Management (CAS)
berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium,
Info-Veranstaltung (CAS), 21.11.,16:30 Uhr,
International Graduate Center, Süderstr. 2
Module im WS 2014/15:
60 Kontaktstunden
Rechnungswesen/Controlling:
Start am 7.10., 18 Uhr
English for Management Studies:
Start am 14.10., 18 Uhr
Management und Rechtsstrukturen.
Start am 17.10., 16.30 Uhr
Geschäftsprozessmanagement und
-modellierung: Start am 9.1.2015, 18 Uhr
Projektmanager IHK
ab 06.10.14, Tageslehrgang
Energiemanager IHK/European Energy Manager
ab 02.02.2015, Tageslehrgang
Veranstalter: IQBremen e. V., Intelligente
Qualifizierung, Doris Ortiz, Telefon 0421 1748-19,
ortiz@iq-bremen.de, www.iq-bremen.de
Klima:akademie
Climate Controlling – miss es oder
vergiss es, 15.10.
Klimafreundliche Logistik –
Klimaschutz liefern, 2.12.
Veranstalter: energiekonsens,
Telefo n 0421 376671-8, www.klima-akademie.net,
funke-bergstra@energiekonsens.de
BRANCHEN
DER REGION
Seminarräume
Seminare im
Grünen
6ERANSTALTUNGEN F~R BIS ZU
0ERSONEN IN MODERNEN
4AGUNGS UND 3EMINARRiU
MEN (OCHWERTIGE REGIONALE
+~CHE (OTELZIMMER UND
IDYLLISCHE!RBEITSATMOSPHiRE
RKW Nord
Vom Kollegen zum Vorgesetzten 2:
ganzheitliche Führung, 22.-23.10.
Veranstalter: HS Bremen, Koordinierungsstelle für
Weiterbildung, Kirstin Reil,
Telefon 0421 5905-4165, kirstin.reil@hsbremen.de, www.cas-man.hs-bremen.de
Veranstalter: RKW Nord, Grazyna Renzelmann,
Telefon 0421-323464-11 ;
Monika Opitz, Telefon 0511 33803-21,
www.rkw-nord.de
Hochschu le für Internationale Wirtschaft
und Logistik (HIWL)
Beginn Bachelor-Studiengänge Logistik
oder Internationale Wirtschaft, 1.8.2015
wisoak Wirtschafts- und Sozialakademie
der Arbeitnehmerkammer gGmbH
Berufliche Fortbildungen (Auswahl)
Gepr. Büroassistentin bSb, Vollzeit, ab 06.10.
Finanzbuchhalter/in, ab 07.10.
Personalfachkaufmann/frau IHK Sprinter,
ab 07.10.
Fachkaufmann/frau Einkauf /Logistik IHK,
ab 14.10.
Bilanzbuchhalter/in IHK, ab 21.10.
Gepr. Büroassistentin bSb, ab 22.10.
Gepr. Managementassistent/in bSb, ab 23.10.
Fachwirt/in Gesundheits- und Sozialwesen IHK,
ab 28.10.
AEVO, Vorbereitung a.d. praktische Prüfung,
berufsbegl., 10.-29.11.
Wirtschaftsfachwirt/in IHK, ab 11.11.
Handelsfachwirt/in IHK, ab 12.11.
Lohn- und Gehaltssachbearbeiter/in, ab 13.11.
Fachwirt/in für Versicherungen und Finanzen
IHK, ab 19.11.
Zertifikatslehrgänge
Datenschutzqualifikation für Datenschutzbeauftragte in kleineren Unternehmen IHK,
10.10./17.10./24.10./14.11.
Social Media Manager IHK, bbgl.,
01.12.2014-31.01.2015
eacademie-wisoak.de/E-Learning
Themen: EDV-Anwendungen, ECDL, SAP, BWL,
Webdesign, Fremdsprachen, Programmierung;
Einstieg jederzeit möglich; www.teleakademiebremen.de
4ELEFON
WWWDREIMAEDELHAUSDE
Werbemittel
Veranstalter: Hochschule für Internationale Wirtschaft und Logistik (HIWL), Astrid Krämer,
Telefon 0421 9499-1030, kraemer@bvl-campus.de,
www.bvl-campus.de/hiwl
IQ Bremen Intelligente Qualifizierung
Berufsbegleitende Lehrgänge (Auswahl)
Industriemeister Lebensmittel IHK
ab 24.11.14, Tageslehrgang
ab 01.11.14, Samstagslehrgang
Industriemeister Metall/
E-Technik/Mechatronik IHK
ab 17.11.14, Tageslehrgang
Logistikmeister IHK
ab 17.11.14, Tageslehrgang
Logistikmanager IHK
ab 06.10.14, Tageslehrgang
Technischer Fachwirt IHK
ab 20.10.14, Tageslehrgang
Wirtschaftsfachwirt IHK
ab 17.11.14. Tageslehrgang
Handelsfachwirt IHK
ab 20.10.14. Abendlehrgang
AEVO
ab 13.10.14, Tageslehrgang
Qualitätsmanager IHK
ab 10.11.14, Tageslehrgang
Prozessmanager IQ
ab 20.10.14, Tageslehrgang
Technischer Betriebswirt IHK
ab 27.10.14, Tageslehrgang
Veranstalter: Wirtschafts- und Sozialakademie
der Arbeitnehmerkammer Bremen gGmbH,
Telefon 0421 4499-5, 499-627/656/657,
info@wisoak.de, www.wisoak.de
R
Vertrieb und Produktion
von Werbeartikel + Lohndruck
HOLTLINE 0800 1 888 333
Möchten Sie im
Branchenverzeichnis
werben?
Preis: 4c € 2,80 pro mm
Breite: 1 sp. 45 mm
Höhe: mind. 20 mm, max. 60 mm
mind. 2 Schaltungen
Tel. 0421 / 3 69 03-72
Fax 0421 / 3 69 03-34
anzeigen@schuenemann-verlag.de
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 51
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SERVICE&PRAXIS
ANZEIGENREGISTER
DIE BÖRSEN
Bitte richten Sie Ihre Zuschriften unter Angabe der Chiffrenummer an:
Handelskammer Bremen, Geschäftsbereich II,
Petra Ripke-Höpfl, Postfach 105107, 28051 Bremen;
oder per E-Mail: ripke@handelskammer-bremen.de
Bei den Inseraten aus der IHK-Börse gelten die Bedingungen der
jeweiligen Börsen. Die AGB finden Sie hier:
•für die Recyclingbörse – www.ihk-recyclingboerse.de;
•für die Existenzgründungsbörse – www.nexxt-change.org;
•für die Kooperationsbörse – www.kooperationsboerse.ihk.de
EXISTENZGRÜNDUNGSBÖRSE
‰ ANGEBOTE
HB-A-23-2014
Nachfolger gesucht für Versicherungs-Mehr fachagentur/Mehrfachvertreter nach HGB 84,
Zulassung nach § 34 d Gewerbeordnung
(Versicherungsvermittlung). Das Unternehmen
besteht seit 1983 und hat zwei tätige oHGGesellschafter (Firmenanteil je 50 Prozent).
Persönlicher Kundenkontakt im Lade nbüro,
Kundenbesuch vor Ort nur auf Anforderung.
Personal: 4 Personen, ca. 65 ver tretene Versicherungsgesellschaften, 40 bilanzrelevante Agenturverträge mit aktuellen Provisionszahlungen.
Das Ladengeschäft befindet sich im Teileigentum im EG eines größeren Wohnhauses, ca. 170
qm, zusätzlich im UG 100 qm, ÖPNV ca. 30
Meter, Marktplatz ca. 1 km entfernt. Die Inhaber
stehen nach Absprache für Einar beitung zur
Verfügung.
HB-A-24-2014
Nachfolger für Fleischereifachgeschäft gesucht.
Das Geschäft hat eine langjährige Tradition, ist
handwerklich und modern ausgestattet und mit
Bio-Zertifikat versehen. Es liegt in der Nähe der
Bremer Innenstadt in Einzellage mit viel Stammund Laufkundschaft. Die Produktion ist eingeschränkt möglich. Versandhandel und Catering
sind noch ausbaufähig. Das Geschäft ist ca . 35
– 40 qm groß, die Fläche für die Produktion ca.
60 - 80 qm, Nebenräume, Büro und Kühlhäuser
haben ca. 50 qm. Der Inhaber ist gerne bereit,
bei der Einarbeitung behilflich zu sein. Auch eine mittelfristige Übergabe ist möglich.
HB-A-25-2014
Teilhaber/in für Unternehmen mit Schwerpunkt
Kontraktlogistik gesucht. Beratung und operative Umsetzung administrativer und logistischer
Outsourcing-Prozesse (Schwerpunkt E-Commerce
für mittelständische Unternehmen) sind meine
Kernkompetenz. 15 Jahre Know-how und erfolgreiche Arbeit warten auf einen Nachfolger/in.
Outsourcing von E-Commerce-Projekten mittelständischer Versandunternehmen ist der Zukunftsmarkt in der Kontraktlogistik. Meine
neuen Projekte möchte ich aus Altersgründen
52 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
gemeinsam mit einem/einer jüngeren Teilhaber/in (ca. 35-45Jahre) starten und bereits
jetzt weitestgehend übertragen (Start-up-light).
In ca. 3-5 Jahren möchte ich meinen Unternehmensanteil auf Rentenbasis abgeben. Ein liquides Startkapital für Infrastruktur und Kontakte
in Höhe von 150.000 Euro sind vom neuen Teilhaber einzubringen.
HB-A-26-2014
Juwelier Zeit sucht Nachfolger: Kl eines, seit
mehr als 25 Jahren ansässiges Juweliergeschäft
in der Bremer Innenstadt sucht Nachfolger/in.
Interessant und ausbaufähig für Goldschmied/
in oder Uhrmacher/in. Goldschmiede und Uhrmacher-Werkzeug vorhanden, mit oder ohne Warenbestand abzugeben. Vorstellbar ist auch eine
tätige Beteiligung mit späterer Übernahme.
HB-A-27-2014
Teilhaber/in für kleines individuelles Café in
Bremen gesucht. Ic h wünsche mir eine/n Partner/in, der/die mich insbesondere im Gastrono-
Barclays Bank PLC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .39
BLG Logistics Group . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Bremer Energiekonsens GmbH . . . . . . . .Beilage
Bremer Landesbank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Bremer Tageszeitungen AG . . . . . . . . . . . . . . 47
Bremer Theater . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U3
Commerzbank AG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U2
Das gute Portrait . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Deutsche Post AG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
DreiMädelHaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Efaflex Tortechnik GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Euro Print GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Genossenschaftsverband e. V. . . . . . . . . . . . .U4
Goldbeck GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Hansa Tec GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Hellmann Logistics GmbH & Co.KG . . . . . . . .37
H. Marahrens GmbH . . . . . . . . . . . . . . . .Beilage
i2b-express . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beilage
Jahn OHG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Janneck GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Kunsthalle Bremen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Lechner Consulting-Service . . . . . . . . . . . . . . 53
NaGeB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beilage
Osmers GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . . . . . . . .17
Philharmonische Gesellschaft . . . . . . . . . . . . 49
Porsche Zentrum Bremen . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Renz GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Seplin, Zafer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Sparkasse Bremen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
swb Vertrieb Bremen GmbH . . . . . . . . . . . . . . 15
Wilhelm Wagenfeld Haus . . . . . . . . . . . . . . . . 43
miebereich unterstützt und zusammen mit mir
(weiblich) das Café führt.
HB-A-28-2014
Wir suchen aus privaten Gründen einen Nachfolger für unseren Büromöbelfachhandel. Das
Unternehmen ist inhabergeführt, liegt verkehrsgünstig in der Region zwischen Elbe und Ems
und ist seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt
tätig. Es verfügt über motivierte Mitarbeiter,
einen solventen Stammkundenkreis, langjähri ge
Lieferantenbeziehungen und eine schlanke
Kostenstruktur. Unterstützung nach der
Übergabe ist möglich.
KOOPERATIONSBÖRSE
Nr. 112-2354
Suche Kooperationspartner für Softwareentwicklung: Wir haben für den Eigenbedarf eine
hoch innovative Verlagssoftware mit zahlreichen Alleinstellungsmerkmalen programmiert,
die nun in der Zusammenarbeit mit einem Softwareentwickler zur Marktreife gebracht und gemeinsam vermarktet werden soll. Wir verfügen
über al lerbeste Marktkenntnisse und Zugang zu
potenziellen Interessenten. Der Entwicklungsaufwand ist überschaubar, es ist aber eine
dauerhafte Kundenbetreuung zu gewährleisten.
Nr. 112-2415
Wir bieten eine Kooperation im Bereich Wartung und Reparatur von Schienenfahrzeugen an.
Einarbeitung und Produktschulung erfolgt. Es
wird eine langfristige Geschäftsbeziehung angestrebt. Erwartet wird gutes techn. Verst ändnis
sowie serviceorientiertes Denken und Handeln.
Ideal für kleine Unternehmen oder Einzelpersonen, die mit uns wachsen wollen.
Nr. 112-2480
Handelsvertreter sucht für ein alteingesessenes
ukrainisches Unternehmen Partner im Bereich
Maschinen- und Anlagenbau. Die Firma ist ein
einzigartiger Industriebetr ieb in den GUS-Ländern, der seine eigenen Entwicklungsarbeiten
durchführt und Spitzentechnologien auf dem
Gebiet der Schmier- und Filteranlagen besitzt. Er
ist zertifiziert nach DIN ISO 9001:2008. Es werden hergestellt: automatisierte Schmieranlagen,
Steuer- und Regelungseinrichtungen, Druckanlagen, Filteranlagen, Verteilungseinrichtungen
etc. Das Unternehmen ist interessiert an einer
langfristigen u nd gegenseitig vorteilhaften
Zusammenarbeit.
RECYCLINGBÖRSE
‰ ANGEBOTE
HH-A-4545-5, Holzabschnitte, Konstruktionsvollholz mit 12-15 % Holzfeuchte (Fichte Kiefer)
in 0,20 cm Abschnitte vorgeschnitten, Menge/
Gewicht 15 m³, Mindestabnahme 1 Kiste (Pfand),
Selbstabholer, Preis 75, Hamburg Kirchwerder.
LG-A-4429-5, Holzpaletten/Einwegpaletten, täglich fallen ca. 30-40 Einwegpaletten unterschiedlichster Maße an, unsortiert, lose gestapelt, teilweise auch defekt, alles unbehandeltes Holz, kann
vorab gerne besichtigt werden, Abholung 24 Stunden am Tag möglich, Seevetal Maschen.
LG-A-3734-11, Metall- und Kunststofffässer
(Inhalt: ca. 220 Liter) sowie IBC-Container (Inhalt:
ca. .1000 Liter), wurden für pflanzliche Speise- und
Kosmetiköle benutzt, meistens mit UN-Zulassung,
günstig abzugeben, Lüneburg.
LG-A-3733-13, Presskuchen, sehr günstig
abzugeben, 500 kg, Lüneburg.
STD-A-4600-11, gebrauchte Big-Bags, Größe: ca.
100 x 100 x 100 cm mit Aufdruck, können Reste
von Kunststoff-Granulat (HDPE) enthalten, Traglast mind. 750 kg, 50 Stück, einmalig, Mindestabnahme 10 Stück, Verpackungsart lose, Selbstabholung, Preis pro Big-Bag 5,-- Euro, Region
Ottersberg.
STD-A-4503-12, Hartkorn aus der Wasserenthärtung, ab 100 t, Westdeutschland.
STD-A-4321-2, Polystyrolhartschaumreste,
ca. 6-8 cbm, Flockenform, 1-12 mm. Es handelt
sich um Fräsrückstände. Das Material ist in Plastiksäcken verpackt, Menge/Gewicht ca. 6-8 cbm,
jährlich, Mindestabnahme alles, Verpackungsart
in Säcken, Selbstabholung, Stade/Buxtehude,
Niedersachsen.
BI-A-4320-12, Papierschnipsel in Kunststoffsäcken.
Wir vernichten unsere Unterlagen mit eigenem
Aktenvernichter, Papierstreifen ca.7 mm breit, in
Kunststoffsäcken abgefüllt. Diese können sofort
bzw. auch regelmäßig von Ihnen abgeholt werden.
Hervorragend geeignet als Verpackungsmaterial
für Päckchen und Pakete etc., Bielefeld.
BS-A-4458-12, große Mengen Kalksteinschotter,
z. B. als Tragschicht oder Gründungspolster abzugeben, Körnung ca. 0/300 mm als Grobschlag,
Menge/Gewicht 5.000 m³, einmalig, Anlieferung
möglich, Preis VB, Landkreis Goslar.
BS-A-4440-10, Recyclingschotter 0/80mm,
größere Mengen aufbereitet abzugeben, als Platzbefestigung, Wegebau oder Tragschicht, 5.000 t,
regelmäßig anfallend, lose, Anlieferung möglich,
Preis VB, Landkreis Goslar.
H-A-3483-5, Holzhackschnitzel, Hackschnitzel,
Hackgut, aus Buschholz und Astwerk diverser
Baumarten wie z. B. Fichte, Buche, Eiche. Menge/
Gewicht 20 srm, unregelmäßig anfallend, Anlieferung möglich, Preis 300,-- Euro, Landkreis
Nienburg.
H-A-4189-2, PE-Abfälle (Polyethylen-Hartschaumstoff) des Typs LD 29 und LD 33 (vernetzter
Schaum), in den Farben Weiß und Schwarz, Polylam (unvernetzter Schaum), Farbe weiß, regelmäßig, ca. 4 mal pro Jahr, Mindestabnahme Verhandlungsbasis, gesammelt in Foliensäcken, Transport
und Preis nach Absprache, Bad Nenndorf.
HH-A-4587-1, Calciumstearat, vegetabil, geeignet
für den Einsatz in der Futtermittel-/Lebensmittel-/
Nahrungsergänzungsmittel- und
Pharmaindustrie. EP-Qualität und
E470a, Menge/ Gewicht 9000 kg,
regelmäßig anfallend, Mindestabnahme 500 kg, Verpackungsart 25
kg Säcke auf CP1-Paletten à 500
kg, Transport und Preis nach Absprache, Region Norddeutschland.
HH-A-4565-3, wir bieten Rundstahl (3m lang) mit der Werkstoffgüte 1.3505 (100Cr6) an. Abmessung: Ø 42mm bis 95mm. Der
Rundstahl liegt in Lengenfeld auf
Lager und kann jederzeit abgeholt
werden. Es muss nicht die Komplettmenge abgenommen werden.
Büro-, Sanitär oder
Menge/Gewicht ab 65 kg bis
4.300 kg je nach Abmessung,
Unterkunfts-Container.
regelmäßig anfallend, Verpackung
und Transport nach Absprache,
Preis nach Vereinbarung. Lengenwww.renz-container.com
feld, OT Wolfspfütz.
HH-A-4447-4, Faltschachteln /
Kartonagen für Fahrräder, geschlossen, unbeschriftet. Menge:
73 Stück, 1.410 x 200 x 900 mm ,
Menge: 247 Stück, 1.670 x 200 x
1.030 mm, Menge: 234 Stück,
1.720 x 200 x 1070 mm, absolut
neuwertig, einmalig, lose, Selbstabholung, Preis VB, Hamburg.
HH-A-3571-4, Wellpappe, CEKMultidruck, neben den genannten
Stoffgruppen bieten wir auch weitere Sorten im Bereich Altpapier &
Kunststoff an, Hamburg.
‰ NACHFRAGEN
HB-N-4247-2, wir suchen derzeit OPP, BOPP, PP/PET, PE/PP Verpackungs- und Rollenwaren. Bitte senden Sie uns Ihr Angebot mit Bildern,
verfügbare Menge, Ihren gewünschten Preis und Angaben über Verladegewicht, europaweit.
HB-N-4233-2, wir suchen derzeit PET/PP Umreifungsbänder in Ballen,
Waren oder geschreddert in Big Bags, ab 15-100 t, Mindestabnahme:
14 t, europaweit.
HB-N-4232-2, wr suchen derzeit PET-metallisierte Folie, Ballenwaren
oder geschreddert Mahlgüter in Big Bags, ab 15 – 100 t, Mindestabnahme: 13 t, europaweit.
HB-A-4231-2, wir suchen derzeit HDPE alte Autotanks als Ballenwaren
oder geschreddert, Mahlgüter, 14 t, europaweit.
HH-N-4436-5, wir suchen gebrauchte Holzpaletten, Holzgestelle oder
Ähnliches, ob sie noch gebrauchsfähig sind oder nicht, spielt keine Rolle, Hamburg und Umgebung.
HH-N-4431-12, wir suchen im Raum Norddeutschland Altöle (AVV
130205 und andere) und Bleibatterien (AVV 160601) aus Kfz- und Industriebetrieben, als norddeutscher Entsorgungsfachbetrieb beschäftigen wir uns seit 1955 mit der Altölsammlung, Sonderabfallentsorgung,
Tank- und Abscheiderreinigung.
LG-N-3352-6, Leder, Lederreste, z. B. von Möbelfabriken, auch 2. Wahl,
keine Kleinstteile. Menge/Gewicht nach Angebot, unregelmäßig anfallend, Region Niedersachsen und angrenzende Bundesländer.
STD-N-4568-3, Brennschlacke für Aufbereitung in westdeutscher Anlage, Wiedergewinnung von Metallen, je nach Inhaltsstoffen Vergütung
möglich, ab 25 Tonnen regelmäßig oder einmalig, frei Werk oder auch
frei verladenes Fahrzeug.
STD-N-4567-12, eisenoxidhaltige Rest- und Rohstoffe für neue Anlage
in Norddeutschland, z. B. Zunder, Schleifschlämme, Rückstände aus
Hüttenwerken etc., diverse Abfallschlüsselnummern sind positiv gelistet, ab 25 Tonnen, regelmäßig oder einmalig, Transport frei verladenes
Fahrzeug oder frei Werk, Region Norddeutschland.
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eine Beteiligungsmöglichkeit entweder zur Unternehmensnachfolge oder als Partner. Ich bin ausgebildeter Betriebswirt mit großem
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20 Jahre war ich als Geschäftsführer
eines technisch orientierten internationalen Handelshauses tätig.
In Frage kommen Firmen aus den
Bereichen Handel, Logistik und Produktion mit einer Umsatzgröße ab
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seplin@t-online.de .
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10.2014 Wirtschaft in Bremen | 53
10 WiB_W&W_
50-54_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:11 Seite 54
WAGEN&WINNEN
Internationale Fachkräfte sind
nicht nur interkulturell ein Gewinn
für deutsche Unternehmen; sie
eröffnen auch neue Perspektiven
und Märkte.
10 WiB_W&W_
50-54_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:11 Seite 55
Der Blick nach draußen
Der Bund unterstützt die deutsche
Wirtschaft dabei, ausländische Fachkräfte
zu rekrutieren. Die Handelskammer stellt die
verschiedenen Programme vor.
Der globale Wettbewerb
um qualifizierte Fachkräfte
Entwicklungs- und Schwellenländer bieten Potenziale –
Programme für Unternehmen.
Fotos Pitopia, GIZ
Von DR. BIANCA UNTIED
s besteht in Deutschland in vielen
Branchen ein spürbarer Fachkräftemangel, insbesondere im Gesundheitssektor und in mathematisch-technischen Berufen – mit steigender Tendenz. Hier will die Fachkräfteoffensive
des Bundesministeriums für Arbeit und
Soziales (BMAS), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
und der Bundesagentur für Arbeit (BA)
gegensteuern. Neben der Ausschöpfung inländischer Potenziale (Beschäftigungssicherung Älterer, Aktivierung
und Integration von Arbeitslosen und
Menschen mit Migrationshintergrund,
Erhöhung der Frauenerwerbsquote sowie Qualifizierungsmaßnahmen) ist die
Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte
aus dem Ausland eine weitere strategische Option. Internationale Fachkräfte
sind nach Überzeugung des Bundes
nicht nur interkulturell ein Gewinn für
deutsche Unternehmen, sondern eröffnen auch neue Perspektiven und Märkte.
Die Zuwanderung qualifizierter
Fachkräfte aus dem Ausland beinhaltet dabei zum einen die Zuwanderung
aus Europa (EU und Nicht-EU) und zum
anderen die Zuwanderung aus Entwicklungs- und Schwellenländern: hier
herrscht oft eine hohe Arbeitslosigkeit,
besonders unter der rasch wachsenden
jungen Bevölkerung. Gleichzeitig findet sich in vielen dieser Länder ein hoher Ausbildungsstand.
Es gibt eine Reihe von Programmen
und Initiativen der Internationalen Zusammenarbeit (IZ), die Unternehmen
beim internationalen Personalmanagement helfen:
• Das Programm Triple Win wird von
der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit
(ZAV) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) angeboten und fokussiert auf Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen
und Tunesien: Es soll 20.000 internationale Pflegefachkräfte anwerben. Geeignete Fachkräfte werden dabei identifiziert, sprachlich und berufsspezifisch auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereitet und bei der Integra
tion (Visaangelegenheiten, Arbeitserlaubnis etc.) unterstützt. Die Pflegefachkräfte sind zunächst befristet beschäftigt, Verlängerungen sind aber
möglich.
• Das vom BMWi geförderte Willkommensportal www.make-it-in-germany.
com wirbt seit 2012 um internationale
Fachkräfte und liefert Informationen
über alle Fragen rund um das Leben in
Deutschland.
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 55
10 WiB_W&W_
50-54_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:11 Seite 56
WAGEN&WINNEN
• Die Make-it-Initiative von der GIZ
und der ZAV im Auftrag des BMWi hilft
bei der Rekrutierung von Fachkräften
in mathematisch-technischen Berufen
aus drei Pilotländern (Indien, Indonesien und Vietnam). Die kostenlosen
Leistungen umfassen: Kontaktherstellung zwischen Bewerbern und Unternehmen, Ausreisevorbereitungen, Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Regelungen sowie Unterstützung bei der Integration in Deutschland.
• Das Pilotprojekt Förderung der legalen Mobilität von hochqualifizierten
Fachkräften aus Tunesien des Auswärtigen Amts (AA) gab jungen tunesischen Akademikern die Möglichkeit, ihre Qualifikationen und Fähigkeiten in
deutschen Unternehmen einzubringen.
Das Vorhaben wurde von der GIZ in Kooperation mit der ZAV durchgeführt.
Veranstaltungshinweis
Am 28. Oktober laden die Industrie- und Handelskammern Bremen,
Bremerhaven, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück, Emden und Stade zur
Informationsveranstaltung „Der
globale Wettbewerb um Fachkräfte – Fachkräftesicherung aus Drittstaaten“ ein. Sie informiert über die Programme der Bundesregierung
zum internationalen Personalmanagement, über Instrumente für die
Rekrutierung von Fachkräften und über die rechtlichen Rahmenbedingungen. Referenten sind Klaus Oks (Bundesagentur für Arbeit,
Regionaldirektion Bremen/Niedersachsen), Norman Sterz (departer
Deutschland GmbH), Stefanie Gömann (GIZ) und Stefan Schmitz
(ZAV). An die Vorträge schließt sich ein get-together mit den
Referenten an. Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung Andrea Goß, Telefon 0421 3637-241,
international@handelskammer-bremen.de
Die Blaue Karte EU
Mittlerweile gibt es auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen: So ermöglicht die Blaue Karte EU die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern aus Ländern außerhalb der EU;
Voraussetzung ist dabei der Nachweis
eines abgeschlossenen Hochschulstudiums. Für die Blaue Karte EU muss der
Antragsteller einen Arbeitsvertrag oder
ein verbindliches Angebot eines deutschen Arbeitgebers vorweisen. Das
Mindestbruttogehalt für Engpassberufe (Ingenieure und IT-Fachkräfte) beträgt 37.128 Euro, für andere Berufe
47.600 Euro. Dauerhafte Niederlassungserlaubnisse werden je nach
Sprachkenntnissen nach 21 oder 33
Monaten ausgestellt.
Alumni-Portal Deutschland
Doch qualifizierte Fachkräfte mit interkultureller Kompetenz sind nicht nur in
Deutschland gefragt, sondern auch bei
56 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
international tätigen deutschen Unternehmen mit Produktions- oder Lieferstätten im Ausland. Gesucht werden
gut ausgebildete Mitarbeiter mit deutschen und englischen Sprachkenntnissen sowie einem Verständnis der deutschen Kultur und Arbeitsweise. Auch
hier helfen verschiedene Programme
der IZ.
Das Alumni-Portal Deutschland beispielsweise bietet den Zugang zu Fachkräften, die im Laufe ihrer Karriere in
Deutschland studiert oder eine Ausoder Weiterbildung gemacht haben.
Die deutschsprachigen Fachkräfte
„Trained in Germany“ sind für deutsche
Unternehmen besonders interessant,
sei es als Experten, Mitarbeiter oder Kooperationspartner. Unternehmen können sich kostenlos registrieren und in
der Rubrik Jobs & Karriere nach lokalen
Experten und Bewerbern suchen, Jobs
offerieren und ihr Unternehmen im Porträt präsentieren (www.alumniportal-
deutschland.de). Auch über das Programm Rückkehrende Fachkräfte vom
Centrum für Internationale Migration
(CIM) können in Deutschland geschulte Fachkräfte vermittelt werden.
Deutsche Fachkräfte können darüber hinaus über das Programm Integrierte Fachkräfte von CIM oder den Senior Experten Service (SES) in Entwicklungsländer- und Schwellenländer entsandt werden, um dort das nötige
Fachwissen aufzubauen.
n
Information
Dr. Bianca Untied,
untied@handelskammer-bremen.de
10 WiB_W&W_
50-54_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:11 Seite 57
Foto IQ NetzwerkBremen/Linda Hoff
Dossier Charta
der Vielfalt
„Endlich habe ich es schwarz auf weiß, dass ich ausgebildeter Metallbauer
bin. Dieses Papier ist die Basis für meine berufliche Zukunft in Deutschland“, sagt Hidircan Zeytunlu.
s
Leitfaden: ausländische Qualifikationen
Hidircan Zeytunlu hat davon profitiert.
Er ist einer von denen, denen die neue
Rechtslage geholfen hat. Das Anerkennungsgesetz des Bundes sowie das bremische Gesetz über die Anerkennung
ausländischer Berufsqualifikationen sollen einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Auch Unternehmen können davon auf verschiedene Art und
Weise profitieren. Die RKW Bremen
GmbH, die das IQ Netzwerk Bremen koordiniert, hat einen Praxisleitfaden für
bremische Unternehmen veröffentlicht,
die internationale Fachkräfte einstellen
bzw. weiterqualifizieren wollen.
Unter dem Fokus der Anerkennung
ausländischer Qualifikationen finden
sich hier Informationen, Beispiele und
Ansprechpartner. Die Broschüre ist in
der Print-Version in der Handelskammer Bremen (bei Frank-Dieter Lutz) und
im Unternehmensservice Bremen (bei
Tomke Drews) erhältlich. Eine PDF-Version gibt es als Download im Internet:
http://netzwerk-iq.de (Rubrik Publikationen), www.prozesskettebremen.de.
Das IQ (Integration durch Qualifizierung)-Netzwerk Bremen verfolgt das
Ziel, die Arbeitsmarktchancen von erwachsenen Migrantinnen und Migranten zu verbessern. Deutschlandweit
gibt es 16 solcher Landesnetzwerke. n
Kompetenzzentrum
Fachkräftesicherung
2011 hat das Institut der deutschen
Wirtschaft – als Beitrag zur Fachkräfteoffensive der Bundesregierung – das
Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung eingerichtet. Es soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit aktuellen Informationen und praxisnahen
Hilfen rund um das Thema Fachkräftesicherung versorgen. Herzstück des
Kompetenzzentrums ist das Internetportal www.kompetenzzentrum-fachkräftesicherung.de. Dort gibt es beispielsweise Handlungsempfehlungen
für die Rekrutierung. Im Jahr 2013 hatten nach den Angaben des Institutes
52,6 Prozent der Industrie- und Handelsunternehmen mittlere bis schwere
Probleme, geeignete Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung
zu finden.
n
Der Charta der Vielfalt e. V. hat ein umfangreiches Dossier über das Fachkräfte-Recruiting im Ausland herausgegeben. Es enthält eine breite Palette unterschiedlicher Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Wirtschaft,
Unternehmen, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Beratung,
die Chancen und Herausforderungen
der gewachsenen Internationalität und
Vielfalt in Deutschland aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Laut Dossier suchen nur fünf Prozent aller deutschen Unternehmen
überhaupt auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Insbesondere kleinen und
Nur fünf Prozent aller deutschen
Unternehmen suchen bisher überhaupt auf dem internationalen
Arbeitsmarkt.
mittleren Unternehmen fehle der Überblick über den rechtlichen Rahmen für
die Anwerbung und Einstellung von
Fachkräften aus dem Ausland. Den
meisten Unternehmen seien Deutschkenntnisse wichtiger als fachliche Qualifikationen. Noch gelinge es der deutschen Wirtschaft nicht, Potenziale von
(möglichen) ausländischen Fachkräften, die bereits in Deutschland studierten oder arbeiteten, effektiv zu nutzen.
Dem Dossier zufolge geben 75 Prozent der ausländischen Studierenden
an, gern in Deutschland bleiben zu wollen. Doch nur jeder Dritte tue das auch.
Die Mehrheit finde nicht schnell genug
Arbeit oder fühle sich in Deutschland
10.2014 Wirtschaft in Bremen | 57
10 WiB_W&W_
50-54_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:11 Seite 58
WAGEN&WINNEN
Deutschland gehört zu den
Ländern mit den geringsten Hürden
für ausländische Fachkräfte – und
gleichzeitig zu den Ländern mit
der geringsten Arbeitsmigration.
sche Fachkräfte anzuwerben und zu beschäftigen, gehört – und gleichzeitig
zu den Ländern mit der geringsten Arbeitsmigration.
Bemängelt wird in dem Dossier
auch, dass die Suche auf dem internationalen Arbeitsmarkt für kleine und
mittlere Unternehmen viel zu kompliziert sei. Ausländische Fachkräfte, die
kein oder noch nicht gut genug
Deutsch sprächen, könnten im Arbeitsalltag nicht bestehen.
Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von
Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Die Charta wurde
von Daimler, der BP Europa SE (ehemals Deutsche BP), der Deutschen
Bank und der Deutschen Telekom im
Dezember 2006 ins Leben gerufen.
Mehr als 1.850 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen – 34 sind es in
Bremen – haben die Charta der Vielfalt
unterzeichnet und kontinuierlich kommen neue Unterzeichner hinzu.
n
58 | Wirtschaft in Bremen 10.2014
Jacobs University: Workshops
zur Willkommenskultur
lobalisierung und demografischer
Wandel verändern die Arbeitswelt:
In den Unternehmen arbeiten mehr
Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.
Nicht nur ihre Rekrutierung, sondern
vor allem die Integration der ausländischen Beschäftigten stellt die Unternehmen vor ganz neue Aufgaben. „Eine
gelebte Willkommenskultur verspricht
nicht nur ein unkompliziertes Miteinander im Betrieb, sondern ebenfalls eine
langfristige Bindung an die Firma sowie eine höhere Attraktivität von Produkten und Dienstleistungen“, ist die
Jacobs University Bremen überzeugt.
So hat sie mit der Techniker Krankenkasse (TK) und dem Umzugsdienstleister UTS ein Projekt gestartet, das Unternehmen bei dieser Integrationsaufgabe unterstützen soll.
„In internationalen Teams kommt es
in besonderem Maße auf Kommunikation, Wertschätzung und Mitarbeiterführung an. Diese müssen die Stammbelegschaft und die neuen Beschäftigten gleichermaßen ansprechen“, sagt
Sonia Lippke (im Bild), Professorin für
Gesundheitspsychologie an der Jacobs
University und Referentin in einer von
der TK und UTS initiierten Workshopreihe in diesem Herbst in elf deutschen
Städten.
Lippke regt die Betriebe zuerst zu einer Innensicht an. „Man muss sich
selbst, sein Team und seine Ziele gut
kennen, wenn man erfolgreich sein
will“, sagt die Psychologin. Darüber
hinaus sollen Best-Practice-Beispiele
den Firmen zeigen, wie sie den Erfolgsfaktor Integration besonders gut ausschöpfen können. „Für die Unternehmen ist ein gelungenes Einbinden der
Kollegen aus dem Ausland ein echter
Wettbewerbsvorteil“, so Lippke weiter.
Foto Jacobs University
unwillkommen. Ferner seien 70 Prozent
aller Akademiker mit Migrationshintergrund auf Arbeitsplätzen beschäftigt,
für die sie überqualifiziert seien. In einer Bestandsaufnahme schreibt Dr.
Thomas Liebig, dass Deutschland seit
den vergangenen Reformen im Zuwanderungsrecht zu den Ländern mit den
weltweit geringsten Hürden, ausländi-
Die Wissenschaftlerin selbst ist zum
einen von verschiedenen Kulturen geprägt– geboren in Mexiko, aufgewachsen in Spanien und Deutschland, gearbeitet in den USA, Kanada, den Niederlanden und China. Zum anderen hat sie
in zahlreichen Projekten Erfahrung in
der Zusammenarbeit mit internationalen Teams sammeln können.
n
Information
Professorin Dr. Sonia Lippke,
Telefon 0421 200-4730,
s.lippke@jacobs-university.de
01 titel_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:34 Seite 4
ANNA
KARENINA
Nadine Lehner in
ANNA KARENINA
Uraufführung
Oper von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel
ab 25. Oktober 2014
01 titel_OKT_2014.qxp_Layout 1 23.09.14 11:32 Seite 1
Die 50 wichtigsten
Punkte beim Thema
Unternehmensnachfolge:
1. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
2. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
3. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
4. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
5. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
t
f
6. Lassen Sie sich genossenschaftlich
beraten.
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ku
u
Z
7. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
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8. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
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9. Lassen Sie sich genossenschaftlich
beraten.
g
10. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
11. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
12. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
13. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.
14. Lassen Sie sich genossenschaftlich beraten.
Wir machen den Weg frei.
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